Sichtbare Gebrauchsspuren auf einigen Seiten z.B. leichte Knicke oder vereinzelte Markierungen möglich. Die gelieferte Auflage und das Cover können ggf. abweichen.
»Die sephardische Version von Amos Oz’ ›Geschichte von Liebe und Finsternis‹. Überragend.« Nana
Strahlend, lebenslustig und wunderschön ist Luna Ermoza mit den grünen Augen. Doch ihre Ehe ist ein Desaster hinter perfekter Fassade, und für ihre Tochter Gabriela kann sie keinerlei Zärtlichkeit empfinden – wie einst ihre Mutter Rosa für sie. Denn während das Delikatessengeschäft Rafael Ermoza & Söhne im Jerusalemer Machane-Jehuda-Markt floriert, scheint auf den Frauen der Familie ein Fluch zu lasten, der ihnen das Glück in der Liebe verwehrt und sie verbittern lässt. Meisterlich verwebt Sarit Yishai-Levi das Schicksal vierer Generationen der sephardischen Familie mit den bewegtesten Jahrzehnten israelischer Geschichte.
„Wunderschön und umwerfend! Ein bezauberndes, bewegendes Buch, dessen Figuren mich weiter begleitet haben, als lebten sie noch heute in Jerusalem.“ Haaretz
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bewertung
5/5
23.07.2021
eBook (ePUB)
Mit Delikatessen kennen sich die Ermozas aus, aber Liebe scheint ihnen versagt. Seitdem sich Urgroßvater Rafael in eine blauäugige Aschkenasin verliebt hatte, liegt ein Fluch auf den Ermozas. Seit der Vertreibung der Juden aus Spanien im 15. Jahrhundert leben sie als erfolgreiche Delikatessenhändler in Jerusalem, aber glückliche Beziehungen voll Liebe gibt es nicht. Erst Gabriela gelingt es, diesen Fluch zu überwinden. Ein bezauberndes und tiefgründiges Buch über die Macht der Liebe und das Leben in einer Stadt voller Geschichten.
I. Schneider
aus Mannheim
5/5
10.08.2017
Buch (Taschenbuch)
Ein berührender und mitreißender...
Ein berührender und mitreißender Roman über die Familie Ermoza, mit vielen Hintergründen aus der Geschichte Israels und aus der Sicht der Familienmitglieder. Grandios geschrieben!
Bewertung
4/5
26.01.2021
Buch (Taschenbuch)
Vielschichtig, unterhaltsam, empfehlenswert
Irgendwie hat mich dieses Buch angesprochen. Ich kann nicht genau sagen, ob es das Cover war oder der Klappentext oder beides...ich wollte es einfach lesen. Am Anfang war ich noch ein wenig skeptisch ob der Seitenzahl, ein ich-lese-es-mal-fix-Buch ist "Die Schönheitskönigin von Jerusalem" definitiv nicht! Auch muss man sich auf den kulturellen Kontext des Buches einlassen (wollen). Wenn ich mich in meinem Leben auch schon das ein oder andere mal mit der jüdischen Kultur beschäftigt habe, die verschiedenen Richtungen, Bräuche, sprachlichen Besonderheiten etc. sind mir durchaus nicht geläufig. Daran musste ich mich ein wenig gewöhnen, doch das ging recht fix.
Dann hat das Buch mich überzeugt. Ich habe die Familie Ermoza gerne auf ihrer Reise durch die Generationen begleite, war gespannt, was hinter der nächsten Ecke an Geheimnissen auf mich wartet, wie die ganzen Ereignisse miteinander zusammenhängen und sich verknüpfen. Bei der Familie Ermoza geht es teilweise so laut, gesprächig und emotional zu, dass ich manchmal das Gefühl hatte, dass ich auch angeschrieben werde von Oma Rosa oder Luna, selbst, wenn ich das Buch schon seit Stunden nicht mehr in der Hand hatte. Einige der spaniolischen Begriffe bekomme ich immer noch nicht aus dem Kopf, besonders die Kosewörter.
Die geschichtlichen Hintergründe haben es mir allerdings manchmal ein wenig schwer gemacht. Da habe ich doch das ein oder andere Mal das Handy in die Hand genommen und eine bestimmte Gruppe oder eine Person gegoogelt, um die Hintergründe zu verstehen und richtig einordnen zu können. Aber das ist, denke ich, normal, wenn man sich mit einer anderen und fremden Kultur beschäftigt. Das hat dem Leseprozess für mich also keinen Abbruch getan.
Im Großen und Ganzen finde ich "Die Schönheitskönigin von Jerusalem" ein überaus gelungenes und vielschichtiges Buch. Man kann es als Familiengeschichte lesen (wenn auch definitiv auf einem anderen Niveau als z.B. eine Lucinda Riley), man kann in diesem Buch aber auch eine kleine Gesellschaftsstudie sehen, ein Art schön aufgemachtes Lehrbuch über eine (möglicherweise) fremde Kultur - aber vor allem ist es ein wirklich lesenswertes Buch, dessen Seitenanzahl einen Leser nicht abschrecken sollte. Vielmehr sollte man seinen Emotionen freie Bahn lassen und sich kopfüber in das Chaos der Familie Ermoza hineinstürzen.
monerl
aus Langen
4/5
25.10.2017
Buch (Taschenbuch)
Familiengeschichte über viele Generationen
Als Leser bekommt man in "Die Schönheitskönigin von Jerusalem" in mehrfacher Hinsicht eine sehr interessante Geschichte.
Ich kenne das Judentum als Religion. Im Buch wird man jedoch auf zwei verschiedene "Gruppen" aufmerksam. Zum einen sind es die Sefardim, zum anderen die Aschkenasim. Da ich keine von beiden kannte, habe ich detaillierter im Internet danach gesucht und wurde auch fündig. (Interessant finde ich auch die Seite: "Handbuch Jüdische Kulturgeschichte")
Die Internetseite Religion24 antwortet auf die Frage - "Was versteht man unter sephardischen Juden?" - folgendermaßen:
"Sephardische Juden sind Juden spanisch-orientalischer Herkunft. Das Wort sephardisch leitet sich von dem biblischen Ortsnamen Sepharad ab, mit dem die Iberische Halbinsel schon im 2. Jahrhundert n. Chr. hebräisch benannt wurde."
Dies erklärte mir sofort, warum im Buch so viele spanische Ausdrücke zu finden sind, die kursiv in den Dialogen hervorgehoben wurden. Hätte ich das im Vorfeld gewusst, hätte ich mich nicht so sehr darüber gewundert. Es hat eine kleine Weile gebraucht, bis mich die spanischen Namen und Ausdrücke nicht mehr so irritiert haben.
Des Weiteren erfährt der Leser etwas über die Kriege in Jerusalem, da die Autorin Sarit Yishai-Levi ihren Roman in zwei Zeitebenen eingebettet hat. Die Gegenwart handelt von Gabriela, der Tochter der Schönheitskönigin, die versucht ihr Leben in den Griff zu kriegen und den familiären Konflikt, den ihre Familiengeschichte hervorgebracht hat, aufzulösen und aus ihm auszubrechen. In Rückblicken wird die Familiengeschichte durch Erzählungen lebendig, die historisch eingebettet ist in die Zeit vor der Britischen Mandatszeit (vor 1917) über den Unabhängigkeitskrieg, Sechstagekrieg bis hin zur Gegenwart. Darin erfährt Gabriela, wie ihre Familie nach Jerusalem kam und was es mit diesem Familienfluch aufsich hat.
Dabei spielt jeder Familienangehörige eine bedeutende Rolle. Lückenlos erfährt der Leser, warum Großvater Gabriel (nach dem Gabriela ungewöhnlicherweise benannt wurde) sich Garbrielas geliebter Großmutter Rosa so distanziert verhalten hat. Er hatte kein leichtes Schicksal zu tragen und es war sehr traurig zu sehen, welch tragische Auswirkungen das bis in die Gegenwart hatte. Denn er war schon die zweite Generation, die nicht aus Liebe, sondern aus Pflichtbewusstsein und Tradition gezeugt wurde.
Sarit Yishai-Levi hat ihre Hauptfiguren besonders tief charakterisiert. Selbst die mir außerordentlich unsympathische Luna war sehr gut ausgearbeitet. Auch wenn ich sie nicht besonders mochte, ja, genau deswegen, war sie so sehr gelungen. Sie hatte ihren eigenen Kopf, war selbstverliebt, oberflächlich und hatte dennoch eine eigene berührende Traurigkeit, die mich auch für sie einnehmen konnte.
Durch sie habe ich viel über das damalige Leben in Jerusalem gelernt und was Tel Aviv von Jerusalem unterscheidet, welche Traditionen eine sephardische Familie zu befolgen hatte. Auch hat die Autorin den Mutter-Tochter-Konflikt, der sich durch das ganze Buch zieht, nachvollziehbar beschrieben.
Dabei störte mich leider die wechselnde Erzählperspektive. Insbesondere die von Gabriela verwirrte mich immer wieder. Es war mir nicht immer sofort klar, wer denn nun erzählt. Wenn ich Noten für die Protagonisten vergeben müsste, würde Gabriela am schlechtesten abschneiden. Ihr Teil, gerade der, der in der Gegenwart zum Ende hin spielt, empfand ich übertrieben. Ich konnte nicht genau nachvollziehen, warum sie sich, um sich abzugrenzen, zu so einer drastischen Lebensweise entschied. Ihr Lebensweg war nicht ganz homogen und passte nicht so richtig in die vorherige flüssige Erzählstruktur.
Auch hätte ich mir gewünscht, dass der historische Hintergrund deutlicher ausgearbeitet wird. Einige Zusammenhänge wurden mir erst klar, als ich über die Geschichte Jerusalems selbst recherchiert und nachgelesen habe.
Fazit:
Im Großen und Ganzen ist dies dennoch ein wunderbarer Roman, der trotz meiner kleinen Kritikpunkte sehr empfehlenswert ist. Es ist ein Roman von der Suche nach Liebe, geprägt von einem religiösen Umfeld und den Traditionen, die die Protagonisten nicht frei handeln lassen. Ein Roman, indem sehr gut gezeigt wird, dass niemand nur gut oder nur böse ist, auch wenn es Charaktere gibt, die von einer großen positiven Aura umgeben sind, so wie Rachelika, die mir sehr ans Herz gewachsen war. Wer sich zusätzlich auch für Jerusalem und seine Konflikte interessiert, ist mit diesem Roman sehr gut aufgehoben.
Sursulapitschi
Thalia Book Circle Community
4/5
05.06.2016
eBook (ePUB)
Fluch der Tradition
Dieses Buch hat was, ganz unbedingt.
Eine jüdische Familie in Jerusalem im Wandel der Zeiten.
Als Oma Rosa, gesund soll sie sein, behauptet, ein Fluch würde auf den Frauen der Familie Ermoza liegen, ist Gabrielas Neugierde geweckt. Ein Fluch? Keine Frau der Familie wurde von ihrem Ehemann geliebt. Das war schon so bei Rosas Schwiegermutter Mercada, sie ruhe in Frieden, auch Rosas Ehe stand unter keinem guten Stern und auch Luna, Gabrielas Mutter, die erklärte Schönheitskönigin von Jerusalem, hatte kein Glück in der Liebe. Und so erzählt Oma Rosa von der Zeit als sie ein junges Mädchen war und Jerusalem noch von den Ingländern, ausgelöscht sei ihr Name und Andenken, beherrscht wurde.
Rosas Geschichte ist erstaunlich und auch ein wenig befremdlich. Man muss sich zunächst einleben in diese jüdische Welt, die in Traditionen verwurzelt ist, die auch ein gutes Maß an abergläubischen Elementen enthält, wo durchaus Teufel, Dämonen und Hexen einen Stellenwert haben. Auch ein ausgefeilter Standesdünkel ist zu beachten. Selbst Juden untereinander sind sich nicht grün, Spaniolen und Aschkenasen bleiben strikt getrennt.
Das Lesen macht großen Spaß. Die Sprache ist schön und authentisch. Die Blickwinkel wechseln gleitend von einem Familienmitglied zum anderen. Auch zeitlich geht die Geschichte bunt durcheinander, bis sich die Episoden zu einem Bild zusammensetzen.
Den Grundstein allen Übels hat Urgroßvater Raffael gelegt, als er sich unsterblich in eine wunderschöne Aschkenasin verliebte und pflichtschuldigst die spaniolische Mercada heiratete. Damit beginnt ein Teufelkreis: Ungeliebte Ehefrau wird zum Drachen, der ungeliebte Kinder großzieht, die beziehungsunfähig sind und sich wieder in die falschen Partner verlieben. Das ist anfangs spannend und dramatisch. Nur spätestens wenn in der dritten Generation Lunas frischgebackener Ehemann feststellt, dass er eine heißblütige Italienerin nicht vergessen kann, fängt man an, die Stirn zu runzeln. Klar, es liegt ein Fluch auf der Familie, aber trotzdem könnte doch mal irgendjemand Vernunft walten lassen.
Bis dahin fand ich, es ist ein schönes Buch, das anhand einer dramatischen Familiengeschichte sehr originell die Geschichte Israels erzählt. Immerhin ist man bei der Staatsgründung dabei und landet mitten im Befreiungskrieg Jerusalems. Die Spur zu viel Dramatik konnte ich tolerieren. Leider kommt es zum Ende hin dann ziemlich dick. Drama, Verzweiflung, ein Wunder am Grab der Mutter und obendrauf noch eine gehörige Portion Pathos.
Ich habe ein wenig überlegen müssen, wie ich das bewerte. Letztendlich vergebe ich 4 Sterne für den sehr guten Gesamteindruck und die tolle Idee, aber der vierte Stern wackelt ein bisschen.
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