Hwang Sok-yong entführt den Leser in das Asien des 19. Jahrhunderts, in eine Welt des Opiumhandels und der Prostitution: Von der Stiefmutter verkauft, auf einem Handelsschiff nach China gebracht – Shim Chong ist erst 15 Jahre alt, als sie sich plötzlich als Zweitfrau eines alten Chinesen auf dem Festland wiederfindet. Lenhwa, Lotosblüte, heißt sie jetzt, und alles ist so furchtbar anders, als sie es gewohnt ist – bis sie eines Tages entdeckt, dass auch sie ihr Leben in die eigenen Hände nehmen kann.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Bewertung
aus Nürnberg
5/5
24.06.2019
eBook (ePUB 3)
Eintauchen in eine fremde Welt
Der Roman entführt den Leser in eine fremde Welt, nach Asien ins 19 Jahrhundert. Der Europa Verlag hat hierfür ein sehr passendes Cover ausgesucht. Die Frau im bunten Kleid auf hoher See weckt Neugierde. Die junge Chong, deren Mutter jung verstorben ist, wird als 15 jähriges Mädchen von ihrer Stiefmutter an einen alten Chinesen verkauft. Chong nimmt ihr Schicksal in die Hand, ohne verbittert zu sein.
Der Leser taucht ein in verschiedene Kulturen, mit Opium wird viel Geld verdient und Bordelle finden regen Zulauf. Dies sind drei Hauptmerkmale des Romans.
Bitter als die junge Chong ihr Elternhaus verlassen muss und in der Ferne an einen alten chinesischen Mann verkauft wird. Aber Chong bläst kein Trübsal, sie lässt sich auf ihre Pflichten ein. Der alte Chen besucht sie auch nicht allzu oft und geht sanft mit ihr um. Chens Familie ist im Teehandel tätig, worüber man so einiges interessantes erfährt. Leider gibt es aber auch die Abhängigkeit vom Opium. Als Chen stirbt muss Chong Abstriche in Kauf nehmen. Als ihr der Sohn des Alten zu nahe kommt, flieht sie. Sie findet Schutz im "Tempel des Glücks und der Freude".
Der Leser erfährt viel, wie das Leben dort funktioniert. Aber nichts ist von Dauer und Chongs Reise geht weiter. Sowohl Orte als auch Ehemänner wechseln und der Leser wird genauestens informiert. In diesen Freudentempel werden natürlich auch Kinder gezeugt. Als Chongs Freundin stirbt, kümmert sie sich liebevoll um deren Kleine. Dieser Ersatz-Mutter-Instinkt kommt immer wieder durch, so will sie z.B. ein Waisenhaus gründen. Und so erfahren wir viel über Chongs Leben, bis dieses zu Ende geht.
Mir hat es viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Das Eintauchen in diese fremden Kulturen fesselte mich. Man liest über Essen und Traditionen, aber wie ich finde aber leider auch sehr viel über Prostitution. Ich hätte mir diesbezüglich etwas weniger Detailverliebtheit gewünscht.
Die Übersetzerin hat gute Arbeit geleistet, die Sprache fand ich toll. Der koreanische Autor ist bekannt in seiner Heimat und bereits mit vielen Preisen ausgezeichnet.
Der Roman wird Leser ansprechen, die interessiert sind an asiatischen Kulturen und Gepflogenheiten in der damaligen Zeit. Das Thema Prostitution zieht sich nahezu durch das gesamte Buch und wird oft genauestens beschrieben. Allerdings schafft der Autor das auf eine ganz besondere Art, die nicht schmuddelig auf den Leser wirkt. Mir hat es größtenteils viel Freude bereitet in diese fremde Welt einzutauchen.
Marita Robker-Rahe
aus Belm
5/5
20.06.2019
eBook (ePUB 3)
ein tiefer Einblick ins Asien des 19. Jahrhunderts
Obwohl das Buch ein ordentlicher Wälzer ist, habe ich es doch relativ schnell durchgelesen, da ich es sehr interessant und aufschlussreich fand.
Der Leser bekommt einen Einblick in das 19. Jahrhundert in Asien. Die Koreanerin Shim Chong wird als Mädchen in eine arme Familie geboren und als fünfzehnjährige an einen achtzig,jährigen Mann verkauft, dessen Geliebete sie wird. Nach seinem Tod wird sie die Gespielin des Sohnes und Kurtisane in seinen Freundenhaus. Doch auch hier ist ihre Reise noch nicht zu Ende, immer wieder wird sie weitergereicht, durch die Freundenhäuser des Landes, ohne an ihrem Schicksal etwas verändern zu können. Doch sie verliert nie den Mut und ihren Stolz und schafft es ihr Leben in eine andere Richtung zu lenken.
In einer sehr bildhaften Sprache beschreibt der Autor das für uns doch so unbekante Leben einer Frau im 19. Jahrhundert in Asien. Viele politische Ereignisse , wie z.B. der Boxeraufstand vervollständigen diesen interessanten Roman, der sicherlich keine leichte Kost ist, mich aber fasziniert hat und den ich gerne gelesen habe. Ein wenig hat er mich an die Geisha erinert, ein Buch , dass ich vor vilen Jahren gelesen habe.
Interessant und gut zu lesen.
Bewertung
aus Stuhr
5/5
03.06.2019
eBook (ePUB 3)
Faszinierend, grausam, sachlich
Die Lektüre der Lotosblüte war eine Wundertüte verschiedener Eindrücke, die mir weitesgehend gut gefallen hat.
Die kleine Chong hat keine leichte Kindheit, denn sie muss ihrem blinden Vater die Augen ersetzen und mit ihm betteln, um nicht zu verhungern. Mit 15 wird sie an einen greisen Chinesen als Geliebte verkauft und ihrem alten Leben entrissen. Als ihr "Besitzer" stirbt, geht ihre Odyssee weiter und sie landet im Bordell, wo sie einiges erdulden muss und dennoch im Stillen nicht aufgibt, sondern versucht, ihr Leben in die Hand zu nehmen.
Der Leser wird entführt in die fremde Welt Asiens vor über 100 Jahren. Diese Kultur ist der unseren so fremd, dass allein die Beschreibung der Sitten und Gebräuche es schon wert sind, das Buch zu lesen. Es ist jedoch eine extrem grausame und frauenfeindliche Welt, die dort beschrieben wird. Ich habe das Gefühl, dass der Autor Wert darauf gelegt hat, diese kulturellen Werte so sachlich wie möglich zu beschreiben.
Die Lebensgeschichte von Chong bzw. Lenhwa ist sehr interessant und spektakulär und der flüssige und intensive Schreibstil von Hwang Sok-Yong macht es leicht, in die Story einzutauchen. Jedoch hat es mich ein wenig gestört, dass seine Hauptfigur ihr Schicksal zum Teil seltsam ergeben hinnimmt. Man erfährt wenig von ihren Gedanken, sie agiert sehr passiv und pragmagtisch und ich bekam eher das Gefühl vermittelt, als würden ihr die an ihr verübten Grausamkeiten sogar gefallen. Das sorgt dafür, dass man als Leser kaum Sympathie entwickeln kann, was der Geschichte leider viel von ihrer Emotionalität nimmt. Zudem sind manche Szenen für meinen Geschmack zu langgezogen und bildlich beschrieben, das stört eher den Lesefluss.
Insgesamt hatte ich mir die "Lotosblüte" noch interessanter vorgestellt, weil ich sicherlich auch das Meisterwerk "Die Geisha" im Hinterkopf hatte. Dieses Buch kann in diesem Vergleich nicht mithalten. Dennoch fand ich die Story spannend und lesenswert.
lielo99
aus Bad Münstereifel
4/5
19.06.2019
eBook (ePUB 3)
Hier ist volle Aufmerksamkeit der Leser gefragt
„Macht kann man haben wenn man die verführt, die sie besitzen“ aus #DieLotosblüte
Chong ist erst 7 Tage alt, als ihre Mutter stirbt. Der blinde Vater bettelt für sie um Milch und später bitten beide bei den Menschen in der Umgebung um Nahrung. Nach einigen Jahren zieht eine neue Frau ein und Chong wird verkauft. Sie kommt als 15jährige zu einem 80jährigen Greis und wird dessen Geliebte. Sie muss fortan auf den Namen Lenhwa (Lotosblume) hören. Der Alte stirbt und Lenhwa zieht mit dem jüngsten Sohn Kuan fort. Sie wird auch dessen Geliebte.
In #DieLotosblüte macht Kuan sein Geld mit Glücksspiel, Prostitution und Opiumhandel. Die Lotosblume wird zur Prostituierten in seinem Etablissement und verdient auf diese Weise viel Geld. Im Laufe der Zeit wird sie noch mehrmals gekauft und dann wieder verkauft. Sie zieht in andere Regionen und erfährt dabei Leid und die Auswirkungen von Krieg und Elend. Rassismus gab es damals sehr oft und Menschen wie Chong hatten kein höheres Ansehen als Tiere. Wer den Armen half und dabei in die Fänge der Obrigkeit fiel, wurde zum Tode verurteilt.
#DieLotosblüte ist eine andere Art der Literatur, die von dem koreanischen Autor Hwang Sok-Yong geschrieben wurde. Anders, aber keineswegs schlecht. Was mir nicht gefiel, das war die präzise Beschreibung der Sexpraktiken des alten Mannes. Das kam mir dann doch ein wenig übertrieben vor. Die vielen fremd klingenden Namen von Menschen und Ortschaften Koreas, Japans und Chinas waren ebenfalls schwierig zuzuordnen.
Was mir an #DieLotosblüte gut gefiel: Trotz Vergewaltigung und weiterer Demütigungen bleibt Chong sich selbst treu. Sie hilft später sogar anderen und lernt sogar die tiefe Liebe kennen. Auch die Schwierigkeiten der Armen mit den „Oberen“, oder die Zustände, welche dann zum Krieg führten, waren für mich ein guter Einstieg in die Geschichte Asiens. Kein einfach zu lesendes Buch aber für mich durchaus empfehlenswert. Das lag vornehmlich an der bildhaften Sprache. Menschen, Blumen und Schiffe werden so deutlich beschrieben, dass ich sie fast vor mir sah.
Bewertung
aus Gundelfingen
4/5
02.05.2019
eBook (ePUB 3)
Besser als erwartet
Die leseprobe lässt noch nicht viel auf den Schreibstil schließen.
Trotzdem ist an dem Einstieg nichts auszusetzen. Der roman wird an einigen stellen von gedichten ausgeschmückt, das passt jedoch gut dazu und gibt dem ganzen einen poetischen negativer faktor war für mich etwas die Kürze, da man sich leider nicht wirklich mit de hauptcharakter auseinander setzen konnte.
Wer ein faible fur asien und historie im Einklang hat, kommt bei diesem Roman voll auf seine kosten. Die Thematik Asien ist hier wundervoll verpackt und man bekommt gute Eindrücke in das Land des 19.jhd. Dennoch würde ich es eher als frauenroman deklarieren, da es für Männer glaube ich doch ein Hauch zu viel Romantik besitzt.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.