Rahel und Peter sind seit fast 30 Jahren verheiratet. Sie sind angekommen in ihrem Leben, sie schätzen und achten einander, haben zwei Kinder großgezogen. Erst leise und unbemerkt, dann mit einem großen Knall hat sich die Liebe aus ihrer Ehe verabschiedet. Ein Sommerurlaub soll bergen, was noch zwischen ihnen geblieben ist, und die Frage beantworten, wie und mit wem sie das Leben nach der Mitte verbringen wollen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bewertung
5/5
30.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch mit Tiefgang
Der Brand ist ein ruhiges, atmosphärisch dichtes Buch, das sich schnell und flüssig lesen lässt – und dabei doch lange nachhallt. Daniela Krien versteht es, mit feinem Gespür die leisen Zwischentöne einer langjährigen Beziehung einzufangen. Die Dynamik zwischen Rahel und Peter hat mich besonders berührt: eine partnerschaftliche, reife Verbindung mit all ihren Rissen, Enttäuschungen, aber auch Momenten tiefer Verbundenheit. So stellt man sich eine ehrliche, gewachsene Beziehung vor – geprägt von Höhen und Tiefen, Nähe und Entfremdung, aber auch dem Wunsch, sich nicht zu verlieren.
Neben der privaten Ebene entfaltet das Buch einen gesellschaftlichen Resonanzraum, der besonders nachdenklich macht. Die Beschreibung einer jungen Generation, die vermeintlich alles hat und dennoch an innerer Leere leidet – weil jegliche Motivation, etwas selbst zu erarbeiten, fehlt – trifft einen wunden Punkt. Es ist ein kritischer, aber nie plakativer Blick auf das, was wir als Gen Z verhandeln: Orientierungslosigkeit trotz Überfluss.
Ebenso eindrücklich ist Peters Rückzug aus gesellschaftlichen Diskursen, die er zunehmend als konfrontativ und ausschließend erlebt – etwa im Kontext von Genderfragen oder binären Weltbildern. Kriens Stärke liegt darin, diese Haltung nachvollziehbar zu machen, ohne sie zu werten. Sie zeigt, wie wenig Raum für echten Austausch bleibt, wenn jede:r nur noch auf der eigenen Insel verharrt.
Umso schöner ist das Ende, das keine große Versöhnung verspricht, aber eine Annäherung – zwischen zwei Menschen, die sich nicht aufgegeben haben.
Ein stilles, kluges Buch über Beziehungen, gesellschaftliche Brüche und die Sehnsucht nach einem Platz, an dem man wieder atmen kann.
Bewertung
5/5
01.10.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lodert die Flamme noch?
Rahel und Peter sind seit fast 30 Jahren verheiratet, sie ist Psychotherapeutin mit eigener Praxis, er ist Germanistik-Professor an der TU Dresden. Ihre zwei erwachsenen Kinder sind längst aus dem Haus. Also alles eigentlich gut, oder? Nein, leider nicht. Wie in so vielen langjährigen Beziehungen scheint sich die Liebe aus ihrer Ehe verabschiedet zu haben. Ein Urlaub in einer einsam gelegenen Berghütte in den Ammergauer Alpen soll klären, ob das Feuer zwischen ihnen noch brennt oder die Flamme erloschen ist. Da die Urlaubsunterkunft kurz vor ihrer Abreise abbrennt, müssen sie umdisponieren. Statt in die Alpen geht es nun auf einen Hof in der Uckermark. Auf Bitte von Ruth, einer Freundin von Rahels Mutter, hüten sie für drei Wochen deren Haus, kümmern sich um Garten und Haustiere.
Seit „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“ und „Die Liebe im Ernstfall“ schätze ich Daniela Krien sehr. Auch mit „Der Brand“ hat sie mich nicht enttäuscht. Sie kann wunderbar schreiben, ihre Sprache ist klar und schnörkellos. Rahel und Peter sowie auch alle Nebenfiguren sind glaubhaft beschrieben und wirken sehr authentisch. Durch drei Urlaubswochen - jedem Tag ist ein Kapitel gewidmet - kann der Leser nun dem Urlaubsalltag und der Ehekrise (aus Rahels Sicht) folgen. Rahel leidet darunter, dass ihr Mann keinen Sex mehr mit ihr will, Peter dagegen fühlt sich von Rahel unverstanden bzw. sogar verraten. Er ist Opfer eines Shitstorms, weil er eine*n nicht binäre*n Student*in falsch angesprochen hat, und ist der Meinung, dass Rahel ihm in den Rücken gefallen ist.
Und so geht auch im Urlaub jeder seinen Beschäftigungen nach, Peter kümmert sich um die Tiere (eine einohrige Katze, einen flugunfähigen Storch, eine alte Fuchsstute), Rahel um den Garten. Zum Schwimmen im nahegelegenen See geht jeder allein, das gilt auch für Spaziergänge. Geschlafen wird natürlich in getrennten Zimmern.
Zur privaten Krise kommen die aktuellen Krisen der Zeit. Daniela Krien versteht es gekonnt, aktuelle gesellschaftliche Debatten (das „Virus“ – der Roman spielt im Sommer 2020, Gender- und Identitätsthematik, Klimawandel) gekonnt mit dem Kernthema zwischenmenschlicher Beziehungen zu verknüpfen.
Fazit: „Der Brand“ ist eine präzise Beschreibung einer ganz normalen Ehe, ein flüssig lesbarer Roman, fast schon zu flüssig. Ich hätte noch ewig weiterlesen können, habe die 270 Seiten allerdings in kürzester Zeit verschlungen. Ein absolut lesenswerter Roman mit schönem, weil offenen Ende.
hamburg.lesequeen
aus Bargfeld-Stegen
5/5
13.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Toll!
DER BRAND
Daniela Krien
Rahel und Peter sind seit fast 30 Jahren verheiratet, die Kinder sind bereits aus dem Hause. Ihr Urlaub steht an, doch der Brand ihres Feriendomizils zwingt das Ehepaar zum Umdisponieren.
Als ihre sehr viel ältere Freundin Ruth anruft und sie bittet, ihr Haus und Hof in Uckermark zu hüten, damit sie ihren Mann Viktor, der sich nach einem Schlaganfall in einer Rehaklinik befindet, besuchen kann, sagt Rahel spontan zu.
Rahel und ihre Mutter Edith waren früher öfter Gäste in diesem Haus.
Heute ist alles ein bisschen in die Jahre gekommen, aber dennoch weckt das Haus alte Erinnerungen. Besonders das Atelier des Künstlers Viktor hat es Rahel angetan. Überraschenderweise findet sie hier einige Zeichnungen, wo sie selbst drauf abgebildet ist.
Während Rahel mit dem Haus und Garten beschäftigt ist, kümmert sich Peter um das viele Getier - Katzen, Pferd und auch Herr Storch wollen versorgt werden.
Doch wer jetzt denkt, dass dem Ehepaar eine harmonische Zeit bevorsteht, den muss ich leider enttäuschen: Rahel und Peter leben nebeneinander her. Die frühere Vertrautheit ist ihnen abhandengekommen. Peter spricht kaum und geht Rahel aus dem Weg. Während Rahel das Gespräch sucht und von Peter abgewiesen wird.
Schnell wird uns klar, dass die Ehe von Ruth und Peter gerade in einer Krise steckt. Wir erfahren auch warum, und überhaupt kommen einige wichtige Dinge ans Licht. Ich würde es euch erzählen, aber leider muss ich schnell den Tisch decken, denn Selma, die immer schwierige Tochter von Rahel und Peter, hat sich mit ihren zwei kleinen Jungs zum Mittagessen angekündigt. Ihr solltet das Buch einfach selber lesen.
Es war mein erstes Buch der Autorin Daniele Krien und es gefiel mir außerordentlich gut. In zwei Nachmittagen habe ich diesen unterschwelligen Brand verschlungen.
Ein Buch mit einer fesselnden Tiefe. So unglaublich ehrlich - bildlich und wunderbar erzählt. Für mich ein wirkliches Highlight! Große Leseempfehlung.
Bewertung
5/5
24.02.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein toller Roman!
Kriens neues Buch handelt von Rahel und Peter, einem Ehepaar aus Dresden, das den Urlaub auf dem Hof von Freunden verbringt. Eigentlich wollten sie eine urige Berghütte mieten und dort zwei Wochen bleiben. Doch die Hütte brennt kurz vorm Urlaub ab und eine alte Freundin von Rahel names Ruth, bittet das Ehepaar nach dem Rechten auf dem Hof zu sehen. Ruth möchte ihren kranken Mann zur Reha begleiten.
Schnell bemerkt der Leser die ungelösten Konflikte, die sich in zunehmender Distanz zwischen Rahel und Peter manifestieren.
Seit fast 30 Jahren sind die beiden verheiratet, haben zwei Kinder großgezogen und so manche Krise durchgestanden. Aber werden sie diese offenbar ganz fundamentale Krise auch überstehen?
Der Brand hat mir sehr gut gefallen, so wie ausnahmslos alle Bücher von Daniela Krien. Ich mag Kriens klaren Ton und ihr Talent Situation und Stimmungen äußerst treffend einzufangen.
carowbr
aus Rheinland-Pfalz
5/5
17.07.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Rahel und Peter sind seit…
Rahel und Peter sind seit Jahren verheiratet, die Kinder aus dem Haus, aber in den letzten Jahren haben sie sich immer weiter voneinander entfernt. Ein Sommerurlaub in den Bergen soll für die Klarheit sorgen, der sie im Alltag keinen Raum geben. Dieses Buch ist eine Momentaufnahme des 3-wöchigen Urlaubes, der Erinnerungen hervorruft, zu Erkenntnissen verhilft, Verletzungen in Worte fasst und das Innere der Protagonistin Rahel nach außen kehrt. Die Schreibweise der Autorin Daniela Krien stellt eine Nähe und Intimität zu ihren Figuren her, die das Gefühl geben, selbst ein Teil der Geschichte zu sein. Dabei wird nichts beschönigt oder romantisiert, die Darstellung der Ehe klingt wie aus dem Leben gegriffen. Die Fragen, die sich das Paar zu ihrer Liebe, ihrer Ehe und ihrem Leben stellt, sind lebensnah und regen zum nachdenken und philosophieren an. Die ausgelösten Gedanken und Gefühle erzeugen eine Faszination und Spannung, durch die ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Nach ‚Die Liebe im Ernstfall‘ war dies mein zweites Werk der Autorin, und es wird nicht das letzte gewesen sein.
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5/5
09.10.2023
Buch (Taschenbuch)
Ein feinfühlig erzählter Roman
Daniela Krien beschreibt in diesem Buch eine langjährige Ehe die sich leise und unbemerkt der Trennung nähert.Ein Sommerurlaub auf einem abgelegenen Hof soll es richten.
Ich mag die ruhige,klare Art zu erzählen und freue mich über jeden neuen Roman von ihr.
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5/5
05.04.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine in die Jahre gekommene Ehe,...
Eine in die Jahre gekommene Ehe, ein Sommer in der Uckermark, komplizierte Eltern-Kind-Beziehungen… fein erzählt mit psychologischem Tiefgang.
Ein wunderbar unaufgeregtes Buch einer sehr lesenswerten deutschen Autorin
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5/5
29.12.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Roman liest sich leicht. Die...
Der Roman liest sich leicht. Die ganze Geschichte spielt sich in einem 3- wöchigen Urlaub ab. Jeder Tag ist ein Kapitel. Es werden viele Themen angesprochen wie Mutter- Tochter Beziehungen, Eheprobleme, Untreue und Demenz! Wirklich ein schönes Buch , hat mich sehr angesprochen.
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5/5
11.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mein neuer Buchtipp für Sie!
Rahel und Peter haben sich in ihrer dreißigjährigen Ehe eingerichtet. Kurzfristig kann ihr geplanter Wanderurlaub nicht stattfinden, weil ihre gebuchte Hütte abgebrannt ist: Als eine gute Freundin fragt, ob die beiden ihr Haus mit vielen Tieren in der Uckermark hüten würden, während sie bei ihrem Mann bleibt, der einen Schlaganfall hatte, sagt Rahel spontan zu. In der dörflichen Einsamkeit müssen die beiden erkennen, dass auch eine gute Routine der Liebe abträglich sein kann.Für mich ist diese wunderschön geschriebene Geschichte MEIN Buch des Jahres
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5/5
10.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Brand
Nach fast dreißig Ehejahren ist die Liebe zwischen Rahel und Peter abgekühlt. Im Urlaub in einer einsamen Almhütte hofft sie auf eine Annäherung. Als die Hütte durch einen Brand zerstört wird, nimmt sie das Angebot einer Freundin an, gemeinsam mit Peter deren Hof zu versorgen. Peter reagiert, wie häufig verletzt. Der Hof, die Tiere und nahe See sind eine Welt für sich, fernab von Alltag und CoronaPandemie. Mitten in die vorsichtige Annäherung platzt die Tochter mit den Enkeln. Neben all dem findet Rahel hier Spuren ihrer nicht so heilen Kindheit in der DDR. Der Blick hinter die Fassade eines scheinbar perfekten Paares hat mich sehr berührt.
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