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Das Sola Busca Tarot - Band I Die Großen Arcana

3

135,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.08.2026

Verlag

BoD – Books on Demand

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

27,6/19,5/3 cm

Gewicht

1064 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-696-72937-0

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Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.08.2026

Verlag

BoD – Books on Demand

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

27,6/19,5/3 cm

Gewicht

1064 g

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1

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Deutsch

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978-3-696-72937-0

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  • Bewertung

    5/5

    29.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Kein Sternzeichen, keine Wohlfühlkarten im Sola Busca Tarot

    Dieses Tarot kommt aus einer Welt voller Macht, Magie und Gefahr Ein Kartenspiel aus der Renaissance sieht aus wie ein düsteres Fantasy-Universum – aber seine Geschichten sind echt. Das Sola Busca Tarot – Band I: Die Großen Arcana zeigt, warum ein fast 550 Jahre altes Tarot heute noch faszinieren kann. Tarotkarten kennt man heute oft aus Social Media, aus Filmen oder von Illustrationen: die Liebenden, der Tod, der Stern, der Magier. Manche Menschen legen Karten, andere mögen einfach die geheimnisvolle Optik. Das Sola Busca Tarot wirkt dagegen, als käme es aus einer völlig anderen Welt. Und genau das tut es auch. Auf den Karten dieses Decks aus der italienischen Renaissance stehen keine vertrauten Figuren mit klaren Bedeutungen. Stattdessen tauchen Männer mit Namen wie Matus, Catone, Nerone oder Nabuchodenasor auf. Sie tragen Rüstungen, halten Schwerter oder Schilde, stehen neben Feuerstellen, Gefäßen und seltsamen Werkzeugen. Manche sehen wie antike Herrscher aus, andere wie Krieger, Magier oder Menschen, die gerade in eine gefährliche Geschichte geraten sind. Wer hier nach einer schnellen Antwort auf die Frage „Was bedeutet diese Karte für Liebe oder Schule?“ sucht, wird eher enttäuscht sein. Dieses Buch will etwas anderes: Es versucht herauszufinden, welche Geschichten, Ideen und Ängste hinter den Bildern stecken könnten. Das Ergebnis ist kein einfaches Tarot-Handbuch, sondern eine Reise in eine Zeit, in der Politik, Mythologie, Astrologie, Religion und Magie eng zusammengehörten. Das Sola Busca entstand gegen Ende des 15. Jahrhunderts in Norditalien. Damals beschäftigten sich Gelehrte mit antiken Texten, Herrscher kämpften um Macht, und viele Menschen glaubten, dass Sterne, Planeten und Bilder etwas über das Leben verraten könnten. Wer gebildet war, kannte Geschichten über Alexander den Großen, römische Herrscher, griechische Götter und berühmte Verräter. Vieles davon steckt offenbar auch in den Karten. Besonders spannend ist die Verbindung zu Alexander dem Großen. Figuren wie Olympias, Philipp, Ammon und Nektanebos führen in eine Welt aus Krieg, Ruhm, Abstammung und Täuschung. Alexander war nicht nur ein erfolgreicher Eroberer, sondern wurde in späteren Erzählungen fast zu einer mythischen Figur. Es gab Geschichten über seine angeblich göttliche Herkunft, über Zauberer und geheime Pläne. Das Buch zeigt, dass es beim Sola Busca oft nicht um einfache Helden geht. Es geht um Menschen, die Macht wollen, Risiken eingehen, andere manipulieren oder an ihrem eigenen Ehrgeiz scheitern. Das macht die Karten erstaunlich modern. Viele Figuren wirken, als stünden sie vor Fragen, die auch heute noch wichtig sind: Was passiert, wenn jemand unbedingt berühmt sein will? Wann wird Selbstvertrauen zu Arroganz? Kann Wissen gefährlich sein? Und wie erkennt man, ob jemand wirklich stark ist – oder nur stark aussehen will? Auch Saturn spielt im Buch eine wichtige Rolle. Saturn ist in der Astrologie mit Zeit, Grenzen, Geduld und Melancholie verbunden. Das klingt erst einmal ziemlich düster, passt aber gut zum Sola Busca. In diesem Deck gibt es Verletzungen, Waffen, schwere Arbeit und Feuer. Es geht nicht um eine perfekte, harmonische Welt. Die Karten zeigen eher, dass Menschen durch schwierige Erfahrungen lernen. Wer immer sofort alles erreichen will, scheitert vielleicht. Wer warten, beobachten und sich verändern kann, hat eine bessere Chance, mit Krisen klarzukommen. Der Band nimmt sich viel Zeit für die einzelnen Großen Arcana. Dabei geht es nicht nur um Namen, sondern auch um Details: Wohin schaut eine Figur? Was hält sie in der Hand? Warum steht ein Gefäß neben ihr? Weshalb taucht Feuer immer wieder auf? Gerade diese Kleinigkeiten machen die Bildwelt des Sola Busca so spannend. Manche Gegenstände kehren auf mehreren Karten wieder, verändern dort aber ihre Bedeutung. So entsteht langsam der Eindruck, dass die Karten miteinander verbunden sind – fast wie Kapitel einer Geschichte. Am Anfang steht Matus. Er erinnert ein wenig an den späteren Narren im Tarot, ist aber nicht einfach derselbe Charakter. Matus wirkt wie jemand, der noch nicht weiß, was auf ihn zukommt. Vielleicht ist er unerfahren, vielleicht leichtsinnig, vielleicht aber auch offen für Neues. Von dort aus führt das Deck durch Themen wie Macht, Angst, Verlust, Stolz und Veränderung. Es ist, als würde man eine Figur dabei beobachten, wie sie durch eine komplizierte Welt navigieren muss. Das Buch beschreibt diesen Weg als eine Art innere Reise. Gemeint ist damit nicht unbedingt ein geheimes Ritual mit festen Regeln. Eher geht es darum, dass Menschen sich verändern, wenn sie mit Erfolg, Angst, Verantwortung oder Niederlagen konfrontiert werden. Wer ist man, wenn man Macht bekommt? Was bleibt von einem übrig, wenn man etwas verliert? Und kann man klüger werden, ohne vorher Fehler zu machen? Dabei wird es stellenweise ziemlich anspruchsvoll. Begriffe wie Hermetik oder Neuplatonismus wirken zunächst sperrig. Vereinfacht gesagt geht es um die Vorstellung, dass sichtbare Dinge – Bilder, Sterne, Feuer oder Gefäße – auf etwas Größeres hinweisen können. Ein Gefäß ist dann nicht nur ein Becher oder eine Schale. Es kann für Veränderung, Reinigung, Wissen oder Neubeginn stehen. Das Buch macht aber nicht den Fehler, jedem Symbol eine einzige feste Erklärung zu geben. Ein Gefäß kann auf verschiedenen Karten Unterschiedliches bedeuten. Genau das macht die Deutung interessanter, aber auch schwieriger. Das ist die größte Stärke des Bandes: Er behandelt das Sola Busca nicht wie ein Rätsel, das man mit einer einzigen Lösung knacken kann. Stattdessen zeigt er, wie viele Geschichten und Gedanken in diesen Bildern stecken könnten. Nicht jede Deutung lässt sich hundertprozentig beweisen. Schließlich ist über die ursprüngliche Bedeutung des Decks vieles verloren gegangen. Aber gerade diese Unsicherheit gehört dazu. Sie macht das Sola Busca weniger zu einem fertigen System und mehr zu einem Bildarchiv voller offener Fragen. Das Sola Busca Tarot – Band I: Die Großen Arcana ist kein Buch für Leute, die nur schnell ein paar Kartenbedeutungen nachschlagen wollen. Es ist ein Buch für Neugierige: für Menschen, die sich für Geschichte, Mythologie, Kunst, alte Geschichten und geheimnisvolle Bilder interessieren. Man muss sich Zeit nehmen, aber man wird dafür mit einer Welt belohnt, die viel seltsamer, dunkler und spannender ist als die meisten modernen Tarotklischees. Am Ende zeigt der Band vor allem eines: Tarot muss nicht nur aus Zukunftsfragen und Symbolen für Liebe oder Glück bestehen. Es kann auch ein Fenster in die Vergangenheit sein – in eine Zeit, in der Menschen versuchten, mit Bildern über Macht, Schicksal, Angst und Hoffnung nachzudenken. Und diese Fragen sind heute vielleicht gar nicht so weit weg, wie sie auf den ersten Blick wirken.

  • Bewertung

    5/5

    29.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Geschichte, Mythologie und Denken in den Bildern des Sola Busca

    Das Sola Busca Tarot – Band I: Die Großen Arcana Wer beim Wort Tarot an Magier, Liebende, Tod oder Stern denkt, wird beim Sola Busca schnell überrascht sein. Dieses Tarot aus der italienischen Renaissance sieht ganz anders aus als die heute bekannten Karten. Statt vertrauter Figuren begegnen einem Namen wie Matus, Panfilio, Catone, Nerone oder Nabuchodenasor. Viele Karten zeigen Männer in Rüstungen, Waffen, Feuer, Gefäße, Schilde und seltsame Werkzeuge. Oft ist nicht sofort klar, was man eigentlich vor sich hat – und genau das macht den Reiz dieses Decks aus. Das Sola Busca Tarot – Band I: Die Großen Arcana versucht nicht, diese Karten mit modernen Tarotbedeutungen glattzubügeln. Das Buch will nicht behaupten, Matus sei einfach „der Narr“ oder eine bestimmte Karte entspreche ohne Weiteres der späteren Hohepriesterin, dem Eremiten oder dem Magier. Stattdessen fragt es: Aus welcher Welt stammen diese Bilder? Welche Geschichten, Ideen und Symbole konnten Menschen im Italien des späten 15. Jahrhunderts darin erkennen? Das ist ein sinnvoller Ansatz. Das Sola Busca entstand in einer Zeit, in der antike Geschichte, Mythologie, Politik, Religion, Astrologie und Magie eng nebeneinanderstanden. Venedig, Ferrara und Padua waren Orte, an denen sich Gelehrte intensiv mit alten Texten beschäftigten und gleichzeitig um Macht, Herkunft und gesellschaftliches Ansehen gerungen wurde. Wer die Trümpfe verstehen will, muss also nicht nur Tarotgeschichte kennen, sondern auch etwas über die Denkweise der Renaissance. Das Buch macht deutlich, dass viele Figuren des Decks keine zufällig gewählten Namen tragen. Sie verweisen auf historische Herrscher, antike Autoren, legendäre Gestalten und Geschichten, die damals gebildeten Betrachtern bekannt gewesen sein konnten. Besonders wichtig ist die Überlieferung um Alexander den Großen. Figuren wie Olympias, Philipp, Ammon oder Nektanebos führen in eine Welt aus Herrschaft, göttlicher Abstammung, Täuschung, Magie und politischem Ehrgeiz. Dabei geht es nicht nur darum, die Karten mit Namen aus alten Büchern zu versehen. Spannend wird es dort, wo das Buch die Konflikte hinter diesen Geschichten sichtbar macht: Wann wird Wissen zu Manipulation? Wann wird Mut zu Selbstüberschätzung? Was unterscheidet echte Größe von bloßem Machtstreben? Die Figuren des Sola Busca sind selten eindeutig gut oder böse. Sie stehen oft für Menschen, die unter Druck geraten, Grenzen überschreiten oder mit den Folgen ihres Handelns leben müssen. Eine große Rolle spielt auch Saturn. Viele verbinden Saturn zuerst mit Melancholie, Alter oder Dunkelheit. Das Buch zeigt aber, dass mehr dazugehört: Zeit, Geduld, Erinnerung, Konzentration, Last und Begrenzung. In diesem Zusammenhang wirken die harten Bilder des Decks – Waffen, Verletzungen, Feuer, schwere Arbeit – weniger zufällig. Sie können als Prüfungen verstanden werden. Nicht alles im Leben lässt sich sofort lösen; manchmal muss man warten, durchhalten oder erkennen, wo die eigenen Möglichkeiten enden. Der Hauptteil des Buches widmet sich den einzelnen Großen Arcana. Dabei werden nicht nur die Namen der Figuren untersucht, sondern auch ihre Haltung, Kleidung, Blicke und Gegenstände. Das ist wichtig, denn gerade beim Sola Busca steckt viel Bedeutung in kleinen Details. Ein Gefäß, ein Schwert oder eine bestimmte Bewegung der Hände kann Hinweise geben, die erst im Vergleich mit anderen Karten verständlich werden. So entsteht langsam der Eindruck, dass die Trümpfe nicht einfach eine Sammlung einzelner Bilder sind. Bestimmte Motive tauchen wieder auf, verändern sich oder bekommen auf einer späteren Karte eine neue Bedeutung. Man kann das Deck deshalb als eine Folge lesen, in der sich Erfahrungen von Macht, Verlust, Entscheidung, Gefahr und Veränderung entfalten. Am Anfang steht Matus. Er erinnert zwar in gewisser Weise an den späteren Narren, ist aber nicht einfach mit ihm gleichzusetzen. Matus wirkt eher wie jemand, der noch am Anfang steht: unerfahren, vielleicht unvorbereitet, aber offen für das, was kommt. Von dort aus führen die Karten durch unterschiedliche Formen des Handelns. Manche Figuren stehen für Verantwortung und Ordnung, andere für Ehrgeiz, Härte oder Kontrollverlust. Immer wieder geht es darum, wie Menschen mit Angst, Macht und ihren eigenen Wünschen umgehen. Das Buch beschreibt diese Folge als eine Art Einweihungsweg. Damit ist nicht unbedingt ein geheimes Ritual gemeint, das sich historisch eindeutig nachweisen ließe. Gemeint ist eher eine innere Entwicklung: Ein Mensch wird mit seinen Schwächen, seinen Hoffnungen und seinem Bedürfnis nach Anerkennung konfrontiert. Er muss lernen, dass Erfolg nicht automatisch Reife bedeutet und Macht nicht dasselbe ist wie Weisheit. Neben Geschichte und Mythologie spielen auch Hermetik und Neuplatonismus eine Rolle. Das klingt zunächst kompliziert, meint hier aber vor allem die Vorstellung, dass sichtbare Dinge auf unsichtbare Zusammenhänge hinweisen können. Bilder sind dann nicht nur Dekoration. Sie können helfen, Beziehungen zwischen Mensch, Natur, Zeit und Geist wahrzunehmen. Im Sola Busca werden deshalb Sterne, Feuer, Werkzeuge und Gefäße nicht einfach als feste Symbole erklärt. Ihre Bedeutung hängt davon ab, auf welcher Karte sie erscheinen und wie sie mit der dargestellten Figur verbunden sind. Besonders interessant ist das Gefäßmotiv. Ein Gefäß kann vieles bedeuten: Aufnahme, Mischung, Reinigung oder Veränderung. Der Vergleich mit dem Crater Hermetis des Renaissanceautors Ludovico Lazzarelli erweitert den Blick auf diese Bilder, ohne so zu tun, als hätte jedes Gefäß im Deck automatisch dieselbe Bedeutung. Das ist eine der Stärken des Bandes: Er bietet Deutungen an, ohne jede offene Frage zwanghaft schließen zu wollen. Natürlich verlangt das Buch Aufmerksamkeit. Wer nur schnell wissen möchte, welche Karte für Liebe, Beruf oder Zukunft steht, wird hier vermutlich nicht fündig. Es geht nicht um einfache Schlagworte für eine Kartenlegung, sondern um Geschichte, Bilder und Ideen. Manche Passagen werden gerade dann interessant, wenn man bereit ist, länger bei einer Figur oder einem Motiv zu bleiben. Das ist zugleich die größte Herausforderung des Buches. Das Sola Busca ist nur unvollständig überliefert, und vieles lässt sich nicht mit letzter Sicherheit beweisen. Historische Zusammenhänge, antike Quellen, astrologische Vorstellungen und philosophische Deutungen können sehr überzeugend sein – sie bleiben aber zum Teil Vorschläge, keine endgültigen Lösungen. Das Buch gewinnt dort, wo es diese Unsicherheit offen lässt und die Leserinnen und Leser zum eigenen Weiterdenken einlädt. Das Sola Busca Tarot – Band I: Die Großen Arcana ist kein leichter Einstieg in die Welt des Tarot. Es ist eher ein Buch für Menschen, die Lust auf Rätsel, Renaissancegeschichte und ungewöhnliche Bilder haben. Wer sich auf die Lektüre einlässt, entdeckt ein Tarotdeck, das nicht freundlich und glatt wirken will, sondern voller Konflikte, Machtfragen und seltsamer Symbole steckt. Gerade darin liegt seine besondere Qualität. Der Band liefert keine schnellen Antworten. Er zeigt vielmehr, wie viel Geschichte, Mythologie und Denken in den Bildern des Sola Busca stecken könnte. Für jüngere Leserinnen und Leser, die Tarot nicht nur als Trend oder Orakel, sondern als Teil der europäischen Kulturgeschichte entdecken möchten, bietet das Buch einen spannenden und ungewöhnlichen Zugang.

  • Bewertung

    5/5

    29.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zugang zu den 22 Trümpfen des Sola Busca

    Ein gründlicher Zugang zu den 22 Trümpfen des Sola Busca - Das Sola Busca gehört zu jenen Tarotspielen, bei denen vertraute Deutungsmuster schnell an ihre Grenzen stoßen. Seine Trümpfe zeigen weder Magier noch Hohepriesterin, Liebende oder Eremiten. Stattdessen begegnen uns Figuren wie Matus, Panfilio, Nabuchodenasor, Catone, Nerone oder Metelo. Manche Namen verweisen auf antike und biblische Überlieferungen, andere lassen sich bis heute nur schwer einordnen. Rüstungen, Fahnen, Gefäße, Waffen, Feuer, Tiere und rätselhafte Geräte verstärken den fremdartigen Eindruck. Gerade deshalb benötigt dieses außergewöhnliche Deck eine sorgfältige historische und symbolische Betrachtung. Genau darin liegt die große Stärke von Band I. Der Verfasser liefert keine Sammlung schneller Kartenbedeutungen und versucht nicht, die Trümpfe vorschnell in das Deutungssystem späterer Tarottraditionen einzuordnen. Stattdessen fragt er zunächst, was für ein Werk das Sola Busca überhaupt ist, aus welcher Zeit seine Bilder stammen und welche Ideen einem gebildeten Betrachter im Italien des späten 15. Jahrhunderts vertraut gewesen sein könnten. Venedig, Ferrara und Padua erscheinen dabei als wichtige kulturelle Bezugspunkte, an denen Humanismus, höfische Politik, antike Geschichtsschreibung, Astrologie, religiöse Spekulation und die Wiederentdeckung hermetischer Texte aufeinandertrafen. Überzeugend ist auch die nüchterne Behandlung des Namens „Sola Busca“. Der heute geläufige Titel geht auf spätere Besitzerfamilien zurück und ist nicht als ursprüngliche Bezeichnung des Kartenspiels belegt. Diese Feststellung mag nebensächlich wirken, bewahrt jedoch vor weitreichenden Spekulationen. Aus dem Namen lässt sich weder ein geheimer Orden noch eine Bruderschaft oder ein bestimmter Künstler ableiten. Der Band hält seine Untersuchung damit auf historischem Boden, ohne die symbolische Vielschichtigkeit der Karten zu leugnen. Ein wichtiger Gedanke des Buches besteht darin, die genannten Personen nicht lediglich als historische Porträts zu verstehen. In der Renaissance konnten Gestalten aus Antike und Bibel als Beispiele für Mut, politische Klugheit und Selbstbeherrschung, aber ebenso für Ehrgeiz, Gewaltherrschaft, Verrat oder Scheitern dienen. Jeder Name brachte eine Geschichte mit sich und weckte bestimmte Erinnerungen und Urteile. Dennoch erschöpft sich die Aussage einer Karte nicht in der Biografie ihrer Figur. Haltung, Blickrichtung, Kleidung, Attribute und Handlung können die überlieferte Bedeutung bestätigen, erweitern oder sogar gegen sie wenden. Häufig entsteht der besondere Reiz eines Trumpfes gerade aus der Spannung zwischen dem bekannten Namen und seiner ungewöhnlichen Darstellung. Besonders anregend sind die Ausführungen zur Alexanderüberlieferung. Auf den Hofkarten finden sich Namen wie Olympias, Ammon, Philipp und Nektanebos, die mit Alexander dem Großen und seiner legendären Herkunft verbunden sind. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Alexanderroman. In ihm erscheint Nektanebos nicht nur als ägyptischer Herrscher, sondern auch als Astrologe und Magier, der Olympias eine Begegnung mit Ammon ankündigt. Alexanders Herkunft wird dadurch mit göttlicher Legitimation, Täuschung, Verkleidung, Macht und verborgenem Wissen verknüpft. Der Band behandelt diese Erzählung nicht als bloßen gelehrten Hintergrund. Vielmehr macht er sie für zentrale Fragen des Sola Busca fruchtbar: Wodurch wird Herrschaft legitimiert? Wie unterscheidet sich echte Berufung von einer geschickt inszenierten Behauptung? Führt Wissen zur Erkenntnis oder dient es dazu, andere zu beherrschen? Alexander erscheint vor diesem Hintergrund zugleich als außergewöhnlicher Held und als Verkörperung eines grenzenlosen Machtanspruchs. Einen weiteren Deutungsschlüssel bildet die astrologische und philosophische Bedeutung Saturns. Dabei geht es nicht nur um Alter, Melancholie oder eine düstere Grundstimmung. In der Renaissance stand Saturn auch für Gedächtnis, Geduld, Konzentration, Absonderung, Ausdauer und die Fähigkeit, langwierige Prüfungen zu bestehen. Diese Perspektive passt zu den wiederkehrenden Motiven des Decks: Arbeit, Lasten, Verletzungen, Waffen, Feuer, körperliche Anstrengung und gefährdete Ordnung. Grenzen erscheinen nicht allein als Hindernisse, sondern als Situationen, in denen sich eine Haltung bewähren muss. In Anlehnung an Peter Mark Adams’ Deutung des Sola Busca als „Game of Saturn“ versteht der Verfasser die Karten als Bilder von Zeit, Begrenzung und materieller Form. Diese Lesart gehört zu den überzeugendsten Aspekten des Buches. Saturn wird nicht einfach als Gegner von Geist und Erkenntnis dargestellt. Vielmehr zeigt sich, dass Einsicht ohne Dauer, Widerstand, Form und Selbstprüfung kaum im Leben wirksam werden kann. Das Sola Busca beschreibt keinen bequemen Weg zu rascher Erleuchtung. Seine Bilder führen durch Erfahrungen, in denen Machtansprüche, Wünsche, Ängste und Selbsttäuschungen geprüft werden. Auch die Bezüge zu Neuplatonismus, Hermetik und Theurgie behandelt der Band erfreulich differenziert. Die sichtbare Welt gilt hier nicht als geistig wertlos und muss nicht überwunden werden. Formen, Zahlen, Bewegungen und Bilder können vielmehr auf eine geistige Ordnung verweisen. Der Mensch soll das Sichtbare deshalb nicht verachten, sondern genauer betrachten. Diese Haltung entspricht der Erfahrung mit dem Deck: Erst im geduldigen Blick auf einzelne Details beginnen Gefäße, Feuer, Waffen oder ungewöhnliche Gesten miteinander in Beziehung zu treten. Ein gutes Beispiel bietet Ludovico Lazzarellis „Crater Hermetis“. Das Gefäß oder der Krater kann mit Aufnahme, Mischung, Reinigung, Verwandlung und geistiger Erneuerung verbunden werden. Der Autor vermeidet jedoch den Fehler, jedes Gefäß im Sola Busca unmittelbar mit diesem hermetischen Motiv gleichzusetzen. Stattdessen zeigt er, welche Denk- und Bildmodelle in der Entstehungszeit verfügbar waren und wie sie die Interpretation einzelner Motive vertiefen können. Möglichkeiten werden aufgezeigt, ohne Vermutungen als Gewissheiten auszugeben. Im Mittelpunkt des Bandes stehen selbstverständlich die 22 Trümpfe selbst. Jede Karte erhält ausreichend Raum für eine genaue Betrachtung ihrer Figur, ihres Namens, ihrer möglichen Herkunft, ihrer Haltung, Attribute und Tätigkeit. Besonders ergiebig sind die Querverbindungen innerhalb der Kartenfolge. Gegenstände, die zunächst nebensächlich erscheinen, kehren später in veränderter Funktion wieder. Eine Herrschaftsgeste findet an anderer Stelle ihr Gegenbild. Kampf, Opfer, Maß, Täuschung, Verlust und Grenzüberschreitung werden nicht jeweils in einem einzelnen Bild abgehandelt, sondern über die gesamte Folge hinweg entfaltet. Matus, die erste Figur des Decks, verdeutlicht diesen Ansatz besonders gut. Sie nimmt ungefähr jene Position ein, die in späteren Tarotspielen dem Narren zukommt, bleibt jedoch fremder und schwerer festzulegen. Matus kann als Mensch am Anfang eines Weges verstanden werden: offen für das Kommende, aber noch ohne Überblick; bereit zur Bewegung, jedoch nicht im Besitz eines sicheren Urteils. Diese Offenheit ist sowohl Voraussetzung jeder Entwicklung als auch Ausdruck von Unwissenheit. Wer glaubt, bereits alles zu wissen, kann den Weg durch die Karten nicht wirklich beginnen. Aus der Folge der Trümpfe ergibt sich keine einfache Heldengeschichte und kein stetiger Aufstieg. Stattdessen zeigt sie unterschiedliche Formen des Handelns, der Macht und des Scheiterns. Einige Figuren versuchen, Ordnung herzustellen, andere verkörpern Starrheit, Gewalt, Selbstüberschätzung oder Verblendung. Wieder andere verweisen auf Verlust, Umkehr und die Notwendigkeit, eine bisherige Haltung aufzugeben. Der Band liest diese Bewegung als Einweihungsweg – nicht als historisch exakt rekonstruierbares Ritual, sondern als Folge innerer Veränderungen und Prüfungen. Band I erweist sich damit als anspruchsvolle, aber lohnende Einführung.

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