Bewegender Antikriegsroman ab 14 Jahren über Freundschaft und Menschlichkeit.Stell dir vor, es ist Krieg. Du hast alles verloren. Aber du bist nicht allein.Tarek, Tuk, Nata und Ren lernen sich kennen, als sie in den letzten Kriegstagen in die bereits völlig desolate Armee eingezogen werden. Als sie nur mit dem Spaten bewaffnet aufs Schlachtfeld ziehen sollen, desertieren sie. Jeder von ihnen könnte die anderen verraten, aber sie tun es nicht. Jeder hat Unerträgliches erlebt, tief sitzen Scham und Schrecken. So zusammengeschweißt werden sie einander zur Familie. Bis ein Dilemma ihre Verbundenheit in Frage stellt.Kann man den Hass auf ein Volk überwinden, mit dem man im Krieg ist? Kann man lieben, wenn man schlimmste Gewalt erlebt hat? Kann man moralisch bleiben in einer zerstörerischen Welt? Diese Fragen verwebt Eva Kranenburg auf einfühlsame Weise zu einer soghaften Geschichte. Sie erzählt ehrlich bis an die Schmerzgrenze, setzt der Brutalität der Nachkriegswelt jedoch immer auch Licht entgegen: Figuren, die sich einem tief ins Herz schreiben - und ihre unerschütterliche Freundschaft zueinander.Eva Kranenburg ist Psychotherapeutin und hat mit Geflüchteten aus Afghanistan, Syrien, dem ehemaligen Jugoslawien und dem Irak gearbeitet. Sie alle sind auf irgendeine Art in die Erzählung eingeflossen. FürFreunde erhielt sie den Förderpreis der Mitteldeutschen Medienförderung.Fabian Busch erzählt feinfühlig und nuanciert vom Schicksal der vier Jugendlichen, die in den Ruinen eines vergangenen Krieges den Neuanfang versuchen. Meisterhaft gelingt ihm dabei der Spagat zwischen tiefster Erschütterung und hoffnungsvoller Zuversicht.Das Hörbuch wurde von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur als Hörbuch des Monats Juni 2026 empfohlen.Das Buch wurde ausgezeichnet mit demOldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis 2025.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
lesenmitausblick
5/5
20.05.2026
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Berührendes Hörbuch
„Freunde“ von Eva Kranenburg ist ein zutiefst berührendes, erschütterndes Buch aus dem Verlag Fischer Sauerländer über vier Kinder am Ende eines Krieges, die sich nichts sehnlicher wünschen als Frieden und im Kampf ums Überleben eine innige Freundschaft schließen.
Das Buch, das ich euch bereits vorgestellt habe, gibt es auch als Hörbuch im Argon Verlag. Fabian Busch hat es sehr gefühlvoll und stimmig eingelesen und mich mit seiner Art zu lesen gefangen genommen. Ich konnte gar nicht mehr aufhören. Zwischen Tränen und Lachen war alles dabei. Trauer, Wut, Hoffnung, Scham – er schafft es grandios gut jedem Gefühl mit seiner Stimme Ausdruck zu verleihen, ohne dabei laut zu sein.
Das Cover des Hörbuchs stammt wie auch das des Buches von Felicitas Horstschäfer.
„Freunde“ ist ein Antikriegsroman für Jugendliche ab 14 Jahren. Es erzählt von den Freunden Tarek, Tuk, Ren und Nata. Alle vier Charaktere sind mir sehr ans Herz gewachsen. Nach und nach gewährt Kranenburg Einblick in ihr Schicksal.
Tarek hat eine große Narbe im Gesicht, er hat als einziger der vier im Krieg gekämpft. Er rettet sich und die anderen durch Desertation das Leben und übernimmt nun auch im Frieden das Kommando.
Doch was bedeutet Frieden, wenn alles zerbombt ist, wenn die Familie tot ist, wenn man täglich ums nackte Überleben kämpfen muss?
Nata stammt aus einem der Bergdörfer, beherrscht deren besondere Kampftechnik und hilft Ren ein schweres Trauma mit einer ganz bestimmten Erzähltechnik zu überwinden. Zwischen all dem Schmerz finden sie und Ren in Liebe zueinander.
Tuk gibt sich als 15jährig aus, doch wie alt ist er, dessen Geschlechteridentität lange unklar ist? Er ist der jüngste und Tarek, Nata und Ren sind nun seine Eltern. Versuchen ihn zu erziehen und spielen Schule.
Ren ist der Schöne unter ihnen, Kind einer Opernsängerin, früher selbst Tänzer. Als 12jähriger ging er voller Hoffnung und Naivität zu dem Gefängnis, in dem er seine Mutter, eine Widerstandskämpferin vermutet, um sie zu entlasten. Doch dort muss er selbst durch die Hölle gehen und hat schwer daran zu tragen.
Bei wem sucht man die Schuld? Bei den anderen, die für einen Völkermord verantwortlich sind? Ist die Lösung so einfach? Was wurde ihnen als Kinder in der Schule von den anderen erzählt und was nicht? Ist es richtig, sich selbst schuldig zu machen im Kampf ums Überleben, der Rache wegen?
Den inneren Konflikt in Ren, die Zerrissenheit zwischen Hass und Verständnis für die anderen, beschreibt Eva Kranenburg sehr intensiv. Ich habe mit Ren mitgefühlt und mitgelitten und so sehr gehofft, dass es für die vier Freunde ein Happy End gibt. Aber ist das möglich, nach all dem Schrecklichen, das sie erlebt haben?
„Freunde“ ist ein ungemein wichtiges und intensives Buch. Ein Schrei nach Frieden. Nicht umsonst wurden Buch und Hörbuch bereits ausgezeichnet. Für mich beides Jahreshighlights.
KatrinH
aus Essen
5/5
18.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr wichtiges Buch
Der Roman erzählt die Geschichte von Nata, Ren und Tuk, die sich in den letzten Tagen eines Krieges auf einen Aufruf hin als Kämpfer melden und dadurch zu Tarek finden. Schon bald werden die vier jedoch zu Deserteuren. Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft und der Tatsache, dass sie ursprünglich verschiedenen „Lagern“ angehören, entwickelt sich zwischen ihnen eine tiefe und berührende Freundschaft. Besonders eindrucksvoll ist, dass es sich bei ihnen noch um sehr junge Menschen handelt – Teenager, wobei Tuk sogar noch jünger ist.
Die Handlung spielt sowohl in den letzten Kriegstagen als auch in der ersten Zeit danach und zeichnet ein eindringliches Bild von Krieg und Nachkriegszeit. Die Geschichte ist äußerst bildgewaltig erzählt und wirkt erstaunlich real, obwohl sie von einem fiktiven Krieg handelt. Gerade diese Nähe zur Wirklichkeit macht den Roman so eindrucksvoll und zugleich emotional fordernd. Es zeigt wie wichtig Freundschaft und Menschlichkeit ist.
Ich konnte das Buch deshalb oft nur in kleinen „Häppchen“ lesen, um das Gelesene nachwirken zu lassen und zu verarbeiten. Schon lange hat mich kein Buch mehr so nachhaltig beschäftigt wie dieses. Besonders erschütternd ist, wie greifbar nah die geschilderten Ereignisse in unserer heutigen Zeit erscheinen.
Für mich ist dieses Buch ein wichtiges Werk, das unbedingt von Jugendlichen ab 14 Jahren sowie von Erwachsenen gelesen werden sollte.
Jürg K.
5/5
11.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr eindrückliche Geschichte
Die vier jungen Menschen Tarek, Nata, Ren und der ungezähmte Tuk stolpern in den letzten Kriegstagen ineinander wie in einen Zufall, der sich sofort, wie Schicksal anfühlt. Jeder von ihnen trägt eine eigene, kaum benennbare Wunde mit sich, etwas Beschämendes, das sie lieber verschweigen würden. Gerade dieses Schweigen macht sie einander nah. Aus Fremden wird eine fragile, aber echte Familie, zusammengehalten von dem Bedürfnis, irgendwo wieder Mensch sein zu dürfen. Was mich an dieser Geschichte so berührt, ist die behutsame Art, mit der Eva Kranenburg die Härte der Nachkriegszeit zeichnet, ungeschönt, aber nie voyeuristisch. Zwischen Trümmern, Hunger und Angst lässt sie immer wieder kleine Funken Menschlichkeit aufleuchten ein Blick, der länger hält als nötig, eine Geste, die Vertrauen wagt, ein Moment, in dem jemand die Hand nicht zurückzieht. Diese zarten Lichtpunkte wirken in der Dunkelheit fast überirdisch. Als ein moralisches Dilemma ihre Verbundenheit erschüttert, trifft es mitten ins Herz. Der Roman stellt die grossen Fragen. Kann man den Hass abstreifen, der einem eingeimpft wurde? Kann man lieben, wenn man selbst zerbrochen ist? Und wie bleibt man gut in einer Welt, die Härte belohnt? Für mich ist es eine Geschichte über die Zerbrechlichkeit des Menschen und über die erstaunliche Fähigkeit, trotz allem wieder Vertrauen zu fassen.
Gelincik
5/5
10.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Toll
In dem Buch "Freunde" von Eva Kranenburg stehen junge Menschen im Zentrum, deren Leben durch den Ausbruch des Krieges völlig aus den Fugen gerät. Wir begleiten Protagonisten, die eigentlich noch am Anfang ihres Weges stehen, sich aber plötzlich in einer Welt aus Befehl und Gehorsam wiederfinden.
Es geht um den schmalen Grat zwischen Loyalität und dem eigenen Gewissen: Was tust du, wenn dein bester Freund plötzlich auf der anderen Seite steht? Oder wenn du merkst, dass der „Gegner“ im Schützengraben gegenüber die gleichen Ängste hat wie du selbst?
Die Autorin verzichtet auf einfache Klischees. Sie zeigt die Zerrissenheit und die Angst, die jeden Griff zum Gewehr begleitet. Der Stil ist sehr atmosphärisch. Man spürt förmlich die Kälte der Nächte und die bedrückende Stille vor dem nächsten Angriff.
Ein wichtiges, aufwühlendes Buch, das gerade für Jugendliche ab 14 Jahren (aber auch für Erwachsene!) eine enorme Relevanz hat. Es erinnert uns daran, dass wir immer die Wahl haben, ein Mensch zu bleiben – egal wie dunkel die Zeiten sind.
Von mir gibt ew 4,5 von 5 Punkten.
Bewertung
4/5
16.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Brutal
Vier Leidende die zu Freunden zusammenwachsen. In einer Stadt im Krieg und danach, die Kinder blieben zurück, die Erwachsenen sind weg. Nur die Besetzer sind übrig im Schutt, Trümmern und Trauma wird um jedes Stück Brot gekämpft. Nichts schönes exisitert in dieser Trostlosgkeit.
Ein wahnsinnig bewegendes Buch über den Krieg und das Danach. Wenn es kürzer wäre, würde es sofort zur Schullektüre werden.
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5/5
15.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ist der Krieg wirklich vorbei?
Der Krieg ist jetzt vorbei, aber es fühlt sich trotzdem nicht wie Frieden an. Familien sind tot, Waisenkinder leben auf der Straße und die Stadt ist zerstört. Ren und seine neuen Freunde müssen sich trotzdem noch täglich dem Hunger, der Müdigkeit, Angst und Hass gegenüber der "Anderen" stellen. Sie müssen Zusammenhalten, denn sie haben nur noch einander und diese Freundschaft. Dieses Buch ist definitiv entwas anspruchsvoller, spricht harte Themen jedoch wundervoll an, ohne diesen einen Namen zu geben. Dieses Buch hat mich in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen!
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5/5
11.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein großartiges Plädoyer für die Menschlichkeit
Diese eindringliche Geschichte spielt in den letzten Tagen eines nicht näher benannten Krieges und steht symbolisch für all die Kriege und Konflikte auf dieser Welt. Erzählt wird von den Jugendlichen Nata, Ren, dem ca. 8-jährigen Tuk und ihrem Kommandanten Tarek, der beschließt mit den Dreien zu desertieren, anstatt total schlecht ausgerüstet an die Front geschickt zu werden. Auf der Flucht werden sie trotz Angst, Schuld, Scham und traumatischer Erfahrungen füreinander zu einer Art Ersatzfamilie. Über ihre Erlebnisse reden sie kaum.
Als ein weiterer Jugendlicher sich ihnen anschließen will, wird es schwierig. Sein eigentliches Ziel bleibt lange verborgen, aber moralische Fragen werden immer drängender: Wie weit darf man gehen, um zu überleben? Was bedeutet Loyalität in einer Welt, in der Menschlichkeit kaum noch Platz hat? Kann man den Hass auf eine Volk überwinden, mit dem man gerade noch im Krieg war?
Dieser bewegende Antikriegsroman handelt von der Unmenschlichkeit des Krieges ist aber zugleich ein „großartiges Plädoyer für die Menschlichkeit“ (so schreibt die Jury in ihrer Begründung zur Preisvergabe für den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis). Das Buch hat mich total in seinen Bann gezogen und hat lange nachgewirkt.
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