Artemisia Gentileschis "Susanna und die Ältesten" von 1610 Eine kritische Auseinandersetzung im Hinblick auf den feministischen Diskurs
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Sprache:Deutsch
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Erscheinungsdatum
10.12.2025
Verlag
GRINSeitenzahl
(Printausgabe)
Dateigröße
10969 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783389169919
Die Arbeit führt zunächst in die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen im 16. und 17. Jahrhundert ein und zeichnet Artemisia Gentileschis außergewöhnlichen Werdegang nach - von ihrer Ausbildung im Atelier des Vaters über ihren Aufstieg zur anerkannten Malerin bis hin zum berüchtigten Vergewaltigungsprozess, der ihr Leben und ihre künstlerische Rezeption lange überschattete.
Darauf folgt eine Analyse der Susanna-Erzählung aus dem Buch Daniel sowie ihrer kunsthistorischen Tradition: der Wandel vom moralisch-didaktischen Motiv zur häufig erotisierten Aktdarstellung wird ebenso beleuchtet wie die Zuschreibung männlicher Blickregime.
Im Zentrum der Untersuchung steht Gentileschis "Susanna und die Ältesten", das 1610 entstandene Erstlingswerk. Die Autorin zeigt, wie radikal sich diese Darstellung von zeitgenössischen männlichen Versionen unterscheidet: Susanna wird nicht als verführerisches Objekt inszeniert, sondern als wehrende, emotional gezeichnete junge Frau, deren Bedrängnis eindringlich spürbar wird. Die ikonografische Analyse macht deutlich, dass Gentileschi eine seltene empathische Perspektive auf weibliche Erfahrung eröffnet.
Abschließend setzt sich die Arbeit kritisch mit Mary D. Garrards einflussreicher feministischer Deutung auseinander, die einen engen biografischen Bezug zwischen dem Gemälde und Artemisia Gentileschis späterer Vergewaltigung herstellt. Die Autorin hinterfragt, ob solche Interpretationen die Künstlerin auf ein Opfer reduzieren - oder ob sie erst im Zusammenspiel mit historischen, sozialen und künstlerischen Kontexten ihre ganze Bedeutung entfalten.
Eine fundierte, differenzierte Studie über Kunst, Macht, Weiblichkeit und die Relevanz feministischer Perspektiven in der Kunstgeschichte.
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