Ein Ehepaar im Supermarkt, Robert und Odile. Ihr an sich lächerlicher Streit an der Käsetheke eskaliert, die Nerven liegen blank, weil es hier um viel mehr als um die Wahl des richtigen Käses geht. Odile, Mutter zweier Kinder, wird sich schon bald einen Liebhaber nehmen, der sie dann seinerseits betrügt. Yasmina Reza beschreibt Paare, Einzelgänger und Familien in unverschämt komischen Alltagsszenen. Inmitten von gesellschaftlichem Ansehen und beruflichen Erfolgen werden ihre Träume vom Alltag zerrieben. Doch aufgeben? Niemals! Mit scharfer Beobachtungsgabe und schmerzhaft treffenden Dialogen entzündet die Autorin ein Feuerwerk aus klugem Witz, Humor und tiefen Einsichten in unsere heutige Gesellschaft.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
leserattebremen
aus Berlin
5/5
27.07.2015
Buch (Gebundene Ausgabe)
In ihrem neusten Werk geht…
In ihrem neusten Werk geht Yasmina Reza der Frage nach, wo in unserem Alltag überhaupt noch Glück zu finden ist. Gibt es überhaupt ein Glück in unserem Alltagstrott, mit all seinen Ritualen und Problemen? In vielen kleinen Episoden erzählt sie von Menschen, die glücklich sind oder unglücklich, die Probleme haben und sie bewältigen oder an ihnen scheitern. Gleich in der ersten Geschichte streitet sich ein Paar im Supermarkt derart laut und übertrieben, dass man sich beim Lesen für sie schämen möchte. Doch gleichzeitig fühlt man sich ertappt, gibt es solche Szenen - wenn auch nicht in dieser überbordenden Dramatik- doch auch im echten Leben. Die Autorin zeigt, wie fragil und schwer zu fassen das Glück des Einzelnen ist. Es lässt sich nicht in eine Definition pressen, sondern ergibt sich von Situation zu Situation und kann genauso schnell wie es kommt wieder verschwinden. An den Geschichten zeigt sich, wie schnell der Alltag die Momente des Glücks unsichtbar macht, weil alles zu Kampf und Routine wird. Yasmina Reza beschreibt Personen, die einen berühren und Geschichten, die einen als Leser nicht unbeteiligt lassen. Man beobachtet die Charaktere in ihrem Leben und wird aber auch zu Selbstbeobachtung gezwungen. Es sind alltägliche Momente, die uns als Leser ebenso treffen könnten. Wie würden wir versuchen, glücklich zu bleiben? Und kämpfen wir überhaupt noch für unser Glück? Die Figuren bei Yasmina Reza tuen das nur selten, sie sind ein gutes Beispiel dafür, wie der Alltag und der Lauf des Lebens einen vergessen lassen, sich für sein persönliches Glück einzusetzen. Yasmina Rezas „Glücklich die Glücklichen“ ist wie ein kleines Fenster in die Welt der Figuren und ihre Probleme, eine großartig gelungene Beobachtung der Menschen, ihren Reaktionen und ihrer Vorstellung vom (verlorenen) Glück.
Bewertung
5/5
27.02.2014
Buch (Gebundene Ausgabe)
... lebensnahe Gegenwart einfach gut erzählt
Aneinandergereihte kurze Einzelporträts fügen sich nach und nach zu einem Ganzen zusammen. Yasmina Reza beobachtet genau und schildert Momente und Situationen absolut treffend. Man erkennt Paare, Familien, freundschaftliche Verbindungen und berufliches Miteinander - gesellschaftlich hoch angesehene wie auch im Hintergrund agierende und vermeintlich unscheinbare Persönlichkeiten. Und sie alle haben neben glücklichen Phasen ihre einsamen und traurigen Momente, die wohl einfach zum Leben dazugehören.
Wie schon im Buchdeckel treffend beschrieben: "... ist dieser lebensnahe Roman ein Feuerwerk aus klugem Witz, tiefen Einsichten und geballter Gegenwart."
Bories vom Berg
aus München
3/5
02.03.2015
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nur für Pessimisten Unter dem…
Nur für Pessimisten Unter dem tautologischen Titel «Glücklich die Glücklichen» hat die französische Schriftstellerin Yasmina Reza ihr neuestes Buch vorgelegt. Ihre Karriere begann sie als Schauspielerin und Dramatikerin, seit 1998 hat sie ihr Œuvre um Prosa erweitert. Einem breiteren Publikum ist sie spätestens seit der grandiosen Verfilmung ihres Theaterstücks «Der Gott des Gemetzels» durch Roman Polanski bekannt. Wer diesen Spielfilm gesehen hat mit seinen funkelnden Wortgefechten, dürfte, wie ich auch, neugierig geworden sein auf die Prosa dieser Autorin. Formal gliedert sich ihr Buch, das als Roman firmiert, in einundzwanzig jeweils für sich stehende Kurzgeschichten, überschrieben mit den Namen der achtzehn Figuren, aus deren Perspektive darin berichtet wird. Es beginnt gleich dramatisch mit Robert, der mit seiner Frau an der Käsetheke eines Supermarktes aus nichtigem Anlass in einen heftigen, beinahe handgreiflichen Streit gerät. Ausraster dieser Art sind als Handlungseffekte typisch für Yasmina Reza, sie arrangiert mit solch verbalem Gemetzel genüsslich die Selbstmontage ihrer Figuren. Der drei Generationen umfassende Menschenzoo, den wir da vorgeführt bekommen, beschränkt sich soziologisch auf die heutige Mittelschicht. Vertreten ist da der Politiker ebenso wie der Jurist, Arzt, Direktor, Journalist oder Chauffeur, die Schauspielerin oder die Sprechstundenhilfe. Es sind Familien, Paare und Einzelgänger, die in einem weiten Beziehungsgeflecht gesellschaftlich, freundschaftlich, familiär, ehelich oder amourös miteinander verbunden sind. Hinter der intakten Fassade erweisen sich viele dieser Beziehungen im besten Fall als brüchig, oft aber auch als längst zerstört. Das Neurotische im personalen Ensemble der Autorin reicht vom tüchtigen Onkologen, der sich im Stadtpark devot mit jungen Strichern einlässt, über die Schauspielerin, die mit ihrer Neigung zur Selbstverleugnung immer bei den unmöglichsten Männern landet, bis hin zum schizophrenen Sohn, der sich derart in seine Begeisterung für Céline Dion hineinsteigert, dass er sich am Ende selbst für die kanadische Popsängerin hält und in der Psychiatrie landet. Es gibt aber auch den total vereinsamten Patienten, der seinem erstaunten Analytiker erklärt: «Wenn ich bei mir zu Hause bin, habe ich Angst davor, dass jemand vorbeikommen und sehen könnte, wie einsam ich bin». Es sind solche Sätze, die diesem figuralen Geflecht seine besondere Note geben. Die Autorin glänzt mit überraschenden Gedankengängen, zeigt verblüffende Querverbindungen auf, sprüht geradezu vor Wortwitz. «Ich kann mit meiner Frau kein ernsthaftes Gespräch führen. Unmöglich, sich verständlich zu machen. Das gibt es nicht. Schon gar nicht im Rahmen einer Ehe, wo alles gleich zu einer Gerichtsverhandlung wird». Das abenteuerliche Konstrukt des kurzen Romans stellt im Übrigen an den Leser, allein schon von der mehr als üppigen Figurenfülle her, erhöhte Anforderungen, will er die ausufernden Verästelungen und subtilen Querverbindungen sicher erkennen und logisch einordnen. Nicht wenige der Figuren erscheinen auch grotesk überzeichnet, sie bleiben allzu deutlich reine Kunstfiguren, zu denen man kaum Empathie aufbauen kann. Was ist Glück, lautet die Kardinalfrage, und wie kann man es finden, an wen wendet man sich? Eine der Frauen wendet sich stets an ihren verstorbenen Vater, es käme ihr nicht in den Sinn, mit ihren vergleichsweise banalen Problemen zu Gott sprechen zu wollen: «Ich war immer der Ansicht, dass man Gott nicht stören darf». Es nervt sie allerdings, dass ihr Vater, der schon immer eine Niete war, im Himmel so wenig erreicht für sie. «Die geistreichsten Menschen sind immer Pessimisten. Sie sind auch die humorvollsten. Ich habe noch nie mit einem Optimisten richtig gelacht» hat die Autorin in einem Interview mal geäußert. Demzufolge sollten auch nur ausgemachte Pessimisten dieses vergnügliche Buch lesen.
Bewertung
aus Meilen
5/5
06.04.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
sehr interssant
das Buch hat mir sehr gefallen, es ist sehr gut geschrieben und könnte überall, also auch bei mir passieren.....
Bewertung
5/5
16.03.2016
Buch (Gebundene Ausgabe)
Grandios Beobachtet, in mehreren...
Grandios Beobachtet, in mehreren Episoden zeigt Reza das Absurde an so mancher Pärchen Konstellation und Beziehungsdynamik!
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