Die Biopolitik der Erschöpfung Eine Analyse der systemischen Ausgrenzung von ME/CFS & Long COVID im Kontext neoliberaler Verwertungslogik
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- Deutsch ausgewählt
19,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Altersempfehlung
18 - 99 Jahr(e)
Erscheinungsdatum
17.04.2026
Verlag
EpubliSeitenzahl
304
Maße (L/B/H)
21/14,8/1,8 cm
Gewicht
396 g
Auflage
1
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-565-41548-9
Ein zentrales Thema ist der Konflikt zwischen der „Kapitalzeit“ – einer linearen, auf Produktivität getakteten Zeitlichkeit – und der biologischen Realität chronisch Kranker. Das Leitsymptom PEM (Post-Exertionelle Malaise) wird dabei als „metabolischer Streik“ interpretiert: Ein biologisches Veto gegen das Dogma der unendlichen Verfügbarkeit menschlicher Arbeitskraft. Der Autor nutzt das Konzept der „Crip Time“ aus den Disability Studies, um eine dissidente Zeitlichkeit zu beschreiben, die sich dem Takt der ständigen Selbstoptimierung entzieht.Ein Schwerpunkt des Buches liegt auf der Kritik der „Deutschen Schule“ der Psychosomatik. Diese fungiere als administratives Herrschaftsinstrument, das organische Leiden systematisch re-psychologisiert, um den Staat von Verantwortung zu entlasten und Kosten im Rentensystem zu vermeiden. Dieser Prozess wird als „institutionelles Gaslighting“ und „epistemische Gewalt“ charakterisiert, bei dem die Wahrnehmung der Patienten gezielt entwertet wird.
Unter Rückgriff auf Theoretiker wie G.M. Tamás und Jasbir Puar diagnostiziert das Buch einen Zustand des „Postfaschismus“, in dem die universelle Staatsbürgerschaft für „Unproduktive“ faktisch aufgehoben wird. Betroffene werden als „Überflüssige“ markiert und durch administrative Gewalt einem langsamen sozialen Sterben überlassen. Das Werk schließt mit der Forderung nach einer „Politik der Sorge“, die auf radikaler Interdependenz und einem „Recht auf Erschöpfung“ basiert.
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