Auf einer von Krieg gezeichneten Insel stehen sich zwei Stämme unversöhnlich gegenüber: Dag Danann kämpft mit seinen Männern für Freiheit und Schutz der Schwachen, während der brutale Bas Drochheel mit eiserner Axt Dörfer niederbrennt.
Als Dag in einem Hinterhalt gefangen wird, scheint alle Hoffnung verloren, bis eine unheimliche Gestalt in schwarzem Federumhang auftaucht. Der geheimnisvolle Rabe kämpft schneller und tödlicher als jeder Mensch und rettet Dag mehrfach das Leben.
Doch ist er ein Krieger aus Fleisch und Blut, ein uralter Gott oder etwas ganz anderes?
Während die Grenzen zwischen Mensch und Mythos verschwimmen, wächst in Dag eine gefährliche Frage: Kann man einem Retter trauen, dessen wahre Natur niemand kennt, nicht einmal er selbst?
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Legendenerzählung in aller Kürze
Lisa Smolinski am 22.06.2026
Bewertungsnummer: 3175608
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Dag, Morri, Nial, Bas und eine ominöse Rabengestalt - das sind die Hauptprotagonisten von Amy Melina Loß in "Das Erwachen des Raben". Und sie tragen die Geschichte. Daneben scheint allerlei Magie im Spiel zu sein und die Grenzen zwischen Mensch und Gott, Mythos und Glaube verschwimmen.
Worum geht es?
Es ist eine klassische gut gegen böse Geschichte. Der bescheidene Held, der sich für seine Leute und Schutzlose einsetzt auf der einen, die gewissenlose, machtbessene Bestie auf der anderen Seite. So könnte man Dag auf der einen und Bas auf der anderen Seite beschreiben. Welche Rolle eine rothaarige Frau und ein schwarzes Rabenwesen spielt muss an der Stelle ausgespart werden, da beide dem klassischen Plot eine Nuance Überraschung hinzugeben.
Und wie ist das Buch?
Es ist eine schöne Geschichte, die atmosphärisch dicht ist, aber die mir am Ende des Tages zu kurz vorkam. Zu gern hätte ich mich mehr in den etwas blassen Nial an Dags Seite eingefühlt oder Bas als mehrdimensionalen Charakter kennengelernt, der vielleicht nicht nur das Töten im Kopf oder zumindest Gründe dafür hat. Ob jemensch das so wahrnimmt, weiß ich nicht. Eventuell wollte nur ich - aus meiner Berufskrankheit als Psychologin heraus - das Böse verstehen. Aber wenn die Kürze einer Geschichte der größte Kritikpunkt ist, hat die Autorin auch einiges richtig gemacht.
Eine Leseempfehlung für Menschen, die gerne über Legenden lesen und an mich die Einladung den Charakteren einfach in der Fantasie noch mehr Komplexität zu verleihen. Und ganz nebenbei ist das Buch noch ein absoluter Hingucker, da Amy offensichtlich nicht nur richtig gut schreiben, sondern auch atemberaubend schön malen kann.
4,5 von 5 Sternen von mir (das geht aber nicht und es wird ja aufgerundet)
Starkes Buch in Nebensätzen!
Bewertung am 10.05.2026
Bewertungsnummer: 3134428
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich kaufte mir diesen schönen Farbband und las mit Genuss.
Geschichte siehe Klappentext.
Eine Frau, die nicht heiraten will, weil, Achtung Spoiler, die Erwartungen der Gesellschaft, in die sie einheiraten würde, ihre Freiheit beschneiden. Ihr einen Teil ihres Wesens nehmen, sie in Fesseln legt, partiell. Zur Sklavin macht, weil unfrei. Auch wenn der Gemahl anderes verspricht. Weise. Klug. Lebensnah.
Glaube, ein wichtiges Thema dort, anders als Du jetzt vielleicht denkst. Erschaffen die Menschen die Götter oder die Götter die Menschen? Ein ähnlicher Satz findet sich relativ früh im Buch. Sehr gute Frage.
Und diese Worte halten nach, bildeten ein Echo. Gestern war die Konfirmation meiner Nichte. Eine Veranstaltung, nicht Gottesdienst, die mich sehr stark an ein Schauspiel erinnerte. Vielleicht bin ich zu kritisch, zu sehr vom Leben geprüft, aber Sätze wie "Ich bin Dein Herr, Dein Gott" lassen mich als Frau mehr als nur würgen. Die Konfirmandensprüche, ja, hm, gibt es da keine gendergerechten? Welche von den wenigen Frauen in der Bibel? Die Kirche ist das Patriachat, das Patriachat kommt auch aus der Kirche!
Und was hat das mit der von Amy erzählten Legende zu tun? Vielleicht nichts, vielleicht alles. Denn in einer Schlüsselszene sagt Bas "Und was geglaubt wird... wird Wirklichkeit!"
Anderer starker Satz "Was ist Gott anderes als ein Mann, an den alle glauben?"
Und genau deswegen hat es mich gestern die gesamte Zeit in der Kirche gegruselt. Der Glauben an eine männliche Legende wird den jungen Mädchen dort mit auf den Weg gegeben. Wäre es anders für mich gewesen, wenn dort eine andere Legende, z.B. Morri, als Vorbild hingestellt worden wäre? Wahrscheinlich schon. Eine Frau, die in Amys Geschichte und in der Legende frei sein will. Zur Göttin wird. Anbetungswürdigung, ja. Aber nicht mit über 2000 Jahre alten misogyen Sprüchen. Weg mit "Ich bin Dein HERR, Dein Gott"! SOFORT!
Starkes Buch in Nebensätzen!
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