Weihnachten am Atlantik - und ein höchst rätselhafter MordAuf einer entlegenen Waldstraße wird eine Frau angefahren und stirbt. Die Krankenschwester hatte einen gewalttätigen Ehemann, der sofort ins Visier von Commissaire Luc Verlain gerät. Doch schon bald wird klar: Die mutige Frau ermittelte im Fall einiger verdächtiger Todesfälle an alten Menschen, die in den kleinen Strandorten entlang der Côte d'Argent, der Silberküste, ihren Lebensabend verbrachten. Lucs Team muss kurz vor Weihnachten alle Register ziehen - die Spur führt sie in ein Kloster im Landesinneren, in dem ein sehr charmanter Priester seine Fäden zieht. Ein rätselhafter und berührender Fall im schneereichsten Winter, den die Aquitaine seit Jahrzehnten erlebt hat.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Jackolino
Thalia Book Circle Community
5/5
03.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Vorsicht vor zu viel Pathos
Wir sind ausnahmsweise einmal bei eisigen Temperaturen in den Landes und Bordeaux unterwegs. Es ist kurz vor Weihnachten und Anouk und Luc freuen sich auf das zweite Fest mit ihrer kleinen Tochter Aurelie.
Da erreicht sie ein Anruf aus dem Süden. Eine Frau wurde tot am Straßenrand gefunden, offenbar überfahren. Luc und seine neue Kollegin Rose machen sich auf den Weg, was bei den Straßenverhältnissen gar nicht so einfach ist. Südfrankreich kennt nur selten Schnee, aber nun läuft alles auf weiße Weihnachten hinaus.
Die Tote ist eine in den kleinen Dörfern 100 km südlich von Bordeaux ausgesprochen beliebte Krankenschwester, die täglich ihre Patienten besuchte und sich für sie einsetzte. So ganz nebenbei lernen wir hier die Ärzteversorgung in ländlichen Regionen Frankreichs kennen. Die Schwestern haben hier deutlich mehr Befugnisse, obwohl es natürlich auch in Frankreich Handlungen gibt, die allein ein Arzt vornehmen darf. Dazu gehört die Medikation sowie unter anderem die Ausstellung von Totenscheinen.
Nachdem kurzfristig der gewalttätige Ex-Partner der Krankenschwester verdächtigt worden war, verschieben sich die Verdachtsmomente in eine gänzlich andere Richtung.
Ich bin ein treuer Fan von Alexander Oetker und dürfte zumindest in den letzten Jahren alle seine Krimis um Luc Verlain und Anouk Filipetti gelesen haben.
Hier hat mir insbesondere die Beschreibung der winterlichen Atmosphäre sehr gut gefallen. Ich erinnere mich, dass das bei „Winteraustern“ schon der Fall war und dass mir insbesondere die winterlichen Bedingungen für die Austernfischer in Erinnerung geblieben sind. Der knarzende Schnee, die unberührte Landschaft, die so ganz anders ist als bei den Touristenstürmen im Sommer, die Natur, die endlich zur Ruhe kommt und sich erholen kann, das alles hat der Autor sehr anschaulich geschildert.
Der Fall selbst schien mir, nachdem der Ex-Partner aus dem Rennen war, recht klar zu sein. Und doch habe ich mich im Mörder von Christine, der Krankenschwester, getäuscht. Von daher bietet der Band einiges an Überraschungen.
Ich schätze die Herangehensweise der Commissaires um Luc Verlain, da geht es nicht um eine Vorverurteilung, die nun nur noch zu beweisen ist, da ist man bereit, jeden neuen Ansatzpunkt in die Bewertung einfließen zu lassen und ggf. die früheren Vermutungen komplett über den Haufen zu werfen.
Einige Handlungen, die der Aufklärung dienten, fand ich allerdings fragwürdig und ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass Polizisten ihre Karriere so aufs Spiel setzen. Da ist auf der anderen Seite der sehr strenge Prozess gegen Yacine, der im letzten Band von der Schusswaffe Gebrauch gemacht hatte und einen Verdächtigen erschossen hatte. Und auf der anderen Seite besorgen sich Anouk und Rose ihre Beweise mit unlauteren Mitteln und sind sich dabei absolut der Tatsache bewusst, dass dieses Vorgehen Folgen haben kann. Nennen wir es dichterische Freiheit, dass der Autor sich für ein solches Vorgehen entschieden hat.
Trotzdem hat die besondere Atmosphäre des Buches alles andere wettgemacht. Ich bin auch gerne weiter dabei und freue mich schon, das Kommissariat und die Familienmitglieder wiederzu“lesen“.
clematis
5/5
01.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Winterwald
Im verschneiten Winterwald findet ein Spaziergänger die Leiche der hiesigen Gemeindekrankenschwester. Schnell stellt sich heraus, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern um Mord handeln muss. Kurz vor Weihnachten, im kältesten Dezember, den Luc Verlain kennt, ist er rätselhaften Todesfällen unter den Bewohnern der Silberküste auf der Spur.
Mit viel Atmosphäre, typischen Gerichten und der passenden Portion an Privatem entführt uns Alexander Oetker wieder einmal in den Südwesten Frankreichs, nach Aquitanien, und beschert uns wunderbare Stunden mit seinen charismatischen Ermittlern. Neben der aktuellen Krimihandlung gibt es noch Vergangenes aufzulösen, weshalb Kenntnisse der Vorgängerbände hilfreich, aber nicht zwingend nötig sind. Die bildhaften Beschreibungen des Schriftstellers sind legendär, der Humor kommt ebenfalls nicht zu kurz, denn zur Lösung des Problems werden umstrittene Wege beschritten. Klirrende Kälte und tief verschneite Felder erschweren einen raschen Abschluss, ob sich alles noch vor dem Weihnachtsfest ausgehen wird?
Spannende Szenen und lieb gewonnene Figuren lassen auch diesen Fall zu einem wahren Lesevergnügen werden! Hier passt einfach alles perfekt zusammen, wird von Alexander Oetker bestens in Worte gegossen, weshalb ich auf noch viele Begegnungen mit Luc Verlain, sein Team und seine Familie hoffe.
Bewertung
aus Märkisch Buchholz
5/5
31.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Grandios!
Ich liebe die Bücher von Alexander Oetker und verschlinge sie geradezu. Die Art und Weise, wie er seine Protagonisten zum Leben erweckt, ist einfach zauberhaft und fesselnd. Die Szenerien sind so wunderbar beschrieben, dass man in diesem Fall nahezu mitfriert. Es ist nämlich ein eiskalter Winter in Aquitanien. Die Liebe zum Land, zum Meer, zu den Menschen und zu den kulinarischen Genüssen springen wieder aus allen Zeilen. Aber zum Fall! Luc ermittelt mit Commissaire Schillinger, die sich als die wunderbare Kollegin und Freundin erweist, die Luc in ihr bereits gesehen hat... und noch ein bisschen mehr. Auch Anouk ist dabei und am Schreibtisch hilft wie immer Hugo in allen Lagen. Erschwert wird die allgemein Lage durch die Sorge um Yacine, dessen Verhandlung parallel zum aufgetretenen Mordfall stattfindet. Nun muss also in eisiger Kälte und selten auftretendem Schnee ermittelt werden und der Lesende darf hautnah dabei sein.
Ein Lesevergnügen!!!
Harakiri
aus Ostalb
5/5
31.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Der Lockvogel
Silberküste von Alexander Oetker ist ein atmosphärischer Krimi mit Lokalkolorit und viel französischem Flair. Der Kriminalroman lebt nicht nur von dem Fall, der es zugegeben ganz schön in sich hat, er lebt vor allem von der tollen Atmosphäre. Alles im Roman atmet Französische Lebensart.
Luc Verlain wird zu einem Mordfall gerufen: die Krankenschwester eines kleinen Dorfes wird überfahren und im Wald versteckt. Doch durch ihren Tod kommen die Kommissare noch einem anderen Phänomen auf die Schliche: die Todesfälle in der Gegend sind exorbitant hoch. Haben die beiden Fälle miteinander zu tun?
Das Buch lebt jetzt nicht von riesiger Spannung. Es lebt von der Ermittlungsarbeit der Polizei und der tollen Umgebung. Wer rasante Action erwartet, ist bei Luc Verlain falsch. Dennoch, oder gerade deshalb, liest sich der Krimi sehr gut und weiß zu begeistern.
Das Buch ist in sich abgeschlossen, es macht aber Sinn, die Vorgängerbände zu lesen. Vor allem den 9. Band „Strandgut“, weil in „Silberküste“ die Verhandlung eines Kollegen von Luc aufgegriffen wird, der am Ende des letzten Bandes seine Schusswaffe gebraucht hat.
Fazit: Ein toller Kriminalroman, der eher ruhigere Töne anschlägt, was aber in keiner Weise langweilt.
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