Der neue Roman des zweifachen Pulitzer-PreisträgersIm schillernden Harlem der 1960er-Jahre, wo Gangster und Zuhälter, Hochstapler und Schießwütige die Strippen ziehen, versucht ein Mann aus einfachen Verhältnissen so ehrlich wie möglich aufzusteigen.Eigentlich würde Ray Carney am liebsten ohne Betrügereien auskommen. Doch als seine Frau ein zweites Kind erwartet, reichen die Einkünfte aus seinem Einrichtungsladen auf der 125th Street nicht aus für den Standard, den die Schwiegereltern erwarten. Cousin Freddie bringt gelegentlich eine Goldkette vorbei, die Ray bei einem Juwelier am Times Square versetzt. Doch was tun mit dem Raubgut aus dem Coup im legendären »Hotel Theresa« im Herzen Harlems, nachdem Freddie und seine Kumpanen sich verdünnisiert haben? Als Polizei und Gangster Ray in seinem Laden aufsuchen, steht sein waghalsiges Doppelleben zwischen Rechtschaffenheit und Schwindel, Herkunft und Machtstreben auf der Kippe.Das neue literarische Meisterwerk von Colson Whitehead ist Familiensaga, Soziographie und Ganovenstück, vor allem aber eine Liebeserklärung an New Yorks berühmtestes Viertel – authentisch gelesen von Richard Barenberg.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
bookloving
5/5
21.11.2021
Hörbuch-Download (MP3)
Beeindruckendes Portrait von Harlem in den 1960ern
Mit „Harlem Shuffle“ hat der für seine Werke mehrfach ausgezeichnete US-amerikanische Schriftsteller Colson Whitehead einen beeindruckenden, sehr unterhaltsamen Roman vorgelegt, in dem er uns erneut einen faszinierenden aber schonungslosen Blick auf das Licht- und Schatten-reiche Leben der Afroamerikaner in der US-amerikanischen Geschichte werfen lässt.
Sein neuestes literarisches Meisterwerk ist eine gelungene Mischung aus bewegender Familiensaga, unterhaltsamer Ganovenkomödie und Hommage an den legendären New Yorker Stadtteil Harlem in den frühen 1960er Jahren.
Erzählt wird die rasante Gangstergeschichte aus der Perspektive des sympathischen Protagonisten jungen Ray Carney, einem Möbelhändler, liebevollen Familienvater und unfreiwilligen Ganoven, der sich zwar tagtäglich bemüht ein ehrliches Leben zu führen, aber immer wieder durch seine halbweltlichen Kontakte in kriminelle Machenschaften hineingezogen wird. Es ist höchst unterhaltsam und fesselnd Ray bei seiner Gradwanderung zwischen den beiden Welten zu begleiten und mitzuerleben, wie er immer tiefer in die Geschehnisse verstrickt wird.
Mit seinem brillanten, sprachlich eleganten Erzählstil und einem erstaunlich leichten, beschwingten „Sound“ konnte mich Whitehead auch diesmal wieder überzeugen. Trotz des ernsten, oft bedrückenden Hintergrunds der Handlung spart er nicht mit feinen humorvollen Spitzen und vergnüglichen Episoden, die mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht haben.
Gekonnt zeichnet Whitehead ein faszinierendes und atmosphärisch dichtes Portrait von Harlem mit seinen schillernden aber auch dunklen Facetten. Er lässt uns schrittweise eintauchen in den Lebensalltag dieses berühmt-berüchtigten, quirligen Stadtviertels von New York, einer afroamerikanischen Enklave als Sinnbild der zunehmenden Segregation, und gewährt uns faszinierende und zugleich mitunter schmerzhafte Einblicke in die soziale Wirklichkeit jener Zeit -eine bizarre, kontrastreiche Mischung aus kleinem Wohlstand und Armut, Hoffnung und Angst, Legalität und Kriminalität, Normalität aber auch beständiger Willkür, Brutalität und Gewalt. Er entwirft ein vielschichtiges Panoptikum aus Kleinkriminellen, Hehlern, Huren und korrupten Cops auf der einen Seite, jenen, die sich darum bemühen ein besseres, solides und bürgerliches Leben zu führen sowie denjenigen innerhalb der afroamerikanischen Bevölkerung, denen es gelungen ist, sich auf der sozialen Leiter nach oben zu arbeiten und sich nun von den anderen als etwas Besseres abzugrenzen verstehen.
Zudem lernen wir durch die eingestreuten, gut recherchierten Details auch viel über die historische Realität, politischen Umbrüche und sozialen Zustände jener Zeit, den allgegenwärtigen Rassismus und die aufkommende Bürgerrechtsbewegung. Geschickt in die Romanhandlung eingebaute Hinweise auf den damaligen Zeitgeist, typische Marken, Filme und Verweise auf die Popkultur schaffen darüber hinaus ein ein sehr lebendiges und authentisches Flair.
Zum Hörbuch:
Das ungekürzte Hörbuch ist von dem Schauspieler und erfahrenen Hörbuchsprecher Richard Barenberg sehr überzeugend eingelesen. Mit seiner angenehmen Stimme und in einem angemessenen Tempo gelingt es ihm hervorragend, die unterschiedlichen Stimmungen und das besondere Setting dieser Geschichte glaubhaft zu transportieren und uns mühelos ins Geschehen zu ziehen. Mit geschickten Wechseln des Lesetempos, Verändern der Intonation und Lautstärke gestaltet Barenberg die Dialoge sehr lebendig und nuancenreich. Insgesamt eine rundum gelungene Lesung!
FAZIT
Eine unterhaltsame, beschwingt erzählte Gangstergeschichte und eine wundervolle Hommage an den legendären New Yorker Stadtteil Harlem in den frühen 1960er Jahren!
Sowohl der Roman als auch die von Richard Barenberg hervorragend eingelesene Hörbuchfassung sind sehr empfehlenswert.
Bewertung
aus Offenbach
5/5
29.09.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Überraschend gut!
Ich habe das Buch vorrangig gekauft, weil die in New York angesiedelt ist und ich mehr amerikanische Literatur lesen wollte. Man begleitet den Protagonisten Raymond über mehrere Jahre hinweg während seiner Zeit als Teppichhändler, der ein bisschen in die Kriminalität abrutscht.
Eigentlich möchte er Geld verdienen, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Dass dabei Diebesgut helfen muss, ist ihm nicht so ganz recht. Sein Cousin jedoch zieht ihn in zwielichte Geschäfte mit hinein. Was die beiden währenddessen so alles erleben (von Einbruch, Mafiabossen und Mord ganz zu schweigen), erzählt der Autor locker flockig und ohne viel Brimborium. Jedoch immer so, dass man am liebsten immer weiter lesen möchte...
Colson Whitehead schreibt in einer Sprache, die mit wenigen Worten viel erzählt. Man taucht ab der zweiten Seite vollends ins Harlem der 60er Jahre ein, erfährt nebenbei immer wieder neue Dinge und ist doch immer noch gefangen in der Geschichte um Raymond.
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der mal etwas anderes als klassische Krimis oder Romane lesen will. Die Verbindung aus (Klein-)Kriminalität und Lokalkolorit ist eins A für mich!
Bewertung
5/5
12.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Im New York der 60er Jahre, einer...
Im New York der 60er Jahre, einer Zeit der schwarzen Bürgerrechtsbewegungen und der Blütezeit des kriminellen Untergrunds tauchen wir in das Leben eines jungen Familienvaters ein. Für ihn entwickelt sich ein gefährliches Doppelleben. Atmosphärisch dicht und spannend geschrieben!
Bewertung
5/5
10.01.2022
eBook (ePUB)
Interessant
interessant, aber nicht meine Welt. Ein wenig zu episch. Die damalige Zeit war nicht sehr lustig.
Bewertung
5/5
13.12.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein mitreißendes Zeitporträt
Dem genialen Colson Whitehead ist erneut ein großer Roman gelungen: fasziniert folgen die gebannten Leser*innen dem Autor in das pulsierende Harlem der 60er Jahre und hoffen und leiden mit seinem sympathischen Helden Ray Carney, der krampfhaft versucht, ein "anständiges" Leben zu führen. Doch was tun, wenn die geringen legal erworbenen Einkünfte nicht genügen, um die Erwartungen der Schwiegerfamilie zu erfüllen?
Ein rasanter, sprachlich und stilistisch brillanter Mix aus Krimi, Zeitporträt und Schelmenroman. Und eine Homage an eine untergegange Welt. Klasse!
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