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Krass 500 Jahre deutsche Jugendsprache

Aus der Reihe Duden - Sachbuch
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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Sehr gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

19.04.2021

Verlag

Duden ein Imprint von Cornelsen Verlag GmbH

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

21,1/13,4/2,7 cm

Gewicht

406 g

Farbe

Aubergine

Auflage

1

Sprache

Deutsch

EAN

2710005138919

Beschreibung

Rezension

"Matthias Heine hat astrein die feinsten Quellen abgecheckt: von Luthers Studienzeit-Wortschatz bis zu tonangebend simsenden Girls und migrantischen Babos. Dieses Buch lässt niemanden kalt. Es ist eine Superbediene gegen Kulturpassimismus. Krass tadelos!" Buchjournal Buchjournal

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Sehr gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

19.04.2021

Verlag

Duden ein Imprint von Cornelsen Verlag GmbH

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

21,1/13,4/2,7 cm

Gewicht

406 g

Farbe

Aubergine

Auflage

1

Sprache

Deutsch

EAN

2710005138919

Herstelleradresse

Bibliograph. Instit. GmbH
Mecklenburgische Straße 53
14197 Berlin
DE

Email: info@cvk.de

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Ich habe schon einige…

seschat am 25.07.2021

Bewertungsnummer: 2747567

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ich habe schon einige spannenden Bücher zum Thema Sprache aus der Feder des Journalisten Matthias Heine gelesen. In seinem neuesten Titel "Krass" befasst er sich mit der Entwicklung der deutschen Jugendsprache von Martin Luther bis heute. Innerhalb von ca. 500 Jahren hat sich sprachlich einiges getan, obschon gerade das titelgebende Wort "krass" die Jahrhunderte überdauert hat. Damals wie heute verwenden Jugendliche ihre eigene Sprache (Jugendsprache), um sich einerseits von der Elterngeneration abzugrenzen und um andererseits zur Peergroup dazu zu gehören. Anfangs speiste sich die Jugendsprache allein aus dem Studenten- und Burschenschaftenmilieu. Auch vermischte man gern die Gelehrtensprache Latein mit Deutsch und versah jedes Nomen im Plural mit einem S (vgl. Kerls). Später dann besannen sich Turnvater Jahn und die sog. Wandervögel aufs Deutschtum und verbannten ausländische Begriffe aus dem Wortschatz. Wörter wie völkisch, Bockspringen oder Gau entstammen dieser Zeit. Danach betrachtet Heine die Jugendsprache Jahrzehnt für Jahrzehnt, von den 20er-Jahren bis heute. Hierbei habe ich einige Wörter aus meiner Kindheit wiederentdeckt, die eigentlich viel älter sind als ich. Überrascht war ich, als ich erfuhr, dass heute noch aktuelle Schulwörter wie Streber oder Spickzettel aus den 30ern stammen. Auch habe ich mich über Udo Lindenbergs nicht zu verachtenden Einfluss auf die Jugendsprache der 70er amüsiert. Typische Begriffe des Musikers waren/sind Controlletti, Fuzzi und Panik. Richtig zuhause fühlte ich mich im Jahrzehnt meiner Jugend, den 90ern. Hier hielten Wörter wie Body Building, piercen oder simsen Einzug in die Sprache. Heines Prognose für die Zukunft, dass es bald schwer sein wird, Jugendsprache/-Jargon von Umgangssprache zu unterscheiden, unterstütze ich, auch in Hinblick auf Kiezdeutsch, vollkommen. Seinen zweiten Ausblick, dass Jugendsprache durch Instagram und Tiktok weiblicher werden wird, zweifle ich trotz "Genderisierung" jedoch an. Man merkt Heines detaillierten wie luziden Betrachtungen die intensive Recherche- bzw. Quellenarbeit an. Jugendsprache ist nämlich nicht nur Sprach-, sondern vor allem auch Kultur- und Mentalitätsgeschichte. Am interessantesten fand ich die Schilderungen über die Zeit der studentischen Versammlungen und Turnvereine sowie die Ausführungen über die DDR-Jugendsprache. Ich habe die 272 Seiten mit Gewinn und Freude gelesen. Zudem verfügt das Buch über ein ausführliches Literaturverzeichnis, das zum vertiefenden Studium der Materie einlädt. FAZIT Alles in allem ein linguistisch wie populärwissenschaftlich ungemein lesbares Werk zum Thema Jugendsprache.

Ich habe schon einige…

seschat am 25.07.2021
Bewertungsnummer: 2747567
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ich habe schon einige spannenden Bücher zum Thema Sprache aus der Feder des Journalisten Matthias Heine gelesen. In seinem neuesten Titel "Krass" befasst er sich mit der Entwicklung der deutschen Jugendsprache von Martin Luther bis heute. Innerhalb von ca. 500 Jahren hat sich sprachlich einiges getan, obschon gerade das titelgebende Wort "krass" die Jahrhunderte überdauert hat. Damals wie heute verwenden Jugendliche ihre eigene Sprache (Jugendsprache), um sich einerseits von der Elterngeneration abzugrenzen und um andererseits zur Peergroup dazu zu gehören. Anfangs speiste sich die Jugendsprache allein aus dem Studenten- und Burschenschaftenmilieu. Auch vermischte man gern die Gelehrtensprache Latein mit Deutsch und versah jedes Nomen im Plural mit einem S (vgl. Kerls). Später dann besannen sich Turnvater Jahn und die sog. Wandervögel aufs Deutschtum und verbannten ausländische Begriffe aus dem Wortschatz. Wörter wie völkisch, Bockspringen oder Gau entstammen dieser Zeit. Danach betrachtet Heine die Jugendsprache Jahrzehnt für Jahrzehnt, von den 20er-Jahren bis heute. Hierbei habe ich einige Wörter aus meiner Kindheit wiederentdeckt, die eigentlich viel älter sind als ich. Überrascht war ich, als ich erfuhr, dass heute noch aktuelle Schulwörter wie Streber oder Spickzettel aus den 30ern stammen. Auch habe ich mich über Udo Lindenbergs nicht zu verachtenden Einfluss auf die Jugendsprache der 70er amüsiert. Typische Begriffe des Musikers waren/sind Controlletti, Fuzzi und Panik. Richtig zuhause fühlte ich mich im Jahrzehnt meiner Jugend, den 90ern. Hier hielten Wörter wie Body Building, piercen oder simsen Einzug in die Sprache. Heines Prognose für die Zukunft, dass es bald schwer sein wird, Jugendsprache/-Jargon von Umgangssprache zu unterscheiden, unterstütze ich, auch in Hinblick auf Kiezdeutsch, vollkommen. Seinen zweiten Ausblick, dass Jugendsprache durch Instagram und Tiktok weiblicher werden wird, zweifle ich trotz "Genderisierung" jedoch an. Man merkt Heines detaillierten wie luziden Betrachtungen die intensive Recherche- bzw. Quellenarbeit an. Jugendsprache ist nämlich nicht nur Sprach-, sondern vor allem auch Kultur- und Mentalitätsgeschichte. Am interessantesten fand ich die Schilderungen über die Zeit der studentischen Versammlungen und Turnvereine sowie die Ausführungen über die DDR-Jugendsprache. Ich habe die 272 Seiten mit Gewinn und Freude gelesen. Zudem verfügt das Buch über ein ausführliches Literaturverzeichnis, das zum vertiefenden Studium der Materie einlädt. FAZIT Alles in allem ein linguistisch wie populärwissenschaftlich ungemein lesbares Werk zum Thema Jugendsprache.

Lesenswerte Betrachtung der Jugendsprache

Jennifer am 25.07.2021

Bewertungsnummer: 1539103

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ich habe schon einige spannenden Bücher zum Thema Sprache aus der Feder des Journalisten Matthias Heine gelesen. In seinem neuesten Titel "Krass" befasst er sich mit der Entwicklung der deutschen Jugendsprache von Martin Luther bis heute. Innerhalb von ca. 500 Jahren hat sich sprachlich einiges getan, obschon gerade das titelgebende Wort "krass" die Jahrhunderte überdauert hat. Damals wie heute verwenden Jugendliche ihre eigene Sprache (Jugendsprache), um sich einerseits von der Elterngeneration abzugrenzen und um andererseits zur Peergroup dazu zu gehören. Anfangs speiste sich die Jugendsprache allein aus dem Studenten- und Burschenschaftenmilieu. Auch vermischte man gern die Gelehrtensprache Latein mit Deutsch und versah jedes Nomen im Plural mit einem S (vgl. Kerls). Später dann besannen sich Turnvater Jahn und die sog. Wandervögel aufs Deutschtum und verbannten ausländische Begriffe aus dem Wortschatz. Wörter wie völkisch, Bockspringen oder Gau entstammen dieser Zeit. Danach betrachtet Heine die Jugendsprache Jahrzehnt für Jahrzehnt, von den 20er-Jahren bis heute. Hierbei habe ich einige Wörter aus meiner Kindheit wiederentdeckt, die eigentlich viel älter sind als ich. Überrascht war ich, als ich erfuhr, dass heute noch aktuelle Schulwörter wie Streber oder Spickzettel aus den 30ern stammen. Auch habe ich mich über Udo Lindenbergs nicht zu verachtenden Einfluss auf die Jugendsprache der 70er amüsiert. Typische Begriffe des Musikers waren/sind Controlletti, Fuzzi und Panik. Richtig zuhause fühlte ich mich im Jahrzehnt meiner Jugend, den 90ern. Hier hielten Wörter wie Body Building, piercen oder simsen Einzug in die Sprache. Heines Prognose für die Zukunft, dass es bald schwer sein wird, Jugendsprache/-Jargon von Umgangssprache zu unterscheiden, unterstütze ich, auch in Hinblick auf Kiezdeutsch, vollkommen. Seinen zweiten Ausblick, dass Jugendsprache durch Instagram und Tiktok weiblicher werden wird, zweifle ich trotz "Genderisierung" jedoch an. Man merkt Heines detaillierten wie luziden Betrachtungen die intensive Recherche- bzw. Quellenarbeit an. Jugendsprache ist nämlich nicht nur Sprach-, sondern vor allem auch Kultur- und Mentalitätsgeschichte. Am interessantesten fand ich die Schilderungen über die Zeit der studentischen Versammlungen und Turnvereine sowie die Ausführungen über die DDR-Jugendsprache. Ich habe die 272 Seiten mit Gewinn und Freude gelesen. Zudem verfügt das Buch über ein ausführliches Literaturverzeichnis, das zum vertiefenden Studium der Materie einlädt. FAZIT Alles in allem ein linguistisch wie populärwissenschaftlich ungemein lesbares Werk zum Thema Jugendsprache.

Lesenswerte Betrachtung der Jugendsprache

Jennifer am 25.07.2021
Bewertungsnummer: 1539103
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ich habe schon einige spannenden Bücher zum Thema Sprache aus der Feder des Journalisten Matthias Heine gelesen. In seinem neuesten Titel "Krass" befasst er sich mit der Entwicklung der deutschen Jugendsprache von Martin Luther bis heute. Innerhalb von ca. 500 Jahren hat sich sprachlich einiges getan, obschon gerade das titelgebende Wort "krass" die Jahrhunderte überdauert hat. Damals wie heute verwenden Jugendliche ihre eigene Sprache (Jugendsprache), um sich einerseits von der Elterngeneration abzugrenzen und um andererseits zur Peergroup dazu zu gehören. Anfangs speiste sich die Jugendsprache allein aus dem Studenten- und Burschenschaftenmilieu. Auch vermischte man gern die Gelehrtensprache Latein mit Deutsch und versah jedes Nomen im Plural mit einem S (vgl. Kerls). Später dann besannen sich Turnvater Jahn und die sog. Wandervögel aufs Deutschtum und verbannten ausländische Begriffe aus dem Wortschatz. Wörter wie völkisch, Bockspringen oder Gau entstammen dieser Zeit. Danach betrachtet Heine die Jugendsprache Jahrzehnt für Jahrzehnt, von den 20er-Jahren bis heute. Hierbei habe ich einige Wörter aus meiner Kindheit wiederentdeckt, die eigentlich viel älter sind als ich. Überrascht war ich, als ich erfuhr, dass heute noch aktuelle Schulwörter wie Streber oder Spickzettel aus den 30ern stammen. Auch habe ich mich über Udo Lindenbergs nicht zu verachtenden Einfluss auf die Jugendsprache der 70er amüsiert. Typische Begriffe des Musikers waren/sind Controlletti, Fuzzi und Panik. Richtig zuhause fühlte ich mich im Jahrzehnt meiner Jugend, den 90ern. Hier hielten Wörter wie Body Building, piercen oder simsen Einzug in die Sprache. Heines Prognose für die Zukunft, dass es bald schwer sein wird, Jugendsprache/-Jargon von Umgangssprache zu unterscheiden, unterstütze ich, auch in Hinblick auf Kiezdeutsch, vollkommen. Seinen zweiten Ausblick, dass Jugendsprache durch Instagram und Tiktok weiblicher werden wird, zweifle ich trotz "Genderisierung" jedoch an. Man merkt Heines detaillierten wie luziden Betrachtungen die intensive Recherche- bzw. Quellenarbeit an. Jugendsprache ist nämlich nicht nur Sprach-, sondern vor allem auch Kultur- und Mentalitätsgeschichte. Am interessantesten fand ich die Schilderungen über die Zeit der studentischen Versammlungen und Turnvereine sowie die Ausführungen über die DDR-Jugendsprache. Ich habe die 272 Seiten mit Gewinn und Freude gelesen. Zudem verfügt das Buch über ein ausführliches Literaturverzeichnis, das zum vertiefenden Studium der Materie einlädt. FAZIT Alles in allem ein linguistisch wie populärwissenschaftlich ungemein lesbares Werk zum Thema Jugendsprache.

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