Was macht unser Leben aus? Wozu ist es gut? Was gibt ihm Kraft und Substanz? Eine ergreifende Geschichte vom Überleben angesichts des Todes - erzählt aus der Perspektive eines jungen Mädchens, das erwachsen werden muss. Für die 14-jährige Isabel und ihre Familie gibt es kein Entkommen. Die Pest erreicht ihr Dorf im Jahr 1349. Statt Fürsorge und Vertrauen, greifen Angst und Schrecken um sich. Weder Gottesfürchtigkeit noch Isolation können die Familie schützen. Als Isabel begreift, dass die fürchterliche Seuche alle Gebote der Menschlichkeit außer Kraft setzt, stemmt sie sich entschlossen gegen die Panik. In einer Zeit des Terrors und der Trauer beweist sie Hoffnung, Mitgefühl und Mut.
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Als Jugendbuch zu empfehlen
Bewertung aus Tholey am 28.11.2020
Bewertungsnummer: 1407901
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich wurde gebeten, das Buch für eine Bekannte zu rezensieren, da sie nicht sicher war, b sie es an eine Jugendliche empfehlen kann. Eigentlich wollte ich das Buch nur überfliegen und am Anfang hatte ich (wohl wegen des dunklen Themas) keine rechte Lust darauf. Aber dann hat mich die Hauptfigur Isabel voll in ihren Bann gezogen. Auch die Einfachheit der Schreibweise fand ich einfach schön. Es ist schon starker Tobak,wie viele Menschen auch im direkten Umfeld des Mädchens sterben und wie genau das Elend der Pest-Seuche beschrieben wird. Doch man vergeht nicht beim Lesen und Isabels Mut färbt ab. Die Autorin beschreibt im Nachwort, dass sie selbst gerne morbide Geschichten las, als sie in dem empfohlenen Alter war. Ich glaube, mit 14 weiß man schon recht genau, was man erträgt und was man lieber auslässt. Ich kann es daher uneingeschränkt als Jugendbuch empfehlen, denn man erfährt ja vorher, um was es geht und dann liegt die Entscheidung beim Leser/ der Leserin selbst. Wer gerne historische Geschichten liest, ist in jedem Falle gut aufgehoben: Der Detailreichtum (aufbauend auf offenbar sehr sorgfältiger Recherche) macht das Buch zu einer ausgezeichneten Historienlektüre, bei der es nicht schwer fällt, Rückschlüsse auf das heutige Leben zu finden.
Also: Daumen hoch für "Keiner kommt davon - Eine Geschichte vom Überleben" von Sally Nicholls.
Sehr düster und traurig
Petra Donatz am 05.05.2014
Bewertungsnummer: 842981
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Meine Meinung
Die Story
Dieses Buch ist wirklich sehr bewegend und hat mich sehr berührt. Dennoch fand ich die Atmosphäre für ein Jugendbuch zu düster und erschreckend. Sicherlich hat die Autorin mit der finsteren und bedrückenden Art, die damalige Zeit genau auf den Punkt gebracht. Aber irgendwas hat mich daran auch gestört. So konnte ich nie wirklich einen emotionalen Zugang zu den Protagonisten finden, weil für mich einfach alles zu düster und undurchsichtig war. Ein Buch was tief berührt aber trotzdem nicht 100 % überzeugen konnte.
Der Schreibstil
Auch mit dem Schreibstil konnte ich nicht wirklich warm werden. Er war zwar flüssig zu lesen, dennoch sehr kalt und abgehackt. Was die Stimmung des Buches natürlich sehr gut wieder spiegelt, mir aber persönlich nicht so gut gefallen hat.
Die Charaktere
Sicherlich habe ich mit den Protagonisten gelitten und gehofft. Aber so richtig warm konnte ich mit ihnen nicht werden. Was wie schon gesagt an dem Schreibstil und der ganzen Atmosphäre lag.
Mein Fazit
Ein erschreckender und aufwühlender Roman, dessen düstere Atmosphäre mir aber für ein Jugendbuch viel zu bedrückend erschien. Im Gegensatz zu anderen Lesern, konnte mich das Buch nicht wirklich vom Hocker reißen. Deshalb gibt es von mir nur drei von fünf Sternen.
Meinung aus der Buchhandlung
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Keiner kommt davon - Eine Geschichte vom Überleben
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
1349: Die vierzehnjährige Isabel lebt mit ihrem Vater, ihrer Stiefmutter Alice und ihren Geschwistern Ned, Maggie und dem Baby Edward in dem kleinen Dorf Ingleforn in der Nähe von York. Ihr ältester Bruder Richard ist bereits verheiratet und wird bald Vater und ihr zweitältester Bruder Geoffrey lebt im Kloster bei den Mönchen. Alle sind Leibeigene, aber nicht unglücklich mit ihrem einfachen und arbeitsreichen Leben. Isabel mag Robin, und die beiden sind so gut wie verlobt, aber sie mag auch Will, weil der so gut aussieht. Bald sind diese Probleme jedoch nebensächlich. Die Pest kommt. Erst denken alle, es trifft nur die anderen, die Ungläubigen und die schlechten Menschen, doch niemand bleibt verschont. Erst ist die Pest nur in Frankreich, dann erreicht sie England. Bristol, London, York … . Beim Johannisfeuer herrscht noch fröhliche Stimmung im Dorf, doch bald danach ziehen Flüchtlinge aus dem Süden durch die Straßen. Die Menschen haben zu viel Angst, um sie aufzunehmen, auch Isabel, obwohl sie eigentlich helfen will. Als sie einen geliehenen Topf zurückholen will, entdeckt sie, dass Radulf, der Gerichtsdiener, heimatlose Verwandte versteckt. Eine davon, die kleine Edith, hat die Pest. Auch im Kloster, wo Flüchtlinge aufgenommen wurden, gibt es erste Krankheits- und Todesfälle. Die Pest ist hier! Die Menschen wissen nicht, wie die Krankheit übertragen wird und wie sie sich schützen können. Sie haben Angst vor dem Geruch und sehen den Kranken nicht in die Augen. Einige glauben, die Pest sei im Kloster, weil die Mönche mit Teufeln das Bett geteilt hätten. Manche beten, manche schützen sich mit Knochen von Heiligen, manche mit Kräutern und Isabels kleine Geschwister glauben, es helfe, einen Eimer Urin vor die Tür zu stellen. Der Pfarrer der kleinen Gemeinde haut ab und als Ersatz kommt der junge Simon, der gerade erst geweiht wurde und sich ständig beim Latein verhaspelt. Jeden Tag finden Beerdigungen statt. Die Totenglocke läutet ununterbrochen. Der Friedhof ist voll. Einzelgräber sind Vergangenheit. Wer frei ist, verlässt das Dorf, doch diese Option steht Isabels Familie nicht offen. Viele gehen nach Norden, nach Schottland, in eine zweifelhafte Sicherheit. Freunde und Verwandte sterben, und Isabel macht sich große Sorgen um Geoffrey im Kloster. Als Robins Mutter stirbt, nehmen sie Robin bei sich auf.Doch viele Leute denken nur an sich und das eignene Überleben. Nächstenliebe gibt es kaum noch, genauso wenig wie Hoffnung. Man bleibt zuhause, bei verschlossenen Türen. Isabel ist verzweifelt, weil ihre Familie einfach so weiter macht, als sei alles o.k.. Alice webt Stoff, doch Isabel meint, bis zum Winter seien sie sowieso alle tot. Dann wird Baby Edward krank. Er schreit die ganze Nacht und bekommt Pestbeulen. Er stirbt. Auch Alice wird krank und bleibt mit dem Vater im Haus, während die Kinder sich fernhalten und solange in der Scheune wohnen sollen. Der Vater und Alice sterben. Priesterjunge Simon kommt, doch es ist zu spät für die Beichte. In diesen schweren Zeiten gibt es jedoch eine Sonderregelung, wonach jeder bei jedem beichten kann. Vielleicht haben sie es ja gegenseitig getan. Isabel erfährt, dass auch Richard krank ist. Sie klammert sich an Robin und die beiden „heiraten“ symbolisch in der Scheune, damit sie eine Familie sind. Dann stirbt auch Priesterjunge Simon, jedoch nicht an der Beulen- sondern an der Lungenpest.Bis zum Schluss hat er jedem im Dorf geholfen, der ihn brauchte. Es ist kaum noch einer im Dorf übrig. Überall liegen tote Menschen und Tiere und auf den Feldern verrottet das Getreide, weil niemand es erntet. Jedoch gibt es plötzlich Nahrung im Überfluss. Wer nicht krank ist, wird nicht selten zum ersten Mal in seinem Leben satt. Da viele Männer tot sind, übernehmen nun auch Frauen Männer-Jobs. Emma Baker backt jetzt das Brot für das Dorf, und das kann sie ebenso gut wie ihr verstorbener Mann. Für Beerdigungen zahlt man mittlerweile Wucherpreise und die Leichen werden oft bestohlen. Isabel und ihre Geschwister begraben die Eltern auf dem Feld. Da ihr Lehnsherr sicher auch längst tot ist, entschließen sie sich, Ingleforn zu verlassen. Auf dem Weg nach York treffen sie den reichen Herren Thomas, der durch die Pest seine Frau und seine Kinder verlor. Da Robin seinem Sohn ähnlich sieht, nimmt er ihn und die anderen bei sich auf. Sie leben nun in einem prachtvollen Herrenhaus. Isabel langweilt sich. Sie ist Nichtstun nicht gewohnt, ebenso wenig wie schöne Kleider und Reichtum. Robin darf Lesen und Rechnen lernen, um im Kaufmannsgeschäft mitzuarbeiten. Auch Geoffrey konnte lesen. Lebt er noch? Isabel erinnert sich, dass er schon immer verrückt nach Büchern war und sich für die Wissenschaften begeisterte. Er ging weniger wegen Gott als vielmehr wegen der Bücher ins Kloster. Ned und Maggie schließen sich einer Kinderbande an, die aus Häusern, die wegen der Pest leer stehen, allerhand stehlen, doch Ned wird erwischt und soll hängen. Thomas übernimmt die Verantwortung und geht freiwillig ins Gefängnis. Den Kindern soll nichts geschehen. Ihm macht es nicht aus zu sterben. Er vermisst seine Familie und will sie im Himmel wiedersehen. Isabel, Robin, Ned und Maggie machen sich auf den Weg zurück nach Ingelforn. Doch welche Zukunft erwartet sie dort? Es gibt Land im Überfluss und niemand wird mehr wissen, dass sie Leibeigene sind. Isabel ahnt nicht, dass ihr schon bald noch ein sehr schmerzlicher Verlust bevorsteht … . Ein heftiges Thema, aber total interessant! Endlich mal wieder ein super spannender historischer Roman, der einen total mitreißt! Man kann hier richtig in die Geschichte eintauchen und mit Isabel mitfiebern, bevor man dann das Buch zuschlägt und sich freut, nicht im Jahr 1349 zu leben. Jede Menge Fakten über diese Zeit und über die Pest im speziellen findet ihr übrigens hinten im Buch. Viel Spaß beim Lesen!!!
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