Ein Hörbuch, das alles gibt und alles verlangt.Ein Eisblock, eine totgeschwiegene Geschichte, eine Schlinge im Schuppen. Mit großer Zärtlichkeit und erzählerischer Brillanz nimmt Lize Spit den Leser in ihrem Roman "Und es schmilzt" mit auf eine verstörende Reise durch die grausame Unschuld der Jugend. Eine erschütternde Geschichte über Freundschaft, Familie und Verrat.Mit einem Eisblock im Kofferraum fährt Eva in ihr Heimatdorf, das belgische Bovenmeer. Jahrelang ist sie nicht dort gewesen. Und sie hat nie zurückgeblickt - bis eine Einladung ihrer beiden ältesten Freunde Pim und Laurens alles zurückholt:Die Schlinge, die der Vater ihr im Schuppen zeigt, die betrunkene Mutter, die Eva vor aller Augen mit der Schubkarre vom Gemeindefest abholen muss. Und den Sommer, in dem Pim und Laurens den bittersten Verrat an Eva begehen; den Sommer, den Eva seit dreizehn Jahren zu vergessen versucht.Die junge Bestsellerautorin Lize Spit wagt sich mit ihrem ersten Roman "Und es schmilzt" an die Grenzen des Sagbaren.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Gesellschaftliche Betrachterin
aus Großraum Halle (Saale)
4/5
20.04.2024
Hörbuch-Download (MP3)
Zur Zersetzungsdauer eines am Wegesrand liegenden Slips
Ein sprachlich herausragender, Wahrnehmungen und Empfindungen explizit mitteilender Debutroman von Lize Spit. Spielfeld ist das Dorfleben, bereits die nächste Kleinstadt ist beschwerlich zu erreichen und das große Land Belgien existiert in der Dorfwelt lediglich als Monopoly-Spiel. In steten Rückblenden wird aus der Perspektive der Ich-Erzählerin Eva de Wolf der Übergang von der Kindergemeinschaft der „Drei Musketiere“, deren weiblicher Part Eva ist, hinein in eine heftigste Pubertät geschildert. Die beiden gleichaltrigen Jungen des Dreierbündnisses kacken mal heimlich durch Briefkastenschlitze und ergötzen sich sexuell mal an Nutztieren, und als Leser hat man früh im Roman die Gewissheit, dass dieser jugendliche Lenz auf eine ungute Klimax zusteuern wird. So dies ist der Grund, dass manche Vorrezensenten davon berichten, die Lektüre unterbrochen oder gar abgebrochen zu haben. Es ist jedoch ein gutes Stück Literatur, das sich lohnt, zu Ende gelesen zu werden, um in der Selbstreflexion zu dem glücklichen Schluss zu kommen, dass die eigene Pubertät nicht so heftig gewesen ist. Leute mit verborgenen perversen Neigungen mögen diesen Roman bitte ausdrücklich nicht lesen.
Arne
5/5
03.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Das klingt nach!
Das Buch erzählt auf zwei Zeitebenen von Eva und ihren Erlebnissen in ihrer Kindheit. Ein erlebtes Trauma setzt etwas in Gang, das ich beim Lesen (und Hören) nicht habe kommen sehen.
Ein großartiges Buch der Autorin!
YouTube: Der Buchschnack
Bewertung
5/5
06.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Die Zersetzungszeit von Erinnerungen habe ich nicht gefunden." So beschließt Eva nach 13 Jahren zurück in ihre alte Heimat nach Bovenmeer zu kehren - in der Hoffnung, ihr Trauma endgültig zu überwinden. Mit einem Eisblock im Kofferraum fährt sie los und sinkt mit jedem zurückgelegten Kilometer tiefer in ihre Erinnerungen an den Sommer 2002, der ihr Leben für immer verändert hat. Man begleitet sie auf ihrer Fahrt und erfährt, wie sie in ihrer von Alkoholismus und Suizid gefährdeten Familie aufwächst und ausgerechnet durch ihre besten Freunde die Härte des Lebens erfahren muss. Ein gnadenloses Buch, das zugleich abschreckt und begeistert.
Bewertung
5/5
27.07.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein unvergleichliches Debüt.
Eva kehrt nach 13 Jahren nach Hause zurück. Ihr Gepäck? Ein großer Eisblock. Lize Spits Roman geht unter die Haut und verlangt dabei alles. Ein klasse geschriebenes Porträit einer jungen Frau, die ein Trauma aus der Kindheit bis heute nicht verarbeiten konnte. Vor allem der Stil, der Handlungsaufbau und die Konsequenz dieser Geschichte machen dieses Buch zu einem Werk, dessen Intensivität man schlecht vergessen kann. Für ein Erstlingswerk beeindruckend und ich freue mich auf weitere Lektüre der Autorin, sofern man bei so ernsten Themen von "Freude" sprechen darf.
Bewertung
aus Paderborn
5/5
24.11.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Grausam ehrlich und gnadenlos offen
Mit einem Eisblock im Kofferraum fährt Eva zurück in das Dorf ihrer Kindheit und damit zurück in die Vergangenheit ihre eigene, die ihrer Familie, die ihrer Freunde und die der anderen Dorfbewohner. Was ist passiert, damals in jenem verhängnisvollen Sommer und wer trägt die Schuld daran?
Die Einladung traf vor drei Wochen ein und war übertrieben frankiert. (S. 7)
Schon das Cover dieses Buches hat mir wahnsinnig gut gefallen, auch wenn ich mich immer wieder arg wundere, was die Gestaltungsmenschen deutscher Romanausgaben sich bei ihrer Arbeit so denken man vergleiche dazu einfach einmal die niederländische oder englische Ausgabe mit der deutschen um festzustellen, dass die Unterschiede größer sind als die Parallelen. Mir fehlt auch der Zusammenhang der deutschen Gestaltung zum Inhalt des Buches, wieder einmal, und trotzdem gehört dieses Buch für mich zu den schönsten dieses Jahres. Allein das kräftige Grün in Kombination mit dem dunklen Violett gefallen mir sehr gut.
Wenn es zum Inhaltlichen kommt, ist es gar nicht so einfach, etwas über dieses Buch zu sagen. Während ich es gelesen habe, wurde ich mehrfach von Freunden gefragt, worum es ginge, und in den seltensten Fällen konnte ich darauf eine zufriedenstellende Antwort geben.
Viel eher löst das Buch ein diffuses Gefühl der Unbehaglichkeit aus. Es erinnert daran, wie wir selbst vielleicht sogar einmal waren, und an all die Dinge, die wir lieber vergessen wollten und so sicherlich auch vergessen haben. Lize Spit legt ihren Finger dorthin, wo es wehtut, und manchmal tut es sogar weh, ihre Worte zu lesen, so ehrlich und erschütternd, so gnadenlos offen sind sie; sie stellt mehr Fragen als sie beantwortet. Das ist zugleich gut und beunruhigend.
Nicht ganz glücklich bin ich mit der Übersetzung, auch wenn ich nicht zu packen vermag, woran das liegt. Häufig klingt die Wortwahl für meine Ohren hölzern, mir ist noch immer nicht klar, ob Eva von ihrer Kommunion oder ihrer Firmung spricht, und auch diverse andere Kleinigkeiten sind mir sauer aufgestoßen. In meinen Augen ist eine Übersetzung, über die ich als Leser stolpere, keine gute.
In den Figuren findet man wieder, was auch schon den Inhalt so atemberaubend gut gemacht hat. Sie sind schmerzhaft realistisch. Es tut weh, ihnen zuzuschauen, weil sie so sind, wie man selbst auch sein könnte, gewesen sein könnte, oder sogar so, wie man war und ist. Lize Spit beschönigt auch hier nichts und man möchte eigentlich wegschauen von dem Unheil, das sich zusammenbraut, während man zugleich wissen möchte, wie es ausgehen mag. Alles in allem sind auch die Charaktere, wie schon die Handlung, beängstigend gut.
Auch wenn wir auf dasselbe schauen, Elisa und ich, werden wir doch immer verschiedene Dinge sehen. (S. 261)
Ich passte nicht mehr so hinein, wie ich immer hineingepasst hatte. Ich war das Duplomännchen in einem Legohaus. (S. 287)
Vielleicht kann man sie daran erkennen, die Familien, in denen die grundlegendsten Dinge schieflaufen zum Ausgleich haben sie eine Unmenge lächerlicher Regeln und Prinzipien. (S. 387)
Es hatte mich skeptisch gemacht, wie über diesen Roman geredet wurde. Nicht, weil ich glaubte, die Brutalität zu grausam zu finden, sondern weil ich befürchtete, dass das Buch den Erwartungen nicht gerecht werden könnte. Mein Fazit ist jedoch recht einfach: Es kann.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
23.07.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dieser sprachgewaltige Debütroman der jungen Belgierin Lize Spit hat mich regelrecht umgehauen. Eva lebt sehr zurückgezogen in Brüssel und pflegt kaum Kontakte zu anderen Personen. Als sie eine Einladung eines Jugendfreundes erhält, will sie zuerst ablehnen. Dann fährt sie doch in das Dorf ihrer Kindheit und trifft so auf die Dämonen ihrer Vergangenheit. Wir erfahren nun, was vor 13 Jahren drei Jugendlichen auf dem scheinbar idyllischen Land passiert ist. Gewaltig!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.