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Im beschaulichen Glennkill liest der Schäfer George Glenn Abend für Abend seiner Herde Geschichten vor – auch mal einen Krimi. Als er dann selbst leblos im irischen Gras liegt, einen Spaten in der Brust, wissen die Schafe: Das war Mord. Aber wer hat den alten Schäfer umgebracht? Was war das Motiv? Und wie findet man einen Mörder? Entschlossen suchen die Schafe nach Hinweisen, allen voran Miss Maple, das klügste Schaf der Herde (und vielleicht auch weit und breit). Zum Glück können sie sich von den vielen Geschichten inspirieren lassen, die sie über die Jahre zu hören bekommen haben. Zwischen Dorfkirche und Schäferwagen erwarten sie unzählige Rätsel, die sich nur mit einer Menge Scharf- und Schafssinn lüften lassen – dem Täter stets auf der Spur. Und so nähert sich die Herde Schritt für Schritt, Huf für Huf, den Geheimnissen und Eigenarten der Menschenwelt …
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Philosophierende Grasfresser mit „Schafsinn“
Silke - Buchgespür - am 01.06.2026
Bewertungsnummer: 3154840
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Zu Schafen hatte ich sowieso schon immer irgendwie einen Draht, deshalb war die Grundidee für mich direkt reizvoll. Gleichzeitig hätte ich nie gedacht, dass mich dieser Roman nicht nur wegen seines ungewöhnlichen Konzepts, sondern vor allem wegen seiner menschlichen und tierischen Figuren so überzeugen würde.
Leonie Swann nimmt sich unglaublich viel Zeit für ihre Charaktere. Der Fall wird nicht einfach chronologisch erzählt. Das wäre viel zu einfach. Stattdessen versuchen die Schafe nach und nach zu verstehen, was mit ihrem Schäfer passiert ist, ermitteln gewissenhaft in alle Richtungen und setzen die Ereignisse mit Schafsinn zusammen. Dadurch verändert sich der Blick auf die Dorfbewohner ständig und hinter vielen Szenen ahnt man Hintergründe. Gerade weil der eigentliche Kriminalfall eben nicht so eindeutig ist, wie er zunächst wirkt, entstehen immer wieder kleine Plottwists, die ich wirklich herausragend fand.
Mich hat die Charakterdarstellung der Schafe wirklich tief bewegt. Sie haben mich an Figuren aus Fabeln erinnert, aber nicht mit der genreüblichen Distanz, sondern mit einer emotionalen Nähe zu mir als Leserin, dass ich mich durchaus umgehend als künftige Schäferin dieser ganz besonderen Herde zur Verfügung gestellt hätte. Miss Maple ist dabei eindeutig das klügste Schaf auf der Weide. Sie beobachtet messerscharf, zieht die richtigen Schlüsse und ist diejenige, die den Kriminalfall am besten durchdringen kann. Mopple dagegen vergisst kein einziges Detail und wird dadurch immer wieder wichtig für die Ermittlungen. Und dann gibt es noch das kleine Winterschaf, das anfangs eher wie ein bemitleidenswerter Außenseiter wirkt, im Verlauf der Geschichte aber eine viel größere Bedeutung bekommt. Ja ok, und knuddeln möchte man es halt auch einfach irgendwie.
Klug durchdacht ist, dass die Schafe die Menschen nicht nur beobachten und analysieren, sondern selbst zunehmend wie Menschen miteinander umgehen. Innerhalb der Herde entstehen Dynamiken, Streit, Unsicherheiten, Loyalität und Ausgrenzung. Die Tiere entwickeln Ängste, Erinnerungen und teilen sogar traumatische Erfahrungen mit, die ihr Verhalten prägen. Dadurch wirken sie nie bloß wie eine lustige Tierdetektive in einem Cosy Crime Fall , sondern wie vollständige Figuren mit eigenen Gedanken und Gefühlen, die einen spatenharten Mordfall aufdecken.
Die Gesellschaftskritik steckt dabei nicht nur in der Herde selbst, sondern auch in dem unglaublich scharfen Blick, den die Schafe auf die Dorfgemeinschaft werfen. Sie beobachten genau, wie Menschen miteinander umgehen, wie schnell geurteilt wird, wie Gerüchte entstehen oder wie manche Dorfbewohner ausgeschlossen werden. Gerade weil die Schafe viele menschliche Verhaltensweisen nicht vollkommen verstehen, entlarven ihre Beobachtungen oft besonders klug und manchmal auch ziemlich komisch, wie widersprüchlich Menschen eigentlich handeln.
Mehr als einmal musste ich beim Lesen wirklich lachen, weil manche Beobachtungen der Schafe so trocken und treffsicher formuliert sind. Dazu kommt die Sprache, die gleichzeitig humorvoll, raffiniert und angenehm leicht zu lesen ist. Der Krimi verliert trotz seiner ungewöhnlichen Idee, seiner zuckersüßen Protagonisten und seiner Komik nie seine Ernsthaftigkeit und genau deshalb konnte ich irgendwann kaum noch aufhören weiterzulesen.
Und heftige Lacher garantiert sind, hat mich „Glennkill“ am Ende emotional total getroffen. Jaaaaa… es könnte sein, dass ich das ein oder andere Tränchen verdrückt habe .
Glennkill
Isa_He am 19.05.2026
Bewertungsnummer: 3142899
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Auf „Glennkill“ von Leonie Swann war ich schon sehr gespannt, da es sich hierbei um einen Krimi handelt, in dem Schafe eine besondere Rolle spielen. Und zwar sind sie maßgeblich daran beteiligt, den Mord an ihren Schäfer George Glenn aufzudecken.
Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gefallen. Er ist angenehm zu lesen und leicht zugänglich, sodass man schnell in die Geschichte hineinfindet. Trotz der etwas ungewöhnlichen Perspektive aus Sicht der Schafe, wird die Handlung an keiner Stelle verwirrend, sondern entwickelt von Anfang an ihren ganz eigenen Charm. Die Idee, die Mordermittlungen aus Sicht der Schafsherde zu erzählen, macht das Buch für mich zu etwas besonderen, was man nicht alle Tage liest.
Die Schafe beobachten ihre Umgebung aufmerksam und haben den Vorteil, dass sie von den Menschen oft einfach übersehen und unterschätzt werden. Sie kombinieren Hinweise überraschend geschickt und versuchen so auf ihre ganz eigene Weise den Mord an ihrem Schäfer aufzuklären. Dabei bringen sie nicht nur Spannung in die Geschichte, sondern sorgen mit ihren Eigenarten immer wieder für humorvolle Momente. Gerade diese Mischung aus Kriminalfall und Szenen, bei denen man zum Teil sehr lachen musste hat mir persönlich einfach sehr gut gefallen.
Sehr gelungen ist der Autorin auch der individuelle Charakter der Herde. Jedes Schaf besitzt eigene Eigenschaften und hat eine ganz besondere Persönlichkeit und schnell merkt man, dass die Schafe von George Glenn wirklich etwas besonderes sind. Mopple The Whale, der niemals etwas vergisst, Miss Maple als klügstes Schaf der Herde oder der Widder Othello mit seiner für ein Schaf etwas düsteren Vergangenheit sind hier nur ein paar Beispiele für die Individualität der Herde und bleiben definitiv im Gedächtnis. Gerade durch diese unterschiedlichen Charakterzüge ergänzt sich die Herde hervorragend bei ihren Ermittlungen und so leistet jedes Schaf seinen Beitrag zur Aufklärung des Falls. Und hier wird schnell deutlich, dass viele Bewohner des Dorfes Geheimnisse verbergen, wodurch jeder den Mord an George begangen haben könnte. Ob die Schafe den wahren Täter aber überführen können und wie sie das anstellen, das müsst ihr selbst lesen.
Mir hat „Glennkill“ auf jeden Fall sehr gut gefallen. Ich mochte die Mischung aus Spannung und Humor sowie auch die komplett andere Ermittlersicht. Von mir gibt es fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Meinung aus der Buchhandlung
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Endlich kommt mein Lieblingskrimi ins Kino! Die Schafe sind zurück!
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Glennkill (alias The Sheep Detective) ist ein irrwitziger Krimi, in dem die Schafe den Mord an ihrem Schäfer ermitteln. Glennkill hat mich vor Jahren aus einer Leseflaute gerettet und begeistert mich bis heute. Dieses Buch ist so genial. Große Liebe!
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