Hinter der pastellfarbenen Fassade der amerikanischen Vorstadthäuser an der »Revolutionary Road« lebt das junge Ehepaar Wheeler genau das Leben, das es niemals gewollt hat: zwei Kinder, die einfältigen Nachbarn, Franks sinnentleerte Tätigkeit in einem Großraumbüro. April, eine mäßig begabte Schauspielerin, träumt von einem Dasein fernab der Gewöhnlichkeit – von einem Künstlerleben in Paris. Doch ohne es zu merken rutschen April und Frank und immer tiefer und tiefer in die Spießbürgerlichkeit ab.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
aus Zürich
5/5
18.06.2022
eBook (ePUB)
Über das Abfinden mit der Mittelmässigkeit
Der Roman erzählt die Geschichte von April, die ihren künstlerischen Ausdruck sucht und Frank, der sich für einen intelligenten und interessanten Menschen hält. Ihre Bedeutung definieren sie vorerst dadurch, dass sie keine solchen «Vorstadttypen» sein wollen wie ihre Nachbarn.
Frank kann sich der Umgebung anpassen. Er erlebt ausgerechnet bei der «unbedeutenden» Arbeit, dass er tatsächlich über das Mittelmass hinauswachsen kann. April gegenüber will er dies nicht eingestehen. April scheitert bei einer Laienaufführung als Schauspielerin. Sie will die Enge der «Revolutionary Road» verlassen und plant den Umzug nach Paris. Sie gibt vor, dies in erster Linie wegen Frank zu tun.
Der Roman ist beklemmend. Das Ehepaar tut ständig etwas anderes als das, was es wirklich möchte. Sie suchen nach einer Art von Bedeutung über das Mittelmass hinaus, die sie nicht haben. Dies erkennen sie zwar, haben aber nicht die Kraft, sich aus diesem Selbstbetrugs zu befreien. Der Roman ist spannend, die Dialoge gestochen scharf und packend, die Entwicklung der Handlung zwingend. Einer der besten Romane, den ich in den vergangenen Jahren gelesen habe.
Bewertung
aus Zürich
5/5
11.03.2021
Hörbuch-Download (MP3)
Ein topaktueller Klassiker
Frank und April leben mit ihren zwei Kindern das scheinbar perfekte Leben in einer Vorstadt von NYC. Sie haben ein Auto, ein Haus, nette Nachbarn und genug Geld durch die Arbeit, die Frank in NYC hat. Ihre Träume haben sie schon längst begraben, versuchen das beste aus ihrem unspektakulären Vorstadtleben zu machen, über das sie die ganze Zeit mit ihren Nachbarn schnöden, denn schließlich seien sie alle etwas Besseres und durchschauen die vollständige Leere dieses Lebens vollkommen im Gegensatz zu den meisten anderen, die dort auf die gleiche Art vor sich hinvegetieren. Es sind die 1950er Jahre, der Mann hat das sagen, es fließt viel Alkohol gegen die Langeweile, die Gesellschaft ist stockkonservativ. Deckel drauf und gut verschließen, so dass alles schön ruhig bleibt. Aber leider gärt es im Kochtopf gewaltig. Die Leute sind an sich sehr unzufrieden und unerfüllt, beeinflussen sich gegenseitig mit miesen Spielchen, wollen ausbrechen, scheitern... Aber scheitern ist in dieser Kunstwelt nicht vorgesehen. Und dann geschieht die Katastrophe.
Das Hörbuch- sehr gut gelesen von Christian Brückner - hat mich mitgerissen. Sehr lakonisch wird die Tragik des gegen außen perfekt wirkende Familienlebens von Frank und April sowie dieser an sich selbst krankenden Gesellschaft vorgeführt - und alles in den Abgrund gestoßen. Und das auf eine so geschickte Art, dass das Buch bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. Es ist beinahe ungeheuerlich, wie treffend der Autor diese fadenscheinige Stimmung in der Vorstadt seziert und die Leute- jede Person auf ihre Art - in ihrem eigenen Sumpf von Lebenslügen versanden lässt. Und den meisten macht es nicht einmal etwas aus. Man nimmt das eben einfach einmal so hin.
Mit anderen Worten: Das ist ein unglaublich guter Text, der unsere Gesellschaft geschickt demontiert und die Falschheit in unserem gegenseitigen Umgang entlarvt, aber nicht an diesem Punkt stoppt, sondern mögliche Konsequenzen solcher persönlicher Selbstverleugnung aufzuzeigen vermag. Mich hat das Buch jedenfalls voll und ganz zu überzeugen vermocht.
Fazit: Unbedingt lesen (oder hören)
#Rezension #bookstagram #buchblogger #bookaddicted #instabook #buch #lesen #booklover #bücherwurm #buchblog #leseempfehlung #meinung #lesenswert
Bewertung
5/5
16.03.2016
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vielleicht sollte das Buch Pflichtlektüre...
Vielleicht sollte das Buch Pflichtlektüre vor jeder Eheschließung werden.
Flemming Behrends
aus Pforzheim
4/5
14.11.2011
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zieten des Aufruhrs
Mit Frank und April Wheeler verbringen wir selbstbetrügerische Zeiten im amerikanische Vorstadtmuff und schauen präzise und genau dabei zu, wie sich der american dream ,an beiden vorbei, in individuelle Hoffnungslosigkeit entwickelt. Ich liebe die kurzen, prägnanten Sätze, mit denen Richard Yates die Umgebung und das Innerste seiner Figuren zum Leben erweckt.Man sollte meinen, in diesem Buch ist der einzige, nicht ferngesteuerte Charakter, der angeblich gestörte Sohn der Vermieterin.
Viel Spass mit all der Heuchelei und einem Autor, der unter meine Top Ten gehört.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.