Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
10.02.2026
Verlag
Naturhistorisches MuseumSeitenzahl
24
Maße (L/B/H)
27/19/0,5 cm
Gewicht
87 g
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-903096-90-5
Gregor Sailer einen lang gehegten Traum des Menschen ins Zentrum seiner Ausstellung:
Nahrung ist im Überfluss vorhanden. Spektakuläre Fotos stellen zwei Systeme
gegenüber: zum einen hochdiverse Agrosysteme, die viel menschliche Arbeitskraft benötigen,
zum anderen die KI-gesteuerte, automatisierte Landwirtschaft mit standardisierten
Organismen und Prozessen – und dem Versprechen, im Gegensatz zur aktuellen industriellen
Landwirtschaft ohne fossile Energie auszukommen.
Begleitend zur Ausstellung möchten wir einige Aspekte vertiefen und auch auf die
Ambivalenz der Ansätze hinweisen. So wunderbar das Versprechen eines geringeren Einsatzes
von Ressourcen und Energie klingt, so unklar sind die Systemgrenzen: Die Pflanzen,
Pilze oder Mehlwürmer in den Kellern und Hochhäusern benötigen Substrat, oft Plastik.
Es handelt sich um genetisch einheitliche Monokulturen. Und auch der Betrieb der Rechenzentren
braucht Rohstoffe und Energie. Unklar ist außerdem die Auswirkung auf
Allergien, wenn Menschen mit weniger natürlichen Substanzen in Kontakt treten; und
wahrscheinlich käme es zu einer weiteren Entfremdung von Prozessen der Nahrungsmittelproduktion.
Aber auch die hochdiversen Ökosysteme haben ihre negativen Kehrseiten: Die Produktion
reicht nicht für die vielen Menschen auf der Erde. Und bei Kreislaufsystemen, die
menschliche Ausscheidungen integrieren, muss sehr auf Hygiene geachtet werden.
Wie also wollen wir die Nahrungsmittelproduktion der Zukunft gestalten? Landwirtschaft
ist schließlich nie Wildnis, sie ist immer die Gestaltung von Natur und Prozessen
sowie die Veränderung von Ökosystemen nach menschlichen Bedürfnissen.
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