Produktbild: Die Entstehung des Doktor Faustus

Die Entstehung des Doktor Faustus Roman eines Romans. In der Fassung der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe

Aus der Reihe Fischer Klassik
1

17,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

05.04.2012

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

19/12,5/1,4 cm

Gewicht

219 g

Farbe

Lichtgrau

Auflage

2. Auflage, Neuausgabe

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-596-90404-4

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

05.04.2012

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

19/12,5/1,4 cm

Gewicht

219 g

Farbe

Lichtgrau

Auflage

2. Auflage, Neuausgabe

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-596-90404-4

Herstelleradresse

FISCHER Taschenbuch
Hedderichstr. 114
60596 Frankfurt
DE

Email: produktsicherheit@fischerverlage.de

Kundinnen und Kunden meinen

1 Bewertungen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Konto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

Die Bewertungen sind nach Format, Anzahl Sterne und Datum sortiert.

5 Sterne

(0)

4 Sterne

(0)

3 Sterne

(1)

2 Sterne

(0)

1 Sterne

(0)

Genese eines großen Romans…

Bories vom Berg aus München am 23.04.2013

Bewertungsnummer: 2708316

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Genese eines großen Romans Äußerst selten bekommt man ja als Leser mal Gelegenheit, vom Autor höchstselbst ganz detailliert und mit der denkbar größten Kompetenz über das Erschaffen eines bedeutenden literarischen Werkes ins Bild gesetzt zu werden. Thomas Mann hat sogar eigens einen Roman geschrieben über die Entstehungsgeschichte seines Alterswerkes, das allein wäre schon Grund genug, dieses Buch zu lesen. Wer zudem aber den «Doktor Faustus» gelesen hat, wie ich das mit Vergnügen tat, den wird vermutlich schon die pure Neugier treiben, diese einmalige Chance zu einem Blick hinter die Kulissen zu ergreifen, in der Schreibstube des Dichters also dabei zu sein beim kreativen Akt des Schreibens, hier besser gesagt in dessen Arbeitszimmer. Denn dieser Poeta laureatus, hochgeschätzter Dichter zu seinen Lebzeiten und bis in die Gegenwart andauernd, mutmaßlich aber auch bis weit in die Zukunft hinein fortdauernd, dieser Schriftsteller also hat bekanntlich sehr diszipliniert und mit festem Tagesrhythmus regelrecht gearbeitet, einem Buchhalter nicht unähnlich, der sein Pensum zu absolvieren hat. Wer dabei das berühmte Bild «Der arme Poet» von Moritz von Schwind im Hinterkopf hat, liegt natürlich völlig falsch, nicht nur was die Räumlichkeiten für die kreative Tätigkeit des Dichters anbelangt, sondern auch was die schöpferische Arbeitsweise selbst betrifft. Thomas Mann, schon als Sechsundzwanzigjähriger früh erfolgreich und damit relativ wohlhabend, konnte sich in der Tat ein recht behagliches Leben einrichten und hat das offensichtlich auch sehr bewusst genossen, wie man im Roman eines Romans, «Die Entstehung des Doktor Faustus», authentisch nachlesen kann. Entstanden ist dieses späte Werk ziemlich bald nach Erscheinen des «Doktor Faustus», an dem der siebzigjährige Autor im amerikanischen Exil knapp vier Jahre, von 1943 bis 1947, gearbeitet hatte. Er selbst sprich von seinem «wildesten Buch», dessen Geschichte er «für mich und die Freunde» zu rekonstruieren suche. Dem autobiografischen Text über die Entstehung des Buches lagen Tagebucheinträge zugrunde, diverse Werknotizen, eine umfangreiche Korrespondenz und viele persönliche Erinnerungen an Gespräche, ein reicher Fundus also, den der geniale Fleißarbeiter Thomas Mann, geplant zunächst in essayistischer Form, dann aber doch in Romanform niedergeschrieben hat. Man erfährt viel über die Arbeitsweise des Autors, der mit zwei Zeitebenen arbeitend seinen Roman collageartig aus den verschiedensten Themenkreisen und Motiven zusammengesetzt hat, das Faust-Thema dabei natürlich im Mittelpunkt stehend. Hier aber abgewandelt auf einen Protagonisten, der sich als Komponist, der Autor nennt ihn altmodisch «Tonsetzer», dem Teufel verschreibt. Vorlage für diese Figur ist Friedrich Nietzsche, was Genie und Syphilis anbelangt, für die avantgardistische Musik der Komponist Arnold Schönberg. Und so wird man vielfach Zeuge für die Konzeption und die Hilfsmittel zur Umsetzung der literarischen Ideen. Für mich am plausibelsten war dabei die unabdingbare Assistenz von Theodor W. Adorno bei den musiktheoretischen Exkursen, um nicht zu sagen Exzessen, die im Roman einen relativ breiten Raum einnehmen und ein entsprechendes Fachwissen des Lesers voraussetzen. Thomas Mann hat sich voll auf die Kompetenz von Adorno gestützt, von dem er mutmaßt, er würde in der klassischen Musik wohl jede Note kennen, die da irgendwo auf Notenlinien geschrieben steht. Hauptsächlich aber, das sei hier betont, ist dies eine themenbezogene Autobiografie, in der einem fast die gesamte Exil-Prominenz des Zweiten Weltkriegs in den USA begegnet, viele großen Namen sind da vertreten. Das alles ist äußerst interessant zu lesen und eröffnet tiefe Einblicke in das Wesen dieses bourgeoisen Autors, eines Großschriftstellers, wie Berthold Brecht ihn hämisch tituliert hat.

Genese eines großen Romans…

Bories vom Berg aus München am 23.04.2013
Bewertungsnummer: 2708316
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Genese eines großen Romans Äußerst selten bekommt man ja als Leser mal Gelegenheit, vom Autor höchstselbst ganz detailliert und mit der denkbar größten Kompetenz über das Erschaffen eines bedeutenden literarischen Werkes ins Bild gesetzt zu werden. Thomas Mann hat sogar eigens einen Roman geschrieben über die Entstehungsgeschichte seines Alterswerkes, das allein wäre schon Grund genug, dieses Buch zu lesen. Wer zudem aber den «Doktor Faustus» gelesen hat, wie ich das mit Vergnügen tat, den wird vermutlich schon die pure Neugier treiben, diese einmalige Chance zu einem Blick hinter die Kulissen zu ergreifen, in der Schreibstube des Dichters also dabei zu sein beim kreativen Akt des Schreibens, hier besser gesagt in dessen Arbeitszimmer. Denn dieser Poeta laureatus, hochgeschätzter Dichter zu seinen Lebzeiten und bis in die Gegenwart andauernd, mutmaßlich aber auch bis weit in die Zukunft hinein fortdauernd, dieser Schriftsteller also hat bekanntlich sehr diszipliniert und mit festem Tagesrhythmus regelrecht gearbeitet, einem Buchhalter nicht unähnlich, der sein Pensum zu absolvieren hat. Wer dabei das berühmte Bild «Der arme Poet» von Moritz von Schwind im Hinterkopf hat, liegt natürlich völlig falsch, nicht nur was die Räumlichkeiten für die kreative Tätigkeit des Dichters anbelangt, sondern auch was die schöpferische Arbeitsweise selbst betrifft. Thomas Mann, schon als Sechsundzwanzigjähriger früh erfolgreich und damit relativ wohlhabend, konnte sich in der Tat ein recht behagliches Leben einrichten und hat das offensichtlich auch sehr bewusst genossen, wie man im Roman eines Romans, «Die Entstehung des Doktor Faustus», authentisch nachlesen kann. Entstanden ist dieses späte Werk ziemlich bald nach Erscheinen des «Doktor Faustus», an dem der siebzigjährige Autor im amerikanischen Exil knapp vier Jahre, von 1943 bis 1947, gearbeitet hatte. Er selbst sprich von seinem «wildesten Buch», dessen Geschichte er «für mich und die Freunde» zu rekonstruieren suche. Dem autobiografischen Text über die Entstehung des Buches lagen Tagebucheinträge zugrunde, diverse Werknotizen, eine umfangreiche Korrespondenz und viele persönliche Erinnerungen an Gespräche, ein reicher Fundus also, den der geniale Fleißarbeiter Thomas Mann, geplant zunächst in essayistischer Form, dann aber doch in Romanform niedergeschrieben hat. Man erfährt viel über die Arbeitsweise des Autors, der mit zwei Zeitebenen arbeitend seinen Roman collageartig aus den verschiedensten Themenkreisen und Motiven zusammengesetzt hat, das Faust-Thema dabei natürlich im Mittelpunkt stehend. Hier aber abgewandelt auf einen Protagonisten, der sich als Komponist, der Autor nennt ihn altmodisch «Tonsetzer», dem Teufel verschreibt. Vorlage für diese Figur ist Friedrich Nietzsche, was Genie und Syphilis anbelangt, für die avantgardistische Musik der Komponist Arnold Schönberg. Und so wird man vielfach Zeuge für die Konzeption und die Hilfsmittel zur Umsetzung der literarischen Ideen. Für mich am plausibelsten war dabei die unabdingbare Assistenz von Theodor W. Adorno bei den musiktheoretischen Exkursen, um nicht zu sagen Exzessen, die im Roman einen relativ breiten Raum einnehmen und ein entsprechendes Fachwissen des Lesers voraussetzen. Thomas Mann hat sich voll auf die Kompetenz von Adorno gestützt, von dem er mutmaßt, er würde in der klassischen Musik wohl jede Note kennen, die da irgendwo auf Notenlinien geschrieben steht. Hauptsächlich aber, das sei hier betont, ist dies eine themenbezogene Autobiografie, in der einem fast die gesamte Exil-Prominenz des Zweiten Weltkriegs in den USA begegnet, viele großen Namen sind da vertreten. Das alles ist äußerst interessant zu lesen und eröffnet tiefe Einblicke in das Wesen dieses bourgeoisen Autors, eines Großschriftstellers, wie Berthold Brecht ihn hämisch tituliert hat.

Kundinnen und Kunden meinen

Die Entstehung des Doktor Faustus

von Thomas Mann

0 Bewertungen filtern

Weitere Artikel finden Sie in

Die Leseprobe wird geladen.
  • Produktbild: Die Entstehung des Doktor Faustus