Wenn in verfallenen Villen und venezianischen Weinkellern Geheimnisse lauern, die lieber unentdeckt geblieben wären_…
Wenn Liebe, Wahnsinn und Wiederkehr sich mischen – zwischen einer Frau im Meer, einem dämonischen Lächeln und den lebenden Toten an der Tankstelle …
… dann bist du mitten im Auge des Sturms!
Zwanzig Erzählungen aus der Phantastik, mit kurzen Einleitungen des Autors
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So nahrhaft wie ein Eintopf
Ramona Schroller aus Klein Rönnau am 09.06.2026
Bewertungsnummer: 3163091
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ja, ich bekenne es, ich habe mir dieses Buch als Rezensionsexemplar organisiert. Wie könnte ich auch nicht? Markus ist einer meiner Lieblingsautoren. Bin ich wegen unserer Freundschaft befangen? Ich hoffe nicht, denn ich weiß, dass er meine Meinung zu seinen Büchern schätzt. Aber zum Buch.
Eine neue Anthologie erwartet den geneigten Leser dieses Mal wieder. 20 Geschichten, mal kurz, mal länger. Korb bringt in diesen Buch nicht nur Horror unter, sondern auch Science Fiction und ... ein Märchen? Jedenfalls erwartet den geneigten Leser eine Menge Lesespaß. Aber sehen wir uns die Geschichten im einzelnen an:
In Love like Blood begleiten wir einen Journalisten auf seinem Weg zu einem Interview. Dass dieses Interview nicht ganz so verläuft wie erhofft macht die Sache aber nicht leichter.
All diese Momente teilen die KIs der kleinen Spinnenroboter, die die Sonne von einem kleinen Mond aus beobachten. Doch mit wem teilen sie sie eigentlich? Eine interessante Story über Dinge, die einfach überleben, ohne noch einen Nutzen zu besitzen - oder vielleicht doch? Ein Highlight für mich, dass mich emotional sehr tief berührte.
In Das Geheimnis von Hore Abbey begleiten wir eine Gruppe Studentinnen auf ihrem Irland-Trip nach Hore Abbey. Allerdings geht es dort vielleicht nicht ganz mit rechten Dingen zu?
Der einsame Astronaut auf dem verlassenen Kometen trifft eine Entscheidung, die vielleicht nicht jeder nachvollziehen kann - ich schon. Und ich wünsche ihm alles Gute für seine weitere Reise.
Mit Mooskopf mischt Korb zwei Genres und geht dabei sehr klug vor. Am Ende eine tragische Science Fiction-Geschichte, die sich mit Horror-Elementen kleidet.
Stich dein dämonisches Lächeln in mein Hirn denkt sich der Filmemacher, als er das alte Thalima-Gelände für seinen Dokumentarfilm aufsucht. Unerwartete Wendung hier, die ich sehr gelungen fand.
Mit Die Tankstelle der lebenden Toten liefert Korb die längste Geschichte der ganzen Storysammlung ab - und definitiv die kurzweiligste. Was, wenn die Toten unter uns wandeln und uns ebenfalls töten wollen? Sehr viel B-Movie, wie auch gewünscht, und hoher Schmunzel-Faktor.
In Der Zwilling trifft eine Restaurateurin auf eben jenen, und kriegt ihn nicht mehr aus ihrem Kopf. Es bleibt ihr am Ende nur eine drastische Lösung für das Problem.
Die Frau im Meer ist der Auftakt zu einer kleinen Geschichtensammlung, die Korb bei dem Besuch an der Ostsee gekommen ist. Eine handwerklich gut strukturierte Story.
In Die Heimsuchung des alten Vogelbeobachters muss eben jener einen Preis für seine Taten zahlen. Manche Preise möchte man aber einfach nicht nicht berappen ...
Mit Die Geschichte von Aku, dem Fischer, und Reyri, dem Schattenlöwen begibt sich Korb meines Wissens erstmals auf einen Märchenpfad. Es bleibt am Ende allerdings ein eigenartiger Geschmack beim Leser zurück, auch wenn es handwerklich gut geschrieben ist. Es fehlt etwas.
Tief unten im Weinkeller des venezianischen Palazzos wartet ein Geheimnis. Nur ist es nicht das, was der Hausherr sich erhoffte. Einmal eine Geschichte mit leichten Stilelementen von Poe. Ein Highlight, wenn auch nicht das stärkste.
Eine klassische Gespenstergeschichte bereitet Korb mit Die zerfallene Villa in Vertesszölös. Ein weiteres Highlight der Anthologie.
Strandkorbbekanntschaften ließen mich persönlich etwas verwirrt zurück. Irgendwie habe ich den Sinn hinter der Geschichte nicht ganz verstanden, fürchte ich.
Dagegen hat Das Gewächshaus in Liverpool mich direkt aus den Socken gehauen. Nur eine Vignette, aber sehr kraftvoll und definitiv ein weiteres Highlight dieses Buches.
Aal-Dieter und Bananen-Uwe stehen eigentlich auf dem Hamburger Fischmarkt - bis Uwe eines Tages fehlt. Auf der Suche nach ihm gerät Aal-Dieter in eine surreale Welt. Handwerklich gut geschrieben.
Das Restaurant in der Einöde steht genau dort und wird doch regelmäßig von Gästen frequentiert. Aber ob diese Gäste die Wahrheit hinter diesem Lokal kennen? Für mich ein weiteres Highlight.
Welcome to the Pleasuredome beginnt sehr stark - hält aber leider nicht durch. Für mich die wohl enttäuschendste Geschichte der Anthologie.
Wahngedichte ist nicht ganz einfach zu lesen. Die Inspiration dazu holte sich Korb aus einem Traum, was nicht die schlechteste Muse für einen Autoren ist. Ich empfehle, diese sehr kurze Story wenigstens zweimal hintereinander zu lesen, damit man wirklich begreift, worum es geht.
Mit der Titelgeschichte Im Auge des Sturms endet diese Anthologie - und sie endet extrem stark, wie sie auch begonnen hat. Korb dreht hier wieder auf und zeigt, was er wirklich meisterlich kann, historischen Horror. Dieses Mal in Form einer Schiffsreise und eines Sturms - und einiger blinder Passagiere sozusagen. Ein weiteres Highlight.
Eine solide Anthologie mit ein, zwei Schwächen, aber einer Menge sehr interessanter und zum Nachdenken einladender Geschichten, die gern auch noch einmal gelesen werden möchten.
Zwischen Schatten, Schrecken und stillen Momenten
Rüdiger Kaufmann am 07.06.2026
Bewertungsnummer: 3160803
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Eine Sammlung, die fesselt, verstört, überrascht – und zeigt, wie vielfältig Geschichten sein können.
Diese Kurzgeschichtensammlung hat mich auf eine Weise abgeholt, wie es nur wenige schaffen. Es gibt Geschichten, die einen so sehr in den Bann ziehen, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte – und andere, die einen mit einem ganzen Schwarm an Fragezeichen zurücklassen. Genau diese Mischung macht den Reiz aus: Horror, Geister, Gespenster, unerklärliche Phänomene, aber auch nachdenkliche Momente, die länger nachhallen, als man erwartet.
Was für mich besonders heraussticht, sind die kleinen Vorworte zu jeder Geschichte. Sie geben jeder Erzählung einen eigenen Rahmen, eine Stimmung, einen Einstieg, der neugierig macht, ohne etwas vorwegzunehmen. Ein kleines, aber wirkungsvolles Detail, das die Sammlung aufwertet.
Unterm Strich ist das für mich eine klare Leserempfehlung – gerade weil die Geschichten so unterschiedlich wirken und doch alle denselben Sog entwickeln: Man will wissen, wohin sie führen, selbst wenn manche Wege bewusst im Nebel enden.
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