Beschreibung
Produktdetails
Einband
Gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum
16.09.2026
Verlag
Wallstein VerlagSeitenzahl
208
Maße (L/B)
21/12,3 cm
Auflage
1
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-8353-6214-7
Die Studie analysiert Thomas Manns »Zauberberg« im Kontext von Theorien des Anthropozäns, insbesondere von »scale critique«. Die Besessenheit des Romans mit Fragen der Skalierung ist offenkundig, wobei von Messbarkeit nicht die Rede sein kann. Welche Skalen des Erzählens generiert der Zauberberg, und in welchem historischen Kontext situiert sich Manns literarische »scale critique«? Die Zerstörung durch den Ersten Weltkrieg stellt eine Zäsur dar, die die raum-zeitlichen Skalen des Erzählens verschiebt. Es ist dieses »derangement of scale« (T. Clark), das der Zauberberg auslotet: Der Roman spannt Tiefenzeiten/-räume des Erzählens jenseits des Menschen aus, verschiebt das Verhältnis von erzählter Zeit und Erzählzeit ins Unermessliche, desavouiert Figur-Grund-Unterscheidungen und kreiert (Todes-)Zonen des Erzählens, in denen sich Sanatorium, Schnee und Kriegsschauplatz überlagern. Wo Manns »Zeitroman« den grundlegenden Stellenwert des Ersten Weltkriegs in der Geschichte des Anthropozäns markiert, konzipiert er zugleich das Anthro-pozän als »deep wartime« (P. Saint-Amour). Die Lektüre einer Konstellation von Texten der Zwischenkriegszeit (Freud, Döblin, Jünger) arbeitet den Einsatz von »scale critique« für das Denken des Anthropozäns als »deep wartime« und dessen Relevanz für unsere Gegenwart heraus.
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