Vom Großvater an Miro verkauft, zieht die elternlose Jannie mit einigen Frauen bettelnd über Land. Sie weiß nicht, ob sie zehn oder schon elf Jahre alt ist, aber sie weiß von Kindern, die in feinen Häusern arbeiten müssen, weil sie für den Straßenstrich zu jung sind. Während Kommissar Klinkhammer sich bemüht, Licht ins Dunkel um sieben verscharrte Kinderleichen zu bringen, gelingt Jannie die Flucht. Sie wird von Dieter auf seinem einsamen Hof aufgenommen und kümmert sich liebevoll um dessen Mutter. Die alte Frau liegt gelähmt und stumm im Bett, mit Augenzwinkern versucht sie Jannie begreiflich zu machen, in welcher Gefahr sie schwebt. Doch Jannie kennt keine Morsezeichen ...
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Leider anders als erwartet...
Laura aus Hildesheim am 26.09.2019
Bewertungsnummer: 1249622
Bewertet: eBook (ePUB)
Der Roman 'Das Mädchen Jannie' von Petra Hammesfahr wurde mir im Wege einer Leserunde als Hardcover-Ausgabe kostenfrei zur Verfügung gestellt. Hierfür möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal bedanken!
Cover, Titel, Klappentext:
Das Cover war ein ausschlaggebender Grund, mich für die Leserunde zu bewerben.
Es strahlt etwas geheimnisvolles aus, wie das kleine Mädchen, in ihren bunten Sachen in der sonst grauen und verregneten Umgebung Richtung Haus läuft. Im Hinblick auf den Titel lässt sich hoffen, dass es um genau dieses Mädchen in dem Roman gehen wird.
Der Klappentext, Titel und Cover haben mich vermuten lassen, dass es hauptsächlich um das Mädchen Jannie gehen wird. Dies ist im Großen und Ganzen auch der Fall, aber leider nicht so umgesetzt, wie ich erhofft hatte.
Inhalt:
Das Buch ist in zwei Teile und mehrere Abschnitte unterteilt. Es gibt verschiedene Erzählstränge.
Das Hauptthema um Jannie sind wohl die Umstände, wie sie dort landen konnte, wo sie nun ist. Es geht um Bettlerei, aber auch um viel schlimmere Dinge, wie Prostitution und Menschenhandel. Jannie selbst gehörte „nur“ zu den Bettlern. Ihr Großvater hat sie an ihren Onkel Miro verkauft, der mittendrin in der Bande um die Menschenhändler ist.
Jannie begibt sich am Anfang der Geschichte mit dem kleinen Jakob auf Betteltour. Da Jakob schwer am Husten ist und scheinbar offensichtlich auch Fieber hat, werden die beiden – so wie es früher oder später ja kommen musste – aufgehalten. Jakob wird Jannie an einer der Türen von einer fremden Frau abgenommen. Daraufhin flieht Jannie instinktiv – sie hat riesige Angst vor der Polizei und keine Hoffnung, dass diese ihr helfen könnte.
Jannie landet nach einiger Zeit im Regen bei Dieter. Dieter lebt zusammen mit seiner bettlägeringen Mutter auf einem Bauernhof. Seine Mutter kann sich seit einem Schlaganfall weder bewegen noch verständigen – das denkt zumindest Dieter.
Bei Dieter ist Jannie allerdings nur bedingt besser aufgehoben. Anfangs scheint es, als ob Dieter ein netter, etwas komischer Mann ist, der gerne an seinem Laptop schreibt. Es dauert, bis Jannie mitbekommt, das dem nicht so ist. Dieter versucht nämlich Thriller zu schreiben, die so real wie möglich wirken sollen. Und um der Realität am nächsten zu kommen, muss er sie vorher erzwingen.
Weitere Hauptcharaktere im Buch sind z. B. Kommissar Klinkhammer sowie Gina und Dominik.
Kommissar Klinkhammer bekommt über mehrere Ecken den Fall zum Laufen. Seine Kollegen wollen zwar seine Hilfe, sind aber keine große Unterstützung.
Gina führt einen eigenen Blog auf dem sie Rezensionen zu Büchern verfasst. Sie beschäftigt sich hauptsächlich mit neuen und unbekannten Autoren, aber auch bekannte Autoren bekommen ihre Meinung zu lesen. Ihre Rezensionen sind meist sehr kritisch, wenn nicht sogar unter der Gürtellinie.
Dominik ist ihr Ehemann. Die Ehe wurde allerdings nie öffentlich gemacht, da Dominik Sohn einer bekannten Schauspielerin und zudem selbst Autor ist.
Meine Meinung:
Dieters Idee, einen Roman zu verfassen, und dafür selbst Menschen töten zu müssen, um den Roman möglichst authentisch zu bekommen, fand ich von Anfang an spannend. Da kommt ihm Jannie sehr gelegen.
Dieter ist wirklich krank. Was auch immer wieder im Umgang mit Jannie und auch seiner Mutter deutlich wird. P. Hammesfahr hat es ganz gut geschafft, dass man sich in den Charakter hineinversetzen kann. Das finde ich sehr positiv.
Die Kapitel um Dieter um Jannie habe ich am liebst gelesen. Um nicht zusagen, nur wegen diesen Teilen habe ich das Buch überhaupt zu Ende gelesen.
P. Hammesfahrs Schreibstil ist in den betreffenden Handlungssträngen meistens gut gewählt. Jannie kommt sehr authentisch rüber. Ihr fehlendes Wissen kommt sehr gut zum Ausdruck. Das Einzige was ich an den Jannie gewidmeten Kapiteln teilweise als schwer zu lesen empfand ist, dass die Kapitel teilweise so verfasst wurden, als ob Jannie selbst denkt und zwei Sätze später, hat man wieder den Eindruck ein Erzähler erzählt die Geschichte.
Nichtsdestotrotz waren diese Kapitel, wie gesagt, meine Lieblingskapitel. Die Ermittlungen und auch die Story um Dominik und Gina haben den Roman und meinen Lesefluss eher gestört. Ich denke, Jannies Geschichte, die illegalen Geschäfte und dass sie von einem Unglück ins nächste gerät und ausgerechnet bei Dieter landet, hätten das Buch ausreichend spannend gefüllt.
Die Ermittlungen sind für mich – gerade zu Beginn des Buches – teilweise einfach nicht nachvollziehbar. Es passiert viel zu viel, was mit der eigentlichen Story nicht wirklich etwas zu tun hat. Das verkompliziert das Ganze wahnsinnig.
Fazit:
Beim Lesen bin ich immer wieder zwischen „jetzt wird’s aber endlich spannend“ und „warum passiert denn nichts?“ geschwankt. Einerseits finde ich die Idee hinter dem Buch super, andererseits hätte ich mir stellenweise eine andere Umsetzung der Hauptthemen gewünscht.
Alles in Allem würde ich das Buch trotz der Längen empfehlen.
Das Warten hat sich gelohnt
Bewertung am 25.09.2019
Bewertungsnummer: 1250461
Bewertet: eBook (ePUB)
Sehr spannender Roman, das Warten hat sich gelohnt.
Eine kleine Unstimmigkeit am Ende des Buches hat sich leider ergeben, das mit dem Datum ist zu offensichtlich und gefährlich. würde keiner so machen
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