Sichtbare Gebrauchsspuren auf einigen Seiten z.B. leichte Knicke oder vereinzelte Markierungen möglich. Die gelieferte Auflage und das Cover können ggf. abweichen.
Nachdem ihm überraschend gekündigt wurde, flieht der Anwalt Eric Nash in seinen Heimatort Hope Harbor. Nur um dort feststellen zu müssen, dass sein Elternhaus die reinste Baustelle ist. Zu seinem Entsetzen hat sein Vater beschlossen, sich endlich seinen Traum von einem Bed & Breakfast zu erfüllen, und kurzerhand die unlängst zugezogene Architektin BJ Stevens mit dem Umbau beauftragt. Statt der Ruhe, die er sucht, um seinen nächsten Karriere-
schritt zu planen, sieht Eric sich also mit Lärm und Dreck konfrontiert – und einer kratzbürstigen Bauleiterin, der er keinen Millimeter über den Weg traut. Wie kann jemand eine Karriere in der Großstadt an den Nagel hängen und freiwillig in ein Kaff wie Hope Harbor ziehen? Bestimmt hat diese BJ irgendetwas zu verbergen …
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Vorurteile, Hoffnung und neue Pläne
peedee am 12.06.2019
Bewertungsnummer: 1220071
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Hope Harbor, Band 2: Eric Nash ist ein erfolgreicher Anwalt, für den 16-Stunden-Arbeitstage keine Seltenheit sind. Nun wurde ihm überraschend gekündigt. Er kehrt nach Hope Harbor zurück, um seinen Vater zu besuchen und ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Doch bei seinem Elternhaus ist nichts mit Ruhe: Sein Vater lässt renovieren und will ein Bed & Breakfast eröffnen! Die Bauleiterin und Architektin BJ Stevens stellt sich als ziemlich kratzbürstig heraus. Er googelt sie und stellt fest, dass sie in der Grossstadt einen vielversprechenden Job hatte – was will sie in Hope Harbor?
Erster Eindruck: Das Cover mit dem Leuchtturm und dem Steg (oder der kleinen Brücke) gefällt mir sehr gut.
Dies ist Band 2 einer Reihe, kann aber unabhängig vom Vorgängerband gelesen werden. Ich habe mich sehr gefreut, wieder in Hope Harbor zu sein. Es gab ein Wiedersehen mit meiner Lieblingsfigur Charley Lopez, dem Künstler und Taco-Verkäufer – er ist ein wahrhaft weiser Mann!
Eric und BJs erste Begegnung hat im wahrsten Sinne durchschlagenden Eindruck hinterlassen: Er fährt auf BJs Wagen auf (er war durch sein Smartphone abgelenkt!) – glücklicherweise gab es keine Verletzten zu beklagen. Eric hat ganz klare Vorstellungen von seinem Aufenthalt bei seinem Vater. Nur kurz durchatmen, dann mit Vollgas einen neuen Job suchen, denn er hat schliesslich nicht Jahre umsonst so hart gearbeitet, um von seinem Plan, Partner in einer renommierten Kanzlei zu werden, abzukommen. Erics Dad John hat mir sehr gut gefallen: Er hat, wie so viele Eltern, den berühmten Eltern-Blick drauf, bei dem jedes Kind – egal, wie alt es ist – genau weiss, dass es Mist gebaut hat. Ha, wo die Eltern das wohl lernen?
Eleanor Cooper ist 88 Jahre alt und lebt mit ihrem Kater „Methusalem“ im eigenen Haus. Seit sie nicht mehr so mobil ist, wurde es immer stiller um sie herum – sie fühlt sich einsam. Zum Glück besucht BJ sie häufig, da sie sich ehrenamtlich für „Helfende Hände“ engagiert. BJ hat ganz persönliche Gründe, wieso es ihr so wichtig ist, der alten Dame zur Seite zu stehen.
Luis, einer der beiden Mitarbeiter von BJ, hat schwer mit sich zu kämpfen: Er sieht das Leben nur noch dunkel und weiss nicht, wie lange er so noch weitermachen kann oder will.
„Sorgen ändern nichts daran, was morgen kommt, aber sie rauben dir heute die Freude.“ (Charley)
Verlust, Verzweiflung, Vorurteile, aber auch Hoffnung sind wichtige Stichworte dieses Buches. Und selbstverständlich auch der Glaube. Das Thema Vorurteile, dem sich doch einige Bewohner stellen müssen, hat auch mich selbst nachdenklich gemacht: Wo gibt es bei mir Vorurteile? Und wieso? Halte ich mich für etwas Besseres? Dies sind unangenehme Fragen. Doch es gibt noch etliche weitere Fragen: Was tun, wenn plötzlich das Leben nicht mehr so ist, wie man es bisher kannte? Sind die einstigen Träume immer noch die aktuellen? Oder ist der eingeschlagene Weg eine Sackgasse? Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und es gab viele stille Momente, die mich berührt haben. Von mir gibt es 5 Sterne.
Hope Harbor - Drama, Komödie, Freude, Traurigkeit, Lachen, Tränen… Liebe. Diese Stadt steckt voller Geschichten.
LEXI am 08.03.2019
Bewertungsnummer: 1191648
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
"Jemandem zu einem besseren Leben zu verhelfen, ist etwas Wunderbares, aber jemandem den Tag zu erhellen, ein wenig Freude zu verbreiten, wenn der andere das vielleicht am dringendsten braucht, das ist auch etwas sehr Wertvolles. Und das kann jeder."
Hope Harbor ist ein ganz besonderer Ort. Die Menschen kümmern sich mit großer Herzlichkeit, Freundschaft und Mitgefühl um einander, was bereits im Vorgängerbuch zur Gründung einer gemeinnützigen Organisation führte, die sich „Helfende Hände“ nennt. Auch die hübsche Protagonistin des zweiten Bandes, Belinda June „BJ“ Stevens, stellt ihre Arbeitskraft den Senioren dieses charmanten Küstenortes ehrenamtlich zur Verfügung. BJ liebt ihre Arbeit als Architektin und Bauunternehmerin in Hope Harbor und schuf sich in einem winzigen Cottage direkt am Meer ein neues Zuhause. Durch ihr feines Gespür für Menschen blickt sie rasch hinter die Fassade der Witwe Eleonor Cooper, die zwar sehr unter ihren körperlichen Einschränkungen leidet, der Welt aber dennoch stets ein fröhliches Gesicht präsentiert. In ihrem Innersten kämpft die freundliche und fürsorgliche alte Dame jedoch gegen die Leere und Einsamkeit in ihrem Leben. Lediglich ein griesgrämiger alter Kater namens Methusalem leistet Eleonor in ihrem geliebten Zuhause Gesellschaft. BJ möchte eine Möglichkeit finden, um ihr den Umzug in ein Altersheim zu ersparen.
Als der erfolgreiche Anwalt Eric Nash seine Anstellung in Portland verliert, muss er sich neu orientieren und kehrt dazu für ein paar Wochen in seine Heimatstadt Hope Harbor zurück. Bei seiner Ankunft verursacht er einen Autounfall, und die faszinierende Frau am Steuer des anderen Wagens geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Doch sowohl Eric, als auch BJ sind noch nicht dazu bereit, ihr Leben zu ändern. Eric ist nur auf Durchreise. Er strebt ein von Arbeit und Karriere bestimmtes Leben in einer Großstadt an, während BJ das einfache und friedliche Leben in Hope Harbor schätzt. Doch irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo die beiden eine Entscheidung treffen und entweder ihrem Verstand, oder ihrem Herzen folgen müssen.
Der Schauplatz dieser wunderschönen Geschichte ist ein malerischer kleiner Küstenort in Oregon, den ich bereits im Vorgängerband „Cranberrysommer“ kennenlernen durfte. Der einnehmende Schreibstil der Autorin und ihre bildhaften Schilderungen von Landschaft und Menschen haben mich erneut begeistert. Durch die hervorragende Charakterzeichnung und die hohe Authentizität ihrer handelnden Figuren hat Irene Hannon mich emotional tief ins Geschehen einbezogen. Die Darstellung der inneren Konflikte, der Aufarbeitung der Vergangenheit und der persönlichen Entwicklung der beiden Protagonisten ist ihr meines Erachtens ausgezeichnet gelungen. In behutsamen Worten und auf äußerst einfühlsame Art und Weise lässt sie ihre Leser hautnah daran teilhaben. Die Vereinsamung älterer Menschen ist für Irene Hannon ein zentrales Thema dieses Buches. Obgleich Eric und BJ die größte Aufmerksamkeit zuteilwurde, gab es in diesem Buch auch starke Nebenfiguren. Ich schloss sowohl die liebenswürdige Eleonore, als auch den höflichen und würdevollen kubanischen Einwanderer Luis Dominguez sehr schnell ins Herz. Durch seine Person wird die Einwanderungsproblematik in diesem Buch thematisiert. Luis‘ tragische Lebensgeschichte und seine Resignation führten dazu, von den wohlmeinenden Menschen in seinem Umfeld Abstand zu halten. Er kann nicht mehr daran glauben, dass Gott etwas Neues mit ihm vorhat und nach seiner traumatischen Vergangenheit womöglich doch noch die Chance auf ein besseres Leben besteht. Ich habe mich darüber hinaus unsagbar gefreut, dass dem exzentrischen Philanthropen Charley Lopez auch in diesem Band eine wesentliche Rolle zugedacht wurde. Als Inhaber von „Charleys Tacos“ am Hafen von Hope Harbor versorgt er die Menschen in seinem Umfeld mit delikatem Essen. Doch der kluge, charmante und von großem Gottvertrauen erfüllte Mann strebt für seine Mitmenschen mehr als nur die Befriedigung kulinarischer Gelüste an. Er hat ein Herz aus Gold, ist ein Hoffnungsbringer, spendet Zuversicht, stellt Fragen, die teilweise auch unbequem sind. Charley ist ein geistlicher Mensch, der viele Dinge erahnt, auf rätselhafte Art und Weise stets zur rechten Zeit am rechten Ort auftaucht, und großen Frieden ausstrahlt. Charleys Lebensweisheiten und der hohe Stellenwert des christlichen Glaubens, der durch kursiv gedruckte Gedanken und Gebete hervorragend dargestellt wurde, machten dieses Buch für mich zu einer ganz besonderen Lektüre.
Es gibt einen winzigen Kritikpunkt, ein Faktor, der zwar aufgrund seiner Geringfügigkeit nicht in meine Bewertung einfließt, der mich jedoch das gesamte Buch hindurch gestört hat. Irene Hannon benennt ihre Protagonistin stets nur mit den zwei aneinandergereihten Großbuchstaben „B“ und „J“, nämlich den Initialen ihres Namens, der nach knapp dreihundert Buchseiten zum ersten und einzigen Mal kurz erwähnt wird.
Fazit: Ich empfand diesen Roman aus der Feder von Irene Hannon als große Bereicherung - er bescherte mir ein wunderschönes Leseerlebnis, das ich nur zu gerne weiterempfehle. Der gefühlvolle Schreibstil der Autorin und die hervorragend charakterisierten Figuren haben mir ausgezeichnet gefallen. Dieses Buch hat mich an einigen Stellen zu Tränen gerührt und entgegen meinen Erwartungen den ersten Band mit dem Titel „Cranberrysommer“ sogar noch übertroffen. Ein absolutes Lesehighlight!
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