Das Licht des Honigs Eine Geschichte von Vertreibung, Erinnerung und Ankunft, Flucht eines Sudetendeutschen
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
16.03.2026
Verlag
TreditionSeitenzahl
112
Maße (L/B/H)
21/14,8/0,9 cm
Gewicht
174 g
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-384-72666-7
Das Licht des Honigs erzählt von einem Leben, das getragen wurde, obwohl ihm früh der Boden entzogen wurde. Es ist die Geschichte von Gerhard, der als Kind seine Heimat verliert, ohne zu begreifen, dass dieser Verlust endgültig ist. Von Flucht, von dem plötzlichen Abreißen eines vertrauten Lebens - und davon, was bleibt, wenn Heimat verschwindet, Namen verstummen, Familien auseinandergerissen und das ganze Dorf dem Erdboden gleich gemacht wird. Dennoch handelt es sich nicht um einen Fluchtroman im klassischen Sinn. Im Zentrum steht eher die Frage, wie sich Verlust in ein Leben einschreibt: in Arbeitsethos, in Sparsamkeit, in der Unfähigkeit loszulassen, in der tiefen Sehnsucht nach Ordnung und Verlässlichkeit. Gerhards Leben nach der Flucht ist geprägt von unermüdlicher Arbeit, vom Aufbau eines Hauses, einer Familie, eines Alltags, der Sicherheit verspricht. Nichts wird ihm geschenkt, alles wird erarbeitet. Die Bienen, die er hält, werden zu einem stillen Spiegel dieses Lebens: Gemeinschaft, Pflicht, gegenseitiges Tragen, Überleben durch Nähe. Parallel dazu erzählt das Buch aus der Beobachterperspektive der Enkelgeneration. Die Erzählerin hört zu, schaut hin, sammelt Fragmente: Gespräche, Fotos, Gesten, Routinen. Sie erkennt, dass Heimat nichts Festes ist, sondern etwas Verschiebbares - etwas, das sich über Generationen hinweg neu zusammensetzt. Und sie spürt, dass die Flucht von 1945 nicht abgeschlossen ist, sondern weiterwirkt: in der Angst vor Verlust, im Bedürfnis nach Kontrolle, im Wunsch, alles richtig zu machen. Ein zentrales Motiv ist die Liebe: die stille, unerschütterliche Liebe zwischen Gerhard und seiner Frau. Keine große Geste, sondern ein gemeinsames Leben des Aushaltens, des Dableibens, des Füreinandersorgens - bis ins hohe Alter. Diese Liebe wird nicht erklärt, sondern gezeigt, in Blicken, Routinen, im gemeinsamen Schweigen. Wie bei den Bienen: nicht romantisch, sondern existenziell. Man kann also sagen, "Das Licht des Honigs" ist ein kleiner Roman über Heimat als innere Landschaft, über Erinnerung als Verantwortung und über die Frage, was Menschen weitertragen - bewusst oder unbewusst - an ihre Kinder und Enkel. Es zeigt, dass Flucht nicht endet, wenn man ankommt. Und dass Heilung nicht im Vergessen liegt, sondern im Erzählen, im Zuhören und im genauen Hinsehen.
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