Ausgezeichnet mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis als bestes Sachbuch des Jahres 2020, nominiert für den Deutschen Sachbuchpreis 2021, prämiert mit dem Preis für »Das politische Buch« 2021 der Friedrich-Ebert-Stiftung Andreas Kossert, renommierter Experte zum Thema Flucht und Vertreibung im 20. Jahrhundert und Autor des Bestsellers »Kalte Heimat«, stellt in diesem Buch die Flüchtlingsbewegung des frühen 21. Jahrhunderts in einen großen geschichtlichen Zusammenhang. Immer nah an den Einzelschicksalen und auf bewegende Weise zeigt Kossert, welche existenziellen Erfahrungen von Entwurzelung und Anfeindung mit dem Verlust der Heimat einhergehen − und warum es für Flüchtlinge und Vertriebene zu allen Zeiten so schwer ist, in der Fremde neue Wurzeln zu schlagen. Ob sie aus Ostpreußen, Syrien oder Indien flohen: Flüchtlinge sind Akteure der Weltgeschichte − Andreas Kossert gibt ihnen mit diesem Buch eine Stimme.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Bewertung
5/5
24.02.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein dringend notwendig gewordenes...
Ein dringend notwendig gewordenes Buch ! Mehr als zwei Generationen nach Ende des Zweiten Weltkriegs haben heutzutage zu viele Menschen scheinbar vergessen, das Millionen Deutsche auch einen (Zwangs-) "Migrations-Hintergrund" haben. Nachdenken ist immer besser als Schwadronieren.
Bewertung
aus Attenhofen
5/5
14.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Jeder kann morgen ein Flüchtling sein
Flucht und Heimat – das sind zwei Begriffe, die eng zusammengehören. Wer fliehen muss, weiß Heimat mehr zu schätzen als jemand, der in Sicherheit lebt.
Seit einigen Jahren kommen besonders viele Flüchtlinge nach Deutschland. Die Stimmung im Land ist gespalten. Während die einen die fremden Menschen liebevoll willkommen heißen, sehen die anderen in ihnen eine Bedrohung. Dabei gibt es kaum einen Deutschen, der nicht in irgendeiner Weise in seiner Verwandtschaft oder Bekanntschaft eine Fluchtgeschichte hat.
Oft meinen Menschen, die vor Generationen nach Deutschland gekommen sind, dass ihre Situation eine ganz andere war, doch „die existentielle Erfahrung eines Heimatverlustes ist Flüchtlingen auf der ganzen Welt gemein“.
Die meisten Flüchtlinge sind nicht Menschen, die für einen besseren Lebensstandard eine waghalsige Reise antreten, sondern Verzweifelte, die alles hinter sich lassen und ihr Leben riskieren, um ihre Familien in Sicherheit zu bringen. Und oft tragen sie wenig mehr mit sich als einen wertlosen Haustürschlüssel; ein Symbol dafür, dass sie unbedingt zurückkehren wollen.
Dieses aufwühlende Sachbuch gibt Einblick in viele verschiedene Fluchtgeschichten aus unterschiedlichen Zeitepochen. Flucht ist nämlich nichts Neues, schon zu biblischen Zeiten mussten Menschen fliehen. Der Autor berichtet von Menschen aus vielen Ländern der Erde – aus Vietnam, Griechenland, Russland, der Türkei, Burma, Polen, Ostpreußen und mehr. Auch wenn sich die Umstände unterscheiden, ähneln sich doch die Schicksale und Leidensgeschichten.
Der Autor webt diese unterschiedliche Geschichten zu einem bewegenden Ganzem zusammen. So stehen beispielsweise die Erlebnisse von Juden und burmesische Rohingya, Ostdeutschen und Jesiden nebeneinander. Neben vielen Augenzeugenberichten werden literarische Quellen und andere Texte verwendet, denn auch Romane erzählen vom wahren Erleben der Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen.
Flüchtlinge und Vertriebene müssen nicht nur mit dem Erlebten zurechtkommen – mit dem Verlust von Angehörigen, mit Vergewaltigung und Verfolgung; sie sind außerdem selten an ihrem Ankunftsort willkommen. Doch die Aufnahmeländer sollten nicht vergessen - jeder kann morgen ein Flüchtling sein.
Fazit: Diese Buch lässt den Leser an vielfältigen Fluchtschicksalen teilnehmen. Es macht betroffen und rüttelt auf. Hoffentlich trägt es dazu bei, dass Vorurteile abgebaut werden und Deutschland zurückfindet zu einer herzlichen Willkommenskultur. Ein sehr empfehlenswertes Buch!
yellowdog
3/5
21.04.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Flucht – Eine Menschheitsgesch…
Flucht – Eine Menschheitsgeschichte von Andreas Kossert ist ein tüchtiges Sachbuch. Schon der Titel des ersten Kapitels „Jeder kann Morgen ein Flüchtling sein“. Erscheint mir sehr wahr und erzeugt Empathie. Dem Buch ist treffend ein Gedicht vorangestellt: Fremdenfeindlichkeit von Günter Grass. Ich denke, dass manchmal wird ein Thema durch Romane besser transportiert wird . Ein Beispiel dafür ist das hier auch zitierte Herkunft von Sasa Stanisic. Flucht, das Sachbuch hat mich vergleichsweise kalt gelassen. Damit hätte ich nicht gerechnet.
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5/5
11.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mein neuer Buchtipp für Sie!
Flucht und Verlust der Heimat können wir uns in Mitteleuropa gerade nur noch schwer vorstellen - und doch ist dieses traurige Thema so omnipräsent und wohl leider schon so alt wie die Geschichte der Menschheit. Kossert gelingt die Gratwanderung zwischen seriöser, wissenschaftlicher Erzählweise und berührt zugleich durch zahlreiche O-Töne Geflüchteter. So wird das Massenphänomen Flucht sehr persönlich und beinahe unangenehm nah erfahrbar. Der Autor sagte in einem Interview: “Geflüchtete und das, was sie erleben und erleiden, führen uns vor Augen, wie zerbrechlich unsere scheinbar so sichere Existenz ist. Sie verschieben die Sicht auf die Welt.” Kosserts kluges Buch setzt ein Zeichen für Humanität und Empathie.
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