Deutliche Gebrauchsspuren z.B. Notizen. Könnte ein Mängelexemplar sein, aber voll funktionsfähig und lesbar. Die gelieferte Auflage und das Cover können ggf. abweichen.
Der Vater hegt keinerlei Zweifel: es wird ein Mädchen. Die Geburtsanzeige für Eva van der Kwast liegt bereits beim Drucker. Als dann sehr zur Bestürzung der Eltern in einer Klinik in Bombay 1981 der kleine Ernest das Licht der Welt erblickt, nimmt ein nicht ganz unbelastetes Verhältnis zwischen Sohn und Eltern seinen Lauf. In seinem autobiografisch gefärbten Roman präsentiert Ernest van der Kwast einen bunten Reigen von Charakteren, von Bollywood Star Onkel Sharma bis zu seiner Tante Jasleen, einer einstmals erfolgversprechenden Siebenkämpferin. Allen voran aber seine Mutter, die Matriarchin des Klans, geliebt und gefürchtet, eine Tyrannin mit dem Herzen einer Löwin. Eine Frau von eisernem Willen, beinahe absurder Gründlichkeit und bei aller Stärke erfüllt von einer tiefen Traurigkeit um ihren behinderten Sohn Ashirwad. Sie ist es, bei der alle Fäden der Geschichte zusammenlaufen. »Mama Tandoori« lässt einen Staunen, Nachdenken und Lachen - ein wunderbar witziges Famlienporträt, das mitten ins Herz trifft.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Bewertung
aus Bietigheim-Bissingen
5/5
17.08.2020
Buch (Taschenbuch)
Van der Kwaast's Familienleben
Ernest van der Kwaast ehrt in "Mama Tandoori" seine Mutter, Veena Ahluwalia, die vor der Unabhängigkeit im heutigen Pakistan geboren wird und mit ihren Eltern als Säugling vor den Gemetzeln zwischen Hindus und Moslems nach Indien flieht. 1969 kommt sie nach Holland, um eine Ausbildung zur Krankenschwester zu machen und lernt dort ihren zukünftigen Mann, den Arzt Theodorus Henricus van der Kwast, kennen. Mit ihm hat sie drei Söhne. Der jüngste ist Ernest, 1981 in Mumbai bei einem Urlaub geboren; dabei haben sich die Eltern so sehr eine Tochter gewünscht.
Das binationale Familienleben der van der Kwaasts ist turbulent: Da gibt es einerseits die energische Mutter, andererseits den Vater, der Zuhause zur Bedeutungslosigkeit verdammt ist sowie einen geistig behinderten Bruder.
In zehn sehr unterhaltsamen Kapiteln beobachtet der Autor Mutter, Vater, Brüder, Onkel und Tanten. Er stützt sich dabei auf eigene Erlebnisse und Erinnerungen sowie darauf, was ihm aus der Verwandtschaft zu Ohren gekommen ist.
Bewertung
4/5
28.09.2020
Buch (Taschenbuch)
Eine herrlich bunte, unterhaltsame...
Eine herrlich bunte, unterhaltsame und auch emotionale Familiengeschichte, die auf der Biografie des Autors basiert. Kleine Anekdoten erzählen sein (Familien-) Leben mit indischen Wurzeln, das zum Teil sehr turbulent verläuft.
F. Himmerich
aus Neuhofen an der Krems
4/5
13.05.2019
eBook (ePUB)
Die Liebe einer indischen Mutter.
Ernest ist der dritte Sohn eines niederländischen Vaters und einer indischen Mutter. Ashirwad, der erste Sohn, in der indischen Kultur der Stammträger und Stolz der Familie, ist nach einem epileptischen Anfall im Alter von vier Jahren geistig behindert - „Die Zeit ist für ihn stehen geblieben“.
Der zweite Sohn bricht seiner Mutter das Herz, als er eine Muslimin heiratet, ihr jüngster Sohn Ernest lässt kurz danach die Bombe platzen, dass er sein Studium aufgeben und Schriftsteller werden will. - "Mein ältester Sohn ist geistig behindert, mein jüngster Sohn ist Schriftsteller."
Mit viel Herz und leichter Ironie erzählt Ernest van der Kwast von einer Kindheit mit dieser typisch indischen Mutter, mit ihrer nicht vorstellbaren Sparwut, dem erbarmungslosen Feilschen, der rastlosen Gier nach Vorräten und ihren unbegreiflichen Wutanfälle gegenüber dem Vater, aber auch von ihrer unerschöpflichen Liebe und Hingabe ihrer Kinder betreffend -"Ihr Inneres ist ein Bergwerk, dessen Schacht zu einem unerschöpflichen Vorrat an Hoffnung hinabführt."
Mit wundervoll poetischer Sprache erlebt man, wie die ausgelassene Kindheit langsam ins Verstehen des Erwachsenen übergeht.
"Das Leben war schön, voller Freude und Energie. Spielen, rennen, schreien."
"Je älter man wird, desto mehr Kummer kann man festhalten. Es beginnt einem anzuhaften, und man lernt, ihn immer besser zu verstehen."
Und auch wenn Ernest van der Kwast sehr viel aus seinem Leben eingebracht hat, kann man sich doch nicht ganz sicher sein, was jetzt der Wahrheit entspricht und was der Fiktion. Worin man sich aber absolut sicher sein kann, ist, die glühende Liebe zu dieser ungewöhnlichen Familie.
Ein Buch das mich sehr berührt hat.
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