Kurzroman, der die Geschichte einer in der Kurzgeschichtensammlung "Die Gesänge des Raben" erstmals vorgestellten Figur erzählt. Sie handelt von der Verbindung eines Gottes mit einem einfachen Jungen:
Jayn are Thin trifft in seiner Kindheit und Jugend drei Mal auf den Herrn der tiefen Welt, der ihn jedes Mal aus prekären Situationen rettet. Zum Dank verpflichtet sich der Junge seinem Retter, und verspricht, einen gefährlichen Auftrag für ihn zu erfüllen.
Der Roman erzählt, welche Schwierigkeiten er dabei bewältigen muss, welche unvermutete Hilfe er erhält und welchen überraschenden Herausforderungen sich Jayn und seine Reisegefährtin stellen. Obwohl der Auftrag letztlich erfüllt wird, ist der Erfolg aufgrund eines Götterzwists ungewiss.
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5.0/5.0
Bewertung
5/5
01.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Von der Verwandlung eines Menschen in einen Dämon
Eigentlich erfasst diese Überschrift den Inhalt des Buches nur unzureichend, denn es geht um weit mehr als das.
Dies ist ein im doppelten Wortsinn fantastisches Buch. Zum Ersten bietet es ein wirklich tolles Leseerlebnis, eine Menge Spannung, Abenteuer, Zweifel, Überraschungen und Liebe. Ich mochte es gar nicht aus der Hand legen. Es gab darin exotische Umgebungen, Aufträge von Göttern, wunderbare Begegnungen und genug unbekannte Tiere und Landschaften, um ein weiteres Buch zu füllen. (Wenn ich ehrlich bin, erhoffe ich mir vom Autor genau das.)
Zum Zweiten ist die Geschichte mitreißend geschrieben, liest sich flüssig und der stets mitschwingende unterschwellige Humor brachte mich öfter zum Lächeln. Dazu trug die Verfassung in der Ich-Form - die ich sonst nicht besonders schätze, weil sie den Blickwinkel ziemlich einengt - erheblich bei. Hier schwärmt, leidet und kämpft man mit dem Protagonisten, der zu Beginn nur naiv, unbekümmert und manchmal sogar beschämend leichtfertig agiert. Im Verlaufe der Geschehnisse gewinnt er an Wissen und macht Erfahrungen, die ihn verändern, stärken und vervollständigen - also das, was jeder von uns im Lauf seines Lebens durchmacht.
Die Geschichte selbst ist schwer zu klassifizieren, aber Schubladen sind ja ohnehin veraltet, sollten sie zumindest sein. Ein bisschen Science-Fiction, viel Fantasy, etwas Romance, eine Quest, wenig Horror - sie hat einfach von allem etwas.
Der Eingangstext im Buch führte mich ein wenig in die Irre, denn es ging eigentlich nicht um Götter, wie sie allgemein verstanden werden, nämlich als allwissende, allmächtige Entitäten. Hier agieren sie verblüffend menschlich und ihre Fähigkeiten ließen mich an den alten Spruch von der fortgeschrittenen Technologie denken, die von Magie nicht mehr zu unterscheiden ist.
Die Schilderungen sind lebendig, eindringlich, nachvollziehbar und so bildhaft, dass man sich alles gut vorstellen kann. Apropos Bilder - die detailreichen Zeichnungen im Buch illustrieren die Geschehnisse vorzüglich. Die gewählte Form eines Notizbuches der Hauptperson für ein Glossar fand ich übrigens äußerst innovativ und witzig.
Die Auseinandersetzungen, die in diesem Buch geschildert werden, finden mit der aggressiven Tierwelt des Planeten statt, mit gierigen, rücksichtslosen Menschen und in der Emotionalität und der Innenwelt des Protagonisten. Es ging um persönliches Wachstum, manchmal leidvolle Entscheidungen, Verzicht, das Verständnis fremder Kulturen sowie die allmähliche Annäherung der Hauptfiguren.
Ich will keine Schilder aufkleben, wie das heute oft üblich ist, am besten, jeder Leser bildet sich seine eigene Meinung. Mir jedenfalls hat das Buch ausgezeichnet gefallen. Obwohl mich das Ende ein wenig unzufrieden zurücklässt (wir alle mögen doch happy ends, stimmts?), hoffe ich auf eine neue, nächste Geschichte vom Planeten Darquan, die lose Enden verknüpft, Rätsel löst und Ungerechtigkeit sühnt.
Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung!
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