England, im Jahre 1537: Die Reformation ist in vollem Gange, Heinrich VIII hat sich selbst zum „Oberhaupt der Kirche“ ernannt und unter Thomas Cromwells Befehl reisen Kommissare durchs Land, die die Klöster inspizieren sollen. Im Kloster von Scarnsea an der Südküste Englands sind derweil die Dinge gänzlich außer Kontrolle geraten. Einem von Cromwells Kommissaren ist dort mit einem einzigen Säbelhieb der Kopf vom Rumpf abgetrennt worden. In der folgenden Nacht wird ein schwarzer Hahn auf dem Altar geopfert. Wer steckt dahinter? Und warum?Matthew Shardlake, Rechtsanwalt und lange Zeit ein Befürworter der großen Reformation, wird von Cromwell nach Scarnsea beordert, um die Sachlage zu klären. Aber je mehr er ermittelt, desto klarer wird ihm auch, dass er im Grunde niemandem und nichts trauen kann.....
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spannendes historisches Lesefutter
Edith Berger am 18.11.2020
Bewertungsnummer: 388584
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
England im Jahr 1537. Heinrich der VIII hat sich von Rom losgesagt und sich selbst zum Oberhaupt der Kirche ernannt. Im Auftrag von Lordkanzler Thomas Chromwell reisen Kommissare durch das Land um die Klöster zu inspizieren. Alle Besitztümer werden aufgelistet, enteignet, der Krone überantwortet und die Klöster aufgelöst. Robin Singleton, einer der Kommissare ist in einem Benediktinerkloster ermordet worden. Der Rechtsanwalt Matthew Shardlake wird von Thomas Chromwell beauftragt mit den Ermittlungen zu beginnen um diesen Mord aufzuklären
In England in der Mitte des…
tassieteufel am 18.12.2013
Bewertungsnummer: 2697103
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
In England in der Mitte des 16. Jahrhunderts ist die Reformation in vollem Gange, Heinrich der VIII hat sich selbst zum Oberhaupt der Kirche ernannt und ist erpicht darauf, den Kirchenbesitz in die Finger zu bekommen. Kleinere Klöster wurden bereits geschlossen und Kommissare inspizieren im Auftrag des Königs die bedeutenderen Häuser um dort Mißstände aufzudecken. Im Kloster Scarnsea an der Südküste Englands scheinen die Ereignisse völlig aus dem Ruder zu laufen, dort wurde einem königlichen Kommissar mit einem einzigen Säbelhieb der Kopf abgetrennt und in der Kirche wurde ein schwarzer Hahn auf dem Altar geopfert. Matthew Shardlake, Rechtsanwalt in Cromwells Diensten wird in das Kloster beordert um dort den Mord und andere Machenschaften aufzudecken. Doch die Mönche scheinen einiges vor dem Kommissar zu verbergen zu haben, denn die Ermittlungen kommen nicht so recht voran, bis es zu weiteren Todesfällen kommt. Von Anfang an ist es dem Autor gelungen, mich mit seiner atmosphärisch dichten Beschreibung über Land, Leute und die schwierige politische Lage Mitte des 16. Jahrhunderts zu fesseln. Mit Matthews Ankunft im Kloster kommt eine düstere, beklemmende Stimmung auf, es ist tiefster Winter, die Temperaturen eiskalt und das Kloster mehr oder weniger eingeschneit, hinzu kommt die unsichere Lage für die Mönche. Das alles ist für den Leser spürbar und wird authentisch vermittelt. Matthew Shardlake, der sich als Buckliger selbst genug Vorurteilen ausgesetzt sieht, ist ein glühender Verehrer der Reformation, doch nach und nach sieht er sich mit unschönen Wahrheiten konfrontiert, vor denen er die Augen nicht verschließen kann. Diese Entwicklung der Hauptfigur ist dem Autor sehr gut gelungen, denn die langsam einsetzende Erkenntnis ist für den begeisterten Reformator nicht leicht zu ertragen. Auch die anderen Figuren hat der Autor mit Ecken und Kanten versehen und schildert ebenso bildhaft die Sorgen und Nöte der einfachen Leute die unter der Unsicherheit der Reformationszeit zu leiden haben, wie auch die Profiteure dieser Epoche, die die vorhandenen Gegebenheiten gnadenlos ausnutzten. Die Ermittlungen gestalten sich zunächst schwierig, es gibt kaum Hinweise und mehrmals gerät Shardlake auf die falsche Fährte, langweilig wird es trotzdem nie, da es genügend Wendungen und Ereignisse gibt, die die Aufmerksamkeit des Lesers fesseln. Neben der Frage nach dem Mörder, ist es auch das unklare Schicksal des Klosters und das zunehmend ablehnende Verhalten das Mark Poer, Matthews Schützling, diesem entgegenbringt, das die Vermutungen des Lesers anregt. Auf die Auflösung wäre ich trotzdem nicht gekommen, von allen möglichen Verdächtigen war mir die Person am wenigsten verdächtig und so war das Ende für mich dann doch überraschend! Hilfreich hätte ich allerdings ein Glossar gefunden, in dem die ganzen klösterlichen Titel wie Bursarius, Infirmarius, etc. erklärt werden. Einiges ergibt sich zwar beim Lesen, aber ein paar Erläuterungen wären hier nicht schlecht gewesen. FaziT: für mich ein spannender und kniffliger historischer Krimi, der vor allem durch seine atmosphärisch dichte, wenn auch beklemmende Stimmung und den hervorragend vermittelten Zeitgeist und seine vielschichten Figuren glänzt!
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