Die queere Second Chance Romance der Spiegel-Bestsellerautorin Inka Lindberg!
Eine New Adult Romance über Liebe und Aufopferung, aber auch den Mut, zweite Chancen zu ergreifen - und sich selbst zu wählen.
Ich habe dich schon mal verloren. Ich will dich nie wieder verlieren.
Lola hat ihr Leben angehalten.
Während ihr Vater Stück für Stück verblasst, hält sie fest, was noch da ist. Sie organisiert, pflegt, funktioniert und merkt kaum, wie sie selbst dabei immer mehr verschwindet.
Bis Maxi nach sieben Jahren plötzlich wieder vor ihr steht. Ihre beste Freundin von damals. Der Mensch, bei dem Lola sich zum ersten Mal wirklich gesehen gefühlt hat und dem sie nie gesagt hat, was sie empfindet.
Alte Gefühle werfen Lola aus der Bahn, während die Realität immer mehr von ihr fordert. Zwischen Schuld, Sehnsucht und der Angst, sich wirklich auf jemanden einzulassen, gerät Lola an einen Punkt, an dem Verdrängen keine Option mehr ist.
Doch was passiert, wenn das Herz endlich bekommt, was es will, genau in dem Moment, in dem alles andere zu zerbrechen droht?
Der neue Own-Voice-Roman von Spiegel-Bestsellerautorin Inka Lindberg mit den beliebten Tropes: Friends to LoversSecond ChanceForced ProximityFound FamilyUgly Cry
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Franci
aus Ilmenau
5/5
17.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Intensive Second Chance Romance mit gewichtigen Themen
Als Frank erkrankt, sieht sich seine Tochter gezwungen, ihr Leben zu pausieren. Statt Partys, Dates, FreundInnen und einem Job verlaufen Lolas Tage fortan strukturiert, sind voll mit Sorgen, Medikamentenplänen und Arztterminen. Die Mittzwanzigerin läuft auf Autopilot, um keine Fehler zu machen. Um für ihren Vater, der so viel für sie getan hat, da zu sein.
Dass die neue Physiotherapeutin ausgerechnet Maxi ist, zieht ihr jedoch den Boden unter den Füßen weg, bringt die junge Frau Erinnerungen mit, für die in Lola kein Platz mehr sind. Keiner mehr sein sollte.
Einst beste Freundinnen haben es die beiden sieben Jahre geschafft, sich nicht zu begegnen. Jahre, in denen Maxi nie wieder so empfunden hat wie damals. Frank jetzt so zu sehen, einen Mann, der mehr Verständnis für sie übrig hatte als ihre eigenen Eltern, der sie aufgenommen hat, als ihre Mutter sie nicht wollte, tut weh. Doch auch Lolas Anblick zwickt: Statt Lebenslust ist da nur noch Erschöpfung, statt bissigem Humor ist da … kaum noch etwas übrig …
Während es Lolas Vater merklich schlechter geht, erwachen die verdrängten Gefühle der Frauen erneut. Doch was, wenn das Happy-End anklopft, gerade dann, wenn alles auseinanderfällt?
In „Ever since she kissed me“ erzählt Inka Lindberg eine queere Second Chance-Romance, in der die Beziehung zwischen Maxi und Lola zwar eine zentrale Rolle bildet, jedoch nicht in der Lage ist, die schweren, gewichtigen Themen zu überschatten. Wir verfolgen das Geschehen über Monate hinweg aus wechselnder Perspektive, was uns den Raum gibt, die Protagonistinnen und ihre Lebensrealitäten kennenzulernen.
Schien Lola oft distanziert, bemüht resigniert, hat sie doch längst akzeptiert, dass nichts mehr besser wird, unwillig, um Hilfe zu bitten, zusammenzubrechen, ist Maxi ein konträrer Part: Mitten im Berufsleben hat sie Ausgleich im Sport gefunden, mit Quinn den perfekten Mitbewohner; strahlt selbstbewusst und geht Flirts nicht aus dem Weg.
Könnte Lola auf einige LeserInnen kühl und abgeklärt wirken, fand ich sie in Anbetracht all dessen, was sie verpassen und aufgeben musste, mit all ihren (Selbst)Zweifeln und Sorgen, ihren Ängsten und mentalen Problemen einfach nur echt. So verdammt verletzlich.
Da die Autorin Rückblenden einfließen lässt, wird die persönliche Geschichte der Frauen, ihr Zueinanderfinden und ihr Ende, im selben Maße greifbar wie Lolas Veränderung. In diesen Kapiteln wird auf eine besondere Weise neben Freundschaft auch Maxis Queerness, ihr Coming-out und die Hürden, Anfeindungen und Unsicherheiten, die damit einhergingen, behandelt. Stets an ihrer Seite stand Lola. Schlagfertig und gleichgültig ob der Meinungen anderer.
Wir treffen im Jetzt keine Fremden, sondern Vertrautheit, Konflikte und Wehmut. Ungesagte Worte, nie vergessene Empfindungen. Ihr Verhältnis entwickelt sich den Umständen und Hintergründen entsprechend. Aus distanzierten, rein professionellen, erzwungenen Gesprächen wurden neckende Nachrichten. Pläne. Intimität. Humorvoll, den Anschein von Unverbindlichkeit weckend, öfter jedoch von Ernst durchtränkt, von stiller Trauer. Ein fragiles, sich nur langsam verdichtendes Band. Ich genoss es, wie hartnäckig und beständig Maxi blieb, wie sich Lola langsam öffnete, endlich erkannte, nicht immer stark sein, alleine kämpfen zu müssen.
Lindberg setzt auf prickelnde Tension und Sanftheit statt auf Spice und Schnelligkeit, was sich hervorragend in die atmosphärisch-ruhige, bedrückende Handlung fügt.
Für mich war der Dreh- und Angelpunkt der Story aber die Demenz von Frank. Denn aus dieser entstehen Lolas Überforderung, ihre merklich spürbare körperliche wie mentale Erschöpfung, ausgebrannt von der endlosen Aufopferung und ihrem Pflichtgefühl.
Selbst Lolas Großeltern – Franks Eltern – waren auf eine Art involviert, die uns ein unvorstellbares, ein grausames Leiden zugänglich macht. Zu sehen, wie das eigene erwachsene Kind dahinsiecht, immer weniger wird, ist eine Erfahrung, die niemand machen sollte. Subtil kritisiert werden zurecht u. A. die unzureichenden (und unbezahlbaren) Hilfsmöglichkeiten, die überlasteten Pflegestellen, das wenig Sicherheit bietende Gesundheitssystem für Erkrankte und Angehörige und das Unverständnis Außenstehender.
All das wurde sensibel und verständlich behandelt; die Handlung war mit Melancholie und durchdringender Verzweiflung gespickt. Lindberg griff zu einfühlsamen Worten, zu einem Hauch Poesie, nahbaren und echten Emotionen, zeigt einen Alltag, der uns alle treffen könnte. Authentisch, schwermütig und eindringlich.
Frau Berthold und Quinn brachten hier und da Leichtigkeit mit, indes sind es innige Augenblicke und Zärtlichkeit, die den Romantik-Faktor sacht puschen.
„Ever since she kissed me“ erinnert daran, dass es niemals zu spät für neue Erfahrungen ist, dass nicht alles ein Label braucht und Selbstfürsorge nie egoistisch, immer essenziell ist. Dass wir jeden klaren Moment genießen sollten, denn nichts ist so sicher wie der Tod, der uns alle irgendwann – manche viel zu früh – trifft.
Viele, viele Gedanken und Momente gehen nah, treffen tief, stimmen nachdenklich und lassen innehalten – nicht, kein einziges Mal aufgrund überzogener Dramatik, sondern einzig aufgrund der Realitätsnähe. Inka sorgt für Gänsehaut, für schwer Schlucken. Gleichzeitig schafft sie Sichtbarkeit für Betroffene von Demenz und Angehörige, für die Not.
Bewertung
5/5
15.08.2026
Buch (Taschenbuch)
einfach gut
Das Buch hat sich einfach so weggelesen. Es ist so natürlich und einfach geschrieben.
Es verpackt die schweren Themen Demenz & Tod so locker und zeigt gleichzeitig die Schwere die Betroffene erleben und durchleben müssen.
Danke auch für den Raum der anfangs ungewissen Beziehung von Lola und Maxi und die Gefühle und Gedanken die damit einhergehen.
Ein absolut bezauberndes Buch. Ich freue mich schon auf das nächste Buch!
Bewertung
5/5
13.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Ich will mehr Inka Lindberg!
Diese Review kommt 1 Jahr zu spät, aber:
Ich habe mich wirklich selten so repräsentiert gefühlt! Gerade als bisexuelle Frau, aber auch in allen anderen Belangen. Ich kann es kaum richtig beschreiben. Es wurde sich mit vielen Vorurteilen beschäftigt, auch innerhalb der Community, die meiner Meinung nach viel zu selten Raum bekommen und das hat mich tief berührt. Das wird nicht das letzte Buch sein, welches ich von Inka gelesen habe
Jennie
aus Essen
5/5
04.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Über Verlust, Trauer und doch so viel Liebe
Wer eine typische Lovestory sucht ist hier fehl am Platz. Bei Inka findest du komplexe Charaktere, tiefgründige Beziehungen und so viele schwere Gefühle. Wunderschöne Freundschaften mit unbegrenzter Nähe und wichtige Themen, die sonst nicht einfach so in Young Adult Romanen aufgegriffen werden. Es wird nicht unnötig dramatisch und die Entscheidungen sind nicht alle vorauszusehen. Ich wurde jedes Mal aufs Neue überrascht und geschüttelt. Wer bei diesem Buch keine Träne vergießt…
Es geht um Label, Outings, Queerness und wie hart es in der Schule sein kann wenn man nicht heterosexuell ist. Wie es nach der Schule im Alltag weiter geht und doch wie schön es sein kann wenn man die richtigen Menschen um sich herum hat.
Doch im Fokus bleibt Lola und ihre Trauer um ihren erkrankten Vater, den Sie Stück für Stück verblassen sieht. Sowas kann man nur authentisch beschreiben, wenn man es selber erlebt hat.
Julia
aus Köln
5/5
24.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Macht Platz für ganz viele Gefühle
Auf dem Weg zur Arbeit, morgens um 6 Uhr, erstmal in der Bahn heulen? Ja, das stand auch nicht unbedingt auf meiner To-Do-Liste. Dann las ich zwei einfache Worte: „Mein Mädchen", und sämtliche Dämme brachen auf einmal ein.
„Ever since she kissed me" von Inka Lindberg ist mehr als ein queeres Romance-Buch. In diesem Buch steckt so viel Verletzlichkeit, Emotionalität, Wut, Hoffnung, Trauer, aber auch ganz, ganz viel Liebe. Nicht nur Liebe im romantischen Sinn, sondern auch freundschaftliche Liebe, die Liebe zu Familienmitgliedern, zu vergangenen Erinnerungen; und außerhalb des Plots spürt man auf jeder Seite die Liebe der Autorin für diese Geschichte, die Figuren und die Verbindung, die die zwei Protagonistinnen miteinander teilen.
Dieses Buch unterscheidet sich in seiner Tiefe und der Schwere der Themen nochmal deutlich von Inkas bisherigen Büchern. Jedes ihrer Bücher eröffnet andere Facetten und Entwicklungsstufen von jungen Menschen in ihren (Mitte-)Zwanzigern, die irgendwie versuchen, ihren Weg und sich selbst zu finden. Im neuesten Roman haben wir erstmalig zwei Hauptfiguren, deren Sichtweisen wir verfolgen, Lola und Maxi.
Lola muss seit ihrem Schulabschluss mitansehen, wie sich die frühzeitige Demenz ihres Vaters immer weiter verschlechtert. Als nahezu einzige Pflegeperson sieht sie ihre Jugend vor ihren Augen vorbeiziehen.
Die nachfolgenden zwei Zitate haben mich besonders berührt, da sie die Gefühlswelt von Lola unglaublich gut widerspiegeln und gleichzeitig die Ausweglosigkeit und Verzweiflung von pflegenden Menschen repräsentieren:
„Seit Papas Zustand sich so weit verschlimmert hat, ist jeder Tag so berechenbar wie das Wetter im April. In Momenten wie diesen fühle ich mich wie eine Mutter, die zu jung für ihre Rolle ist, obwohl ich inzwischen selbst Mitte zwanzig bin." (S. 19) und „Aber manchmal bin ich so am Ende, dass ich am liebsten wegrennen würde. Das sage ich natürlich niemanden. Allein, dass ich diese Gedanken habe, löst in mir ein schlechtes Gewissen aus. Gleichzeitig macht es mich sauer." (S. 69)
Ich bin ganz sicher, dass Lolas Rolle im Roman sehr viele Menschen berühren wird. Dieses Buch bringt nicht nur Sichtbarkeit für queere Liebe, sondern auch für (junge) Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden wie Lola – gefangen zwischen Verzweiflung, Fürsorge und schlechtem Gewissen. Die (zumeist eher stille und zurückgezogene) Geschichte dieser Menschen findet in diesem Buch einen Platz und Gehör in der Öffentlichkeit.
Aber auch die zweite Protagonistin Maxi bringt ihre ganz eigene Facette und Geschichte ein und lehrt uns, wie die Balance aus Selbstschutz und Nachsicht innerhalb einer Freundschaft gelingen kann, selbst wenn aufkeimende romantische Gefühle die Gesamtsituation nur umso komplizierter machen.
„In den Fluten meiner Emotionen ist sie der sprichwörtliche Fels in der Brandung, obwohl ich sie so lange von mir weggestoßen habe." (S. 282)
„Ever since she kissed me" ist kein Nebenbei-Roman. Dieses Buch muss gefühlt werden, und oh Mann, wird beim Lesen hier viel gefühlt. Inka Lindberg zeigt eine ganz neue Facette ihres Schreibens, und ich bin begeistert. Achtet beim Lesen unbedingt auf euch, denn das Buch ist zeitweise keine leichte Kost, aber es zeigt auch auf, wofür es sich lohnt durchzuhalten: dass es okay ist, Hilfe nicht nur anzunehmen, sondern auch anzufragen, dass nicht alles allein geschultert werden muss und dass Vertrauen und Ehrlichkeit mit sich selbst und anderen dabei helfen kann, Schritt für Schritt auch aus den tiefsten Löchern wieder hinauszufinden.
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