Nichtstun als Handlungsmaxime Zur Rationalität des Mystischen. Studien zum Laozi - Daodejing, Band 3
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- Deutsch ausgewählt
24,95 €
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
04.05.2026
Verlag
Sisifo // Leipziger LiteraturverlagSeitenzahl
272
Maße (L/B/H)
20,8/12,1/2,8 cm
Gewicht
260 g
Auflage
2. vollständig überarbeitete und erweiterte Ausgabe
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-86660-289-2
Laozi war königlicher Schrifthüter in der Zhou-Dynastie, der angesichts chaotischer Zustände seinen Dienst am Hof quittierte. Daher wundert es nicht, wenn sich viele Kapitel des Daodejing mit politischen Themen beschäftigen. Das Faszinierende des Textes besteht jedoch in einer einzigartig anmutenden Bündelung kosmischer, seelischer und gesellschaftlicher Zusammenhänge, die mit Recht als unio mystica bezeichnet werden kann. Laozi gilt noch vor Konfuzius als erster Philosoph Chinas. Viele Aussagen wurden bereits in der Zeit der Streitenden Reiche von anderen Philosophen aufgegriffen, später orientierten sich erste Kaiser an Laozi’s Ideen. In diesem Band gibt Viktor Kalinke eine Einführung zur Entstehung und geschichtlichen Wirkung des Buches in den letzten 2500 Jahren sowie zu grundlegenden Erkenntnissen der neueren sinologischen Forschung: Laozi kann (wieder) als historische Person angesehen werden.
Der Essay untersucht das Daodejing des Laozi als ein Werk, das kosmologische, ethische und politische Dimensionen miteinander verschränkt und dabei eine „Rationalität des Mystischen“ entfaltet. Im Zentrum steht das Prinzip des „Nicht-Handelns“ (wu wei), das nicht Passivität meint, sondern ein situatives, an Natürlichkeit orientiertes Handeln. Der Text argumentiert, dass die besondere Wirkung des Laozi aus seiner gezielten Mehrdeutigkeit und Nicht-Festlegung entsteht, die Leser dazu zwingt, eigene Deutungen zu entwickeln. Drei zentrale Themen werden hervorgehoben: die Stellung des Menschen im Kosmos, die Selbstkultivierung des Weisen und Strategien politischer Herrschaft. Diese Bereiche sind eng miteinander verwoben und bilden ein offenes, aber zugleich strukturiertes Denksystem. Der Essay zeigt zudem, wie das Werk historisch rezipiert wurde und sich immer wieder neuen Kontexten angepasst hat. Besonders betont wird, dass das Daodejing keine direkten Antworten liefert, sondern Denkprozesse anstößt. Der Leser wird nicht dogmatisch instruiert, sondern erhält ein Instrumentarium zur Reflexion komplexer Zusammenhänge. Der Essay macht verständlich, wie das Daodejing als „Denkanstoßmaschine“ funktioniert und warum es über Jahrtausende relevant geblieben ist. Er bietet zudem Einblicke in historische Kontexte, Interpretationsprobleme und moderne Anschlussmöglichkeiten (z. B. für Politik, Ethik und Systemdenken).
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