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Mit Rechten leben Widerstand und Nähe im Alltag | Das Buch zum Superwahljahr 2026

1

22,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

27741

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

25.06.2026

Verlag

Gutkind Verlag

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

20,4/13,9/2,5 cm

Gewicht

275 g

Farbe

Seidengrau

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9894112-6-5

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

27741

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

25.06.2026

Verlag

Gutkind Verlag

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

20,4/13,9/2,5 cm

Gewicht

275 g

Farbe

Seidengrau

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9894112-6-5

Herstelleradresse

Gutkind Verlag
Friedrichstraße 126
10117 Berlin
DE

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Kluge Denkanstöße zum Umgang mit Rechten im Alltag

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 26.06.2026

Bewertungsnummer: 3179168

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

In Ihrem Sachbuch „Mit Rechten leben. Widerstand und Nähe im Alltag“ geht die Soziologin und Journalistin Jana Glaese der Frage nach, sie man in der aktuellen gesellschaftlichen Lage im Alltag mit Menschen umgehen soll, die rechtspopulistische oder rechtsextreme Ansichten teilen. Sei es auf der Arbeit, im Verein, in der Nachbarschaft oder in der eigenen Familie: Rechte oder sogar rechtsextreme Positionen sind mittlerweile nicht mehr nur am Rande, sondern überall mitten in unserer Gesellschaft zu finden.   Die Autorin untersucht in ihrem Buch verschiedene Alltagssituationen z.B. unter Arbeitskolleg*innen, in der Schule, beim Ehrenamt wie Feuerwehr, im Vereinsleben, in der dörflichen Nachbarschaft. Wie ist ein alltägliches Zusammenleben bei so unterschiedlichen politischen Ansichten möglich– und wann nicht? Sie lotet das Spannungsfeld aus zwischen dem notwendigen demokratischen Widerstand („Haltung zeigen“) und dem Erhalt sozialer Beziehungen im engsten Umfeld aus. Dabei legt sie dar, unter welchen Bedingungen ein Diskurs noch fruchtbar ist und wo die Reißleine gezogen werden muss, um die eigenen demokratischen Prinzipien zu schützen.   Sie stellt die Frage, ob man seine Haltung verrät, wenn man sie nicht zeigt bzw. erörtert, wann es vielleicht sinnvoller ist, sie nicht offenzulegen.   „In etwa so lauten oft die Worte jener, die vor der radikalen und extremen Rechten warnen und vor ihren Versuchen, den Begriff der Neutralität für sich zu vereinnahmen. Wer Neutralität als ‚Anything goes‘, ‚Du darfst keine Position haben‘ oder ‚Jegliche Kritik ist verboten‘ missversteht, ist der rechten List auf den Leim gegangen. Weil das häufig geschieht, ist es notwendig, zu klären, was Neutralität tatsächlich bedeutet und was nicht. Ebenso will ich diskutieren, was das beste Gegenprogramm zur falschen Neutralität ist. Heißt das immer ‚Haltung zeigen‘?“   „Und trotzdem kann man an dem Grundimpuls festhalten, dass Politisches und Privates nicht zu sehr vermengt werden sollten – einmal, um den Raum des Politischen lebendig zu halten, und weil das, was uns in der Politik anleitet, nicht zum alleinigen Prinzip unseres Miteinanders werden sollte. Schließlich gibt es so viel anderes, woran man sich orientieren und dem man sich verpflichtet fühlen kann: einer Freundin aus Loyalität; den eigenen Schülern oder Patienten aus einem Berufsethos heraus; der Familie aus Liebe. Offen bleibt jedoch, wie weit man dafür politische Kritik zurücktreten lässt.“   „Wenn man den Gedanken vom Osten als Vorreiter – keineswegs neu, hier aber präzisiert – aufnimmt, dann bedeutet das: Nicht nur die Sitzverteilung in Parlamenten wird sich verändern und zu den Rändern hin verschieben; auch im Alltag werden wir überall häufiger auf Mitmenschen treffen, die politisch anders wählen – auch radikal anders – als wir selbst. Sehr wahrscheinlich ist, dass damit eine Stille, wie sie mir teils noch begegnet ist, seltener werden wird. Da, wo Nicht-Rechte derzeit in einer klaren Mehrheit sind, wären sie gut beraten, aus ebendieser Position heraus auf andere zuzugehen und die Diskussion zu eröffnen – anstatt abzuwarten, dass sich ganz andere Dynamiken durchsetzen. Wie sehr die unterschiedlichen Formen der Nähe und des Widerstands dazu führen, dass Menschen ihre Positionen verändern, mehr Verständnis füreinander gewinnen oder, noch hehrer, die Demokratie stärken, ist schwer vorauszusagen. Sicher ist, dass sie tiefgreifende politische Konflikte nicht aus der Welt schaffen werden. Solch ein Anspruch wäre nicht nur zu hoch gegriffen, sondern würde dieses Buch auch falsch verstehen: Es stellt kein Plädoyer dar, den Einsatz für ein besseres demokratisches Miteinander allein dem Individuum zu überlassen und damit gemeinsames Handeln – in der Politik, in Gewerkschaften, in sozialen Bewegungen, in Institutionen wie Schulen und Universitäten – zu ersetzen. Der Anspruch ist vielmehr, Antworten zu formulieren, die neben den institutionellen und kollektiven existieren und den von Gewohnheit, Unmittelbarkeit und oft auch Wärme geprägten Lebensalltag von Menschen ernst nehmen. Das Buch formuliert keinen Ersatz, sondern Ergänzungen. Denn im Privaten und Alltäglichen vermengen sich politische Fragen unweigerlich mit anderem – dem Bedürfnis nach Zusammenhalt, der Liebe zur Familie, der Verpflichtung für eine Aufgabe. Wäre es nicht klug, wir lernten, uns diese Realität und die ihr innewohnende, oft unvermeidbare Nähe zunutze zu machen? Denn dort, wo sie beides zu sein vermag – zugewandt und kritisch, verbindend und fragend –, sind Beziehungen zwischen Rechten und Nicht-Rechten nicht Ausdruck von Billigung und Komplizenschaft, sondern Zeichen einer wachen Auseinandersetzung.“   „Mit Rechten leben“ ist ein kluges Buch, das gute Denkanstöße bietet, wie man in einer polarisierten Gesellschaft zugleich kritisch und dennoch respektvoll miteinander bleiben kann.   Vielen Dank an den Gutkind Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

Kluge Denkanstöße zum Umgang mit Rechten im Alltag

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 26.06.2026
Bewertungsnummer: 3179168
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

In Ihrem Sachbuch „Mit Rechten leben. Widerstand und Nähe im Alltag“ geht die Soziologin und Journalistin Jana Glaese der Frage nach, sie man in der aktuellen gesellschaftlichen Lage im Alltag mit Menschen umgehen soll, die rechtspopulistische oder rechtsextreme Ansichten teilen. Sei es auf der Arbeit, im Verein, in der Nachbarschaft oder in der eigenen Familie: Rechte oder sogar rechtsextreme Positionen sind mittlerweile nicht mehr nur am Rande, sondern überall mitten in unserer Gesellschaft zu finden.   Die Autorin untersucht in ihrem Buch verschiedene Alltagssituationen z.B. unter Arbeitskolleg*innen, in der Schule, beim Ehrenamt wie Feuerwehr, im Vereinsleben, in der dörflichen Nachbarschaft. Wie ist ein alltägliches Zusammenleben bei so unterschiedlichen politischen Ansichten möglich– und wann nicht? Sie lotet das Spannungsfeld aus zwischen dem notwendigen demokratischen Widerstand („Haltung zeigen“) und dem Erhalt sozialer Beziehungen im engsten Umfeld aus. Dabei legt sie dar, unter welchen Bedingungen ein Diskurs noch fruchtbar ist und wo die Reißleine gezogen werden muss, um die eigenen demokratischen Prinzipien zu schützen.   Sie stellt die Frage, ob man seine Haltung verrät, wenn man sie nicht zeigt bzw. erörtert, wann es vielleicht sinnvoller ist, sie nicht offenzulegen.   „In etwa so lauten oft die Worte jener, die vor der radikalen und extremen Rechten warnen und vor ihren Versuchen, den Begriff der Neutralität für sich zu vereinnahmen. Wer Neutralität als ‚Anything goes‘, ‚Du darfst keine Position haben‘ oder ‚Jegliche Kritik ist verboten‘ missversteht, ist der rechten List auf den Leim gegangen. Weil das häufig geschieht, ist es notwendig, zu klären, was Neutralität tatsächlich bedeutet und was nicht. Ebenso will ich diskutieren, was das beste Gegenprogramm zur falschen Neutralität ist. Heißt das immer ‚Haltung zeigen‘?“   „Und trotzdem kann man an dem Grundimpuls festhalten, dass Politisches und Privates nicht zu sehr vermengt werden sollten – einmal, um den Raum des Politischen lebendig zu halten, und weil das, was uns in der Politik anleitet, nicht zum alleinigen Prinzip unseres Miteinanders werden sollte. Schließlich gibt es so viel anderes, woran man sich orientieren und dem man sich verpflichtet fühlen kann: einer Freundin aus Loyalität; den eigenen Schülern oder Patienten aus einem Berufsethos heraus; der Familie aus Liebe. Offen bleibt jedoch, wie weit man dafür politische Kritik zurücktreten lässt.“   „Wenn man den Gedanken vom Osten als Vorreiter – keineswegs neu, hier aber präzisiert – aufnimmt, dann bedeutet das: Nicht nur die Sitzverteilung in Parlamenten wird sich verändern und zu den Rändern hin verschieben; auch im Alltag werden wir überall häufiger auf Mitmenschen treffen, die politisch anders wählen – auch radikal anders – als wir selbst. Sehr wahrscheinlich ist, dass damit eine Stille, wie sie mir teils noch begegnet ist, seltener werden wird. Da, wo Nicht-Rechte derzeit in einer klaren Mehrheit sind, wären sie gut beraten, aus ebendieser Position heraus auf andere zuzugehen und die Diskussion zu eröffnen – anstatt abzuwarten, dass sich ganz andere Dynamiken durchsetzen. Wie sehr die unterschiedlichen Formen der Nähe und des Widerstands dazu führen, dass Menschen ihre Positionen verändern, mehr Verständnis füreinander gewinnen oder, noch hehrer, die Demokratie stärken, ist schwer vorauszusagen. Sicher ist, dass sie tiefgreifende politische Konflikte nicht aus der Welt schaffen werden. Solch ein Anspruch wäre nicht nur zu hoch gegriffen, sondern würde dieses Buch auch falsch verstehen: Es stellt kein Plädoyer dar, den Einsatz für ein besseres demokratisches Miteinander allein dem Individuum zu überlassen und damit gemeinsames Handeln – in der Politik, in Gewerkschaften, in sozialen Bewegungen, in Institutionen wie Schulen und Universitäten – zu ersetzen. Der Anspruch ist vielmehr, Antworten zu formulieren, die neben den institutionellen und kollektiven existieren und den von Gewohnheit, Unmittelbarkeit und oft auch Wärme geprägten Lebensalltag von Menschen ernst nehmen. Das Buch formuliert keinen Ersatz, sondern Ergänzungen. Denn im Privaten und Alltäglichen vermengen sich politische Fragen unweigerlich mit anderem – dem Bedürfnis nach Zusammenhalt, der Liebe zur Familie, der Verpflichtung für eine Aufgabe. Wäre es nicht klug, wir lernten, uns diese Realität und die ihr innewohnende, oft unvermeidbare Nähe zunutze zu machen? Denn dort, wo sie beides zu sein vermag – zugewandt und kritisch, verbindend und fragend –, sind Beziehungen zwischen Rechten und Nicht-Rechten nicht Ausdruck von Billigung und Komplizenschaft, sondern Zeichen einer wachen Auseinandersetzung.“   „Mit Rechten leben“ ist ein kluges Buch, das gute Denkanstöße bietet, wie man in einer polarisierten Gesellschaft zugleich kritisch und dennoch respektvoll miteinander bleiben kann.   Vielen Dank an den Gutkind Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

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Mit Rechten leben

von Jana Glaese

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