Produktbild: Walzer in Zeiten der Cholera - Eine Seuche verändert die Welt

Walzer in Zeiten der Cholera - Eine Seuche verändert die Welt

10

9,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

21.09.2021

Verlag

HarperCollins

Seitenzahl

352 (Printausgabe)

Dateigröße

5328 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783749951161

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Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

21.09.2021

Verlag

HarperCollins

Seitenzahl

352 (Printausgabe)

Dateigröße

5328 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783749951161

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  • Gertie G.

    aus Wien

    5/5

    01.11.2021

    eBook (ePUB)

    Wie sauberes Wasser nach Wien kam

    Der Wiener Journalist Alexander Bartl hat mir mit diesem Sachbuch große Freude bereitet. Als historisch interessierte Wienerin lese ich gerne Bücher aus der Geschichte Wiens. Dabei muss es nicht unbedingt um zuckersüße Walzerseligkeit oder die Welt der Adeligen gehen, sondern darf auch das Wien der Bürger, Handwerker und der einfachen Leute vorkommen. Das Thema hier: eine Seuche, die durch verunreinigtes Trinkwasser hervorgerufen wird (was man damals noch nicht weiß), betrifft alt und jung, arm oder reich. Auch wenn die Vermögenden durch Latifundien außerhalb Wiens bessergestellt sind, so macht die Cholera vor niemandem Halt. Alexander Bartl versteht es großartig, die für manchen Leser trocken erscheinende Geschichte der Verbesserung der Trinkwasserqualität darzustellen. So lesen wir von enervierenden Gemeinderatssitzungen, dem ewigen Gezänk um die Finanzierung dieses Großprojektes und lernen einige Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts kennen, der Namen uns heute als Straßenbezeichnungen geläufig sind. Doch bevor es noch zur Errichtung der Hochquellenwasserleitung geht, müssen wir uns mit der Ausbreitung der Cholera beschäftigen. Hier wird der geneigte Leser die eine oder andere Parallele zu heute wiedererkennen, wenn es darum geht, eine Pandemie kleinzureden. Worauf Alexander Bartl nur kurz hinweist, ist das zweite Großprojekt dieser Zeit: die Donau-Regulierung. Auch sie hat zahlreiche Befürworter bzw. Gegner, ist allerdings wegen der Schiffbarkeit der Donau von überregionaler Bedeutung, sodass hier eher die Ministerien als die Stadt Wien federführend sind. Aber, dieses Bauvorhaben wäre wohl ein anderes Buch wert. Als die Hochquellenwasserleitung mit dem Hochstrahlbrunnen im Oktober des Jahres 1873 endlich in Betrieb geht, neigt sich ein Jahr mit Höhen und Tiefen dem Ende zu. Zum einem hat die Wiener Weltausstellung mit einem Verlust von 14 Millionen Gulden nicht annähernd den Erfolg gehabt, den Initiator Wilhelm Freiherr von Schwarz-Senborn den Stadtväter versprochen hat und zum anderen ist die Cholera wieder aufgeflammt und hat Tausende Todesopfer, darunter auch Besucher der Weltausstellung gefordert, was der Veranstaltung nicht sonderlich gutgetan hat. Über diese Weltausstellung können wir ebenfalls einige sehr interessante Details nachlesen. Wir sind mitten in der Gründerzeit. Jeder will ein Stück vom Kuchen und schnell und (möglichst) ohne harte Arbeit reich werden. Doch dann reißt der Börsenkrach vom 9. Mai 1873 die Monarchie beinahe in den Abgrund. Die Spekulationsblase platzt und stürzt zahlreiche Unternehmen in die Pleite. Meine Meinung: Obwohl dieses Buch ein Sachbuch ist, liest es sich locker und flüssig. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Ich konnte die Debatten, die Streitereien während der Gemeinderatssitzungen im Alten Rathaus in der Wipplingerstraße förmlich hören. Wie der Autor in seinem Nachwort erklärt, gehört eine penible Recherche zum Gelingen eines solchen Werkes unbedingt dazu. Ich hätte mir hier noch ein Verzeichnis der verwendeten Sekundärliteratur gewünscht. Die zahlreichen Abbildungen lockern das Buch auf. Die Wiener Bevölkerung ist sich des Schatzes „Hochquellenwasserleitung“ oft gar nicht mehr bewusst. Man dreht am Wasserhahn und das saubere Nass fließt heraus. Vielleicht sollten wir ein wenig innehalten und die Kostbarkeit bewusst genießen sowie den Pionieren Eduard Suess und Cajetan Felder Respekt zollen. Fazit: Wer Interesse an der Geschichte Wiens im 19. Jahrhundert hat, die mit feiner Sprache erzählt wird, dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

  • Ted Fischer

    aus Berlin

    5/5

    27.09.2021

    eBook (ePUB)

    Absolut lesenswertes Sachbuch mit sehr hohem Unterhaltungswert

    Dieses Buch ist wirklich fantastisch geschrieben, viel eher in der Tradition US-amerikanischer erzählender Sachbücher als man es von einem gebürtigen Wiener, der über seine Heimatstadt schreibt, erwarten würde. Alexander Bartl erzählt so spannend und voller Sprachwitz, dass man ohne die vielen Fußnoten gar nicht merken würde, wie akribisch hier recherchiert wurde, um all die Originalzitate zu finden, um die herum eine spannende Geschichte und ein amüsantes Porträt einer Zeit und ihrer Protagonisten entstanden ist. Man könnte meinen – und vielfach ging mir das so – man habe es mit einem historischen Roman zu tun. Und gleichzeitig mit einer literarischen Liebeserklärung an eine Stadt und ihr Lebensgefühl. Diese Liebeserklärung funktioniert aber tatsächlich auch als Sachbuch, das informativ und lehrreich ist und zudem – gerade vor dem Vorhang der aktuellen Pandemie und dem gesellschaftlichen und politischen Umgang damit – interessante Fragen aufwirft bzw. Gedanken anstößt. Zunächst aber entführt sie den Leser in eine faszinierende Epoche und lässt einen hautnah dabei sein, indem die historischen Charaktere und Geschehnisse mit viel sprachlichem Feingefühl – auch im (Zusammen-)Spiel mit den vielen Quellen – zum Leben erweckt werden. Die Protagonisten wirken hier nicht wie Lexikonartikel, sondern werden, teils anhand ihrer eigenen Worte, als echte Menschen mit Stärken und Schwächen gezeigt, was sie nahbar und die Lektüre ausgesprochen amüsant und kurzweilig macht. Den Untertitel finde ich etwas reißerisch und denke, dass ihn das Buch eigentlich nicht nötig hätte. Die vielen historischen Bilder wären womöglich ebenfalls nicht nötig gewesen, weil man beim Lesen ohnehin die ganze Zeit Bilder vor Augen hat, sind aber anders als besagter Untertitel stilvoll und passend und für viele Leser sicher eine zusätzliche Bereicherung. Ich empfehle dieses Buch jedem, der wie ich Interesse am 19. Jahrhundert und der Geschichte der Stadt Wien, vor allem aber Spaß an einer sehr feinen Sprache hat, die dieses Buch zu einem meiner Lieblingsbücher zumindest dieses Jahres macht.

  • Bewertung

    5/5

    05.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Fesselnd, historisch, wissenschaftlich

    Fesselnd, historisch, wissenschaftlich - eigentlich unglaublich, dass ein Buch diese Eigenschaften in sich vereinen kann! Gut recherchiert, spannend geschrieben, erlaubt das Buch einen Blick auf die Entstehung der Wiener Hochquellenwasserleitung vor dem Hintergrund der damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse und der alles dominierenden Cholera Epidemien mit ihren 100ten tausend Toten. Als Bub bin ich jeden Tag auf dem Weg zur Schule unter dem Viadukt der Wasserleitung durchgegangen, ohne mir der gigantischen technischen Errungenschaften bewusst zu sein. Ich bin froh, ein halbes Jahrhundert später einen so umfassenden und humorvollen Einblick bekommen zu haben :)

  • bolie

    aus Langscheid

    5/5

    20.12.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das Jahr 1873 bescherte der…

    Das Jahr 1873 bescherte der Stadt Wien viel Ungemach. Die Börse kollabierte, Menschen verloren ihr Hab und Gut und zu allem Übel gab es eine Choleraepidemie in der Stadt. Ja, es gab zwar die Weltausstellung aber auch die Scharen von Besuchern konnten nicht darüber hinweghelfen, dass die Menschen an der rätselhaften Krankheit starben. Auch das Tanzen brachte nicht die ersehnte Abwechslung. Während der Beginn des Buches die Ereignisse des Jahres 1873 beschreibt, geht es danach zurück ins Jahr 1830. Da gab es nämlich eine Überflutung, wie sie Wien niemals zuvor sah. Die Moldau war überhaupt nicht mehr fein und klein. Sie wurde zum reißenden Strom. Nicht nur der später berühmte Sohn der Stadt, Johann Strauß, musste sein Heim verlassen und verlor nahezu alles. Neben Strauß wird in dem Buch auch auf den beachteten Geologen Suess hingewiesen. Er war einer der ersten, die einen Zusammenhang zwischen tödlichem Durchfall und verschmutztem Wasser sahen. Ein Buch, das mich nicht losließ. Es gibt so viele Parallelen zur heutigen Situation und die Unvernunft einiger Mensch änderte sich nicht. Sie gingen damals Walzer tanzen und hörten nicht auf Ärzte und Wissenschaftler. Zunächst wollte niemand auf seine Annehmlichkeiten verzichten. Man wollte nicht glauben, wie ansteckend und auch tödlich diese neue und unbekannte Seuche war. Sehr anschaulich wird das Geschriebene durch die vielen Fotografien und Gemälde. Der Autor folgt bei seiner Schilderung keiner zeitlichen Reihenfolge. Er wechselt kontinuierlich zwischen den Jahren und Jahrzehnten. Das störte mich nicht, da alles zusammenhängt. Es wird deutlich, wie die Leeren aus der Vergangenheit, heute in der Gegenwart, ein Wissen und Vorgehen für die Zukunft ermöglichen. Die Sprache ist stilistisch sehr schön ausgefeilt und zuweilen mit einer Prise Humor gewürzt. Ein lesenswertes Stück Wiener Geschichte.

  • Bewertung

    aus Wien

    5/5

    16.12.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Unbedingte Leseempfehlung

    Ein wunderbar recherchiertes, lehrreiches UND unterhaltsames Buch über den wissenschaftlichen Fortschritt, Bürokratie und die Gesellschaft im 19. Jahrhundert, das eine neue Perspektive auf die heutige Zeit ermöglicht.

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