Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Altersempfehlung
ab 12 Jahr(e)
Erscheinungsdatum
08.04.2026
Verlag
TreditionSeitenzahl
98
Maße (L/B/H)
21/14,8/0,8 cm
Gewicht
157 g
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-384-83900-8
In den Texten des vorliegenden Debütbands geht es um die Frage, auf welche Weise Literatur und Leben zusammenhängen. Denn typisch für die Protagonisten der Erzählungen ist, dass sie keinen Zugang zur Welt finden und deshalb in geografisch und kulturell entlegene Topografien ausweichen, um sich dort auf die Suche nach dem Schlüssel für notwendige Veränderungen in ihrem Leben zu machen. Darunter sind ein Schulabbrecher, der sich per Anhalter auf den Weg nach Süden macht. Ein junger Pirschgänger, der in eine Labyrinth gerät. Ein Krankenhauspatient, der seiner eigenen Wahrnehmung misstraut. Ein Sizilienfahrer, der sich in der Fremde zu finden hofft und schließlich ein Erzähler, der all diese Geschichten träumt oder erfindet. Dies ist das Personal der Texte, in denen es um Flucht und Verwandlung und die Suche nach einem Ort geht, wo man wirklich leben kann. In den Erzählungen spielen zudem Bücher eine wichtige Rolle. Sie helfen den Protagonisten bei der Bewältigung eigener Probleme und fungieren als Vorbilder für das eigene Schreiben, darunter vielleicht am wichtigsten Thomas Bernhards Prosa. Dabei kann fiktionales Erzählen, wie der Reihentitel Literarische Simulationen andeutet, im Sinn einer kognitiven Simulation individueller und sozialer Welten verstanden werden - ein Ansatz, der in der kognitiven Literaturwissenschaft und der Neuronarratologie diskutiert wird. So soll der Text den Lesern ermöglichen, ein dynamisches Modell der Geschichte zu entwerfen, das ihnen erlaubt, qua Vorstellungskraft immersiv in das Geschehen einzutauchen. Von diesem Ansatz geht der Autor auch in seinen im Transcript-Verlag erschienenen Studien zum Komplexen Erzählen aus. Die Texte verstehen sich deshalb als literarische Beispiele für die literaturwissenschaftliche Theorie und wollen belegen, wie wissenschaftliche und literarische Arbeit in einer übergreifenden ästhetischen Praxis zusammenwirken können.
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