Produktbild: Erde
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Erde Roman

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18,99 €

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

15.08.2026

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

176 (Printausgabe)

Dateigröße

3469 KB

Auflage

1. Auflage 2026

Sprache

Deutsch

EAN

9783608126112

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Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

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Dieses eBook können Sie uneingeschränkt auf allen Geräten der tolino Familie, allen sonstigen eReadern und am PC lesen. Das eBook ist nicht kopiergeschützt und kann ein personalisiertes Wasserzeichen enthalten. Weitere Hinweise zum Lesen von eBooks mit einem personalisierten Wasserzeichen finden Sie unter Hilfe/Downloads.

Family Sharing

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Mit Family Sharing können Sie eBooks innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Buch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Lesen durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um eBooks zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei Thalia oder einem anderen tolino-Buchhändler haben. Weitere Informationen finden Sie unter Hilfe/Family-Sharing.

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  • logische Lesereihenfolge eingehalten
  • ausführliche Alternativtexte (z.B. für Abbildungen) vorhanden
  • entspricht der Vorgabe Epub Barrierefreiheit 1.1
  • keine Vorlesefunktionen des Lesesystems deaktiviert
  • entspricht der Vorgabe WCAG v2.2
  • entspricht der Vorgabe WCAG Level A

Erscheinungsdatum

15.08.2026

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

176 (Printausgabe)

Dateigröße

3469 KB

Auflage

1. Auflage 2026

Sprache

Deutsch

EAN

9783608126112

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  • Christian1977

    aus Leipzig

    5/5

    24.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Alles ist Schmerz

    Als die Arbeiter das Möwennest vom Dach werfen, ist Jans Empörung grenzenlos. Liegt die Zerstörungswut in der Natur des Menschen? Seit seiner Kindheit sucht er nach seinem Platz in der Gesellschaft, doch immer wieder wenden sich die Menschen von ihm ab. Selbst seine Mutter hat ihn früh verlassen, auch sein Vater hat ihn früh aus dem Nest gestoßen. Ausgehend von diesem Ereignis lässt Jan sein bisheriges Leben Revue passieren. Ein Leben der Extreme… “Erde” ist der neue Roman von Sven Hillenkamp, der bei Klett-Cotta erschienen ist. Bereits der Blick auf das Cover machte mich stutzig. In scheinbarer Harmonie lehnt sich eine junge Frau an einen jungen Mann. Dem Moment wohnt eine gewisse Zärtlichkeit inne. Doch bei genauerer Betrachtung verlaufen diagonal kleine Risse durch das Bild. Risse, die auch den Lebenslauf von Ich-Erzähler Jan prägen. Auf den kommenden gut 170 Seiten nimmt dieser Jan die Leserinnen mit auf eine Tour de Force, denn “Erde” ist alles andere als Wohlfühlliteratur. Der Roman ist schmerzhaft und vulgär, er ist berührend und zärtlich. In seiner Radikalität erinnert er stark an Stig Dagermans “Gebranntes Kind”, in dem ein zentrales Element ebenfalls das toxische Verhältnis zwischen Eltern und Kind ist. Vergleichbar ist außerdem die Gewaltbereitschaft der Protagonisten und die Suche nach dem eigenen Ich, der Liebe und dem Halt in der Gesellschaft. Dennoch macht Sven Hillenkamp aus “Erde” etwas ganz Individuelles. Aus seiner Prosa entsteht ein stakkatohafter Rausch, der dem Roman einen sehr eigenen Sound gibt. Viele der überwiegend kurzen Sätze beginnen mit “Ich” und werden nahtlos aneinander gereiht. Dabei ist bemerkenswert, wie es dem Autor gelingt, Poesie und Gewalt miteinander zu verbinden. "Aus dem Wald fließt Nebel über den Pfad. Es kommt uns vor, als gingen wir mit den Füßen in den Wolken”, heißt es an einer Stelle. "Ich will leiden. Es soll brennen in mir!", an einer anderen. Der Rhythmus des Textes lässt manchmal an ein Langgedicht erinnern. An der Mischung aus Sex, Alkohol, direkter Sprache und der späteren Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Randgruppe von linksextremen Revolutionären hätten vermutlich auch die Beatniks ihre helle Freude gehabt. Viele der Sätze tun weh. “Seit du weg bist, ist alles viel besser”, lässt der Autor Jans Vater in einem besonders furchtbaren Moment gegenüber dem Jugendlichen sagen. Jans Mutter hat sich zu diesem Zeitpunkt längst umgebracht, ohne ihren Sohn im Abschiedsbrief zu erwähnen. “Alles ist Schmerz”, heißt es gleich an mehreren Stellen und es mag das Mantra von “Erde” sein. Mich haben vor allem die Kindheitserfahrungen Jans berührt und wütend gemacht. Neben den ständigen Suizid-Androhungen der Mutter bringt sie regelmäßig neue Liebhaber mit nach Hause, ohne sich dabei um Jan zu scheren. Etwas Schlimmeres, als dem eigenen Sohn andauernd mit Selbstmord zu drohen, kann man einem Kind kaum antun. So scheint für die Hauptfigur ein Weg der Ängste und des Schmerzes vorgezeichnet. Und wenn Jan zu oft betont, dass ihn dies oder jenes glücklich mache, spürte ich das eigentliche Unglück des Jugendlichen fast körperlich, das sich hinter diesen Worten verbarg. Befasst man sich mit der überaus interessanten Vita von Sven Hillenkamp, wird man feststellen, dass sich einige autofiktionale Merkmale in den Roman eingeschlichen haben. So gehörte auch Hillenkamp zeitweise einer linksautonomen Gruppe an, so lebt auch er mit seiner Familie in Schweden, das man zu Beginn des Buches auch ohne Nennung unschwer als Handlungsort identifizieren kann. Allerdings hoffe ich, dass sich bei all den extremen Schilderungen die Autofiktion letztlich in Grenzen hält. Insgesamt ist “Erde” ein inhaltlich und stilistisch radikales Stück Literatur, das schmerzt und mit seiner großen Intensität mitreißt. Mich hat der Roman bewegt, wütend und traurig gemacht. Ich wünsche dem Autor, dass er abseits der Massenkompatibilität damit ein Publikum erreicht, das diese großartigen Qualitäten zu schätzen weiß.

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