Am 11. September 2001 stürzen in New York die Türme des World Trade Centers ein. In Panik fliehen die Menschen, Hunderttausende von ihnen zum Hudson River. Abe McCullum nimmt die ersten Überlebenden an Bord seines Ausflugsdampfers – und damit beginnt die größte maritime Evakuierung in der Geschichte. Hunderte Bootsführer, Fähren, Ausflugsdampfer und Schlepper retten im Lauf dieses Tages mehr als eine halbe Million Menschen. »Die Helden von Manhattan« erzählt diese Rettungsgeschichte des 11. September anhand intensiver Recherchen und aus drei bewegenden Blickwinkeln: durch die junge Rhona, den Aktienhändler Ben und den kleinen Shaun. Inmitten der Katastrophe entdecken sie, wie Menschen in Sekundenbruchteilen über sich hinauswachsen – und dass sich das Gute im Menschen in der Not zeigt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bewertung
aus Hanau
5/5
04.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein bewegendes Buch über Mut, Hoffnung und Menschlichkeit
Die Helden von Manhattan von Anja Marshall ist ein bewegender Roman, der am 04.09.2026 im Piper Verlag erscheint. Im Mittelpunkt steht einer der dunkelsten Tage der jüngeren Geschichte, der 11. September 2001. Als ein entführtes Flugzeug in den Nordturm des World Trade Centers einschlägt und kurze Zeit später ein Weiteres in den Südturm folgt, beginnt die größte Rettungsaktion in der Geschichte New Yorks. Zwischen fiktiven Figuren und historischen Fakten erzählt Anja Marshall von Menschen, die inmitten des Chaos Unglaubliches leisten.
Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wo ich bei diesem Buch anfangen soll. Es ist absolut großartig – und ich finde es wirklich schade, dass ich nicht mehr als fünf Sterne vergeben kann. Anja Marshall schreibt so flüssig und packend, dass ich immer wieder mitten im Geschehen war. Die fiktive Handlung wird durch sorgfältig recherchierte Fakten und Details ergänzt, die diesem Buch eine unglaubliche Tiefe verleihen.
Da ich mich am Tag der Anschläge selbst in der Nähe von New York befand, hat mich das Buch besonders berührt. Einerseits hatte ich das Gefühl, diese Zeit und all die Erinnerungen noch einmal zu erleben. Andererseits ist die Geschichte so fesselnd erzählt, dass sie auch als reine Fiktion funktionieren würde. Aber sie ist eben real. Und genau das machte es mir schwer, weiterzulesen. Obwohl ich selbst die grausamsten Thriller problemlos in einem Rutsch verschlingen kann, musste ich dieses Buch immer wieder zur Seite legen.
Auch wenn ich mich viel mit diesem Tag beschäftigt habe, habe ich in den Recherchepassagen immer wieder Details entdeckt, die mir bisher unbekannt waren. Besonders bewusst wurde mir erst durch dieses Buch, welche herausfordernde, aufopferungsvolle und tragende Rolle die Schifffahrt und ihre Besatzungen bei der Rettung spielten.
Anja Marshall hat Geschichte zum Leben erweckt, ohne sie für Spannung zu verfremden. Sie verbindet Emotionen und Fakten auf eine Weise, die unter die Haut geht und das Vergessen verhindert. Aus tiefstem Herzen kann ich sagen: "Lest dieses Buch."
Für alle, die sich für historische Ereignisse, bewegende Schicksale und die menschliche Seite von 9/11 interessieren, ist es eine absolute Leseempfehlung.
Vielen Dank, Anja Marshall, für diesen besonderen Einblick in 9/11.
★★★★★ 5 von 5 Sternen
Hoelzchen
aus Bad Oldesloe
4/5
10.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Die stillen Helden
Die Älteren unter uns, haben noch die Fernsehbilder des 11. Septembers im Kopf und wir wissen noch, wo wir waren und was wir getan haben, als die Nachricht der Anschläge uns erreichte. Bilder die bewegten und nie vergessen werden. Anja Marschall setzt nun einen anderen Schwerpunkt der Ereignisse. Sie nimmt sich die stillen Helden vor, die, die vor Ort waren und halfen und über sich hinauswuchsen. Viele Schiffe wie Fähren, Ausflugsboote, Schlepper etc. waren im Einsatz, um die Menschen von Lower Manhattan zu evakuieren. Der Tag wird chronologisch erzählt und die Handlung beginnt kurz vor den Anschlägen. Eingebettet ist der Verlauf anhand einiger Figuren, die reale Hintergründe haben, aber fiktional sind. Die Attentate auf das WTC und der Einsturz der Türme werden minutiös erzählt und Anja Marschall schafft eine beeindruckende Übermittlung der Atmosphäre. Die Panik der Fliehenden, die Luft, die herumfliegenden Teile, die Angst, die Verletzungen, die Toten, all das wird greifbar. Es ist unfassbar, was Menschen aushalten können und wie sie es schaffen, in Ausnahmesituationen zu handeln. Sämtliche Fluchtwege waren gekappt. Es blieb nur der Weg übers Wasser. Und hier setzt das Buch an, all die helfenden Hände. Eine großartige Leistung, die vollbracht wurde. Die Vorgehensweise wird detailliert beschrieben, tatsächlich haben mich die vielen Schiffsnamen leicht überfordert und es braucht Konzentration, um den Faden nicht zu verlieren. Das Buch ist strukturiert geschrieben und neben der Handlung gibt es ergänzende Detailinformationen, die sehr hilfreich sind, um das ganze Ausmaß noch besser zu verstehen. Die umfangreiche Recherche, die betrieben werden musste, um diesen Roman zu Papier zu bringen, ist anerkennenswert. Das Erscheinen zum 25. Jahrestag der Anschläge ein gut gewählter Zeitpunkt.
Tschy
4/5
04.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Maritime Evakuierung
Dieses Buch zeigt einen ganz anderen Blickwinkel auf die Ereignisse am 9.September 2001. Hier wird die Geschichte der Seeevakuierung gezeigt, die an diesem Tag über 500.000 aus Lower Manhattan gebracht haben. Hier wird sehr persönlich die Geschichte des griesgrämigen Abes erzählt, er hat seine besten Tage als Kapitän hinter sich und hat sich durch seine Art wenig Freunde gemacht. Zu seinem Sohn hat er keinen Kontakt mehr und am Morgen des 11.Septembers gab es einen großen Streit mit seiner Tochter Rhona, die im World Trade Center arbeitete. Es wird auch die Geschichte von Rhona erzählt und von Ben, dem Investmentbanker, der erst morgens befördert wurde und dem durch den 11.September richtig klar wird, auf was es wirklich im Leben ankommt. Auch die Geschichte es kleinen Jungen Shaun ist nett und wie er das Herz von Abe erweicht. Zwischendurch gibt es auch immer wieder Faktenwissen und das macht das Buch interessant. Auch die Quellen am Ende des Buches und die Auflistung der beteiligten Schiffe hat mich beeindruckt.
Bellis-Perennis
aus Wien
5/5
10.09.2026
eBook (ePUB)
Eine Hommage an die stillen Helden von 9/11
Der Terroranschlag auf das World Trade Center in New York sowie auf das Pentagon (Washington) und der Absturz des vierten entführten Flugzeugs bevor es eine noch größere Tragödie anrichten konnte, jähren sich am 11. September 2026 zum 25. Mal. Kein Grund zum Feiern, sondern ein Tag zum Innehalten und zum Gedenken an die Opfer.
Dieser historische Roman beschäftigt sich mit dem Geschehen in Manhattan. Er erinnert nicht nur an die schrecklichen Ereignisse, sondern an die vielen bekannten und unbekannten, oft unbedankten Helferinnen und Helfer, die mitten im Chaos der Evakuierung durch Zivilcourage und manchmal gegen ausdrückliche Befehle der Vorgesetzten Tausende Menschenleben unter Einsatz des eigenen gerettet haben.
An Hand der der sehr persönlichen, wenn auch fiktiven Geschichte von Abe McCullum, einem durchaus griesgrämigen Kapitän, der wie sein Schiff die Manhattan Glory, die besten Tage des langen Lebens schon hinter sich hat, erzählt Anja Marschall ohne Pathos wie diese Katastrophe Menschen über sich hinaus wachsen lässt.
Neben Abe spielen seine Tochter Rhona, die einen Job im WTC hat und nach London gehen soll, sein Sohn Jamie, der nach einem der zahlreichen Streitigkeiten mit Abe bei der Coast Guard, die Abe für seine Feinde hält, arbeitet und Ben, ein sehr erfolgreicher wie skrupelloser Investmentbanker, eine große Rolle. Dazu kommt der vierjährige Shaun, der im Chaos der einstürzenden Türme von seiner Nanny und der kleinen Schwester getrennt wird, und sich auf der Manhattan Glory versteckt.
Während es für Abe und Rhona selbstverständlich ist, auf der nicht mehr für den Verkehr zugelassenen Manhattan Glory Menschen über den Hudson River zu befördern, schlittert Ben in diese Rettungsaktion der McCullums hinein und lässt ihn über sein bisheriges Leben nachdenken. Danach trennen sich ihre Wege.
Erst im Jahr 2016 bei der Gedenkfeier treffen sich Ben und Rhona wieder.
„Sie sagen, es könnten fast eine halbe Million Menschen gewesen sein, die wir von Manhattan heruntergeholt haben.“ sagte Ben.
„Wir? Also verstehst du, was ich meine? An dem Tag warst du einer von uns.“
Dieses Wiedersehen, das den Abschluss dieses Romans bildet, hat etwas Tröstliches an sich.
Meine Meinung:
Anja Marschall hat hier keine rührselige Geschichte geschrieben, sondern eine Hommage an alle jene, die ohne viel zu fragen, mit Einfallsreichtum geholfen haben Menschen aus der Gefahrenzone zu bringen. Denn nicht nur die aus den brennenden Gebäuden herabfallenden Trümmer haben Personen verletzt oder getötet, sondern berstende Leitungen und giftige Gase. Dazu passt ein Artikel in den heutigen Nachrichten, dass mit rund 9.500 Menschen drei Mal mehr an Krebs, als Folge der giftigen Gase, gestorben sind, als die knapp 3.000, die direkt bei den Anschlägen ums Leben gekommen sind. Warum? Die Behörden von New York hätten verheimlicht, dass Tonnen von Asbest und toxischen Kunststoffe sich in der Luft befänden, die kanzerogen sind. Zudem seien zu wenige Atemschutzmasken vorhanden gewesen, die die Helfer vor dem Einatmen der Schadstoffe geschützt hätten.
Aber zurück zum Buch, das zwischen den Szenen, die aus Sicht von Aber, Rhona, Jamie, Ben und Shaun geschildert werden, Fakten einflicht. Besonders interessant ist der Anhang, in dem nicht nur alle Namen der an der Evakuierung der Menschen beteiligten Schiffe auflistet, sondern auch Anja Marschalls Quellen offenlegt sowie Kartenausschnitte, die die Schauplätze offenbart. So mag ich das! Wer will, kann diesen Originalquellen nachgehen, um nicht irgendwelchen Verschwörungstheorien, die auch heute noch im Internet und Buchhandel zu finden sind, aufzusitzen.
Anja Marschall versteht es sehr gut, nach intensiver Recherche Fakten und Fiktion zu verknüpfen. Ihr Schreibstil ist eindringlich, ohne Zuckerguss und vermittelt die Dramatik dieser Tage.
Fazit:
Gerne gebe ich dieser Hommage an die viele Helferinnen und Helfer, die ihr eigenes Leben eingesetzt haben, um andere zu retten, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Nadine Dietz
aus Pforzheim
4/5
10.09.2026
eBook (ePUB)
Sehr bewegend
Ich habe schon einige Romane und Berichte über das Attentat vom 11.September gelesen und war sehr neugierig auf diesen Roman.
Es beginnt chronologisch mit dem Morgen, der aus den Perspektiven von diversen Personen geschildert wurde. Im Fokus steht der mürrisch, vom Leben gebeutelte Schiffer Abe und seine Tochter Rhona, die im Nordturm arbeitet sowie Ben, der auch dort im Aktiengeschäft eine hohe Stellung hat und das auch lebt.
Die Autorin hat die Atmosphäre nach den Einschlägen, die Panik und das Grauen sehr atmosphärisch und bildhaft beschrieben. Ich hatte das Gefühl, immer weiterlesen zu wollen und die wechselnden Hsndlungsorte und Figuren haben für Spannung gesorgt. Trotz des grossen Leids hat Anja Marschall auch Stärke und ein grosses Maß an Hilfsbereitschaft beschrieben und die grandiose Rettungsaktion per Schiff und Boot hat mich sehr beeindruckt.
Der Roman punktet ausserdem mit Informationen, die mir vorher so nicht bekannt waren und ich hatte intensive Lesestunden.
Das ausdrucksstarke Cover zeigt den Mut und die Hoffung auf ein Leben auch nach dem 11.September 2001.
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