»Der Dialog mit Friedrich Dürrenmatt ist nicht zu Ende - er beginnt erst, und wir werden Mühe haben, in Friedrich Dürrenmatts mächtigem Schatten, ihn zu bestehen.«
»Der Dialog mit Friedrich Dürrenmatt ist nicht zu Ende - er beginnt erst, und wir werden Mühe haben, in Friedrich Dürrenmatts mächtigem Schatten, ihn zu bestehen.«
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Tim
5/5
23.11.2025
Buch (Taschenbuch)
Fehlbarkeit des Menschen: Mangel oder Vorteil?
Was als etwas ordinärer Kriminalroman beginnt zieht den Leser sobald in einen Strudel von ungeahnter philosophischer Tiefe. Die zugrundeliegende Fragestellung des Romans zur Imperfektion des Menschlichen um die sich die Charaktere entwickeln ist meisterhaft verpackt und mit etwas mehr als 100 Seiten ist „Der Richter und sein Henker“ ein schmackhafter literarisch philosophischer Snack, der weder mit Spannung noch mit Stil enttäuscht. Dürenmatts Formulierungen entführen, sind irgendwie lyrisch, die Geschichte spannend, mitreißend. Der volle Sog des Strudels dieses Romans entsteht jedoch erst wenn man durch die Seiten schwimmt und das eigene Gehirn nutzt. Ein Fall zum Mitfiebern und vor allem Mitdenken!
Bewertung
aus Effretikon
5/5
10.06.2021
eBook (ePUB)
Dürrenmatt, Der Richter und sein Henker
Ein ausgezeichnet entwickelter und geschriebener, immer wieder gern gelesener Klassiker.
Bewertung
5/5
10.06.2021
eBook (ePUB)
Ein literarischer Krimi
Als Krimi- und Dürrenmattfan war dieses Buch für mich ein Muss, obwohl ich es weder als Pflichtlektüre in der Schule lesen musste, noch Literatur studiert habe. Da ich von Dürrenmatt vor allem Dramen kannte, wusste ich nicht, was mich hier erwartet und auch nach der Lektüre ist die Literaturgattung für mich schwer einzuordnen (irgendwas zwischen Novelle und Krimi), die literarische Qualität des Buches ist mir dafür umso klarer.
Ein kleiner Ort in der Schweiz. Ein Polizist wird in seinem Auto ermordet aufgefunden. Er trägt schicke Kleidung und scheint sich in nobler Gesellschaft befunden zu haben, eher er ermordet wurde. Diesen Hinweis benutzt Kommissar Bärlach, um den Fall aufzuklären. Doch: auf eine überraschende Wendung folgt die nächste. Das letzte Drittel der Geschichte ist besonders rasant und es ist eine große Freude, sich die kunstvoll verstrickten Zusammenhänge nach und nach von Friedrich Dürrenmatt aufdecken zu lassen.
Auf deutsche Leser wirken manche Wörter oder Schreibweisen ein wenig eigenartig; das liegt weniger am Alter des "Kriminalromans", als an der Tatsache, dass Dürrenmatt selbst Schweizer war und die in der Schweiz spielende Geschichte so authentischer und für die Schweizer zu sowas wie einem "Heimatkrimi" wird. Die Charaktere haben volkstümlichen Charakter und es werden Berner Eigenheiten aufs Korn genommen. Als Deutscher ohne besonderes Hintergrundwissen zur Schweiz ist das nicht ganz so einfach nachzuvollziehen. Ich befürchte, dass wir so von der künstlerisch eingesetzten Ironie nur einen Teil verstehen.
Im Anhang des Buches finden sich, was ich als besonderes Goodie empfinde, originale Rezensionen zu dem Kriminalroman aus Zeitungen der Jahre 1952-54. Dahinter finden sich mehrere Aufsätze, die sich ebenfalls mit diesem Werk Dürrenmatts beschäftigen. Beides fand ich sehr interessant, zum einen um die Wirkung in der damaligen Zeit nachzuvollziehen und zum anderen, weil die darin enthaltenen Details zum größeren Verständnis der Lektüre beigetragen haben und ein paar einer wirrer, abstrakten Gedanken bzw. Ahnungen durch präzise, fachmännische Worte durch die zeitgenössischen Rezensenten auf den Punkt gebracht wurden.
Die dramatischen Effekte und das Absurde- was sich beides in klassischen Kriminalromanen normalerweise nicht findet - sind mir durchaus aufgefallen, aber dadurch, dass ich es als Freizeitlektüre gelesen und nicht großartig darüber sinniert habe, wäre mir beinahe abhanden gekommen, was einer der alten Rezensenten treffend anmerkt: "[...] ein Bild unserer Zeit, die jedes Ethos einem ins Absurde gesteigerten Nützlichkeitsdenken und -handeln unterordnet."
Ich denke, daran zeigt sich auch, was Dürrenmatts Kriminalroman von klassischen Vertretern dieser Gattung unterscheidet: Er kritisiert, v.a. im Gewand des Absurden, er bringt dramaturgische Effekteund philosophische Ansätze und er versucht, den Umständen der damaligen Zeit geschuldet, aus dem Kriminalroman (der damals literarisch wenig angesehen war) ein literarisch hohes Gut zu schaffen - was auf der anderen Seite zu wenig glaubhaften Handlungen führt, verglichen mit "echten" Kriminalromanen.
Dieses Buch ist aus literarischer Sicht großartig und, obwohl es kein Drama ist, ein "klassischer Dürrenmatt". Aber, obwohl ein abgehalfterter, kranker Kommissar die Hauptrolle spielt, es Tote, Mörder und ein komplexes Verbrechen sowie eine intelligente Aufklärung gibt, ist es nicht das, was man sich normalerweise unter einem Kriminalroman vorstellt. Wer nur an "normalen" Krimis interessiert ist, der sollte die Finger von diesem Buch lassen, denn es würde die Erwartungen njcht erfüllen. Wer aber an Dürrenmatt und der hohen Kunst der Literatur interessiert ist, der wird seine Freude an diesem Kunstwerk haben.
Normalerweise ändere ich am Tolino das vom Verlag vorgegebene Layout von Schriftart und -größe etc., doch bei diesem Buch ist es sogar ohne Änderung recht angenehm.
Wer nach dieser Lektüre auf den Geschmack von Schweizer Krimis gekommen ist, dem seien die Bücher von Friedrich Glauser empfohlen. Diese bzw. deren Hauptcharakter gaben wohl auch die Vorlage für Dürrenmatts Kommissar Bärlach.
Weitere "Kriminalromane" von Friedrich Dürrenmatt sind: Der Verdacht (Nachfolgeband zu "Der Richter und sein Henker"), Das Versprechen, Justiz, Der Pensionierte. Alle ebenfalls beim Diogenes Verlag erschienen.
astir
aus Bad Frankenhausen
5/5
10.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Literarisch schön
Was nun germanistisch schön oder hässlich ist, scheint sicherlich nicht unerheblich, doch ändern sich Stil und Einflüsse in der Literatur zum Glück stetig. Dürrenmatt hatte mit diesem Werk damals wohl eine Niesche bedient, doch gehört der Kriminalroman nun zur literarischen Welt fest hinzu. Obwohl die Ansprüche hinsichtlich Spannung und Handlungsfluss heute sehr hoch sind, schafft es Dürrenmatt eben durch literarisches Geschick zu Begeistern. Für mich ist dieses Werk nicht nur spannend durch seine phantastischen Wendung, auch für den leider heute vergessen Anspruch an die Sprache. Ob nun Niesche oder populistisch - ein sehr fesselndes und schönes Werk.
Bewertung
5/5
10.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Super !
Ich lese sehr ungern Krimis, dieser hier ist aber sehr besonders. Äußerst intelligent, sehr spannend und es macht viel Spaß ihn zu lesen. Ein Klassiker, den jeder bei sich haben sollte.
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