Ingrid und Jan sind seit 25 Jahren verheiratet und führen in Oslo, Norwegen, ein Leben in Wohlstand. Doch Ingrid kann nicht mehr – sie sieht alles schwarz. Die freudlose Ehe frustriert sie, das Engagement am Arbeitsplatz ist nur geheuchelt, und von den halbwüchsigen Söhnen ist kein Trost zu erwarten. Während Ingrid eine Therapie beginnt, schlittert Jan in eine Affäre mit seiner jungen Kollegin Hanne. Das dauert ein Jahr, dann zwingt Hanne den zaudernden Jan, Ingrid zu verlassen. Diese reagiert gelassen, zieht kurzerhand mit einer Matratze in ihr Auto und fühlt zum ersten Mal seit langem eine tiefe Zufriedenheit. Mitreißend und voll schwarzem Humor erzählt Nina Lykke vom Drama einer Familie – mit fast versöhnlichem Ausgang.
Kundinnen und Kunden meinen
3.2/5.0
Bewertung
5/5
09.03.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Inge schläft im Auto....
Wenn man nicht mehr weiß wie es weitergehen soll , dann ist man unterwegs! Inge ist jedenfalls unterwegs, raus aus einer handfesten Depression , müde vom Alltag einer Lehrerin ,müde als Familienmutter fast erwachsener Söhne und erschöpft in einer trostlosen Ehe. Eigentlich eine Geschichte, die schon oft gehört und ebenso häufig literarisch verarbeitet ist. Der Blick darauf ist hier anders, vielschichtig und scharf, manchmal bissig und ironisch und auch komisch...vorgefertigte Lösungen werden jedenfalls nicht serviert und das macht das Ganze spannend und lebhaft !
Alena
aus Heilbronn
4/5
15.02.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Roman „Aufruhr in…
Der Roman „Aufruhr in mittleren Jahren“ hat einerseits eine klischeehafte Handlung. Andererseits erzählt die Autorin die Geschichte so packend und authentisch, dass man das Buch nicht aus der Hand legen will. Ingrid, die Hauptprotagonistin, ist seit 25 Jahren verheiratet und hat ein geregeltes Familienleben mit Mann und zwei erwachsenen Söhnen. Allerdings fühlt sie sich in diesem Leben gefangen. Seit Jahren erledigt sie ihre Pflichten, in dem sie für die Familie kocht, putzt, wäscht, Einkäufe erledigt, Termine organisiert, etc. Die Söhne reden aber kaum noch mit ihr und auch mit ihrem Ehemann verbringt sie kaum noch Zeit. Obwohl sie nach außen den Schein der Normalität aufrecht erhält, brodelt es in ihr gerade zu. Sie vermisst die frühere Freude am Leben, ihr Enthusiasmus im Beruf und das Interesse am gesellschaftlichen Geschehen. Ihr Ehemann, kurz zuvor zum Referatsleiter befördert, beginnt eine Affäre mit einer jüngeren Kollegin. Er will Ingrid nicht verlassen, aber auch nicht seine Affäre beenden. Naiv wie er ist, gesteht er Ingrid die Affäre und wundert sich, warum sie sich anders als erwartet verhält. Ist es normal, dass sie darauf so ruhig reagiert? Ist es normal, dass sie ihn nicht anfleht, zu ihr zurückzukommen? Ist es normal, dass sie kampflos ihm das Haus und die Kinder überlässt und mit ihrem Auto quer durch Europa reist? Während Ingrid endlich sich selbst und die Freiheit wieder entdeckt, versinkt ihr Ehemann in seinem neuen Leben. Er bereut, diese Affäre angefangen zu haben und gibt allen (Ingrid, seinen Eltern, seinen Freunden, dem Therapeuten, der Gesellschaft) die Schuld, ihn nicht aufgehalten zu haben. Die Gewinnerin der ganzen Geschichte ist klar Ingrid. Nach anfänglichen Schockstarrheit hat sie die Situation zu ihrem Gunsten ausgenutzt. Sie genießt die erlangte Freiheit in vollen Zügen. Als Leser wird man mit den Leiden und Gefühlen aller drei Protagonisten dieser Dreiecksbeziehung konfrontiert, denn die Handlung wird abwechselnd aus der Perspektive der einzelnen Personen erzählt. Man ist hin und her gerissen, zu wem soll man halten. Welche Partei soll man ergreifen? Die Autorin lässt es offen, wie es mit Ingrid weiter geht. Man freut sich mit Ingrid und genießt den Ausblick in die Zukunft. Die Geschichte wird niemanden unberührt lassen. Obwohl es doch sehr viel Klischees auf ein Mal sind, erscheint die Handlung doch real und allgegenwärtig. Sehr gutes Buch, um seine EQ zu testen!
Bories vom Berg
aus München
3/5
09.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
In der Woche zwier Mit dem…
In der Woche zwier Mit dem deskriptiven Titel «Aufruhr in mittleren Jahren» ist zu ersten Mal ein Roman der norwegischen Schriftstellerin Nina Lykke auf Deutsch erschienen, im Original « Nei og atter nei», was «Nein und nochmals nein» bedeutet und weniger stimmig auf sein Thema passt. Loriot hat es einst auf den Punkt gebracht: «Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen». In diesem Roman wird der Beweis dafür auf ebenso satirische Weise erbracht, denn auch hier versuchen die Protagonisten es trotzdem unbeirrt, aber natürlich erfolglos! Es geht um die Midlife-Crisis von Jan, einem mit Frau und zwei Söhnen in Oslo lebenden, knapp fünfzigjährigen Ministerialbeamten, der soeben zum Referatsleiter befördert wurde. Der in zehn Kapiteln erzählte Roman beginnt mit der Beschreibung von Jans gleichaltriger Ehefrau Ingrid, die als Lehrerin arbeitet und die Strapazen ihres Berufs ebenso geduldig erträgt wie die Zumutungen ihres Daseins als Mutter zweier völlig verwöhnter, fast erwachsener Söhne. Sie leben komfortabel im eigenen Haus, ihre Ehe dauert nun schon fünfundzwanzig Jahre, sie verstehen sich gut, alles ist bestens eingespielt. Sogar der Sex wird pünktlich, aber wohl ziemlich lustlos praktiziert, immer «einmal die Woche». Nur halb so viel allerdings, wie Martin Luther es bekanntlich empfohlen hat: «In der Woche zwier, ist der Weiber Gebühr, schadet weder ihm noch ihr, und macht im Jahr hundertvier!» Ingrid ist zutiefst frustriert, sie sinniert permanent über das Leben an sich und ihre eigene, ihr völlig sinnlos erscheinende Situation. Sie kann nicht mehr, sieht alles schwarz, hat an nichts mehr Freude, fühlt sich von allen verlassen. Sie hadert mit ihrem langweiligen Dasein und entwickelt zunehmend eine beängstigende Menschenscheu. Bei einer Weihnachtsfeier macht sich eine fesche junge Mitarbeiterin seines Referats an Jan heran, begeistert von der Karaoke-Gesangseinlage ihres Chefs. Noch in der gleichen Nacht geht er mit der fünfunddreißigjährigen Hanne ins Bett, sie erleben rauschhaften Sex miteinander. Hanne ist eine sprunghafte, chaotische Frau, ganz anders als die disziplinierte Ingrid. sie hat es bisher nirgendwo lange ausgehalten und ist schon mehr als zehnmal umgezogen, weil sie immer irgendetwas gestört hat. Die Liaison der Beiden dauert schließlich eineinhalb Jahre. Jan ist hin und her gerissen, kann sich nicht entscheiden zwischen Frau und Geliebter, sucht sogar Rat beim Psychotherapeuten. Der macht ihm klar, dass er nicht alles haben könne, trautes Heim und aufregende Geliebte. Zwischen Vernunft und Brunft, könnte man sagen, durchleben Beide ein Wechselbad der Gefühle, immer erneut erfolgt auf Trennung wieder reumütige Versöhnung im Bett. Bis Hanne, die irgendwann in Torschluss-Panik gerät und ein Kind haben will, ihn eines Tages endgültig zu einer definitiven Entscheidung zwingt. Die in Deutschland kam bekannte Autorin hat aus einer nicht nur in der Literatur tausendfach thematisierten Beziehungs-Konstellation eine amüsante Geschichte entwickelt, die allerdings unvermeidlich mit diversen Klischees behaftet ist. Nordisch kühl und sachlich, ohne jede Theatralik, hat sie ihre Figuren in allen ihren Hoffungen und Zweifeln psychologisch stimmig dargestellt. Wobei sie viel mit inneren Monologen arbeitet, die das Innenleben ihrer Figuren nachvollziehbar offenlegen und ihre Lebensängste verdeutlichen. Als Leser erlebt man diese Achterbahn der Gefühle hautnah mit, erkennt womöglich sich selbst und andere in manchem wieder. Es ist keine spannende Tragödie, die da geschildert wird, eher ein Drama mit einem nicht vorhersehbaren unspektakulären Ende, ganz ohne Herz/Schmerz-Attitüde, aber immer nach dem Motto: «Und erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt». Nur Ingrid nimmt diese Zäsur gelassen hin, «endlich passiert was», stellt sie erleichtert fest. Als Geschichte einer Befreiung wird hier an das Dilemma erinnert, in dem sich Männer und Frauen befinden, die nicht wahrhaben wollen, dass sich nicht alle ihre Träume erfüllen können, dass sie auf manches verzichten müssen, und dazu gehört nun mal auch die unerfüllte Liebe in allen ihren Spielarten!
Bewertung
aus Herrenschwanden
1/5
28.03.2020
eBook (ePUB)
Aufruhr in mittleren Jahren
Kommt nicht auf den Punkt. Zu langfädig. Hat mich nicht gepackt
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5/5
06.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Roman der norwegischen Schriftstellerin ist eine bitterböse Satire auf unsere Wohlstandsgesellschaft mit all ihren Facetten. Stellvertretend dafür steht eine vierköpfige Familie. Mit viel Humor und ihrer genauen Beobachtungsgabe erzählt die Autorin nicht nur vom Zerfall dieser Familie, sondern auch von den sich dadurch neu eröffnenden Möglichkeiten für alle Familienmitglieder. Am Ende bleiben daher nicht nur Scherben. Es keimt auch neue Hoffnung.
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5/5
06.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ingrid hat keine Lust mehr. Sie ist Lehrerin in Oslo, Mutter von zwei fast erwachsenen Söhnen und Ehefrau von Jan. Ihr Mitgefühl für all die Menschen, für die sie über 25 Jahre lang das Leben organisiert, geordnet und geregelt hat ist restlos aufgebraucht. Und als sie ihr Mann auch noch für eine Jüngere verlässt, setzt Ingrid zum Befreiungsschlag an. Ingrid, die so herrlich mies drauf ist, beschert uns beim Lesen dieses Familienromans richtig gute Laune und einen Schluss, mit dem man durchaus leben kann. Großartig!
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