Alexandra und Zarina denken, mit Yoga bereits den Gipfel der Erleuchtung erreicht zu haben - bis ein mysteriöses Ereignis sie in die wildeste Achterbahnfahrt ihres Lebens katapultiert. Zeitzauberschleifen und Raumverwirbelungen bringen alles durcheinander. Und als wäre das nicht schon genug, tauchen fabelhafte Kreaturen und futuristische Technologien auf - als hätten die beiden sich in eine Geschichte verirrt, in der Wissenschaft und Magie um den krassesten Twist konkurrieren. Tja, das Leben wird richtig knifflig, wenn man herausfinden muss, ob die sprechende Katze von nebenan real ist oder ob man gerade mitten in einem Film steckt. Mit jedem weiteren Moment wird klar: Hier ist mehr im Spiel als nur ein paar verdrehte Dimensionen! Während die Welt um sie herum immer surrealer wird, bleibt den beiden nichts anderes übrig, als nach dem tieferen Sinn hinter all dem Durcheinander zu suchen. Zarina und Alexandra begeben sich auf eine spirituelle Entdeckungsreise durch das Mysterium der Zeit - vom flüchtigen Augenblick bis hin zur Unendlichkeit.
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Ein mutiger und hochkomplexer Roman
Bewertung am 29.05.2026
Bewertungsnummer: 3152558
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Rezension zu Yogamino von Matthias A. K. Zimmermann
Mit Yogamino erschafft Matthias A. K. Zimmermann ein Werk, das sich konsequent jeder einfachen Genrezuordnung entzieht. Auf knapp 600 Seiten entfaltet sich ein außergewöhnliches Konstrukt aus Spiritualität, Science-Fiction, Fantasy, Philosophie und Krimi — kombiniert mit psychologischen „Mindfuck“-Momenten, die die eigene Wahrnehmung immer wieder infrage stellen.
Bereits zu Beginn wurde mir klar: Dieses Buch möchte nicht nur unterhalten, sondern mich als Leser herausfordern.
Was ist Realität?
Was ist Erinnerung?
Und wie stabil ist das, woran wir glauben?
Genau diese Fragen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Handlung.
Im Mittelpunkt stehen die beiden Protagonistinnen Zarina und Alexandra. Beide glauben bereits, durch Yoga eine höhere Bewusstseinsebene erreicht zu haben. Mit „Yogamino“ begegnet ihnen schließlich eine mystische Praxis, die Yoga und Domino symbolisch miteinander verbindet: Jede Bewegung und jede Entscheidung löst eine Kettenreaktion aus, die zur inneren Erkenntnis führen soll.
Was zunächst wie eine spirituelle Reise beginnt, entwickelt sich schnell zu einem komplexen Abenteuer voller Zeitsprünge, künstlicher Intelligenzen, Kryostase, Cyberspace-Welten und alternativer Realitäten.
Zimmermann gelingt es hervorragend, philosophische Gedanken mit futuristischen Visionen zu verknüpfen. Die dargestellte Zukunft wirkt erschreckend glaubwürdig: Eine trostlose Welt voller künstlichem Licht, gelenkt von Androiden und Algorithmen, in der die Menschheit nur noch eine Nebenrolle spielt. Gleichzeitig erschafft der Autor mit seinen hybriden Fantasy- und Cyberspace-Welten eine bildgewaltige Atmosphäre, die beim Lesen regelrecht Kopfkino erzeugt.
Besonders emotional wird die Geschichte durch ein Schicksalsschlag von Alexandra — ein Wendepunkt, der die Handlung in völlig neue Dimensionen katapultiert. Zarinas Emotionen, und ihre Beziehung zu einem anderen Menschen, sowie die daraus entstehenden Zeitparadoxien verleihen dem Roman zusätzlich eine intensive emotionale Tiefe..
Beeindruckend ist vor allem die Art, wie Matthias A. K. Zimmermann mit Wahrnehmung spielt. Immer wieder entstehen Momente, in denen sich vermeintliche Wahrheiten auflösen und neue Ebenen der Realität offenbaren. Die zahlreichen Plot-Twists waren für mich nicht nur überraschend, sondern wirken trotz ihrer Komplexität erstaunlich stimmig.
Auch sprachlich überzeugt der Autor erneut mit kreativen Wortspielen, versteckten Symboliken und raffinierten Zahlenkombinationen. Seine Ideen wirken mutig, originell und stellenweise angenehm verstörend.
Yogamino ist definitiv kein Buch für nebenbei. Wer lineare Geschichten bevorzugt, könnte sich von den vielen Ebenen und Gedankensprüngen schnell überfordert fühlen. Wer jedoch Freude an anspruchsvollen, philosophischen und visionären Geschichten hat, wird hier ein einzigartiges Leseerlebnis finden. So wie ich auch.
Das Ende hinterlässt schließlich genau das, was ein gutes Science-Fiction-/Mindfuck-Werk hinterlassen sollte: Staunen und das Bedürfnis, das gesamte Buch noch einmal mit völlig neuen Augen zu lesen.
Fazit
Yogamino ist ein außergewöhnlicher, mutiger und hochkomplexer Roman voller Ideenreichtum, emotionaler Tiefe und philosophischer Denkanstöße. Matthias A. K. Zimmermann beweist erneut sein Talent für ungewöhnliche Geschichten und erschafft eine faszinierende Mischung aus spiritueller Reise, düsterer Zukunftsvision und psychologischem Rätselspiel.
Ein Buch, das die Realität verbiegt — und noch lange nach dem Lesen im Kopf bleibt.
überraschender Genremix
SoleyRabi aus Hannover am 19.05.2026
Bewertungsnummer: 3142902
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Anfangs hatte ich Schwierigkeiten mit der Geschichte und der Protagonistin Alexandra warm zu werden. Sie war mir erst überhaupt nicht sympathisch. Dies besserte sich, als Zarina dazu kam und die Handlung wieder und wieder völlig neue Wendungen nahmen.
Man kann den Roman überhaupt keinem bestimmten Genre zuordnen. Wie in seinen bisherigen Büchern lässt der Autor sich nicht in die Karten schauen und öffnet ständig neue Tore in die unterschiedlichsten Welten. Diese Komplexität hat mich auch manchmal verwirrt. Wenn man nicht aufmerksam liest oder die Konzentration gestört ist, verpasst man schnell mal wichtige Zusammenhänge oder Referenzen an die Popkultur.
Der Mix aus Science Fiction, Fantasy, Krimi, Abenteuer, Liebesgeschichte, Drama und Comedy ist komplex und überraschend. Teilweise gab es auch Horror- und Märchenelemente und Magie.
Alliterationen, von denen ich ein großer Fan bin, Wort- und Zahlenspiele, Gedichte und philosophische Fragen haben in diesem Buch genauso ihren Platz wie Yoga, physikalische Theorien und (mathematische) Rätsel. Der Autor beweist hierbei wieder seinen Sinn für Kunst und bildhaften Weltenbau.
Die Protagonistinnen geraten in ein vielschichtiges Abenteuer durch Zeit und Raum, fliegen durchs All und entwerfen ihre eigenen Universen. Dabei werden auch so ernste Themen wie Tod und Gesellschaftskritik behandelt. Teilweise erinnerte die Geschichte an eine Serie oder ein Computerspiel. Wiederkehrende Elemente verbinden die verschiedenen Teile in den 6 Abschnitten.
Fazit:
Wer sich auf diese fast 600 Seiten starke Reise durch Zeit und Raum einlässt, wird mit einem flüssig lesbaren, zeitweise rasanten Abenteuer belohnt, dass durch seine Fülle und Tiefe dennoch eine anspruchsvolle Lektüre ist. Nichts, was ich mal eben so 'weglesen' konnte. Aber Bücher dürfen auch gerne mal etwas fordernder sein.
Ich mag den Mix unterschiedlicher Genre in der Literatur genauso gerne wie die Verwendung der verschiedensten Musikrichtungen meiner Lieblingsbands. Das bringt dem Leben mehr Würze.
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