Dieser Roman ist ein hochkomisches Berlin-Panoptikum der frühen Nullerjahre. Birrs jungem Helden zur Seite steht niemand Geringeres als Vicco von Bülow, der Mann, den wir alle als »Loriot« kennen. Zum 15. Todestag des Künstlers erscheint der erfolgreichste Satyr-Roman des letzten Jahrzehnts endlich als Taschenbuch.Berlin 2003: Wolfgang Schneider ist zwanzig und heißt trotzdem Wolfgang Schneider. Er lässt die Provinz hinter sich, doch in Berlin hat niemand auf ihn gewartet. Schon bald kann er die demonstrative Wichtigkeit der Menschen hier nicht mehr ernst nehmen. Leider rutscht er schnell in todernste Milieus ab, gerät ans Theater, in die Berliner Kunstszene und in eine kommunistische Hochschulgruppe. Die schlimme Erkenntnis: Augenscheinlich sind in Berlin alle bekloppt. Durch ein Missverständnis freundet sich Wolfgang mit dem fast achtzigjährigen Vicco von Bülow an. Der große Humorist erkennt in dem unbedarften Studenten ein Talent, von dem dieser noch gar nichts ahnt.Nicht zuletzt leuchtet Birrs von der Kritik hochgelobter Roman auch das Aufkommen eines aggressiven Individualismus und der humorlosen Verbissenheit aus, die unsere Gesellschaft heute spalten.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
rallewu
aus Niedersachsen
5/5
18.02.2024
Buch (Paperback)
Wunderbarer Humor, herrliche Situationskomik
Wolfgang Schneider ist gerade mal Anfang Zwanzig und heißt wirklich so - was haben sich seine Eltern dabei bloß gedacht? Das ist schon schlimm genug, aber Wolfgang kommt auch noch aus der westfälischen Provinz und langweilt sich dort unendlich. Die Lösung - zum Studium in die pulsierende Hauptstadt. Also zieht Wolfgang nach Berlin und beginnt ein Studium - allerdings ohne sich wirklich für das Studienfach zu interessieren. Er läßt sich treiben, lernt die Stadt, ihre Ur- und ihre zugezogenen Einwohner kennen und fragt sich schon bald: "Was geht hier eigentlich ab?"
Wolfgang stellt fest, dass es gar nicht so einfach ist, in einer Stadt mit dreieinhalb Millionen Einwohnern echte Bekanntschaften oder gar Freundschaften zu knüpfen. Und das Geld reicht natürlich auch nicht, so dass Wolfgang skurille Nebenjobs annimmt und plötzlich und ungeplant zum gefragten Performance-Künstler avanciert. Wolfgang ändert seinen Namen, taucht ein in eine Welt, die Offenheit und Toleranz predigt, in Wahrheit aber seine ganz eigenen festgefahrenen Regeln folgt.
Tilman Birr hält mit dem Buch "Wie sind Sie hier reingekommen?" der selbsternannten Berliner Toleranzgesellschaft auf humorvolle Weise den Spiegel vor. Brüllend komische Dialoge wechseln sich mit nachdenklich machenden Passagen ab. Ein herrlich witziges Buch, das zwischen den Zeilen sehr viel mehr bietet als nur Humor. Absolute Leseempfehlung - vor allem für junge Menschen, die ohne klare Zukunftsvorstellung in Berlin studieren möchten.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
4/5
20.07.2026
Buch (Paperback)
Oft laut gelacht
Ich habe das Hörbuch gehört und bin richtig froh, dass ich nicht zur gedruckten Ausgabe gegriffen habe. Tilman Birr liest selbst und macht daraus eine echte Vorstellung. Er wechselt mühelos die Stimmen und Dialekte, singt, nuschelt, schreit, imitiert und legt so viel Energie in die Figuren, dass ich mehr als einmal laut lachen musste.
Wer Loriot kennt und mag, sollte dieses Hörbuch unbedingt hören. Der Humor trifft genau den richtigen Ton und die Dialoge sind so pointiert, dass ich oft an die großen Loriot Momente denken musste. Dazu kommt eine herrlich absurde Geschichte, die von einer schrägen Situation in die nächste springt und dabei nie ihren Charme verliert.
Den fünften Stern gibt es nicht ganz, weil die Handlung zum Ende hin etwas nachlässt. Das ändert aber nichts daran, dass ich mit dem Hörbuch großartig unterhalten wurde und es jedem empfehlen würde, der klugen, trockenen Humor liebt.
yellowdog
4/5
03.01.2024
Buch (Paperback)
Tilman Birr zeigt in seinem…
Tilman Birr zeigt in seinem Roman „Wie sind Sie hier reingekommen“ ein Porträt eines jungen Mannes. Wolfgang Schneider ist 20 und zum Studieren nach Berlin gekommen. Er ist noch orientierungslos Das ist ein Hauptthema des Romans. Als Leser folgt man Wolfgangs staunenden Blick auf die Umgebung. Eigentlich mag ich es nicht, wenn die Protagonisten in einem Roman Deppen sind. Aber Tilman Birr nutzt die Form des Schelmenromans und so funktioniert es. Jedenfalls überwiegend. Ab und zu gibt es Nebenfiguren, die wie Stereotypen wirken. Aber das soll wohl so sein. Oft sind die Passagen wirklich witzig. Ich mag besonders die Theaterpassagen. Abschließend muss ich noch das originelle Cover erwähnen, das zum Schalk des Autors passt.
MirjS
aus Essen
3/5
30.07.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Skurrile Momente und ein Wiedersehen mit Loriot
In „Wie sind sie hier reingekommen?“ macht sich Tilman Birrs junger Hauptprotagonist Wolfgang Schneider auf in die Metropole Berlin. Raus aus der westfälischen Provinz möchte er endlich das Großstadtleben kennenlernen und beginnt ein Studium, dass ihn jedoch nicht wirklich interessiert und für das auch eigentlich gar keine Zeit bleibt, schlittert er doch von einer skurrilen Situation in die nächste und freundet sich, ganz nebenbei, mit Loriot an.
Eine herrlich abstruse Geschichte, die aus mehreren einzelnen, ziemlich schrägen Momenten zusammengesetzt ist, in welche Wolfgang, durch sein Studiums, seinem zufälligen Job am Theater oder auch einfach durch Alltagssituationen hineinschlittert. Der Anfang hat mir richtig gut gefallen und auch die Loriot-Momente fand ich durchweg großartig, doch flachte es, für meinen Geschmack, zu Schluss hin immer weiter ab. Teilweise wurde es mir einfach ein wenig zu absurd, etwas „too much“, so dass ich stellenweise irgendwie abgeschaltet habe. Insbesondere mit den eingeschobenen Fantasy-Absätzen konnte ich leider so gar nichts anfangen. Dafür hat mich bei der Hörbuchversion wiederum die einmalige, sprachliche Darbietung des Autors komplett abgeholt, hervorragend unterhalten und bis zum Schluss bei der Stange gehalten.
Fazit: Intelligenter Humor in zugespitzter Form! Wenn auch stellenweise nicht ganz so meins, so hat sich das Hören des Hörbuchs dennoch absolut gelohnt.
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5/5
11.07.2026
Buch (Paperback)
Die Tugend, nicht alles allzu ernst zu nehmen
Wolfgang, orientierungsloser und überforderter junger Student, erlebt das Alltagschaos Berlins Anfang der 2000er Jahre und schließt mitten in seiner Selbstfindung Bekanntschaft mit Loriot. Was folgt sind Erkenntnisse, die zum Verzweifeln einladen – zum Glück kann man darüber lachen. Ein mit genialen Beobachtungen und Dialogen über Zwischenmenschliches und Kunst vollgepackter Roman, der wirkt, als hätte man den Humor Loriots perfekt modernisiert, ohne dessen Charme und Geist zu verlieren.
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5/5
14.08.2024
Buch (Paperback)
Loriot zum 100.
Ein Coming of Age Roman mit dem, damals, der Roman
spielt 2003, 80jährigen Victor von Bülow.
Wolfgang Schneider, der Protagonist, kommt aus der
westfälischen Provinz und geht nach Berlin . Als er sich für
einen Job an einer Theaterkasse bewerben will wird er als
Statist eingestellt. So lernt er einen älteren Herrn kennen,
der sich mit ihm anfreundet.
Humorvoll und witzig, von der ersten bis zur letzten Seite.
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