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Band 3

Gesammelte Werke Band 3: Leichensammler. Die Werft

Aus der Reihe Gesammelte Werke
1

48,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

29.03.2005

Herausgeber

Jürgen Dormagen + weitere

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

549

Maße (L/B/H)

3,1/12,8/20,3 cm

Gewicht

539 g

Auflage

1

Originaltitel

Leichensammler - Juntacadáveres, 1964. Die Werft - El astillero, 1961

Übersetzt von

Anneliese Botond + weitere

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-41703-4

Beschreibung

Rezension


»In vielen Texten hat er sein Universum ausgebaut, ein gigantisches Experimentierfeld. Jetzt können wir Onetti wiederlesen, mehr noch: den ganzen Onetti lesen, in einer Ausgabe
Gesammelter Werke
die weltweit erste wird es sein.«
("Neue Zürcher Zeitung")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

29.03.2005

Herausgeber

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

549

Maße (L/B/H)

3,1/12,8/20,3 cm

Gewicht

539 g

Auflage

1

Originaltitel

Leichensammler - Juntacadáveres, 1964. Die Werft - El astillero, 1961

Übersetzt von

  • Anneliese Botond
  • Curt Meyer-Clason

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-41703-4

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
Deutschland
Email: verkauf@suhrkamp.de
Url: www.suhrkamp.de
Telephone: +49 30 7407440
Fax: +49 30 740744199

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  • Zitronenblau

    3/5

    29.04.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Onettis Leichensammler

    Der Roman um die Figur des "Leichensammlers" Larsen, der ein Bordell in der Stadt Santa Maria eröffnet, gehört zum Santa-Maria-Zyklus. Im Wesentlichen behandelt Onetti zwei Geschichten: die Eröffnung und der Niedergang des Bordells. So beginnt der Roman mit: "Schnaufend und glänzend, breitbeinig über den Sprüngen des Eisenbahnwagens auf der Seitenlinie Enduro, ging Sammler durch den Gang, um sich einige Kilometer vor der Einfahrt des Zuges in Santa Maria der Gruppe der drei Frauen [Dirnen] anzuschließen. Er lächelte..." Enden tut der Roman dann mit: "Es waren sehr wenige Leute, die auf die roten Scheinwerfer des einfahrenden Zuges warteten. [...] ich sah einen Leichensammler von verminderter Statur, mit hängendem Kopf, die Hände auf dem Rücken verschränkt, aufrecht gehalten von den Überresten eines seltsamen Stolzes." Die Gemeinde konterkariert das Bordell. Sprachrohr der Sittenstreber ist Pfarrer Bergner, Instrument der Brief an die Angehörigen, datiert auf die Personen, die sich im Lusthaus schändlich besudelten. Dabei verlässt Onetti die auktoriale Erzählweise, um aus der Perspektive des jungen Jorges zu schreiben. Mit diesem verbindet sich die zweite Geschichte, nämlich seine Liebe zu Julita, die mit dessen Bruder, Frederico, ihre wahre Liebe fand, nach dessen Tod aber sich ihren Dämonen sukzessive ergibt: dem Alkohol, der Zerstreuung durch Hurerei im Bordell und der wahnhaft, quälenden Krankheit zum Tode mit der Schließung des Freudenhauses. Jorges Sicht wird dabei im Präsens ostentativ gemacht (in der auktorialen Perspektive schreibt Onetti in der erzählerischen Vergangenheit). Jorges drückt hier insbes. sein Verhältnis und seine unbeantwortete Liebe zur Julita aus. Durch die Zyklus-Zugehörigkeit des Romans wird scheinbar an einigen Stellen ein Hintergrund zu Santa Maria und seinen Einwohnern vorausgesetzt. Der Roman ist aber in sich geschlossen (wie o. gezeigt wurde). Onetti besticht durchaus mit einem epischen Stil. Pittoreske und arabeske Beschreibungen werten die häufig vom Dialog getragenen Kapitel auf. Sein Wortschatz ist durchaus umfassend und abwechslungsreich, mitunter von poetischer Farbe. Dramaturgisch jedoch gelingt ihm weniger der Clou. Das Bordell kommt und geht wie eine sanfte Welle, die sich schleppend in den Sand der Kleinstadt spült und sich gähnend in die ozeanische Bedeutungslosigkeit zurückzieht. Mehrmals wird die Angst angesprochen ("Der Mensch ist Verausgabung [...] und Angst vor der Verausgabung."). Dennoch bleiben die Einwohner schemenhaft, identitätslos, selbst Jorge und der Leichensammler, die Protagonisten, fallen mit Tat und Hadnlung kaum auf. Sie geben sich ihrem Schicksal hin und überzeugen kaum. Der Sammler weniger noch als Jorge, der Ich-Erzähler, der sich in episodenhaften Reminiszenzen verliert. Der Roman ist wohl nur vor dem Hintergrund des ganzen Zyklus angemessen zu bewerten. Eine letzte Deutung will mir hier nicht gelingen. Die Bedeutung liegt wohl in der Stadt, ihren Idealen und der Ereignishaftigkeit wechselnder Schicksale...

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