Die Nachricht von Acts Tod erschüttert die Rebellion. Wer soll nun …
Halt, Stopp!
Das hier ist nicht das Buch, das du haben wolltest. Also … nicht wirklich. Tut mir leid, ich kann das auf die Schnelle nicht besser erklären, es ist echt ein bisschen kompliziert. Aber ich wollte dich trotzdem warnen, nicht dass du dich später ärgerst.
In diesem Buch geht es um Nik (das bin ich), 17 Jahre alt, Autist und möglicherweise verliebt. Und es geht um Mai, 18 Jahre alt, magersüchtig und stinksauer. Wir haben uns in der Jugendpsychiatrie kennengelernt, aber von dort sind wir abgehauen. Mai, weil sie das mit dem Essen schwierig findet, und ich, weil ich unbedingt herausfinden wollte, ob ich tatsächlich in das Mädchen von der S-Bahnhaltestelle verliebt bin. Ich kann immer noch gar nicht richtig glauben, was alles passiert ist. Aber es ist passiert. Und es war das größte Abenteuer meines Lebens. .
»Ein faszinierender Held in einer Geschichte, die man nicht mehr weglegen kann. Ein einfühlsames, tolles Buch.« Benedict Wells
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Sehr berührendes Jugendbuch
Nourea aus Straubing am 27.03.2026
Bewertungsnummer: 3090824
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Der 17jährige Autist Nik lebt alleine mit seiner Mutter in Berlin und besucht eine Sonderschule. Als er eines Tages an einer S-Bahnhaltestelle eine Jugendliche beobachtet, die in einem Buch liest, fragt er sich, ob er sich möglicherweise in dieses Mädchen, das er Stella nennt, verliebt hat, da es ihm nicht mehr aus dem Kopf geht. Um das herauszufinden, startet er ein Experiment und verbringt die ganze Nacht an besagter Haltestelle, in der Hoffnung Stella erneut zu treffen. Bei seiner Mutter bringt das das Fass zum Überlaufen, denn je älter Nik wird, um so schwieriger ist es für sie, ihn zu betreuen. Sie bringt ihn in eine psychiatrische Einrichtung, in der Nik die etwas ältere Mai kennenlernt, die aufgrund ihrer Magersucht zwangseingewiesen wurde und sich vehement gegen die Essensregeln wehrt.
Nik und Mai gelingt tatsächlich die Flucht aus der Psychiatrie, und sie schlagen sich bis Frankfurt durch, der Stadt, in der der Autor des Buches wohnt, in dem Stella an der Haltestelle gelesen hatte. Nik erhofft sich, dass er über das neue Buch des Autors einen Hinweis für Stella hinterlassen kann, durch den er sie ausfindig macht. Um sich die Zeit in Frankfurt zu vertreiben beschließen die beiden Untergetauchten, ein eigenes Buch zu schreiben, indem sie abwechselnd von sich erzählen. Und so entsteht letztendlich der Roman.
Das Buch gibt einen sehr tiefen und authentisch wirkenden Einblick sowohl in die Erlebniswelt eines Autisten als auch in das Martyrium, das Mai durch ihre Magersucht erfährt. Die beiden Jugendlichen wachsen einem sehr ans Herz und man wird von der sich anbahnenden Liebesgeschichte zwischen ihnen berührt und hofft einfach nur, dass es für sie beide gut ausgeht.
Berührend und tiefgreifend werden zwei Schicksale verflochten
Bücherhausen aus Falkensee am 28.12.2025
Bewertungsnummer: 2686489
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
"Was du nicht erwartest" von Jan Cole alias Liv K. Schlett stand schon lange auf meiner Wunschliste. Ich mag es, Bücher fernab des Mainstreams zu entdecken und der Klappentext dieses Werkes versprach eine großartige Geschichte. Ich wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil, meine Erwartungen wurden übertroffen und ab einem gewissen Punkt war es mir einfach nicht mehr möglich, das Buch aus der Hand zu legen.
Zitat: „Natürlich gab es früher auch Autisten. […] Man hat das nur nicht so genannt. Heutzutage ist das Bewusstsein für verschiedene Krankheiten größer, deshalb werden sie eher erkannt, das bedeutet nicht, dass sie häufiger vorkommen. Oder wenn sie eher auffallen, dann liegt es daran, dass die moderne Welt autistenfeindlich ist“ (Jan Cole: Was du nicht erwartest. Seite 165)
Der Autor / Die Autorin:
Beim Namen Jan Cole handelt es sich um ein Pseudonym. Die Autorin Liv K. Schlett, (geboren 1995) tarnt sich dahinter. Sie studierte Kreatives Schreiben sowie Kulturjournalismus. Ihren Debütroman "Was Du Nicht erwartest" veröffentlichte sie 2022 unter dem Namen des im Buch auftretenden, fiktiven Autors Jan Cole. Der Roman war für den „Delia Literaturpreis“ und den „LovelyBooks Community Award“ nominiert und wurde mit dem rheinland-pfälzischen Jugendbuchpreis „Die Goldene Leslie“ ausgezeichnet.
Inhalt:
„Die Nachricht von Acts Tod erschüttert die Rebellion. Wer soll nun …
Halt, Stopp!
Das hier ist nicht das Buch, das du haben wolltest. Also … nicht wirklich. Tut mir leid, ich kann das auf die Schnelle nicht besser erklären, es ist echt ein bisschen kompliziert. Aber ich wollte dich trotzdem warnen, nicht dass du dich später ärgerst.
In diesem Buch geht es um Nik (das bin ich), 17 Jahre alt, Autist und möglicherweise verliebt. Und es geht um Mai, 18 Jahre alt, magersüchtig und stinksauer. Wir haben uns in der Jugendpsychiatrie kennengelernt, wo wir beide gar nicht sein wollten. Mai, weil sie das mit dem Essen schwierig findet, und ich, weil ich unbedingt herausfinden wollte, ob ich tatsächlich in das Mädchen von der Bahnhaltestelle verliebt bin. Also sind wir abgehauen, so richtig, wie im Film. Ich kann immer noch nicht glauben, was alles passiert ist und was wir erlebt haben. Aber es ist passiert. Und es war das größte Abenteuer unseres Lebens.“
(Produktbeschreibung)
Gedanken zum Jugendbuch:
Das Cover zeigt uns einen der beiden Hauptprotagonisten. Nik, ein Junge der zum Himmel schaut und dem wohl einige Gedanken durch den Kopf rauschen. Im Hintergrund die Berliner sowie die Frankfurter Skyline, die sich überlagern und sich dabei durch ihre Farbintensität unterscheiden. Wir sehen den Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. All das in Orange- und Petrolfarben ergibt ein harmonisches Bild, welches geradezu einlädt, sich diesem Buch zu widmen.
Zitat: „Sie wollen mein Leben retten, dachte ich noch, aber stattdessen töteten sie mich. Und dann dachte ich, wie erbärmlich und melodramatisch das klang.“ (Jan Cole: Was du nicht erwartest. Seite 265)
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven geschildert. Da ist Nik, der im Präsens schreibt und auf der anderen Seite Mai, die sich für die Vergangenheitsform entschieden hat. Ich empfand das zu Beginn als etwas ungewöhnlich, gewöhnte mich aber schnell daran. Es macht auch Sinn, weil es dadurch die verschiedenen Sichtweisen widerspiegelt. Der Sprachstil der beiden Jugendlichen ist ein wenig roh und somit absolut unverfälscht. Man hat zu jeder Zeit den Eindruck, dass hier ein 17 und eine 18-jährige erzählen, die durch ihre Vorgeschichten in manchen Belangen aber auch eine gewisse Reife habe, als manch andere ihres Alters.
Zitat: „Früher hatte ich geglaubt, dass Menschen, die an solchen Orten arbeiten, nett sein müssen, einfühlsam, freundlich. Wie naiv ich gewesen war. Nette Leute wie Frank waren in der Minderheit, vielen anderen ging es nur darum, Macht auszuüben.“ (Jan Cole: Was du nicht erwartest. Seite 83-84)
Es war manchmal schwer auszuhalten, wie wenig flexibel die Welt mit Niks Besonderheiten umgehen kann. Erst die Polizisten, die doch eigentlich geschult sein sollte. Dann das Personal der Psychiatrie, wo erst Recht Wissen über Autismus vorhanden sein müsste. Nik wird direkt am Anfang der Handlung einfach in diese Einrichtung verfrachtet – ohne Erklärung, ohne dass die Betreuer wissen, worauf sie zu achten haben. Und auch mit Mai wurde oft sehr wenig einfühlsam umgegangen.
Obwohl Nik und Mai so unterschiedlich sind, so ergänzen sie sich gut und haben ein tolles Feingefühl füreinander. Nik lässt Stück für Stück etwas Nähe zu und Mai setzt sich mit ihrer Erkrankung auseinander und lässt sich auf Niks Weise ein. Aber ganz so einfach legt man eine Magersucht natürlich nicht ab. Das stellt auch Nik bald fest.
Zitat: „Sie ist wirklich etwas Besonderes, eine Ausnahme. Obwohl mich das mit der Magersucht traurig macht. Ich hätte lieber, dass sie das nicht hat, oder würde es ihr gerne wegnehmen, aber ich weiß ja, dass das so nicht funktioniert.“ (Jan Cole: Was du nicht erwartest. Seite 195)
Der Boden einer jeden Buchseite ist mit einer Illustration versehen, je nachdem auf welchem Abschnitt des Roadtrips wir uns befinden. Zunächst ist da die Skyline Berlins, dann Bäume, gefolgt von der Frankfurter Skyline etc.
Was ich wirklich erstaunlich fand, war am Ende die Lösung für Niks Problem – so einfach und so naheliegend – ist sie mir während des Lesens aber nicht in den Kopf gekommen. Zum Glück kamen auch Nik und Mai nicht auf diese Idee, sonst hätten sie ihr Abenteuer vermutlich gar nicht erst begonnen.
Fazit:
"Was du nichts erwartest" ist ein kleines Highlight für mich und ich bin so froh, diesen Schatz auf meiner Reise durch die Welt der Bücher entdeckt zu haben. Wir haben hier eine einfallsreiche, tiefgründige, humorvolle Geschichte, die sich mit Autismus, Magersucht, Mental Health, People of Color und dem Alltag in einer Psychiatrie auseinandersetzt. Nik und Mais Abenteuer hat mich zutiefst ergriffen und nicht so leicht wieder losgelassen. Ein echter Pageturner.
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