Die Schule ist aus, der Sommer beginnt - heiß und endlos. Für Vanessa, Vera, Giorgio, Diana und die anderen Jugendlichen in Pontinia, einer Kleinstadt südlich von Rom, geht es um Freundschaft, die große Liebe und die Suche nach Identität. Doch über allem liegt der Schatten eines Dramas: Vor einem Jahr wurde die 17-jährige Elena von ihrem Freund getötet. Zwischen Strandtagen und Sommernächten ringen die jungen Leute mit Trauer, Wut und der Enge eines patriarchal geprägten Umfelds, aus dem einige von ihnen auszubrechen versuchen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Christopher Bahn
Book Circle Community
5/5
26.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Jugendliche in Italien
Ein leicht lesbares Buch über das Aufwachsen in der italienischen Provinz, das mit dem Mord an einer zentralen Protagonistin einen unguten Höhepunkt findet. Ich fand die unglamoröse Sprache und die schonungslose Beschreibung der Höhen und Tiefen der Jugend sehr ansprechend. Obwohl südlich von Rom spielend, könnte die Geschichte auch an vielen anderen Orten spielen, dennoch hat es einen interessanten italienischen Lokalkolorit. Sehr empfehlenswert.
Bewertung
5/5
23.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
wow!
In Pontinia, einer kleinen Stadt südlich von Rom, wird die 17-jährige Elena von ihrem Freund getötet. Doch Alice Urciuolo legt in ihrem Roman den Fokus weniger auf den Kriminalfall selbst, sondern auf die emotionalen und sozialen Nachwirkungen dieses tragischen Ereignisses.
Für Elenas Freundeskreis bedeutet ihr Tod etwas anderes: Vanessa, ihre beste Freundin, kämpft mit Schuldgefühlen und Sehnsucht; Giorgio, der in Elena verliebt war, sucht verzweifelt nach Antworten; Christian, ihr Ex-Freund, trägt ein schweres, dunkles Geheimnis mit sich. Vera, Giorgios jüngere Schwester, und Diana ergänzen das komplexe Bild der jugendlichen Identitätsfindung.
Der Roman behandelt Themen wie Trauer, sexuelles Erwachen, Scham, Gewalt und Selbstbestimmung auf ungeschönte, aber zutiefst einfühlsame Weise. Besonders eindrucksvoll ist, wie Urciuolo die verschiedenen Perspektiven miteinander verwebt, sodass der Leser hautnah miterlebt, wie die Jugendlichen ihren Verlust verarbeiten und gleichzeitig ihren eigenen Weg ins Erwachsenwerden finden.
Dieses Buch ist unbequem, berührend und hochaktuell – ein eindringlicher, schonungsloser Blick auf das Aufwachsen in einer Welt voller Widersprüche. Ich kann es nur wärmstens weiterempfehlen.
Hornita
aus Augsburg
5/5
18.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr gelungenes Sittenbild…
Sehr gelungenes Sittenbild der italienischen Jugend; Das Setting in einer Kleinstadt in der Nähe Roms hat mir gut gefallen. Der Mikrokosmos, in dem jeder jeden kennt und auch dessen Geheimnisse ahnt, wird hervorragend geschrieben. Die Fahrten nach Rom kommen bei einigen Personen einem Ausbruch gleich. Mir hat sehr gut gefallen, wie sich die Charaktere in unterschiedlicher Intensität mit althergebrachten Rollenbildern auseinander setzen. Einer der Trigger ist die Ermordung einer Jugendlichen und die Auswirkungen dieser Tat auf die Freunde und Altersgenossen wird ganz subtil in die Handlung eingearbeitet. Überhaupt sind die Charaktere sehr stimmig und glaubhaft geschildert. Gerade auch die Entwicklung der Jugendlichen, von denen einige in kurzer Zeit große Entwicklungsschritte und Erfahrungen machen, war sehr intensiv geschildert. Die Schwierigkeit, das eigene Gefühlschaos richtig einzuordnen ist ebenso nachvollziehbar wie die Ablösung von den Eltern. Man bekommt außerdem Einblicke in die italienische Gesellschaft und das Wertesystem, das fand ich sehr interessant. Die Erzählperspektive wechselt über eine Vielzahl von Personen, was dem Buch eine gute Tiefe verleiht. Deshalb wäre ein Personenregister zu Beginn hilfreich gewesen. Insgesamt hat mir das Buch so gut gefallen, dass ich gerne eine Fortsetzung lesen würde.
Hornita
aus Augsburg
5/5
18.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr gelungenes Sittenbild der italienischen Jugend
Das Setting in einer Kleinstadt in der Nähe Roms hat mir gut gefallen. Der Mikrokosmos, in dem jeder jeden kennt und auch dessen Geheimnisse ahnt, wird hervorragend geschrieben. Die Fahrten nach Rom kommen bei einigen Personen einem Ausbruch gleich. Mir hat sehr gut gefallen, wie sich die Charaktere in unterschiedlicher Intensität mit althergebrachten Rollenbildern auseinander setzen. Einer der Trigger ist die Ermordung einer Jugendlichen und die Auswirkungen dieser Tat auf die Freunde und Altersgenossen wird ganz subtil in die Handlung eingearbeitet. Überhaupt sind die Charaktere sehr stimmig und glaubhaft geschildert. Gerade auch die Entwicklung der Jugendlichen, von denen einige in kurzer Zeit große Entwicklungsschritte und Erfahrungen machen, war sehr intensiv geschildert. Die Schwierigkeit, das eigene Gefühlschaos richtig einzuordnen ist ebenso nachvollziehbar wie die Ablösung von den Eltern. Man bekommt außerdem Einblicke in die italienische Gesellschaft und das Wertesystem, das fand ich sehr interessant. Die Erzählperspektive wechselt über eine Vielzahl von Personen, was dem Buch eine gute Tiefe verleiht. Deshalb wäre ein Personenregister zu Beginn hilfreich gewesen. Insgesamt hat mir das Buch so gut gefallen, dass ich gerne eine Fortsetzung lesen würde.
Fee04
5/5
11.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schwere in der Leichtigkeit
„Verehrung“ von Alice Urciuol / Verlag: nonsolo
Was für ein stimmiger Roman über das Erwachsenwerden. Über die Leichtigkeit der Jugend, über Liebe, Verführung und Verehrung. Über Begehren, Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung, über das Loslösen von Erwartungen und das Gehen eigener Wege.
In der Provinz Pontinia südlich von Rom erschüttert der Tod der siebzehnjährigen Elena, die von ihrem Freund getötet wurde, eine ganze Gruppe von Jugendlichen.
Die Tat wirft lange Schatten, niemand hat sie kommen sehen und doch hätten alle es ahnen können. Die Schuldgefühle, welche der Tod ihrer Freundin hervorruft, zieht sich wie ein unsichtbarer Faden durch das Leben der FreundInnen.
Vanessa, Elenas beste Freundin, steht zwischen den patriarchalen Werten, die ihr Umfeld noch immer tief verinnerlicht hat, und dem Drang, ihr Leben selbstbestimmt zu führen.
Giorgio, der in Elena verliebt war und sie nicht beschützen konnte, trägt schwer daran und versucht nun, seine Schwester Vera vor allem zu bewahren; und mischt sich damit oft in Dinge ein, die ihn nichts angehen.
Christian, Elenas Ex-Freund, taumelt zwischen Teresa und Vera. Er schafft es nicht, aus den Fehlern seiner Vergangenheit zu lernen.
Und Diana, die mit einem großen Muttermal am Oberschenkel lebt, versteckt sich aus Scham - unsicher, ob sie jemals jemanden so nah an sich heranlassen darf.
Alice Urciuolo versteht es meisterhaft, die ungestüme Dynamik dieser jungen Menschen einzufangen.
Sie zeigt, wie eng Leichtigkeit und Unbeschwertheit mit Trauer und Schuld verwoben sein können; wie Begehren, Macht und Sehnsucht ineinanderfließen.
In den Dialogen, in den Gesten, in den schwülen Sommernächten zwischen Pontinia und den Stränden von Sabaudia liegt diese ganz besondere Hitze, die das Aufwachsen beschleunigt und doch alles zerbrechlich wirken lässt.
Es ist ein Roman, der die Leidenschaft der Heranwachsenden in all ihrer Schönheit, Unvernunft und Wildheit spürbar macht. Gleichzeitig zeichnet er das Bild einer Elterngeneration, die an ihren Erwartungen und überholten Werten festhält und von der sich die jungen ProtagonistInnen lösen, um ihr eigenes Leben zu leben.
Und so gelingt es Urciuolo, von Trauer und Schuld zu erzählen, aber auch von diesem unbändigen Hunger nach Freiheit: vom Schwimmen im Meer, vom Schmecken des Sommers, von der Lust, das eigene Leben trotz allem zu feiern und sich auszuprobieren. In vielerlei Hinsicht.
Ein Roman voller Schwere in der Leichtigkeit, voller Sommerhitze und voller Sehnsucht. Wunderschön, berührend, authentisch und eine große Leseempfehlung.
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