Produktbild: Das Mädchen und sein Henker
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Das Mädchen und sein Henker Historischer Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Sehr gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.07.2009

Verlag

Gmeiner-Verlag

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

19,9/12,1/2,5 cm

Gewicht

308 g

Auflage

2013

Sprache

Deutsch

EAN

2710004942579

Beschreibung

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Zustand

Sehr gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.07.2009

Verlag

Gmeiner-Verlag

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

19,9/12,1/2,5 cm

Gewicht

308 g

Auflage

2013

Sprache

Deutsch

EAN

2710004942579

Herstelleradresse

Gmeiner-Verlag GmbH
Im Ehnried 5
88605 Messkirch
DE
info@gmeiner-verlag.de

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  • Anna

    aus Hamburg

    5/5

    15.01.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Ein Highlight unter den Historischen Romanen. Ein wahres Lesefest!

    Dagmar Fohl hat mit Das Mädchen und sein Henker einen sprachlich wie inhaltlich hervorragenden Historischen Roman vorgelegt. Der Roman entwirft ein authentisches und sinnliches Panorama Hamburgs im 18. Jahrhundert von ungeheurer Sogwirkung. Die Lebensumstände und Seelennöte der Protagonisten sowie die sozialen Verhältnisse in der Stadt sind präzise recherchiert und stilistisch überzeugend dargestellt. Der Autorin gelingt es, einen Spannungsbogen zu ziehen, der einen nicht mehr loslässt. Darüber hinaus entwirft Fohl eine Geschichte, die die Todesstrafe in Frage stellt und zum Nachdenken anregt. Besonders reizvoll ist das überraschende Ende des Romans, das beweist, dass die Autorin ihren eigenen Weg weit ab von allen Klischees geht. Ein geistreiches und spannendes Lesevergnügen! Ich gebe fünf Sterne.

  • Bewertung

    aus Heidelberg

    5/5

    15.01.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Ein erstklassiger Roman voller Esprit und Spannung. Unbedingt lesen!

    Dagmar Fohl bricht mit ihrem Roman „Das Mädchen und sein Henker die ausgetretenen Wege des Genres „Historischer Roman“. Auf hohen Niveau spinnt sie eine intelligente Geschichte, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Die Autorin erzählt keine Belanglosigkeiten. Sie setzt sich mit dem Thema der Todesstrafe auseinander. Sie macht die Gefühle des Scharfrichters Jan Kock wie der des Kindmords angeklagten Dienstmädchens Hanna Kranz eindrücklich nachspürbar und schildert kenntnisreich die Gedankenwelt des Anwalts Friedrich König, eines Gegners der Todesstrafe. Hervorragend ist ihre akribische Recherche, ihre niveauvolle Sprache und dichte Darstellung der Charaktere und ihrer Lebenswelt. Wie nur wenigen Autoren gelingt ihr die authentische Schilderung einer Zeit, die den Leser die Gegenwart vergessen und mit allen Sinnen in das Leben im Hamburg des 18. Jahrhunderts eintauchen lässt. Mögen noch viele Romane aus Dagmar Fohls Feder fließen!

  • Bewertung

    aus Eppelborn

    4/5

    15.01.2021

    Buch (Taschenbuch)

    dramatische Geschichte aus dem 18. Jahrhundert

    Durch das liebevoll gestaltete Cover und den Klappentext, bin ich auf das Buch aufmerksam geworden. In welche Gesellschaftsschicht man geboren wurde, hat im 18.Jahrhundert hauptsächlich den weiteren Lebensweg bestimmt. Das bekam auch Jan Kock Zeit seines Lebens zu spüren. Die Geschichte, die Dagmar Fohl erzählt, spielt in Hamburg. Dort wurde Jan als Sohn eines Scharfrichters geboren. Dadurch gehörte er zum Abschaum der Gesellschaft, mit dem niemand etwas zu tun haben wollte. Jan war gerade mal 16 Jahre alt, als sein Vater starb und er dessen Amt übernehmen musste. Er tat es, wie ihn der Vater gelehrt hatte. Auch Hanna hat es nicht leicht. Als Dreijährige in der Kirche ausgesetzt, in der Pfarrerfamilie groß geworden, vermittelt sie der Pfarrer mit 17 Jahren als Dienstmädchen in einen reichen Kaufmannshaushalt. Doch dort wird sie nur ausgenutzt. Sie wird schwanger, verschweigt es aber. Als das Kind geboren wird, ist sie allein. Sie wird ohnmächtig und als sie zu sich kommt, liegt ihr totes Kind neben ihr. Die Hausherrin beschuldigt Hanna des Kindsmordes. Die menschenunwürdigen Foltermethoden zu dieser Zeit haben aus jedem ein Geständnis rausgeholt. So auch bei Hanna. Sie wird verurteilt zum Tode durch das Schwert. Die gerichtsmedizinische Untersuchung der Kinderleiche erscheint mir sehr fragwürdig. Ebenso, dass niemand auf den Gedanken kam, jemand anderen als Mörder in Betracht zu ziehen. Aber ich denke mal, dass es zu dieser Zeit so gehandhabt wurde. Menschenverachtend war auch die Art, wie eine Hinrichtung gefeiert wurde. Regelrechte Volksfeste wurden veranstaltet. Es wurde gesoffen und getanzt. Ich fühlte mich ins 18. Jahrhundert nach Hamburg katapultiert und erlebte die Geschichte hautnah mit. Alle Schauplätze sind so gut geschildert, dass ich sie förmlich vor mir sehe. Die Autorin schildert hier sehr gut die Gefühle der verurteilten Hanna. Ihre Angst, ihre Verzweiflung, ihre Resignation und Hilflosigkeit. Ein Gefühlschaos, das kaum zu beschreiben ist. Und doch ist es Dagmar Fohl gelungen, mir genau zu vermitteln, wie es in Hanna aussieht. Auch Jan, den die Autorin sehr detailliert darstellt, erlebt eine Achterbahn der Gefühle. Seine Gedanken zerreißen ihn fast, mal Angst, mal Hilflosigkeit, dann überwiegt wieder sein Pflichtbewusstsein. Alle andern Figuren sind nur am Rande beschrieben, was mich letztendlich aber wenig gestört hat. Lediglich über Dr. Friedrich König, den Anwalt von Hanna und Gegner der Todesstrafe, erfährt man etwas mehr. Einiges bleibt offen, auch der wirkliche Mörder des Kindes. Die Autorin lässt auch die Möglichkeit einer Totgeburt offen. Eine wirklich spannende Geschichte mit überraschendem Ende. Dagmar Fohl wollte hier aufzeigen, wie UNSINNIG und UNGERECHT die Todesstrafe war, die übrigens in Deutschland erst 1949 abgeschafft wurde, und das ist ihr mehr als gelungen. Bei mir kam ihre Botschaft ohne Umschweife an. Trotzdem würde ich „Das Mädchen und sein Henker„ nicht als Krimi bezeichnen. Dazu fehlte mir die Aufklärung. Fazit: Dagmar Fohl ist mit diesem Buch ein wirklich guter Debütroman gelungen. Sie ist eine Autorin mit eingängigem Schreibstil, von der man in Zukunft hoffentlich noch mehr zu lesen bekommt. Da mir am Ende aber doch einiges gefehlt hat, vergebe ich nur 4 Sterne.

  • Callisto

    4/5

    23.01.2010

    Buch (Taschenbuch)

    Hamburg 1767. Jan Kock ist…

    Hamburg 1767. Jan Kock ist ein intelligenter Junge, der nichts mehr möchte als zu studieren und Arzt zu werden. Obwohl er der Sohn eines Scharfrichters ist, darf er aufs Gymnasium gehen scheitert aber an seinen Mitschülern und deren Grausamkeit. So tritt der sechzehnjährige Jan am letzten Tag des August 1767 in die Fußstapfen seines Vaters und macht seine Prüfung zum Scharfrichter. Jan bleibt sensibel und leidet unter seinem ererbten Beruf. In seiner Freizeit bietet er seine Dienste als Art an und kultiviert Heilkräuter. 1773 verliebt Jan sich der nun zweiundzwanzigjährige das erste Mal. Sie ist wunderschön, 19 Jahre jung und Jan liebt ihr lachen. Hanna Kranz ist mit ihren kobaltblauen Augen eine ausgesprochene Schönheit und Dienstmädchen bei Senator Broderjahn. Sie liebt es, dem Puppenspieler zuzusehen und dort wartet Jan, verkleidet als normaler Mensch, auf sie, nur um sie zu sehen, sie zu betrachten, bei ihr zu sein, bis er ihr eines Tages näher kommt als ihm liebt ist. Hanna wird beschuldigt ihr uneheliches Kind nach der Geburt getötet zu haben, und Jan soll sie köpfen. Hanna hat nur einen Fürsprecher, der zwischen ihr und den sensationsgierigen Massen steht: ihren Anwalt F. König, einen Anhänger der Aufklärung, der gegen die Todesstrafe ist, und alles versucht, Hannas Leben zu retten. Henker als literarische Figuren wie Oliver Plötzsch Henker Jakob Kuisl erfreuen sich derzeitig großer Beliebtheit. So wie Jakob Kuisl ist auch Jan Kock ein sensibler Mann, der seinen Opfern so wenig Schmerzen zufügen möchte wie möglich. Von seinem Vater hat er dazu die notwenigen Tinkturen, Tränke und Vorgehensweisen erlernt. Worauf ihn sein Vater jedoch nicht vorbereiten konnte ist die Ablehnung auf die er überall stößt und mit der Jan sein Leben lang umgehen muss. Obwohl er viele, für die Stadt lebenswichtige Aufgaben unter sich hat, wie die Beseitigung von Tierkadavern aus den Straßen, ist er dennoch ein ausgestoßener, zu dem die Menschen nur heimlich kommen, um sich Heilung zu erbitten. Um sich zumindest manchmal wie ein normaler Mensch zu fühlen, verkleidet sich Jakob und wandert durch die Stadt und die Cafés, die in gerade in Mode kommen. Dieses Buch ist ein Plädoyer gegen die Todesstrafe. Nicht nur leiden die möglicherweise unschuldigen Opfer, auch der Täter, der Henker, leidet für etwas, dass nicht seine Schuld ist. Dagmar Fohl bezieht in diesem Buch keine Stellung zu Schuld oder Unschuld von Hanna. Es wird nicht untersucht, ob sie ihr Kind wirklich getötet hat oder wer der Vater des Kindes ist, das ist nicht wichtig. Es geht darum, dass ein Mensch, der schon gestraft genug ist durch den Verlust des eigenen Kindes, auch noch sein eigenes Leben verlieren soll, nur damit sich die braven Bürger in ihrer eigenen Tugend sonnen können. Die Todesstrafe ist keine Gerechtigkeit, sie spricht kein Recht, sie ist selber eine Straftat, die Schuldige und Unschuldige zugleich trifft und zur Belustigung der Massen verkommt. Die Autorin arbeitet mit vielen historischen Texten, die geschickt in den Roman eingewoben sind. Die Sprache, besonders in den Briefen ist angemessen altertümlich. Mein Lieblingssatz findet sich auf Seite 101 als Schlußfloskel eines Briefes „In anhoffender hocheigenster Willfahrung habe die Ehre mit vollkommenster Verehrung allseits zu Verharren. Treu gehorsam […]“ Dieser Roman ist melancholisch und düster. Fast alle Protagonisten sind unglücklich und auf die eine oder andere Art schuldig. Trotzdem einige Charaktere, besonders Jan Kock, teilweise zweidimensional bleiben, ist dieses Buch spannend geschrieben und durchaus empfehlenswert.

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