Sichtbare Gebrauchsspuren auf einigen Seiten z.B. leichte Knicke oder vereinzelte Markierungen möglich. Die gelieferte Auflage und das Cover können ggf. abweichen.
Eigentlich ist Elisabeth „Lizzy“ Tanner eine glückliche Frau: Ihre reizende Tochter Thea macht ihr viel Freude, ihr Partner Tom ist zuverlässig und liebevoll, Geldsorgen kennt sie nicht – und wenn es mal knapp wird, springt Lizzys Großvater ein, der Patriarch einer Freiburger Uhrendynastie. Doch die Sorglosigkeit zerbröckelt, als der Großvater stirbt. Nicht nur, dass er den »Rosshimmel«, das Anwesen der Familie in den Vogesen, zwei gänzlich Fremden vermacht, zudem hat er noch einen schwerwiegenden letzten Wunsch an Lizzy: Finde die Wahrheit heraus! Sorge für Gerechtigkeit!
Bei ihren Recherchen, die sie in der Familiengeschichte zurück bis in die 1930er Jahre führt, erlebt Lizzy Rückschläge und Enttäuschungen und muss sich entscheiden zwischen Vertrauen und Verleumdung, der Wahrheit und Rücksichtnahme, ihrer Familie und ihrer Vorstellung von Moral.
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Das Schweigen und die Schuld
friederickes Bücherblog aus Berlin am 16.01.2021
Bewertungsnummer: 1257583
Bewertet: eBook (ePUB)
Das Cover:
Eine junge Frau, die suchend blickt, dargestellt in harmonischen und zurückhaltenden Farben. Gemeinsam mit dem Titel und dem Klappentext ist es eine in sich stimmige und einladende Buchpräsentation.
Die Geschichte:
Kurz vor seinem Tod schickt der Großvater seine Enkelin Lizzy Tannert auf sein Anwesen im Elsass. Dort soll sie Dokumente holen und anschließend für Gerechtigkeit sorgen. Mit diesem Wunsch ändert sich ihr Leben völlig, das bisher eher unbeschwert mit Mann und Kind verlief.
Im Testament wird dann auch noch die Familie überrascht und ist erbost, als sie erfährt, dass das Gut Rosshimmel an vermeintlich unbekannte Personen geht. Ihre Recherche führt sie dann in die Zeit vor dem Krieg, in die Zeit der Arisierung und sie verlangt von ihr schwierige Entscheidungen zwischen der Suche nach der Wahrheit und der Sorge um die Familie.
Meine Meinung: (Achtung: Spoiler!)
Lizzy wird aus der Gemütlichkeit geholt und muss recherchieren, wenn sie dem Wunsch des Großvaters nachkommen möchte. Nach und nach trifft sie auf Menschen, die in der Vergangenheit eine große Rolle spielten, die sie aber nicht alle kennt. Sie trifft mit ihren Fragen immer wieder auf Widerstände, auch in der Familie wird gemauert und geschwiegen, oder nur tröpfchenweise die Wahrheit ans Licht gelassen. Wie tief ist die Familie in den damaligen Geschehnissen verstrickt gewesen, wie sehr hat sie Schuld auf sich geladen und was verschweigt sie bis heute?
Alle Figuren sind ausdrucksstark und haben enorme Strahlkraft in den ihnen zugewiesenen Charakteren. Besonders Lizzy, die ihre Geschichte aus der „Ich“ Perspektive erzählt, was natürlich dafür sorgt, dass ich als Leserin in sie hineinkriechen, ihre inneren Kämpfe um sich selbst, und um ihre Familie hautnah erfühlen durfte.
Über die ganz besondere Sprache von Bettina Storks habe in den Rezensionen der Bücher „Das geheime Lächeln“ und „Die Stimmen über dem Meer“ schon einiges gesagt, sodass ich mich nur wiederholen könnte. Aber es sei betont, dass es immer wieder ein Vergnügen ist, die intensiven Texte von Bettina Storks zu lesen. Eine perfekte und intensive Recherche der eingebundenen Zeitgeschichte ist ein Qualitätsmerkmal der Autorin, die Schauplätze sind so präzise beschrieben, dass man, ohne zu zögern, die bildliche Reise eintreten kann.
Mein Fazit: Ein Buch, das die innere Zerrissenheit mit dem Umgang der Geschichte der 30er Jahre, mit den furchtbaren Geschehnissen rund um jüdischen Freunde und Nachbarn und der Umgang mit der eigenen Familie, bis heute beleuchtet. Ein Buch, das mich sehr überzeugt hat und natürlich meine ausdrückliche Leseempfehlung bekommt.
Heidelinde von friederickes bücherblog
Reden ist Silber - Schweigen ist Gold
MissBookRead aus Hessen am 31.07.2019
Bewertungsnummer: 1233427
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ein toller Familienroman um ein düsteres Geheimnis aus einer dunklen Zeit. Neben der Geschichte um die Uhrendynastie Kirchmann, geht es u.a. um die Enteignung im Dritten Reich. In diesen Abschnitten hat Bettina Storks wunderbar und ausgiebig recherchiert. Neben den liebenswerten älteren Charakteren, ist vor allem Lizzy Tanner der Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte. Sie will den letzten Wunsch ihres verstorbenen Großvaters, Bodo Kirchmann, erfüllen und macht sich mit diesem Vorhaben nicht nur Freunde. Sie weckt alte Gefühle, lockt lang gut gehütete Geheimnisse ans Tageslicht und sie eckt oftmals mit ihrer naiven, verwöhnten und kindlichen Art an. Lizzy bekommt ihre Informationen aus vielen Quellen, die eigentlich niemals mehr darüber reden wollten, doch jetzt, wo wieder an den Heimlichkeiten gerüttelt wird, sind einige der älteren Menschen recht froh darüber reden zu können. Kurz gesagt, sie wollen alles ins Reine bringen und sich von den dunkeln Schatten auf ihren Seelen befreien. Zwischen den Zeilen entsteht dann auch etwas Spannung, welche neben den Familienproblemen dem Plot ganz gut tut. Der Schreibstil der Autorin ist gut zu lesen, sie beschreibt alles sehr anschaulich, die Personen zeigen Gefühle und sie öffnen sich immer mehr, je länger man sich mit ihnen beschäftigt.Es ist wie halt im wahren Leben, den einen mag man mehr, den anderen weniger und deswegen kommt alles auch sehr glaubwürdig rüber. Der Roman hat mir wunderbare Lesestunden beschert, so das ich tief in die Geschichte abtauchen und die Welt um mich herum vergessen konnte.
"Das Haus am Himmelsrand" ist ein weiterer, sehr lesenswerter, Roman von Bettina Storks, die sich mit ihrer wunderbaren Ausdrucksweise in mein Herz geschrieben hat.
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