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»Sie war so kompliziert wie ein Puzzle, das aus Tausenden Stücken zusammengesetzt ist - und ich mußte diese Teile finden und ineinanderfügen«, schreibt Angelika Schrobsdorff über ihre Mutter.
Die Teile, die sie benutzt, sind Briefe, Fotoalben, Erinnerungen von Freunden und für die spätere Zeit gemeinsam gelebtes Leben. Begonnen hat alles voller Harmonie in einem begüterten jüdischen Geschäftshaus im Berlin des Jahrhundertbeginns. Else Kirschner, sprühend vor Charme, mit dunklen Locken und leuchtenden Augen, liebte die rührend um sie besorgten Eltern, und sie liebte das Leben, das ihr Jahre des Wohlstands bescherte, angefüllt mit Theater und Konzerten, Ferien im Sommerhaus am See und großen Leidenschaften.
Doch die Nazis setzen dem ein jähes Ende. Else, inzwischen mit dem preußischen Junker Erich Schrobsdorff verheiratet, flieht mit ihren beiden Töchtern nach Bulgarien ... Voller Leidenschaft, aber ohne Pathos, voller Mitgefühl und Bewunderung und dennoch mit kritischem Blick erzählt Angelika Schrobsdorff von den beiden Leben ihrer Mutter.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Niya
Thalia Book Circle Community
5/5
16.03.2026
Hörbuch-Download
Ein Leben zwieschen Leichtigkeit, Verlust und Liebe
“Du bist nicht so wie andre Mütter” von Angelika Schrobsdorff ist ein bewegendes und sehr persönliches Buch über eine außergewöhnliche Frau und ein außergewöhnliches Leben.
Am Anfang begegnet man einer jungen, sorglosen Frau, die das Leben genießt - sie feiert, liebt und bewegt sich frei in der Welt der Berliner Zwischenkriegszeit. Alles wirkt leicht, fast unbeschwert. Doch mit dem Krieg verändert sich alles radikal. Die politischen Ereignisse, die Verfolgung und schließlich das Exil in Bulgarien reißen sie aus diesem Leben heraus.
Die vielen Verluste, Entbehrungen und Erfahrungen prägen sie tief. Sie wird krank und innerlich erschüttert, aber gleichzeitig wächst in ihr eine besondere Form der Weisheit. Gerade durch das Leid lernt sie, die kleinen Dinge im Leben zu schätzen.
Besonders berührend sind ihre Briefe an ihre Kinder. Darin zeigt sich eine sehr empfindsame, reflektierte Frau, die versucht, trotz aller Brüche und Schmerzen Liebe, Verständnis und Lebensklugheit weiterzugeben. Diese Briefe gehören zu den schönsten und gefühlsvollsten Passagen des Buches.
Das Buch hat mich sehr berührt. Es zeigt auf eindringliche Weise, wie schrecklich Krieg ist und wie sehr er das Leben der Menschen zerstören kann. Gleichzeitig ist der Schreibstil von Angelika Schrobsdorff leicht und sehr lebendig, sodass man der Geschichte gerne folgt. Beim Lesen wollte ich unbedingt erfahren, wie es mit den beiden Töchtern weitergeht.
Bewertung
aus Brandis
5/5
08.02.2024
Hörbuch-Download
Tanz auf dem Vulkan
Else ist alles andere als eine angepasste Frau, und das zu einer Zeit wo dies noch anrüchig war und als Tochter einer auf Tradition bedachten jüdischen Familie mehr als unschicklich war. Doch unbeirrt ging sie ihren Weg, frei von Konventionen, aber mit der Überzeugung von jedem Mann den sie liebte ein Kind zu bekommen - was sie auch tat.
Doch mit Machtübernahme der Nazis ändert sich ihre Situation, was sie - trotz zahlreicher Warnungen - zu spät realisiert. Nur durch die Scheinehe mit einem Bulgaren gelingt ihr und ihren zwei Töchtern das Überleben in Bulgarien. Doch mit Kriegsende ändert sich die Sichtweise, die vor allem die halbdeutsche ältere Tochter Bettina zu spüren bekommt. Else selbst wird sehr krank und kehrt, der besseren Behandlungsmöglichkeiten wegen, nach Deutschland zurück.
Geschildert wird Else's Leben aus Sicht ihrer jüngsten, "sehr schwierigen" Tochter Angelika, die sehr deutlich die Affenliebe ihrer Mutter zu ihrem vergötterten Sohn Peter im Vergleich zu den komplizierten Verhältnissen zu ihren Töchtern herausarbeiten. Erinnerungen und Briefe ermöglichen ihr dabei das Bild der facettenreichen Else zusammenzusetzen, die nicht unbedingt das war, was man unter einer Mutter versteht und zu spät die richtige Wichtigkeit im Leben erkennt.
Trotz allem aber auch eine Liebeserklärung an die Mutter und absolut lesenswert.
Manko der Hörbuchfassung: Für Übergänge zwischen Schilderungen über Else und von Angelika sind fließend, so das der Aha-Effekt erst nach ein paar Sekunden Verwunderung (da passt doch inhaltlich etwas jetzt nicht) kommt. Eine kleine deutlichere Pause wäre hilfreich.
de.Susi
5/5
08.02.2024
Buch (Taschenbuch)
Tanz auf dem Vulkan Else ist…
Tanz auf dem Vulkan Else ist alles andere als eine angepasste Frau, und das zu einer Zeit wo dies noch anrüchig war und als Tochter einer auf Tradition bedachten jüdischen Familie mehr als unschicklich war. Doch unbeirrt ging sie ihren Weg, frei von Konventionen, aber mit der Überzeugung von jedem Mann den sie liebte ein Kind zu bekommen - was sie auch tat. Doch mit Machtübernahme der Nazis ändert sich ihre Situation, was sie - trotz zahlreicher Warnungen - zu spät realisiert. Nur durch die Scheinehe mit einem Bulgaren gelingt ihr und ihren zwei Töchtern das Überleben in Bulgarien. Doch mit Kriegsende ändert sich die Sichtweise, die vor allem die halbdeutsche ältere Tochter Bettina zu spüren bekommt. Else selbst wird sehr krank und kehrt, der besseren Behandlungsmöglichkeiten wegen, nach Deutschland zurück. Geschildert wird Else's Leben aus Sicht ihrer jüngsten, "sehr schwierigen" Tochter Angelika, die sehr deutlich die Affenliebe ihrer Mutter zu ihrem vergötterten Sohn Peter im Vergleich zu den komplizierten Verhältnissen zu ihren Töchtern herausarbeiten. Erinnerungen und Briefe ermöglichen ihr dabei das Bild der facettenreichen Else zusammenzusetzen, die nicht unbedingt das war, was man unter einer Mutter versteht und zu spät die richtige Wichtigkeit im Leben erkennt. Trotz allem aber auch eine Liebeserklärung an die Mutter und absolut lesenswert. Manko der Hörbuchfassung: Für Übergänge zwischen Schilderungen über Else und von Angelika sind fließend, so das der Aha-Effekt erst nach ein paar Sekunden Verwunderung (da passt doch inhaltlich etwas jetzt nicht) kommt. Eine kleine deutlichere Pause wäre hilfreich.
Bewertung
aus Quickborn
5/5
27.01.2024
Hörbuch-Download
Die Geschichte der Mutter ist zugleich eine schicksalhafte Familiengeschichte – hörenswert!
Dieses Hörbuch mit beinahe 20 Stunden Laufzeit fesselte mich tagelang!
Das Buch von Angelika Schrobsdorff ist bereits 1992 auf Deutsch bei Hoffmann & Campe erstmals erschienen. Dieses Hörbuch aber ist vollkommen neu. Und es ist wirklich sensationell gelesen von Adriana Altaras. Diese hat auch ein ähnliches Schicksal, sie wurde als Kind aus dem damaligen Jugoslawien geschmuggelt und gerettet. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass sie in der Lage ist, den schwierigen und langen Text von Angelika Schrobsdorff so einfühlsam und emotional zu lesen. Besonders zum Ende des Hörbuches ist die Stimme der Sprecherin passend zum Alter der Else Schrobsdorff, rau und leicht gebrochen, spiegelt es das Leid und den frühen Tod.
Angelika Schrobsdorff erzählt in diesem Buch nicht nur die Lebens- und Leidensgeschichte ihrer Mutter, sie berichtet von einem halben Jahrhundert Familiengeschichte, vielen Familienmitgliedern, Freunden, Bekannten, aber ganz besonders auch von ihren Geschwistern, dem zehn Jahre älteren Peter, der fünf Jahre älteren Bettina. Jedes der Kinder hat einen anderen Vater, jedes der Kinder einen anderen Charakter. Angelika Schrobsdorff geht besonders mit sich selbst in diesem Lebensrückblick nicht gerade zimperlich um, die Mutter hat ihr in vielen Briefen und Diskussionen den Spiegel vorgehalten. Angelika, das schwierige Kind! Und doch ist sie es, die dieses Buch schrieb, aus Briefen und Erinnerungen zusammensetzte, was ein großes, tragisches Bild ergab. Sehr beeindruckend.
Die Mutter Else ist Jüdin, Angelika ist „nur“ Mischling ersten Grades, der Vater kein Jude. Nach dem 9. November 1938 sieht sich die Mutter gezwungen, Deutschland zu verlassen, die Ehe mit Angelikas Vater wird geschieden. Ab 1939 leben Mutter Else und ihre Töchter in Bulgarien. Auch dort immer in Angst vor den politischen Entwicklungen, dem Krieg und immer mit Armut und Schwierigkeiten konfrontiert. Aber sie erleben dort auch das Bulgarien der Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft, die ihnen das Überleben ermöglichen.
Else und Angelika werden bald nach Kriegsende zurück nach Deutschland gehen, die Mutter schon schwer gezeichnet von einer tückischen Krankheit, Angelika mit einem amerikanischen Ehemann. Bettina bleibt in Bulgarien, sie hat einen Bulgaren geheiratet und beide haben einen kleinen Sohn. Der Abschied fällt schwer, fast alles, was man im Hörbuch aus den Jahren 1946 bis 1949 erfährt, steht in den vielen, todtraurigen und doch so lebenssprühenden und ironischen Briefen der Mutter.
Die Veröffentlichung dieses Hörbuchs ist gerade in der jetzigen Zeit für mich ein Zeichen, dass sich die Beschäftigung oder besser noch Wiederbeschäftigung mit der Holocaustthematik und dem momentan überall aufflackernden Antisemitismus unbedingt lohnt. Ich schreibe dies hier heute, am 27. Januar 2024, es ist der weltweite Holocaustgedenktag. Ich denke, besser und würdevoller kann man ihn nicht begehen, als ein solches Hörbuch zu hören oder Buch zu lesen. Damit auch ein großer Dank an Aufbau Audio und Adriana Altaras.
Fazit: Mehr will ich aus dem Inhalt nicht preisgeben, nur so viel: das lange Zuhören hat sich gelohnt. Hochinteressant und mitreißend wie ein spannender Roman.
Nachtrag: Für mich zeigt dieses Buch wieder einmal eine ganz andere Seite des jüdischen Lebens in Berlin, denn meine Verwandten waren arm, konnten nicht auswandern, wurden ermordet. Die Familie von Angelika Schrobsdorff aber lebte selbst nach der Machtergreifung noch einige Jahre relativ unbehelligt. Das Kind Angelika hatte manches noch gar nicht verstanden oder erfahren, erst im Nachhinein beim Recherchieren zu diesem und anderen Büchern wird sie die ganze Wahrheit und Tragweite der Geschichte erfahren.
Angelika Schrobsdorff, Jahrgang 1927 wie meine Mutter, hat ein bewegendes und interessantes Leben gelebt, sie wurde Schriftstellerin und heiratete 1971 Claude Lanzmann, der vor allem für seine Shoah-Dokumentarfilmreihe weltbekannt wurde. 2012, vier Jahre vor ihrem Tod veröffentlichte sie als letztes Buch die Briefe ihres Bruders Peter, der auf der Seite der Alliierten Anfang 1945 gefallen war.
#DubistnichtsowieandreMütter #NetGalleyDE
Vera Politynski
aus Augsburg
5/5
30.06.2010
Buch (Taschenbuch)
Eine starke Frau
Wirklich eine beeindruckende und wahre Geschichte. Die Autorin lässt das Gefühl der 20er Jahre wunderbar aufleben. Gerade Jüngere bekommen einen unvergleichlichen Eindruck in die Ängste, Nöte und Zwänge der Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Die wirklich starke Lebensgeschichte einer deutschen Frau mit jüdischen Wurzeln.
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