"Heimkehr im Nebel" ist mehr als eine Autobiografie, es ist ein Zeitdokument über die unsichtbaren Folgen des Krieges und den oft lebenslangen Weg zurück ins Leben. Der ehemalige Berufssoldat schildert seine sechs Auslandseinsätze im Kosovo, in Afghanistan und Pakistan ebenso offen wie die daraus entstandene komplexe PTBS. Im Fokus stehen nicht Kampfhandlungen, sondern das Schweigen nach der Rückkehr: innere Leere, Albträume, Isolation, der Verlust von Halt. Besonders eindrucksvoll beschreibt Thamm den zweiten Kampf, den gegen eine behördliche Maschinerie, in der verwundete Soldaten zu Aktenzeichen werden. Das Verfahren gegen das BAPersBw wird dabei zum Symbol institutioneller Kälte und fehlender Anerkennung. Trotz aller Schwere ist das Buch von Hoffnung getragen: die Begegnung mit seiner Frau Sandra, die Gründung von A.T.E.K. e.V. und sein Einsatz für andere Betroffene. Sensibel, ehrlich, ohne Pathos macht Thamm deutlich: Krieg endet nicht mit dem letzten Einsatz und Heilung beginnt dort, wo man den Mut findet, hinzusehen und Verantwortung zu übernehmen. Das Buch ist ein wichtiger Beitrag zur Diskussion über die Verantwortung von Staat und Gesellschaft gegenüber Einsatzveteranen.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
1 Bewertungen
5 Sterne
(1)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Sterne
(0)
Eine absolute Leseempfehlung – besonders für Veteranen
Anonym aus NRW am 30.01.2026
Bewertungsnummer: 3030537
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Es gibt Bücher, die liest man. Und es gibt Bücher, die lesen einen selbst. Heimkehr im Nebel gehört zur zweiten Kategorie. Als Veteran, der selbst mit den Nachwirkungen von Einsatz, Verlust und innerem Rückzug lebt, hat mich dieses Buch nicht begleitet – es hat mich getroffen. Unmittelbar. Schonungslos. Wahrhaftig.
Was dieses Werk so außergewöhnlich macht, ist seine kompromisslose Ehrlichkeit. Hier wird nichts beschönigt, nichts heroisiert. Der Nebel der Heimkehr ist kein literarisches Stilmittel, sondern gelebte Realität: Schlaflose Nächte, Bilder, die sich aufdrängen, Schuldgefühle, das Gefühl der Entfremdung von der eigenen Umwelt – und von sich selbst. Beim Lesen hatte ich mehrfach das beklemmende Gefühl: Das kenne ich. Genau so fühlt sich das an.
Der Autor findet Worte für Zustände, für die es im Alltag keine Sprache gibt. Für das Schweigen nach der Rückkehr. Für das Funktionieren-Müssen. Für das langsame Verschwinden der eigenen Persönlichkeit hinter Erwartungen, Aktenvermerken und falschem Verständnis. Besonders eindringlich ist, dass dieses Buch nicht nur vom Einsatz erzählt, sondern vom Danach – von dem langen, einsamen Weg, den viele von uns gehen, oft ungesehen.
Es ist kein leichtes Lesen. Es fordert. Es reißt Wunden auf. Aber genau darin liegt seine Bedeutung. Für Betroffene ist es ein Spiegel – schmerzhaft, aber tröstlich, weil er zeigt: Du bist nicht allein. Für Angehörige, Entscheider und all jene, die „verstehen wollen“, ist es ein notwendiger Blick hinter die Kulissen offizieller Narrative.
Ich habe dieses Buch nicht nur gelesen, ich habe es ausgehalten. Und ich bin dankbar dafür.
Eine absolute Leseempfehlung – besonders für Veteranen und alle, die den Mut haben, sich der Realität zu stellen.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.