Ein großer amerikanischer Roman darüber, was uns zu denen macht, die wir sind
Der große Bestseller aus den USA – so ein Buch gibt es nur alle zehn Jahre! Ein Sommer in New York, der alles verändert. Ein Sohn auf der Suche nach seiner Herkunft. Und die große Frage: Was macht uns zu dem, was wir sind? Sie werden dieses Buch nicht aus der Hand legen können.
New York City, Silvester 1999. Lily Chen ist 22, Tochter chinesischer Einwanderer und unbezahlte Praktikantin in einem hippen Medienunternehmen. Als sie Matthew trifft – charmant, privilegiert, Erbe eines Pharmaimperiums –, verliebt sie sich. Zwei Welten prallen aufeinander. Und doch scheint alles möglich.
21 Jahre später lebt Lilys Sohn Nick mit ihr auf einer abgelegenen Insel. Er spürt: Etwas fehlt. Als er nach seinem Vater sucht, stößt er auf Geheimnisse, die alles verändern – nicht nur für ihn.
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Ein eindringlicher Roman über Identität, Herkunft und die Macht biologischer Zuschreibungen.
schmoekerstunde aus Stuttgart am 25.05.2026
Bewertungsnummer: 3148346
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein interessantes und vielschichtiges Gesellschaftsportrait über Identität, Herkunft und die vermeintliche Objektivität biologischer Zuschreibung. Wie sehr sind Menschen durch ihre Gene bestimmt und wo beginnt soziale Ungleichheit?
Drei Generationen einer Familie zeigen unterschiedliche Formen von Rassismus in den USA. Die Autorin zeigt, dass Rassismus nicht nur aus Vorurteilen besteht, sondern sich auch in Erwartungen und Herkunft zeigt.
Interessant im Roman ist auch die Auseinandersetzung mit Genetik. Genetik ist hier weniger eine unverrückbare Wahrheit als ein kulturell aufgeladener Deutungsrahmen. Je nach Kontext dient sie der Legitimation von Abgrenzung oder wird zur Quelle von Verunsicherung über die eigene Identität.
Wer gilt in den USA als „wirklich amerikanisch“ – und wer bleibt trotz Staatsbürgerschaft immer irgendwie „anders“? Die Autorin zeigt, wie schnell biologische oder kulturelle Unterschiede genutzt werden, um Zugehörigkeit zu definieren oder zu verweigern.
Insgesamt ein etwas beklemmender Roman über die Frage, wie eng Rassismus und objektive Vorstellungen von Biologie miteinander verbunden sei können. Aber auch ein Roman, der überaus spannend geschrieben ist, so dass man Seite für Seite weiterlesen muss, um zu erfahren, wohin die „Reise“ geht.
ein großartiger Roman!
kerstin_aus_obernbeck aus Ostwestfalen am 15.05.2026
Bewertungsnummer: 3139176
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Real Americans / Rachel Khong
„Deutschland liest ein Buch“ – ein wunderbares Herzensprojekt von Kiepenheuer & Witsch, los geht’s mit: „Real Americans“.
1999 – Lily, Tochter chinesischer Einwanderer, arbeitet als Praktikantin in einem Medienunternehmen. Ihre Eltern sind Wissenschaftler, und für ihre Tochter haben sie sich ein erfolgreiches Leben mit einer Tätigkeit, die sie glücklich macht, gewünscht – sie soll es einmal besser haben. Auf einer Party lernt sie den wohlhabenden Matthew kennen, die beiden verlieben sich ineinander. Lily lernt, ihr neues Leben zu akzeptieren, gewöhnt sich an den Reichtum, an Matthews Kreditkarte und an die einflussreichen Menschen um sich herum. Ein gemeinsames Kind rundet das perfekte Leben ab. Ist das Glück von Dauer?
2021 – Nick lebt mit seiner Mutter abgeschieden und in einfachen Verhältnissen auf einer kleinen Insel bei Seattle. Er ist kurz vor dem Schulabschluss, und ebenso wie die Frage, auf welches College er gehen soll, beschäftigt ihn auch die Frage, wer sein Vater ist. Groß, blond, blauäugig scheint er rein optisch nichts mit seiner Mutter gemeinsam zu haben. Ein heimlicher DNA-Test führt zu einem unerwarteten Ergebnis und bringt sein Leben – und alles, was er bisher zu wissen glaubte – völlig durcheinander.
2030 – Mai blickt auf ihr Leben zurück – ein Leben, das nicht immer einfach war, geprägt von einer harten Kindheit in China, einer abenteuerlichen Flucht, einem Neuanfang in Amerika und einem Leben, das sie voll und ganz in den Dienst der Wissenschaft gestellt hat – bis an die Grenzen des Denkbaren und darüber hinaus.
Drei Leben: getrennt und doch untrennbar miteinander verbunden Drei Menschen auf der Suche nach Glück, dem richtigen Weg und Zeit
Gegliedert in drei Teile, beginnend mit Lily (1999), dann Nick (2021) und abschließend Mai (2030) erfährt der Lesende nach und nach, wie ihre Geschichten miteinander verbunden sind – was sie trennt und doch eint.
Es wird nachvollziehbar, warum Szenen, die zunächst faltenbringendes Stirnrunzeln verursacht haben, gar nicht anders sein konnten. Handlungsweisen, die nicht greifbar waren, werden verständlich, und es wird deutlich, dass wir alle unsere Geschichte haben und wie sehr die Liebe in ihrer vielfältigen Art darauf Einfluss nimmt. Mich haben besonders die Schilderungen des Lebens von Mai in China zur Zeit von Mao Zedong berührt.
Rachel Khong hat mich in einigen Momenten an T.C.B. erinnert, der ja immer wieder schöne Szenerien mit störenden Elementen bricht:
„Die Äpfel in den Bäumen waren golden. Auch auf dem Boden lagen Äpfel, braun und verfault. Überall schwirrten Fliegen um das matschige Obst herum. Doch wir sahen nur die Äpfel, die noch hingen, leuchtend, an Ästen wie Armen, die sich uns entgegenstreckten.“ (S.129)
Die drei Hauptcharaktere verbindet, dass sie immer wieder Momente erleben, in denen die Zeit stillsteht – mich hat dies zunächst verwirrt, aber um ehrlich zu sein: kennen wir nicht alle die Situationen, in denen wir uns genau das wünschen?
„Hätte ich die Zeit anhalten können, hätte ich es getan: Ich wäre in diesem Augenblick geblieben, solange ich nur konnte – mein gesamtes Leben lang.“ (S.196)
Der Roman wirft große, ethische Fragen auf, fragt was Wissenschaft darf, welche Grenzen es gibt, ob es überhaupt Grenzen geben darf – und zeigt, dass gut gemeint und gut gemacht eben doch nicht dasselbe ist.
Und neben all den großen Fragen, einer spannenden Familiengeschichte ist es auch ein Roman, der von Liebe in vielfältiger Weise erzählt: von glücklicher Liebe und Liebe, die wehtut, von Liebe, die wir vielleicht nicht verstehen und Liebe, die nicht sein kann.
All das jedoch nicht kitschig oder maximal herzschmerztriefend, sondern real, verständlich und nachvollziehbar.
Ich werde hier jetzt nicht mit Superlativen um mich werfen, aber aus tiefster Überzeugung möchte ich mit maximal-ostwestfälischer Emotion sagen:
das ist ein richtig gutes Buch!
Ein großer Roman, der mich absolut begeistert hat. Rachel Khong erzählt mitreißend von Lily, Nick und Mai – nimmt uns mit in ihre Leben, lässt uns sie verstehen, an ihnen zweifeln und stets hoffen, dass alles gut wird.
Ganz große Leseempfehlung!
Meinung aus der Buchhandlung
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Lily ist die Tochter chinesischer Einwanderer und lernt auf einer Party Matthew kennen, ein Sohn aus reichem Hause. Die beiden verlieben sich und bauen sich ein Leben auf, bekommen nach einigen Schwierigkeiten sogar einen Sohn. Als bei der Hochzeit herauskommt, dass die jeweiligen Eltern sich bereits aus der Vergangenheit kennen, steht Lily vor einem Rätsel. Sie trifft eine folgenreiche Entscheidung und zieht ihren Sohn Nick alleine auf. Dieser macht sich Jahre später auf die Suche nach seinem Vater und vor allem nach einer Erklärung.
Packend beschreibt Rachel Khong eine Familiengeschichte über drei Generationen hinweg und erzählt dabei feinfühlig, sodass ich mit jeder der drei Figuren, Lily, Nick und dessen Großmutter Mai, mitfühlen konnte und mich dabei großartig unterhalten gefühlt habe!
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Anhand von drei Mitgliedern einer chinesischen Einwandererfamilie werden hier auf unterschiedlichen Zeitebenen, die großen Themen unserer Zeit bearbeitet. Wie weit würde man gehen um sich anzupassen oder eben nicht? Was macht der Alltagsrassismus mit uns?
Es geht um Flucht und Vertreibung, aber gleichzeitig auch um die Auseinandersetzung mit der kulturellen Herkunft. Was macht es für einen Unterschied über Macht, Geld und Einfluss zu verfügen?
Alles Themen die mich beim Lesen sofort angesprochen haben und auch die Zielstrebigkeit und den unbedingten Fleiß sich beruflich für ein Ziel so hinzugeben hat mir gut gefallen.
Das alles wird psychologisch herausgearbeitet und macht dieses Buch für mich schon jetzt zu einem der Highlights des Bücherjahres 2026.
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