Geliebter Mörder? Abel Tannatek ist ein Außenseiter, ein Schulschwänzer und Drogendealer. Wider besseres Wissen verliebt Anna sich rettungslos in ihn. Denn es gibt noch einen anderen Abel: den sanften, traurigen Jungen, der für seine Schwester sorgt und der ein Märchen erzählt, das Anna tief berührt. Doch die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Was, wenn das Märchen gar kein Märchen ist, sondern grausame Wirklichkeit? Was, wenn Annas schlimmste Befürchtungen wahr werden? Ein temporeicher Thriller und eine zu Herzen gehende Liebesgeschichte, die nicht mehr los lassen!
Ein temporeicher Thriller und ein zu Herzen gehende Liebesgeschichte - lässt nicht los! Eindrucksvoll, begeisternd und abwechslungsreich - eine ganz neue Antonia Michaelis.
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Bewegende Geschichte
Emma Zecka am 26.12.2022
Bewertungsnummer: 1848384
Bewertet: Hörbuch-Download
Der Inhalt hat es in sich. Anna lernt Abel kennen und lieben. Doch beide leben in verschiedenen Welten. Während Anna mit ihren Eltern in einer Reihenhaussiedlung lebt, wohnen Abel und seine kleine Schwester Micha in einem Plattenbau. Die Mutter sei verreist und die Geschwister sind auf sich allein gestellt. Abel versucht den Alltag so gut es geht aufrechtzuerhalten. Doch die Fassade bröckelt.
Die Handlung hat mich sehr bewegt. Es werden viele schwierige Themen angesprochen: An erster Stelle die verschiedenen sozialen Schichten in denen Anna und Abel leben. Abel möchte raus, studieren und seiner Schwester ein anderes Leben ermöglichen. Doch dafür muss er das Abi schaffen.
An zweiter Stelle die Frage, wie viel ein Mensch tut um einen anderen Menschen zu schützen. Abel würde für seine Schwester alles tun. Aber wo ist eine Grenze erreicht?
An dritter Stelle die Frage nach Partnerschaft, deren Möglichkeiten aber auch deren Grenzen.
Was Antonia Michaelis sehr gut gelingt: Die Beziehung zwischen Abel und Anna aufzubauen. Abel ist es gewohnt, sich allein durchzuschlagen, niemandem zu vertrauen und bloß keine Hilfe anzunehmen.
Anna sieht Abels Situation und will ihn nicht allein lassen, sondern helfen, wo es eben geht.
Die vorsichtige Annäherung, ein Schritt vor, zwei Schritte zurück, die Gedanken und Gefühle, die zwischen den Schritten liegen, hat die Autorin sehr gut herausgearbeitet.
Dennoch gibt es in Der Märchenerzähler Szenen, die nicht in einen Roman für 14-jährige Personen gehören. Mir ist es wichtig hier zwischen Themen und Szenen zu unterscheiden. Die Themen gehören wahrscheinlich zum Alltag vieler, auch junger, Menschen. Deswegen finde ich es wichtig, wenn sie in der Literatur angesprochen werden.
Literatur hat aber auch oft die Funktion Personen eine Auszeit aus dem eigenen Alltag zu ermöglichen. Daher frage ich mich, ob ein Jugendbuch der richtige Ort für ausführliche Beschreibungen ist und ob Andeutungen nicht sinnvoller gewesen wären.
Auch die Hörbuchgestaltung lässt mich hin- und her gerissen zurück. Das hat vor allem einen Grund: Bei diesem Titel ist mir erstmals bewusst geworden, wie sich Kürzungen auf ein Hörbuch auswirken können. Aber beginnen wir von vorn: Das Hörbuch ist als gekürzter Titel von Oetinger Audio produziert worden. Anscheinend ist das Hörbuch nur noch über Audible erhältlich. Jedenfalls konnte ich auf der Verlagsseite und auch im Onlineshop meiner Lieblingsbuchhandlung, keinen Vermerk zum Hörbuch finden.
Die Produktion an sich ist super. Es liest Ulrike C. Tscharre, die die Atmosphäre wirklich gut in Worte fassen kann und die Stimmung gut herausarbeitet. Sie hat mir die einzelnen Figuren und ihre Motive nähergebracht.
Außerdem hat sich der Verlag ein paar kleine, aber feine Stilmittel überlegt. Zwischen einzelnen Szenen oder Kapiteln gibt es Musik, welche die Atmosphäre gekonnt untermalt. Wenn die Handlung traurig oder nachdenklich wird, gibt es ein langsames Musikstück. Wenn wir aber eine wichtige Info bekommen, welche die Handlung vorantreibt, wird die Musik schneller. In der Handlung gibt es immer wieder Telefonate zwischen den Figuren. Hier klingt Ulrike C. Tscharre beim Lesen dann etwas gedämpft, so als würde sie wirklich telefonieren.
Kommen wir nun aber zu meinen Kritikpunkten: Gemeinsam mit Freundinnen habe ich Der Märchenerzähler in einer Lese- bzw. Hörrunde gehört. Sie haben gelesen, ich habe gehört. Leider war es aufgrund der Hörbuchgestaltung nicht möglich, den Titel, wie bei Leserunden üblich, in unterschiedliche Abschnitte einzuteilen. Dass bei einem gekürzten Hörbuch Absätze fehlen, ist keine Seltenheit. Da der Titel bereits 2011 erschienen ist, gehe ich auch davon aus, dass inzwischen sensibler gekürzt wird. Jedoch stimmten dadurch die Übergänge am Ende des Kapitels nicht immer oder mir fehlten Informationen über bestimmte Figuren, die aber wichtig für die gesamte Handlung waren.
Außerdem konnte ich keine Struktur im Einblenden der Musik erkennen. Erst dachte ich, dass ein Musikstück nur den Übergang zwischen den Kapiteln kennzeichnet. Dann stellte sich aber heraus, dass es innerhalb der Kapitel auch Absätze gibt. Längere Musikstücke waren also nicht nur für den Übergang zwischen den Kapiteln gedacht, sondern auch um einen Bruch zwischen den Absätzen einzubauen. Das Problem wurde dadurch verstärkt, dass die Kapitelnamen nicht genannt wurden und das obwohl die Kapitel im Printbuch Namen haben.
Was mir sehr geholfen hätte wäre, wenn es bei der Musik eine Struktur gegeben hätte. Die Musikstücke, die einen neuen Absatz einleiten könnten beispielsweise kürzer sein, als die Musikstücke, die zwischen den Kapiteln stehen. Leider gab es aber auch innerhalb der Kapitel längere Musikstücke.
Antonia Michaelis Schreibstil hat mich fasziniert. Eines der Stilmittel, die ihren Schreibstil auszeichnen sind vor allem sprachliche Bilder, welche ihre Wirkung zeigen. Sie haben mir die Emotionen der Figuren nähergebracht und mir das Gefühl gegeben, die Geschichte mit den Figuren zu erleben und nicht erzählt zu bekommen.
Womit ich mich aber schwer tue: Es gibt ein Thema, bei dem ich mir mehr Reflexion gewünscht hätte. Anna muss sich mit Dingen auseinandersetzen, die aus meiner Sicht nicht innerhalb weniger Tage abgehakt sein können. Mir fehlte die Auseinandersetzung mit den Themen. Es ging mir an der Stelle zu schnell voran. Dennoch war ich froh, dass die Begründung für das schnelle Weitergehen nicht fehlte. So blieb mir die Entscheidung zwar fremd, aber ich konnte die Begründung nachvollziehen.
Gesamteindruck
Wieder einmal zeigt sich, dass sich mein Nicht-Klappentext lesen auf den Gesamteindruck auswirkt. Der Inhalt überraschte mich nämlich. Eigentlich hatte ich mit einer Fantasygeschichte gerechnet. Stattdessen gab es ein Hörbuch, das eine bewegende, tragische Geschichte erzählt. Ob ich das Hörbuch weiterempfehlen kann? Das hängt zum einen davon ab, welche Art von Geschichten ihr sucht und zum anderen was ihr sonst hört. Wer regelmäßig zu Titeln mit schwierigen Themen greift, hat hier sicher ein intensives Hörerlebnis.
Emotional
Bewertung am 04.07.2024
Bewertungsnummer: 2236901
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Unglaublich wie alles miteinander verwoben ist. Es ist emotional, spannend und wunderschön- traurig. Die Geschichte hat mich tief berührt und lange nicht mehr losgelassen … Eins meiner Lieblingsbücher❤️
Meinung aus der Buchhandlung
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Mit Frau Michaelis werde ich wohl nie so 100% warm...
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Eine Mischung aus Familiendrama, Liebesgeschichte, und auch Krimi... Kurz vor dem Abi verliebt sich die "brave" Anna in Abel: seines Zeichens Schulschwänzer, Herumtreiber und Drogendealer. Doch Anna sieht seine andere Seite, vor allem, wie er sich rührend um seine kleine Schwester kümmert, der er ein poetisches Fortsetzungsmärchen erfindet. In dem Märchen erkennt Anna Abels gesamt Umwelt verfremdet wieder- auch sich selber...
Sehr düster, sehr traurig, aber irgendwie will man doch wissen, wer' s war und warum- denn es wird auch Tote geben in Abels Märchen. Mindestens vierzehn sollte man für diese Art Geschichte schon sein.
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