Wahrscheinlich hat kein zweiter klassischer Text so sehr zu Interpretationen, kritischen Fragen und kreativen Arbeiten inspiriert wie Sophokles’ Antigone. Warum verfolgt uns die Figur Antigone bis in die Gegenwart? Was macht ihre Widersprüchlichkeit, ihren Eigensinn, ihr gewaltsames Begehren so aktuell? Warum will Antigone keine Rache wie Elektra? Weshalb würde sie eher Mann und Kinder unbestattet lassen als den Bruder? Antigones Begehren ist ein unmögliches in dem Sinn, dass es das Unmögliche will. Der Beginn ihres Sterbens löst eine nicht zu bewältigende Spannung aus. Ihr Tod ist kein erzwungener Selbstmord. Er fordert heraus, weil er anzeigt, was im Staat falsch läuft. Warum ist der Konflikt unlösbar? Von diesen Fragen ausgehend, wendet die Autorin sich anderen Figuren und Personen zu, die Antigones Begehren in etwas verwandeln, das in dem Prozess eines unendlichen Lernens besteht; in seiner Differenz zu sich selbst. Antigones poetisches Universum ist der Versuch, einer Sprache eine Stimme zu verleihen, die nicht zuerst von sich selbst, sondern von ihrem Mitsein aus denkt.
Kundinnen und Kunden meinen
0.0/5.0
0 Bewertungen
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kund*innen durch Ihre Meinung
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.