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Medulla Roman | Nominiert für den SPIEGEL Buchpreis 2025

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Sehr gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Book Tropes

Pregnancy + weitere

Erscheinungsdatum

16.09.2025

Verlag

DuMont Buchverlag

Seitenzahl

240

Maße (L/B/H)

20,6/13,8/2,7 cm

Gewicht

415 g

Farbe

Schwarz

Auflage

1

Sprache

Deutsch

EAN

2710002807610

Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Sehr gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Book Tropes

  • Pregnancy
  • Multiple Love Interests
  • Found Family

Erscheinungsdatum

16.09.2025

Verlag

DuMont Buchverlag

Seitenzahl

240

Maße (L/B/H)

20,6/13,8/2,7 cm

Gewicht

415 g

Farbe

Schwarz

Auflage

1

Sprache

Deutsch

EAN

2710002807610

Herstelleradresse

DuMont Buchverlag GmbH
Amsterdamer Strasse 192
50735 Köln
DE

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Provokante, diskussionswürdige Geschichte

MarieOn am 13.10.2025

Bewertungsnummer: 2624382

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Vater hat Kuchen mitgebracht, versucht sie zu überreden, mit ihm heimzukommen, die Mutter wird sich freuen. Als sie ihn aus ihrer Wohnung hinauszitiert hat, klingelt das Telefon. Sie weiß, egal wie oft sie drangehen, sich melden und auflegen wird, wird es wieder klingeln, so als müsste es das letzte Wort haben. Siv und Hanna sind im Hallenbad angekommen. Sie drehen einige Runden, springen unter die Gemeinschaftsduschen, pinkeln gleichzeitig im großen Strahl auf die Fliesen und lachen über entsetzte Gesichter. Wieder in Hannas Wohnung werfen sie ihre nackten Körper aufs Bett und feiern ihre Vertrautheit, bis Siv einfällt, dass sie mit Jan im Theater verabredet ist. Jan hat seine Siebdruckespressomaschine minutiös gereinigt. Er setzt sich mit der ersten Tasse des heißen, bitteren Gebräus an den Küchentisch und ist zufrieden. Siv hat schon um sieben die Wohnung verlassen und eine riesige Essiggurke mit einer Kerze darin auf dem Tisch platziert. Er würde eine gut eingelegte essigsaure Gurke jederzeit einer Torte vorziehen und beißt auch gleich beherzt hinein, dass es kracht und spritzt. Sein Handy gibt einige einfallslose Glückwünsche her, Luftballons, Sektflaschen und Herzfeuerwerke. Jan ist enttäuscht. Er hat sich für den helllila Samtanzug entschieden und fährt mit dem Taxi ins Lepperts, sein Fast-Sterne-Lokal, um seinen Fünfzigsten zu feiern. Als er eintritt, ist Siv schon da. Sie will das Blumenarrangement abholen. Jan geht vor ihr in die Knie, hält sie an der Hüfte fest und kippt dabei den ersten Humpen hinunter. Siv lacht und macht sich los. Jan gleitet rücklings zu Boden und sieht in die Gesichter der ersten Gäste. Fazit: Verena Güntner hat eine provokante, diskussionswürdige Szenerie erschaffen und sie hat mich gefordert. Im Vordergrund stehen drei Paare. Siv, deren Mutter Dänin ist, lebt mit dem Gastronom Jan in einer offenen Beziehung. Sie vergnügt sich wahlweise mit ihrer besten Freundin Hanna und/oder deren Freund Hans. Sie wird schwanger und weiß sofort, dass sie das Kind nicht austragen wird. Der pedantische Jan hat den richtigen geschäftlichen Riecher gehabt und lebt und ermöglicht Siv ein sorgenfreies Leben. Die Afghanin Leyla und David wollen unbedingt ein Kind, aber seine Spermien sind müde geworden. Als es dann doch klappt, erkennt Leyla, dass David nicht der Richtige für eine Familie ist. Esther ist die narzisstische, beruflich erfolgreiche Perfektionistin, die sich eine Weile in Jacobs Bewunderung gesonnt hat. Als sie schwanger ist, erliegt Jacob einem jahrelangen Irrtum und Esther bricht aus. Die Autorin gibt den Beteiligten kapitelweise eine Stimme, die mich mitten in die Beziehungsdynamiken wirft. Mit offenem Mund verfolge ich Sivs Freizügigkeit und Konsequenz, Leylas psychologischer Konstellation, es allen recht machen zu wollen und Esthers Kaltschnäutzigkeit. Die Autorin entzaubert die Männer, die alles andere als Helden oder „echte Kerle“ sind. Die Frauen wollen ihre selbstbestimmten Entscheidungen treffen und die Männer wollen das verhindern. Soweit der Konflikt. Sie will was das er nicht will, so funktionieren die meisten Beziehungen. Geflasht hat mich, was die Autorin mit mir gemacht hat. Alle Darsteller sind alles, was ich nicht sein möchte und eben doch stellenweise bin. Unsympathisch, verantwortungslos, eigensinnig, unsensibel, exzentrisch. Ich konnte mich mit niemandem wirklich verbünden und keine moralische Keule auspacken, denn irgendwie haben alle für sich gesehen recht. Darf ich als Frau dem Erzeuger meines Kindes das Recht absprechen, mitzuentscheiden? Darf der Erzeuger meines Kindes mir das Recht absprechen, frei über meinen Körper und damit gegen das Kind zu bestimmen? Eine denkwürdige, kontroverse, feministische, unterhaltsam erzählte Geschichte, die hängen bleibt.

Provokante, diskussionswürdige Geschichte

MarieOn am 13.10.2025
Bewertungsnummer: 2624382
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Vater hat Kuchen mitgebracht, versucht sie zu überreden, mit ihm heimzukommen, die Mutter wird sich freuen. Als sie ihn aus ihrer Wohnung hinauszitiert hat, klingelt das Telefon. Sie weiß, egal wie oft sie drangehen, sich melden und auflegen wird, wird es wieder klingeln, so als müsste es das letzte Wort haben. Siv und Hanna sind im Hallenbad angekommen. Sie drehen einige Runden, springen unter die Gemeinschaftsduschen, pinkeln gleichzeitig im großen Strahl auf die Fliesen und lachen über entsetzte Gesichter. Wieder in Hannas Wohnung werfen sie ihre nackten Körper aufs Bett und feiern ihre Vertrautheit, bis Siv einfällt, dass sie mit Jan im Theater verabredet ist. Jan hat seine Siebdruckespressomaschine minutiös gereinigt. Er setzt sich mit der ersten Tasse des heißen, bitteren Gebräus an den Küchentisch und ist zufrieden. Siv hat schon um sieben die Wohnung verlassen und eine riesige Essiggurke mit einer Kerze darin auf dem Tisch platziert. Er würde eine gut eingelegte essigsaure Gurke jederzeit einer Torte vorziehen und beißt auch gleich beherzt hinein, dass es kracht und spritzt. Sein Handy gibt einige einfallslose Glückwünsche her, Luftballons, Sektflaschen und Herzfeuerwerke. Jan ist enttäuscht. Er hat sich für den helllila Samtanzug entschieden und fährt mit dem Taxi ins Lepperts, sein Fast-Sterne-Lokal, um seinen Fünfzigsten zu feiern. Als er eintritt, ist Siv schon da. Sie will das Blumenarrangement abholen. Jan geht vor ihr in die Knie, hält sie an der Hüfte fest und kippt dabei den ersten Humpen hinunter. Siv lacht und macht sich los. Jan gleitet rücklings zu Boden und sieht in die Gesichter der ersten Gäste. Fazit: Verena Güntner hat eine provokante, diskussionswürdige Szenerie erschaffen und sie hat mich gefordert. Im Vordergrund stehen drei Paare. Siv, deren Mutter Dänin ist, lebt mit dem Gastronom Jan in einer offenen Beziehung. Sie vergnügt sich wahlweise mit ihrer besten Freundin Hanna und/oder deren Freund Hans. Sie wird schwanger und weiß sofort, dass sie das Kind nicht austragen wird. Der pedantische Jan hat den richtigen geschäftlichen Riecher gehabt und lebt und ermöglicht Siv ein sorgenfreies Leben. Die Afghanin Leyla und David wollen unbedingt ein Kind, aber seine Spermien sind müde geworden. Als es dann doch klappt, erkennt Leyla, dass David nicht der Richtige für eine Familie ist. Esther ist die narzisstische, beruflich erfolgreiche Perfektionistin, die sich eine Weile in Jacobs Bewunderung gesonnt hat. Als sie schwanger ist, erliegt Jacob einem jahrelangen Irrtum und Esther bricht aus. Die Autorin gibt den Beteiligten kapitelweise eine Stimme, die mich mitten in die Beziehungsdynamiken wirft. Mit offenem Mund verfolge ich Sivs Freizügigkeit und Konsequenz, Leylas psychologischer Konstellation, es allen recht machen zu wollen und Esthers Kaltschnäutzigkeit. Die Autorin entzaubert die Männer, die alles andere als Helden oder „echte Kerle“ sind. Die Frauen wollen ihre selbstbestimmten Entscheidungen treffen und die Männer wollen das verhindern. Soweit der Konflikt. Sie will was das er nicht will, so funktionieren die meisten Beziehungen. Geflasht hat mich, was die Autorin mit mir gemacht hat. Alle Darsteller sind alles, was ich nicht sein möchte und eben doch stellenweise bin. Unsympathisch, verantwortungslos, eigensinnig, unsensibel, exzentrisch. Ich konnte mich mit niemandem wirklich verbünden und keine moralische Keule auspacken, denn irgendwie haben alle für sich gesehen recht. Darf ich als Frau dem Erzeuger meines Kindes das Recht absprechen, mitzuentscheiden? Darf der Erzeuger meines Kindes mir das Recht absprechen, frei über meinen Körper und damit gegen das Kind zu bestimmen? Eine denkwürdige, kontroverse, feministische, unterhaltsam erzählte Geschichte, die hängen bleibt.

My body, my choice – unterhalt…

MarcoL aus Füssen am 05.10.2025

Bewertungsnummer: 2963516

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

My body, my choice – unterhaltsam in einem tollen Roman untergebracht Berlin. Drei Paare. Drei Frauen, drei Männer. Sie kennen einander, verbringen manchmal etwas Zeit zusammen. Und sie sind einfach verschieden, so wie sich eben die Menschen unterscheiden. Doch eines verbindet die Paare – im Speziellen die Frauen. Sie sind schwanger. Und die Männer? Die glauben immer noch, über den Körper ihrer Partnerinnen bestimmen zu können. Siv und Jan leben eine offene Beziehung. Besonders Siv scheint ein ausschweifendes Sexualleben zu haben, und berichtet Jan, 50, immer davon. Sie genießen beide die Freiheiten und Annehmlichkeiten, die das Leben zu bieten hat. Und Siv möchte das nicht aufgeben, auch wenn Jan es anders sieht und glaubt, ein Mitspracherecht zu haben und auch durchsetzen zu können Leyla und David ereilt Ähnliches, auch wenn deren Leben anders strukturiert ist. Ihnen geht ein langer, unerfüllter Kinderwunsch voraus. Als es dann unverhofft dann doch noch passiert, ändert sich Leylas Einstellung dazu. Und auch hier sieht es David anders. Und dann sind noch Esther und Jacob. Esther unterscheidet sich in einem Punkt von Siv und Leyla, aber auch sie möchte das heranwachsende Kind in ihrem Leib nicht, während Jacob sich schon auf seine Vaterrolle vorbereitet. Verena Güntner beschreibt ihre Protagonist*innen sehr genau, lässt sie aus den Zeilen springen als wären sie die Nachbarn, die man Tag wie Nacht um sich hat. Die Sprache ist direkt, ohne Umschweife und Schnörkel kommt sie auf den Punkt. Grundthema ist der scheinbar fix im patriarchalischen Denkmuster verankerte Ansatz, dass die Männer/Partner über den Körper ihrer Frauen/Partnerinnen entscheiden können. Was mit solchen Beziehungen passieren kann, wenn sich die Frauen dagegenstellen und ihre eigenen Entscheidungen fällen, erzählt dieser Roman sehr genau. Und es kann eine wahre Freude sein, dabei stiller Beobachter zu sein. Das Buch ist ein wunderbarer Roman über das Thema 'My body, my choice' – über etwas, das in unserer Gesellschaft nach wie vor in großem Stil tabuisiert wird, und besonders die y-Chromosomenträger glauben, in gewissen Dingen den Frauen jegliches Recht absprechen zu können. PS: Medulla ist laut Wikipedia der unterste Teil des Gehirns, der sich aus dem Embryonalstadium entwickelt, und den Übergang zum Rückenmark bildet. Und nun ja, in gewissen Situationen scheinen Männer tatsächlich nur rückenmarkgesteuerte Zombies zu sein. Große Leseempfehlung für diesen glasklaren, fingerzeigenden und unterhaltenden Roman aus der Feder von Verena Güntner.

My body, my choice – unterhalt…

MarcoL aus Füssen am 05.10.2025
Bewertungsnummer: 2963516
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

My body, my choice – unterhaltsam in einem tollen Roman untergebracht Berlin. Drei Paare. Drei Frauen, drei Männer. Sie kennen einander, verbringen manchmal etwas Zeit zusammen. Und sie sind einfach verschieden, so wie sich eben die Menschen unterscheiden. Doch eines verbindet die Paare – im Speziellen die Frauen. Sie sind schwanger. Und die Männer? Die glauben immer noch, über den Körper ihrer Partnerinnen bestimmen zu können. Siv und Jan leben eine offene Beziehung. Besonders Siv scheint ein ausschweifendes Sexualleben zu haben, und berichtet Jan, 50, immer davon. Sie genießen beide die Freiheiten und Annehmlichkeiten, die das Leben zu bieten hat. Und Siv möchte das nicht aufgeben, auch wenn Jan es anders sieht und glaubt, ein Mitspracherecht zu haben und auch durchsetzen zu können Leyla und David ereilt Ähnliches, auch wenn deren Leben anders strukturiert ist. Ihnen geht ein langer, unerfüllter Kinderwunsch voraus. Als es dann unverhofft dann doch noch passiert, ändert sich Leylas Einstellung dazu. Und auch hier sieht es David anders. Und dann sind noch Esther und Jacob. Esther unterscheidet sich in einem Punkt von Siv und Leyla, aber auch sie möchte das heranwachsende Kind in ihrem Leib nicht, während Jacob sich schon auf seine Vaterrolle vorbereitet. Verena Güntner beschreibt ihre Protagonist*innen sehr genau, lässt sie aus den Zeilen springen als wären sie die Nachbarn, die man Tag wie Nacht um sich hat. Die Sprache ist direkt, ohne Umschweife und Schnörkel kommt sie auf den Punkt. Grundthema ist der scheinbar fix im patriarchalischen Denkmuster verankerte Ansatz, dass die Männer/Partner über den Körper ihrer Frauen/Partnerinnen entscheiden können. Was mit solchen Beziehungen passieren kann, wenn sich die Frauen dagegenstellen und ihre eigenen Entscheidungen fällen, erzählt dieser Roman sehr genau. Und es kann eine wahre Freude sein, dabei stiller Beobachter zu sein. Das Buch ist ein wunderbarer Roman über das Thema 'My body, my choice' – über etwas, das in unserer Gesellschaft nach wie vor in großem Stil tabuisiert wird, und besonders die y-Chromosomenträger glauben, in gewissen Dingen den Frauen jegliches Recht absprechen zu können. PS: Medulla ist laut Wikipedia der unterste Teil des Gehirns, der sich aus dem Embryonalstadium entwickelt, und den Übergang zum Rückenmark bildet. Und nun ja, in gewissen Situationen scheinen Männer tatsächlich nur rückenmarkgesteuerte Zombies zu sein. Große Leseempfehlung für diesen glasklaren, fingerzeigenden und unterhaltenden Roman aus der Feder von Verena Güntner.

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