Eine Schule auf Juist, ein Traum von FreiheitJuist, 1925: Tatkräftig und voller Ideale gründet eine Gruppe von Lehrern am äußersten Rand der Weimarer Republik ein ganz besonderes Internat. Mit eigenen Gärten, Seewasseraquarien und Theaterhalle. Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft: die jüdische Lehrerin Anni Reiner, der Musikpädagoge Eduard Zuckmayer, der zehnjährige Maximilian, der sich mit dem Gruppenzwang manchmal schwer tut, sowie die resolute Insulanerin Kea, die in der Küche das Sagen hat. Doch das Klima an der Küste ist hart, und schon bald nehmen die Spannungen zwischen den Lehrkräften und mit den Insulanern, bei denen die Schule als Hort für Juden und Kommunisten verschrien ist, zu. Im katastrophalen Eiswinter von 1929 ist die Insel wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten. Man rückt ein wenig näher zusammen. Aber kann es Hoffnung geben, wenn der Rest der Welt auf den Abgrund zusteuert?
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
aus Nittendorf
3/5
08.06.2020
Hörbuch-Download
Historisch interessant, manchmal etwas zu viel…
„Die Schule am Meer“ ist ein historischer Roman der Autorin Sandra Lüpkes, in der historisch belegte Fakten mit fiktionalen Elementen vermischt und so nicht nur zu rein trockenen Tatsachenbericht, sondern einer sehr lebendigen und interessanten Geschichte abgerundet werden.
Zum Klappentext: Juist, 1925: Tatkräftig und voller Ideale gründet eine Gruppe von Lehrern am äußersten Rand der Weimarer Republik ein ganz besonderes Internat. Mit eigenen Gärten, Seewasseraquarien und Theaterhalle. Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft: die jüdische Lehrerin Anni Reiner, der Musikpädagoge Eduard Zuckmayer, der zehnjährige Maximilian, der sich mit dem Gruppenzwang manchmal schwer tut, sowie die resolute Insulanerin Kea, die in der Küche das Sagen hat. Doch das Klima an der Küste ist hart in jeder Hinsicht, und schon bald nehmen die Spannungen zu zwischen den Lehrkräften und mit den Insulanern, bei denen die Schule als Hort für Juden und Kommunisten verschrien ist. Im katastrophalen Eiswinter von 1929 ist die Insel wochenlang von der Außenwelt abgeschlossen. Man rückt ein wenig näher zusammen. Aber kann es Hoffnung geben, wenn der Rest der Welt auf den Abgrund zusteuert?
Im Mittelpunkt des Romans steht der Aufbau einer Schule in Juist, die es tatsächlich neun Jahre gab, bevor sie 1934 aufgelöst wurde. gab. Zeitlich erlebt der Leser hier die Vorkriegszeit bis zur Machtergreifung Hitlers und die zunehmende Judenfeindlichkeit, die auch auf der kleinen Insel um sich greift. Auch die Protagonisten sind zum Teil historisch belegt, zum Teil fiktional. So gab es das Ehepaar Reiner, den Kommunisten Dr. Paul Reiner und seine jüdische Frau Anni, ihre wohlhabende Mutter, Philippine Hochschild, tatsächlich, ebenso wie den Musikpädagogen Eduard Zuckmayer, einen Halbjuden, der an der Schule Musik unterrichtete, der Schulleiter Martin Luserke, der einerseits eine Reformschule gründen möchte, anderseits doch zur NSDAP tendiert.
Rein fiktiv ist der aus Bolivien stammende Schüler Maximilian, genannt Moskito, der die Sicht der Internatsschüler wiedergibt.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, allerdings war es – speziell als Hörbuch – oft sehr schwierig, den Perspektivwechseln und den verschiedenen Erzählfäden zu folgen. Von Moskitos Schulleben mit Mutproben und Heimweh bis hin zu der Strandschaufelaktion des Oberkellners oder dem Spaziergang von Eduard Zuckmayer mit Dackeldame Waldi, teils fühlte man sich etwas erschlagen. Hier wäre eine Reduzierung der einzelnen Figuren und Handlungsstränge vielleicht hilfreich gewesen, im Hörbuch geht man gefühlt etwas unter.
Insgesamt aber ein thematisch sehr interessantes Buch, das zugleich ein Mahnmal gegen das Vergessen ist
Nähpummelchen
5/5
08.05.2025
Buch (Taschenbuch)
Reformpädagogik am Meer
Für mich war dieses Buch sehr spannend und interessant zu lesen, denn auch mein Kind besucht eine reformpädagogische Einrichtung und ich habe viele Punkte der beschriebenen Resentiments der Juister Bevölkerung wiedererkannt, mit denen ich in meinem Umfeld - einhundert Jahre später - auch noch zu kämpfen habe.
Das Buch beschreibt, wie eine Gruppe von Lehrenden auf Juist einen Neuanfang wagt und in einem abgelegenen Teil der Insel eine Schule gründet - mit ganz eigenen (demokraitschen) Regeln, die ein gutes Zusammenleben auf so engem Raum ermöglichen und starke Persönlichkeiten hervorbringen.
Zeitlich gesehen, spielt der Roman in einer politisch spannenden Zeit, denn der Nationalsozialismus findet immer mehr Anhänger und die Schule, die als Judenschule und Hort für Kommunisten verschrien ist, gerät immer stärker ins Visier derer Insulaner, denen sie eh ein Dorn im Auge ist.
Das Buch erzählt sehr sensibel und einfühlsam von den Leben und Schicksalen einzelner Figuren des Buches und beschreibt mitunter eine sehr interessante und unerwartete Entwicklung mancher.
Bewertung
5/5
24.09.2022
Buch (Taschenbuch)
Eine wahre Geschichte über die...
Eine wahre Geschichte über die erste "gemischte" Jungen/Mädchen Schule auf Juist. Erzählt aus den Blickwinkeln der Schüler, der Köchin, des Gärtners etc. . 576 Seiten starke Unterhaltung, u.a. für alle Leser von Carmen Korn´s Hamburg-Saga.
Bewertung
5/5
24.06.2022
Buch (Taschenbuch)
Eine etwas andere Schule
Durch Zufall bin ich auf dieses Buch gestoßen und konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Alle Leser, die es mögen, wenn neben der Handlung auch noch die geschichtliche Vergangenheit ein Thema ist, werden begeistert sein. Wir reisen in das Jahr 1925, Beginn der Weimarer Republik und tauchen ein in das Leben engagierter und kreativer Lehrer und Schüler, die eine ganz besondere Schule gründen. Das Leben ist nicht ganz einfach, denn die Nazis übernehmen langsam das Regime.
Bewertung
5/5
14.03.2022
Buch (Taschenbuch)
Im Leben geht es nicht um Angst. Auf den Mut kommt es an.
Eine Gruppe Lehrer gründen 1925 auf der Nordseeinsel Juist eine reformpädagogische Schule mit Internat, eigenen Gärten, Seewasseraquarien und einer Theaterhalle. Wir befinden uns in der Weimarer Republik.
Hervorragend wird beschrieben wie die Situation für Juden, Kommunisten und Andersdenkende immer schwieriger wird.
Die Autorin, selber viele Jahre auf Juist wohnhaft, recherchierte intensiv, arbeitete sich durch Hunderte von Briefen, Zeitungsausschnitten und Dokumente.
Der packende Schreibstil und die Handlung lassen einen das Buch kaum mehr aus der Hand legen.
Ein Roman, der Unterhaltung und ein Stück deutsche Geschichte hervorragend vereint.
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